Schlagwort-Archive: YouTube

Social Media unternimmt kaum etwas gegen Troll-Konten

Laut einer Studie des Strategic Communication Centre of Excellence (Stratcom) der Nato ist es nach wie vor möglich, sich für kleines Geld gefälschte Meinungsmacht für die großen sozialen Netzwerke zu kaufen. Gelöscht wird fast nichts.

Die Stratcom hatte sich für nur 300 Euro bei kommerziellen „Manipulation Service Providers“ 3530 Kommentare, 25.750 Likes, 20.000 Seitenabrufe und 5100 Follower bei Facebook, Instagram, Twitter und YouTube gekauft.
Vier Wochen nach den getätigten Deals waren noch 80 Prozent der bezahlten Aktivitäten online.
Selbst als die Experten einen Teil der gefälschten Konten den Betreibern meldeten, wurden lediglich 5 Prozent davon binnen 3 Wochen gelöscht.

https://www.heise.de/newsticker/meldung/95-Prozent-der-gemeldeten-Troll-Konten-bleiben-bei-Facebook-Co-online-4608030.html

EuGH verhandelt über die Haftung für illegale Uploads

Der Europäische Gerichtshof verhandelt seit dem 26. November über die mögliche Haftung von Plattformen für illegale Inhalte. Die Verfahren wurden vom BGH vorgelegt.

In dem einen Verfahren geht es um die Haftung eines Filehoster (upload.net) für wiederholte Urheberrechtsverletzungen durch Uploader.

In dem anderen Verfahren hat der Hamburger Musikproduzent Frank Peterson YouTube auf Unterlassung und Schadensersatz verklagt, da seine Werke auf YouTube veröffentlicht werden.

https://www.tagesschau.de/ausland/youtube-eugh-101.html

KG Berlin: Polemik kein Löschgrund

Das Kammergericht Berlin hat entschieden, dass YouTube  ein bestimmtes Video der AfD-Bundestagsfraktion nicht entfernen durfte und das gelöschte Video wieder herzustellen sei.
Das Gericht stellte fest, dass auch nach den YouTube-Richtlinien kein „hasserfüllter Inhalt“ vorliegen würde. Zwar würden scharfe, polemische Worte gewählt. Dies allein rechtfertige jedoch nicht eine Löschung.
[KG Berlin, 22.03.2019, Az.: 10 W 172/18]
https://www.online-und-recht.de/urteile/YouTube-durfte-Video-nicht-loeschen-Kammergericht-Berlin-20190322/

Studie zur Radikalisierung durch YouTube

Eine Studie über 300.000 Videos, zwei Millionen Empfehlungen und 79 Millionen Kommentaren bei YouTube liefert starke Belege, dass YouTubes Empfehlungssystem zur Radikalisierung der Nutzer beiträgt. Das Entdecken von rechtsextremen Kanälen wird auch in Szenarien ohne Personalisierung unterstützt.

https://netzpolitik.org/2019/radikalisierung-durch-youtube-grosszahlige-studie-zur-empfehlung-rechtsextremer-inhalte/

12 Mio. nutzen illegale Boxstreams auf YouTube

Laut MUSO haben sich 12 Millionen Personen den Boxkampf im Schwergewicht zwischen Anthony Joshua und Andy Ruiz Jr. auf illegalen YouTube-Videos angesehen. 1 Mio. Personen haben andere illegale Angebot genutzt.
Andy Chatterley, CEO von MUSO, sagt, dass dies das größte nicht autorisierte Streaming-Publikum ist, das sein Unternehmen je verfolgt hat.
Da in dieser Veröffentlichung Views mit Personen gleichgestellt werden, ist anzunehmen, dass es noch mehr Personen waren, da ja mehrerer Personen einen View gleichzeitig sehen können.
https://torrentfreak.com/12-million-watched-a-pirate-stream-of-joshua-vs-ruiz-on-youtube-190606/

USA: Gericht verpflichtet YouTube zur umfangreichen Auskunft

Der japanische Verlag Shogakukan hat bei einem kalifornischen Bezirksgericht eine DMCA-Verfügung erhalten, mit der mehrere YouTube-Kanalbetreiber identifiziert werden sollen, die Filme hochgeladen haben, in denen im Lesetempo ganze Manga-Bücher des Verlags gezeigt werden.

Neben der Deaktivierung der rechtsverletzenden Werke wird YouTube verpflichtet personenbezogene Daten zu übergeben.

Die Vorladung verpflichtet YouTube Informationen herauszugeben, welche YouTube selber, über Google Adsense oder über andere Servicekonten, die mit dem Konto des Verletzers verbunden sind, hat.

Dies betrifft alle Konten des Verletzers ab dem Zeitpunkt der Registrierung, einschließlich Namen, Adressen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen, IP-Adressprotokolle, Konto- und Kreditkartennummern und die Namen der mit ihnen verbundenen Finanzinstitute.

Diese Angaben müssen nicht nur zu benannten Verletzern gegeben werden, sondern zu allen anderen die in einer Liste aufgeführte Werke veröffentlicht haben. Danach müsste YouTube selber nach weiteren Verletzern suchen.
https://torrentfreak.com/youtube-ordered-to-hand-over-identities-of-manga-pirates-190603/

HerrNewstime, Strikes und die EU Urheberrechts-Richtlinie – ein Eigentor?

Einer der fleißigsten Ersteller von Videos gegen die EU Richtlinie zum Urheberrecht war der YouTuber HerrNewstime.
Thomas Hackner, wie der Betreiber des YouTube-Kanals mit bürgerlichen Namen heißt, beschäftigte sich in seinen Videos bis zum Herbst 2018 eher mit Klatsch und Tratsch rund um die YouTuber Szene und weniger mit politischen Themen.
Im Sommer 2018, in erstaunlicher zeitlicher Nähe zur Ansprache von YouTubern durch die Kampagnenseite Create.Refresh (wir berichteten), erschien ein erstes Video zur geplanten Reform. So richtig Fahrt aufgenommen hat HerrNewstime dann Anfang November 2018, kurz nach der Ansprache der YouTube Chefin Susann Wojcicki. Es wurden mehr und mehr kritische Videos zur geplanten Richtlinienreform durch ihn veröffentlicht. Am Ende waren es fast  50  Videos von Thomas Hackner zu dem Thema.

Etwas kurios ist das Impressum seines YouTube-Kanals. Offenbar hat Thomas Hackner seinen Sitz in den USA in Portland, Oregon. HerrNewstime, Strikes und die EU Urheberrechts-Richtlinie – ein Eigentor? weiterlesen

Anleitung zum Frauen schlagen für einige Zielgruppen unangemessen

Trotz Beschwerden hetzt ein angeblicher Familienberater aus Katar auf YouTube ungehindert gegen Juden, diffamiert Homosexuelle und erklärt Männern, wie sie ihre Ehefrau schlagen sollen.
Zumindest dieses Video wurde jetzt aus der Monetarisierung genommen. Gelöscht wurde es nicht. Ein Warnhinweis muss reichen: „Der folgende Inhalt wurde von der YouTube-Community für einige Zielgruppen als unangemessen oder beleidigend eingestuft.“
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/katar-wie-ein-soziologe-gewalt-gegen-frauen-predigt-a-1261253.html

YouTube: Hauptsache Klicks

Bloomberg berichtet, dass leitende Angestellte von YouTube ebenso wie YouTube-Chefin Wojcicki sich nicht für Probleminhalte der Plattform interessiert haben und stattdessen die Vorgehensweise immer reißerische Filme zu empfehlen gefördert haben.

“YouTube Executives Ignored Warnings, Letting Toxic Videos Run Rampant – Proposals to change recommendations and curb conspiracies were sacrificed for engagement, staff say.”
hier:
https://www.bloomberg.com/news/features/2019-04-02/youtube-executives-ignored-warnings-letting-toxic-videos-run-rampant?srnd=technology-vp