Was halten die Bürger von Nutzern der Piraterieangebote und welche Massnahmen dagegen finden Mehrheiten?

Einstellungen

Die DCN-Studie 2013 hat sich die Einstellungen der Endverbraucher zur Internetpiraterie genau angeschaut:

  • 2/3 der Bevölkerung findet es unfair, dass Nutzer illegaler Angebote nichts bezahlen
  • Ausreden zählen nicht: Nur 6 bis 22 % lassen Rechtfertigungsstrategien gelten:
    o Nicht so schlimm, weil es viele machen (6 % Zustimmung)
    o Kein Diebstahl, da ja nichts verschwindet (12 %)
    o Nutzung, weil das Produkt nicht käuflich erhältlich ist (15 %)
    o Weitergabe ist Kulturaustausch und Werbung fürs Produkt (22 %)

GfK-Studie zur Digitalen Content-Nutzung (DCN-Studie) 2013; www.gvu.de/media/pdf/866.pdf

Maßnahmen

DCN-Studie 2013

Laut der DCN-Studie haben 2/3 der Bevölkerung dafür Verständnis, dass die Rechteinhaber ihre  Rechte zum Schutz ihrer Produkte durchsetzen.

Ein deutliche Mehrheit gibt es für die meisten vorgeschlagenen Maßnahmen beim Anbieten / beim Herunterladen von urheberrechtlich geschützten Medien?

Angemessene Maßnahmen beim Anbieten Herunterladen
Verhängung eines Bußgeldes 88 % 57 %
Einschränkung des Datenvolumens 65 % 53 %
Reduktion der Datenübertragungs-geschwindigkeit 62 % 51 %
Zeitweise Aussetzung des Internetanschlusses (für 1 bis 3 Monate) 61 % 36 %

Zudem sind 2/3 der Bevölkerung für ein Werbeverbot auf illegalen Seiten und 70 Prozent der Befragten befürworten ein Warnhinweismodel.

GfK-Studie zur Digitalen Content-Nutzung (DCN-Studie) 2013;

www.gvu.de/media/pdf/866.pdf

Copy Culture in the US and Germany

Die Studie von Joe Karaganis und Lennart Renkema aus 2013 weist bezüglich der deutschen Teilnehmer niedrigere Zustimmungswerte auf. Einschränkungen des Internets werden nur zu 29% befürwortet.
Aber immerhin noch 50 % der Befragten befürworten Geldstrafen für illegale Downloads. Davon 45 % Strafen zwischen $11 und $100 für einen Film und 28 % für Werte zwischen $101 und $1000.

Zudem wurden in der Studie die Einstellungen zu Eingriffen in das Internet hinterfragt.
Hier äußerten 71 % der Deutschen, dass sie gegen eine Kontrolle ihrer Internetnutzung zur Vermeidung
von Rechtsverstößen sind.

Dennoch fanden Maßnahmen auf Technologieseite von mindestens 2/3 der Befragten Zustimmung:

  • 73 % sagen, ISPs sollten die Aktivitäten der Nutzer überprüfen und Raubkopien entfernen. Nur auf Facebook oder Dropbox bezogen stimmen 69 % zu.
  • 69 % meinen, dass Suchmaschinen aufgefordert werden sollten, Links auf Raubkopien von Musik und Film zu sperren.
  • 66 % sagen, ISPs sollten aufgefordert werden, Seiten die den Zugang zu Raubkopien anbieten zu zensieren.

Bei staatlichen Eingriffen sind die Mehrheiten etwas niedriger:

  • 58 % sagen, die Regierung sollte Seiten, die den Zugang zu Raubkopien anbieten, sperren.
  • 52 % sagen, die Regierung sollte Seiten, die den Zugang zu Raubkopien anbieten, zensieren.

Selbst, wenn auch ab und zu legale Inhalte gesperrt würden, würden 51 % die Sperren unterstützen.

Joe Karaganis, Lennart Renkema, Copy Culture in the US and Germany, 2013

http://piracy.americanassembly.org

Aus Internetreport III / 2013 – Mai 2013:
Marktforschung zur Internetpiraterie