Was bedeutet ein fehlendes Angebot für die Piraterie?

Wie gut ist das vorhandene Angebot (2013)

Laut der DCN-Studie 2013 bewerten weit mehr als Zweidrittel der Bevölkerung das jeweils bestehende legale Online-Angebot von Musik, E-Books und filmischen Inhalten als ausreichend. Fast die Hälfte hat sogar schon das für sich perfekte Angebot entdeckt. Insgesamt schneidet dabei der Musikmarkt etwas besser ab als die Film- und E-Book-Angebote:

Musik E-Books Spielfilme/
TV-Serien
Es gibt heutzutage ausreichend
legale Angebote
,

um … im Internet zu kaufen
oder zu nutzen

80 % 76 % 71 %
Es gibt bereits ein für mich
perfektes legales Angebot,

um … im Internet zu kaufen
oder zu nutzen

56 % 53 % 49 %

GfK-Studie zur Digitalen Content-Nutzung (DCN-Studie) 2013,
www.gvu.de/media/pdf/866.pdf

Was passiert, wenn ein legales Angebot wieder entfernt wird? (2010)

Es gibt eine amerikanische Studie, die zeigt, dass eine Angebotsreduzierung zu einer Steigerung der Piraterie führen kann. Darin belegen Danaher et.al., dass nachdem NBC Fernsehinhalte aus iTunes entfernt hatte, die Piraterie mit diesen Produkten im Verhältnis zu Piraterie mit Produkten anderer Hersteller stieg.

Brett Danaher, Samita Dhanasobhon, Michael D. Smith, Rahul Telang, Converting Pirates without Cannibalizing Purchasers: The Impact of Digital Distribution on Physical Sales and Internet Piracy
http://www.heinz.cmu.edu/~rtelang/ms_nbc.pdf

Sinken mit besser werdendem legalem Angebot die Pirateriezahlen?

Ob der Effekt aber auch andersherum gilt, darf bezweifelt werden. Das legale Musik-Download-Angebot hat sich in den letzten Jahren gut entwickelt. Auch sank die Anzahl der im Netz  unrechtmäßig heruntergeladenen Einzelmusikstücke in den letzten sieben Jahren kontinuierlich von mehr als 400 Mio. Tracks in 2005 auf „gerade noch“ 185 Mio. Songs in 2010.
Die große Ernüchterung tritt allerdings dann ein, wenn man sich neben den Einzeltracks auch die Werte der illegal heruntergeladenen Alben betrachtet. Deren Anzahl stieg seit 2007 nämlich um satte 30 Mio. Einheiten auf insgesamt 46 Mio. Alben im Jahr 2010 an.
Vor dem Hintergrund, dass ein einziges Album im Durchschnitt 14,8 Tracks enthält, stellt sich die reale Entwicklung beim Thema Raubkopie-Download also gänzlich anders dar: Die Anzahl der insgesamt heruntergeladenen Tracks stieg allein in den vergangenen fünf Jahren um mehr als 300 Mio. Einzelmusikstücke an.
illegale_musikdownloads

Aus Internetreport III / 2013 – Mai 2013:
Marktforschung zur Internetpiraterie