Schlagwort-Archive: Zahlung

Visa zieht sich offenbar aus dem Online-Casino-Markt zurück

Obwohl Online-Casinos in Deutschland mit wenigen Ausnahmen verboten sind, arbeiten Banken und Zahlungsdienste mit ihnen zusammen. Dagegen gehen die Behörden in Niedersachsen nun verstärkt vor. Das Unternehmen Visa gehört zu denen, dies sich aus dem Markt zurückziehen wollen.
Ganz geklappt hat es aber noch nicht. Ein Test von NDR-Reportern zeigte, dass bei Bwin und Tipico weiterhin Geld per Visa-Karte eingezahlt und für Casino-Spiele eingesetzt werden kann.

https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr/gluecksspiel-visa-101.html

Großbritannien: Bankengruppe Lloyds engagiert sich gegen Glücksspiel-Seiten

Schon bisher hatten Kunden der britischen Bankengruppe Lloyds (Lloyds, Halifax und Bank of Scotland) die Möglichkeit, Zahlungen an Glücksspielanbieter zu sperren.
Nun hat Lloyds angekündigt, eine Partnerschaft mit Gamban eingegangen zu sein. Das Unternehmen bietet Software zur Blockierung von Glücksspiel-Seiten an. Die Software blockiert auf PC, Smartphone und Tablet den Zugang zu Tausenden von Glücksspiel-Webseiten und -Applikationen, darunter auch Glücksspiele auf Facebook.

https://www.casinoonline.de/nachrichten/lloyds-trifft-massnahmen-zur-blockierung-von-gluecksspiel-seiten-34595/

LG Ulm: Paypal muss Spielschaden erstatten

Das Landgericht Ulm hat entschieden, dass Paypal einen Glücksspieler entschädigen muss, der mehr als 9600 Euro über Paypal an ein Internetkasino überwiesen und dann dort verspielt hatte.
Aus Sicht der Richter hat „Der Zahlungsdienstleister […] eine Pflicht, nach seinen Möglichkeiten zu überprüfen, ob die Zahlung abgewickelt werden darf oder gegen ein gesetzliches Verbot verstößt“.

In ähnlichen Fällen anders entschieden hatten das OLG München
und das LG Düsseldorf.

[LG Ulm, 16.12.2019, 4 O 202/18]

https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/urteil-online-gluecksspiel-wird-zum-milliardenrisiko-fuer-zahlungsabwickler-wie-paypal/25442698.html

https://www.docdroid.net/qbdH6eB/urteil2-geschwarzt.pdf#page=3

Nachtrag 30.1.2020:
Auch das LG Wuppertal sah in einem ähnlichen Fall keine Haftung des Zahlungsdienstleisters.
[LG Wuppertal, 30.10.2019, 3 O 384/18]
https://www.gamblejoe.com/forum/online-casinos/allgemeines/chargeback-landgericht-wuppertal-entscheidet-fur-paypal-135180/

OLG München: Kreditkartenunternehmen und illegales Glücksspiel

Ein Kreditkartenunternehmen hat auch bei illegalem Glücksspiel einen Anspruch auf Bezahlung durch den Spieler.

Tenor:
„Der Senat beabsichtigt, die Berufung des Beklagten gegen das Schlussurteil des Landgerichts München I vom 28.02.2018, Az. 27 O 11716/17, gemäß § 522 Abs. 2 ZPO zurückzuweisen, weil er einstimmig der Auffassung ist, dass die Berufung offensichtlich keine Aussicht auf Erfolg hat, der Rechtssache auch keine grundsätzliche Bedeutung zukommt, weder die Fortbildung des Rechts noch die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Berufungsgerichts erfordert und die Durchführung einer mündlichen Verhandlung über die Berufung nicht geboten ist.
Die ausführlich begründete Entscheidung des Landgerichts, der Klägerin neben dem bereits anerkannten Anspruch in Höhe von 2.655,30 Euro nebst Zinsen einen weiteren Anspruch in Höhe von 4.755,- Euro nebst Zinsen zuzusprechen, ist offensichtlich zutreffend. Die hiergegen erhobenen Einwendungen der Berufung greifen nicht.“
[OLG München, 06.02.2019, Az.: 19 U 793/18]

https://www.gluecksspiel-und-recht.de/urteile/Anspruch-des-Kreditkartenunternehmens-bei-illegalem-Gluecksspiel-Oberlandesgericht-M%C3%BCnchen-20180206/

Vgl. auch: https://webschauder.de/lg-duesseldorf-kein-schadensersatzanspruch-gegen-bank-bei-illegalem-online-gluecksspiel/

Glücksspiel: Behörde droht Maßnahmen bei Nicht-Lizenzierung an

Das Regierungspräsidium Darmstadt hat im Rahmen der Lizensierung von Sportwetten-Anbietern den Anbieter, die ab 2020 ohne Lizenz am deutschen Markt aktiv sind, mit einem Untersagungsverfahren gedroht.
Zudem werde man Anbieter, die keinen Antrag auf Konzessionierung gestellt hätten, der Staatsanwaltschaft, den Landesmedienanstalten und der Financial Intelligence Unit (FIU) melden. Darüber hinaus werde man eine Zahlungsunterbindung einleiten.

https://www.casinoonline.de/nachrichten/gluecksspiel-behoerde-fordert-sportwetten-anbieter-zur-antragstellung-auf-31880/

USA: 4 Mio. US$ aus Filmpiraterie beschlagnahmt

Die Regierung der Vereinigten Staaten hat im Rahmen einer Untersuchung zur Piraterie mit Filmen und Fernsehsendungen, die von Homeland Security Investigations und dem MPAA durchgeführt wurde, vier Millionen US$ an Bargeld und Kryptowährungen sichergestellt.
Diese hatte der Betreiber seit 2014 über seine kostenpflichtigen Streamingseiten (Noobroom.com, Noobroom7.com etc.) generiert.
Die von einem Bezirksgericht in Oregon entschiedene Beschlagnahme erfolgte, wegen Verschwörung zur Begehung von Urheberrechtsverletzungen und Geldwäsche.
Insbesondere das benutzte PayPal-Konto hat wohl zur Entdeckung des Täters beigetragen. Weitere Details zu den Zahlungsvorgängen im Artikel von Torrentfreak:
https://torrentfreak.com/us-govt-seizes-millions-in-cash-crypto-in-movie-piracy-case-190514/

Pirateriehoster stellen Bezahlmodell um

Da Kodi-Boxen Filme von Pirateriehoster herunterladen, ohne dass die entsprechenden Werbeanzeigen angezeigt werden, stellt Rapidvideo sein Bezahlmodell um. Statt eines Pay-per-view-Modells gibt soll es nur noch Geld für vermittelte Premiumkunden geben.
Weitere Hoster sollen angeblich folgen.
https://torrentfreak.com/freeloading-kodi-add-on-users-are-undermining-rapidvideo-190405/

Nachtrag 30.04.2019:
Nun hat auch Openload, eine der meistbesuchten Filmpiraterieseiten der Welt, sein Partnerprogramm für Uploader beendet.
Rapidvideo hat ein Premium-Verkaufsprogramm gestartet und ein Zeitlimit von 60 Minuten pro Tag von einer IP-Adresse eingeführt, danach erfolgt eine 1-stündige Pause. Die Zeitbegrenzung hilft Missbräuche durch Kodi-Benutzer etc. zu verhindern. Die notwendigen Datenübertragungen sind deutlich gesunken.

https://torrentfreak.com/huge-video-hoster-openload-stops-paying-uploaders-190419/

Frankreich – La Grande Nation, wenn es um illegales IPTV geht

Wie wichtig der Themenkomplex illegaler Verbreitung von TV Inhalten über das Internet (IPTV) ist, zeigt eine kleine Anfrage der FDP aus dem Oktober 2018.
Ganz offensichtlich nahm die FDP eine Studie des Verbandes Vaunet aus dem August 2018 zum Anlass, die Anfrage zu stellen. In der Studie des Verbandes wurde das Nutzungsverhalten von Konsumenten untersucht und versucht den wirtschaftlichen Schaden zu beziffern. Dieser betrug demnach 700 Millionen Euro, allein für Deutschland.

Die Anbieterseite fehlt allerdings in der Betrachtung. Illegale Angebote stehen aber nicht isoliert da, sie bedürfen zum Funktionieren vieler Intermediäre, die bei der Lösung des Problems aber eine wichtige, wenn nicht gar die entscheidende Rolle spielen. Eine Schlüsselfunktion stellen insbesondere die Rechenzentren dar, von denen aus illegale IPTV Streams in die weite Welt des Internets „gesendet“ werden. Frankreich – La Grande Nation, wenn es um illegales IPTV geht weiterlesen

Übernimmt die deutsche Funanga AG die Geldtransfers im Graubereich?

Tarnkappe beschreibt den Zahlungsdienst cashtocode der Berliner Funanga AG. Dieser wird vermehrt bei Sharehostern eingesetzt, da er anonyme Zahlungen ermöglicht. Man vermutet, dass dieser Dienst im Graubereich Paysafe ersetzen wird, da er vielen Regulierungen, die für Paysafe gelten, nicht unterliegt. Im Gegensatz zum „Geldersatz“ Paysafe werden hier jeweils nur einzelne Zahlungen vorgenommen.

https://tarnkappe.info/cashtocode-ersetzt-paysafecard-im-bereich-diskreter-payments/

USA: Gericht ordnet Zahlungssperren an

Ein Bundesgericht in Florida hat eine umfangreiche vorläufige Verfügung gegen 33 relativ kleine Piraterieseiten erlassen. Auf Antrag des Medienkonzerns ABS-CBN hat das Gericht bestimmt:

  • Domain-Registrare und Registrierungsstellen dürfen die Webseiten nicht mehr verfügbar machen.
  • Werbenetzwerke müssen das Geschäft mit diesen Seiten einstellen und ausstehende Gelder einfrieren.
  • PayPal und andere Zahlungsabwickler müssen sofort alle Gelder in den Werbe- oder PayPal-Konten, die mit den Beklagten in Verbindung stehen, und ihre zugehörigen Zahlungskonten und E-Mail-Adressen identifizieren und sperren.

Die Verfügung bleibt in Kraft, bis das Gericht über den Antrag von ABS-CBN auf einstweilige Verfügung entscheidet. Ausgehend von früheren Fällen ist es wahrscheinlich, dass die Entscheidung bestehen bleibt.

https://torrentfreak.com/court-orders-paypal-to-restrain-pirate-site-funds-180709/