Wieso gibt es diese illegalen Angebote?


Dass auch in diesem Falle das Geld eine wesentliche Rolle spielt, zeigen zwei Studien:

Zur Motivation der Uploader in Tauschbörsen (2010)

Ein Forscherteam aus Madrid, Darmstadt und Oregon hat 2010 die Anbieter in P2P-Tauschbörsen genauer untersucht. Dabei war festzustellen, dass etwa 30 % aller gelisteten Angebote und 25 % aller
Downloads durch gefakte Dateien verursacht werden. Hierbei handelt es sich überwiegend um unsinnige Inhalte, die von den Rechteinhabern eingestellt werden, um das Auffinden der gewünschten Downloads zu erschweren.
Wenn man diese Gruppe ausfiltert, ergibt sich bei der Konzentration auf die Top 100 Anbieter, die für etwa 40 der gelisteten Angebote und 50 % aller Downloads verantwortlich sind:

  • 25 % dieser Top 100 Publisher haben einen eigenen Tracker und verdienen an Zugangsgebühren, Werbeeinnahmen und Spenden. Diese Gruppe liefert 18 % aller Angebote und verursacht 29 % aller Downloads.
  • 23 % bewerben eine eigene oder eine andere Website. Häufig handelt es sich dabei um pornographische Inhalte, die Finanzierung erfolgt durch Werbeeinahmen. Diese Gruppe liefert 8 % aller Angebote und verursacht 11 % aller Downloads.
  • 52 % sind „herkömmliche“ Tauschbörsennutzer, die eher untereinander tauschen und sich mehr auf kleinere Dateien beschränken. Sie liefern 11,5 % aller Angebote und verursachen 11,5 % aller Downloads.

Ohne Fakeangebote ergibt sich: 37 % aller gelisteten Angebote erfolgen mit Gewinnerzielungsabsichten,
sie verursachen 53 % aller Downloads
Ruben Cuevas et al., Is Content Publishing in BitTorrent Altrusitic or Profit-Driven?
www.imdea.org/Portals/8/Downloads/News/Is-Content-Publishing-techreport-2010-EN.pdf

Geschäftsmodell Urheberrechtsverletzung (2012)

Britische Marktforscher von BAE Systems Detica haben im Auftrag von Google und der Musik-Verwertungsgesellschaft PRS aus über tausend gemeldeten urheberrechtsverletzenden Internetan geboten ein Modell aus 6 verschiedenen Pirateriegeschäftsmodellen entwickelt und 153 Seiten genauer untersucht.
Die nachfolgende Übersicht zeigt, wie häufig sich diese Seiten durch Werbung oder Zahlungen finanzieren:

Business Model Werbung Zahlungsmöglichkeiten
Seiten Seiten enthalten
enthalten irgendeine Logos Logos
Werbung zu Zahlungsmöglichkeit Kreditkarten E-Payment
Live TV Gateway 67 % 16 % 8 % 10 %
P2P Community 86 % 17 % 10 % 11 %
Subscription Community 12 % 62 % 62 % 25 %
Music Transaction 37 % 53 % 53 % 16 %
Rewarded Freemium 46 % 71 % 46 % 61 %
Embedded Streaming 89 % 39 % 17 % 17 %

The six business models for copyright infringements
http://www.prsformusic.com/aboutus/press/latestpressreleases/Pages/Reportrevealsthesixbusinessmodelsbehindo
nlinecopyright.aspx

Aus Internetreport III / 2013 – Mai 2013:
Marktforschung zur Internetpiraterie