Schlagwort-Archive: Zentralstelle Cybercrime Bayern

Bundesweite Durchsuchungen in der Underground Economy Szene

Koordiniert durch die bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg errichtete Zentralstelle Cybercrime Bayern und das Landeskriminalamt Brandenburg erfolgten am 23.06.2020 bundesweit Durchsuchungen gegen Nutzer des illegalen Internet-Handelsplatzes crimenetwork.co. Bei crimenetwork.co handelt es sich um eine Plattform, auf der illegale Waren und Dienstleistungen aller Artangeboten wurden.
Über 1.400 eingesetzte Polizistinnen und Polizisten aller Bundesländer bis auf Thüringen und der Bundeskriminalämter aus Deutschland sowie Österreich und Polen haben am 23. Juni 2020 im Rahmen von 328 Ermittlungsverfahren 232 Durchsuchungsbeschlüsse, die von mehreren Staatsanwaltschaften erwirkt worden waren, vollzogen. Im Zuge dessen wurden 32 Personen vorläufig festgenommen und insgesamt 11 Haftbefehle vollstreckt. Bei Durchsuchungen von Wohn- und Nebengebäuden wurden Betäubungsmittel, Datenträger mit einem Datenvolumen von mehr als 300 Terabyte, über 700 elektronische Geräte wie Laptops und Mobilfunktelefone, Bargeld im mittleren fünfstelligen Bereich, diverse Waffen, digitale Währungen, sowie Unterlagen von mutmaßlichen Cyberkriminellen sichergestellt.

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Zentralstelle Cybercrime Bayern meldet Erfolg gegen „Cybertrading“

Am 2. April 2020 wurden nach umfangreichen Ermittlungen im Rahmen einer konzertierten Aktion von Strafverfolgungsbehörden aus Deutschland, Österreich, Serbien und Bulgarien zahlreiche Maßnahmen gegen zwei Tätergruppierungen, die in den vergangenen Jahren tausende Anleger aus ganz Europa um mehr als 100 Millionen Euro betrogen haben, erfolgreich vollzogen. Der „Action Day“ fand trotz der mit der Corona-Pandemie verbundenen Einschränkungen und besonderen Herausforderungen statt. Es konnten u.a. in Serbien fünf Tatverdächtige und in Bulgarien vier Tatverdächtige festgenommen, zahlreiche Objekte durchsucht und knapp 2,5 Millionen EUR beschlagnahmt werden. Auf deutscher Seite werden die Ermittlungen von der bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg errichteten Zentralstelle Cybercrime Bayern geleitet, die nachdrücklich den organisierten Anlagebetrug in Form des sog. „Cybertrading“ bekämpft.

Der Tatablauf gestaltet sich in seiner Grundstruktur regelmäßig gleich. Die Täter spiegeln den potenziellen Kunden vor, digitale Plattformen für den Handel mit unterschiedlichsten Finanzinstrumenten (bis zu deren Untersagung vor allem binäre Optionen, nunmehr insbesondere CFDs, Forex, Kryptowährungen) zur Verfügung zu stellen. Der Anleger eröffnet auf der Webseite des Anbieters ein Handelskonto, wofür in der Regel ein Geldbetrag von etwa 250 – 300 Euro aufzubringen ist. Im Folgenden werden die Kunden von speziell geschulten „Trading Spezialisten“ (sog. Broker oder Agent) über Telefon, Messenger-Dienste oder E-Mail davon überzeugt, größere Summen in den Handel mit den genannten Finanzinstrumenten zu investieren. Die Zahlungen erfolgen in der Regel mittels Kreditkartenabbuchung oder Banküberweisung. Die sowohl in- als auch ausländischen Einzahlungskonten werden typischerweise von Scheinfirmen oder Finanzagenten zur Verfügung gestellt. Das Geld wird über ein komplexes, europaweit installiertes Geldwäschenetzwerk verteilt.

https://www.justiz.bayern.de/gerichte-und-behoerden/generalstaatsanwaltschaft/bamberg/presse/2020/5.php

Fake-Shop-Betreiber verhaftet

Einen Schlag gegen mutmaßliche Online-Betrüger, der aus ermittlungs-taktischen Gründen erst jetzt öffentlich gemacht werden kann, ist den Staatsanwälten der bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg errichteten Zentralstelle Cybercrime Bayern und den Beamten der Kriminalpolizei Nürnberg bereits im März gelungen: Zwei junge Männer konnten in Berlin festgenommen werden. Einer befindet sich seit Mitte März in Untersuchungshaft.
Sie sind dringend tatverdächtig, mit betrügerisch erlangten Bankkonten und falschen Internetseiten mehrere Hunderttausend Euro erlangt zu haben. Die Zahl der Geschädigten ist abschließend noch nicht bekannt, nach derzeitigem Ermittlungsstand ist aber von mehreren hundert Personen auszugehen.
Die Beschuldigten betrieben mehrere Internetseiten, auf denen sich unbedarfte Personen als Produkttester bewerben konnten, um einen kleinen Nebenverdienst zu erzielen. Nach einer kurzen vertrauensbildenden Umfrage sollten die „Produkttester“ über eine heruntergeladene App die Online-Verifizierung bei einer Bank testen – so jedenfalls wurde es den Teilnehmern eingeredet. In Wirklichkeit aber hatte der jeweilige Tester unwissentlich ein Konto auf seinen Namen eröffnet, auf das er nach Abschluss des Tests jedoch keinen Zugriff hatte.
Die Beschuldigten nutzten die Konten dann für einen betrügerischen Online-Handel in dem nicht existierenden Waren per Vorkasse „verkauft“ wurden.

https://www.justiz.bayern.de/gerichte-und-behoerden/generalstaatsanwaltschaft/bamberg/presse/2019/9.php