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12 Mio. nutzen illegale Boxstreams auf YouTube

Laut MUSO haben sich 12 Millionen Personen den Boxkampf im Schwergewicht zwischen Anthony Joshua und Andy Ruiz Jr. auf illegalen YouTube-Videos angesehen. 1 Mio. Personen haben andere illegale Angebot genutzt.
Andy Chatterley, CEO von MUSO, sagt, dass dies das größte nicht autorisierte Streaming-Publikum ist, das sein Unternehmen je verfolgt hat.
Da in dieser Veröffentlichung Views mit Personen gleichgestellt werden, ist anzunehmen, dass es noch mehr Personen waren, da ja mehrerer Personen einen View gleichzeitig sehen können.
https://torrentfreak.com/12-million-watched-a-pirate-stream-of-joshua-vs-ruiz-on-youtube-190606/

USA: Gericht verpflichtet YouTube zur umfangreichen Auskunft

Der japanische Verlag Shogakukan hat bei einem kalifornischen Bezirksgericht eine DMCA-Verfügung erhalten, mit der mehrere YouTube-Kanalbetreiber identifiziert werden sollen, die Filme hochgeladen haben, in denen im Lesetempo ganze Manga-Bücher des Verlags gezeigt werden.

Neben der Deaktivierung der rechtsverletzenden Werke wird YouTube verpflichtet personenbezogene Daten zu übergeben.

Die Vorladung verpflichtet YouTube Informationen herauszugeben, welche YouTube selber, über Google Adsense oder über andere Servicekonten, die mit dem Konto des Verletzers verbunden sind, hat.

Dies betrifft alle Konten des Verletzers ab dem Zeitpunkt der Registrierung, einschließlich Namen, Adressen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen, IP-Adressprotokolle, Konto- und Kreditkartennummern und die Namen der mit ihnen verbundenen Finanzinstitute.

Diese Angaben müssen nicht nur zu benannten Verletzern gegeben werden, sondern zu allen anderen die in einer Liste aufgeführte Werke veröffentlicht haben. Danach müsste YouTube selber nach weiteren Verletzern suchen.
https://torrentfreak.com/youtube-ordered-to-hand-over-identities-of-manga-pirates-190603/

HerrNewstime, Strikes und die EU Urheberrechts-Richtlinie – ein Eigentor?

Einer der fleißigsten Ersteller von Videos gegen die EU Richtlinie zum Urheberrecht war der YouTuber HerrNewstime.
Thomas Hackner, wie der Betreiber des YouTube-Kanals mit bürgerlichen Namen heißt, beschäftigte sich in seinen Videos bis zum Herbst 2018 eher mit Klatsch und Tratsch rund um die YouTuber Szene und weniger mit politischen Themen.
Im Sommer 2018, in erstaunlicher zeitlicher Nähe zur Ansprache von YouTubern durch die Kampagnenseite Create.Refresh (wir berichteten), erschien ein erstes Video zur geplanten Reform. So richtig Fahrt aufgenommen hat HerrNewstime dann Anfang November 2018, kurz nach der Ansprache der YouTube Chefin Susann Wojcicki. Es wurden mehr und mehr kritische Videos zur geplanten Richtlinienreform durch ihn veröffentlicht. Am Ende waren es fast  50  Videos von Thomas Hackner zu dem Thema.

Etwas kurios ist das Impressum seines YouTube-Kanals. Offenbar hat Thomas Hackner seinen Sitz in den USA in Portland, Oregon. HerrNewstime, Strikes und die EU Urheberrechts-Richtlinie – ein Eigentor? weiterlesen

Anleitung zum Frauen schlagen für einige Zielgruppen unangemessen

Trotz Beschwerden hetzt ein angeblicher Familienberater aus Katar auf YouTube ungehindert gegen Juden, diffamiert Homosexuelle und erklärt Männern, wie sie ihre Ehefrau schlagen sollen.
Zumindest dieses Video wurde jetzt aus der Monetarisierung genommen. Gelöscht wurde es nicht. Ein Warnhinweis muss reichen: „Der folgende Inhalt wurde von der YouTube-Community für einige Zielgruppen als unangemessen oder beleidigend eingestuft.“
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/katar-wie-ein-soziologe-gewalt-gegen-frauen-predigt-a-1261253.html

YouTube: Hauptsache Klicks

Bloomberg berichtet, dass leitende Angestellte von YouTube ebenso wie YouTube-Chefin Wojcicki sich nicht für Probleminhalte der Plattform interessiert haben und stattdessen die Vorgehensweise immer reißerische Filme zu empfehlen gefördert haben.

“YouTube Executives Ignored Warnings, Letting Toxic Videos Run Rampant – Proposals to change recommendations and curb conspiracies were sacrificed for engagement, staff say.”
hier:
https://www.bloomberg.com/news/features/2019-04-02/youtube-executives-ignored-warnings-letting-toxic-videos-run-rampant?srnd=technology-vp

Landesmedienanstalt NRW kündigt Untersuchung in Sachen YouTuber und Artikel 13 Videos an.

In der heutigen Ausgabe (25.03.2019) der Frankfurter Allgemeinen Zeitung FAZ erklärt der Chef der Landesmedienanstalt Nordrhein-Westfalen, Tobias Schmid, dass man im Falle der möglicherweise durch eine Kampagnenseite lancierten YouTube-Videos gegen die Urheberrechtsrichtlinie eine Untersuchung einleiten werde.
Schmid: „Es ist absurd, unter dem Vorwand, das Recht auf freie Meinungsäußerung zu schützen, genau dieses Recht zu missbrauchen, indem man sich dafür bezahlen lässt, eine fremde Meinung als eigene zu verbreiten“

Den ganzen Artikel, der hinter einer Bezahlschranke liegt, gibt es hier.

German Angst – Part 2

On Saturday, 16.03.2019, an article entitled „Purchased Protests?“ was published in the FAZ (Frankfurter Allgemeine Zeitung), which stated that Create.Refresh tried to influence YouTubers and offered money to them to publish negative videos about the EU Copyright Directive.
This influence of Create.Refresh will be described in more detail below. Here, too, we will come across important German protagonists of the campaign who are against the planned regulation.

France – The failed attempt
In summer 2018, the Create.Refresh campaign addressed various YouTubers across Europe on this topic, including the French YouTube collective Tatou.
Tatou actually released a video in December 2018. However, the directive is not criticized in this one, in fact they backed the directive. Tatou documented how Create.Refresh contacted them.

Illustration: Screenshot from the Tatou video, letter from Create-Refresh.

Tatou also shows that Create.Refresh’s contact to the European YouTubers apparently went far beyond the mere proposal of video creation. As Tatou explains in their video, Create.Refresh sent a script, which other French YouTubers used for their videos.
In doing so, they even adopted mistakes that were contained in the script. German Angst – Part 2 weiterlesen

German Angst Part 1

At the end of October 2018, YouTube chief Susan Wojcicki predicted that the planned EU Copyright Directive would be a disaster for YouTubers if it were adopted.
„This legislation poses a threat to both your livelihood and your ability to share your voice with the world. And, if implemented as proposed, Article 13 threatens hundreds of thousands of jobs, European creators, businesses, artists and everyone they employ.“

In Germany, this scenario was apparently taken very seriously. Many German YouTubers produced protest videos.

Since the directive affects all EU countries, however, we thought it would be instructive to compare the reaction in Germany to those of its fellow EU member states.
We have investigated what can be found in our 8 EU neighbours on protest videos against the EU directive. For this reason, the 20 YouTube channels with the most subscribers of countries neighboring Germany were analyzed for the keywords “saveyourinternet” and “Article 13” (each in the national language).

The result is clear: in the end, only 3.75% of the main YouTube channels in our neighbouring countries are opposed to the reform. German Angst Part 1 weiterlesen

German Angst – Part 2

Am Samstag, 16.03.2019, erschien in der FAZ ein Artikel mit dem Titel: „Gekaufte Proteste?“, in dem dargestellt wurde, dass Create.Refresh versucht hat, Einfluss auf YouTuber zu nehmen und Geld für negative Videos zur EU-Urheberrechtsrichtlinie geboten hat.

Diesen Einfluss von Create.Refresh wollen wir im Folgenden etwas genauer darstellen. Dabei stoßen wir auch hier auf wichtige deutsche Protagonisten der Kampagne gegen die geplante Regulierung. 

Frankreich – Der gescheiterte Versuch
Bereits im Sommer 2018 sprach die Kampagne Create.Refresh europaweit verschiedene YouTuber zu diesem Thema an, darunter das französische YouTube-Kollektiv Tatou.

Tatou veröffentlichte daraufhin im Dezember 2018 tatsächlich ein Video. Allerdings wird die Richtlinie in diesem nicht kritisiert, sondern klar befürwortet. Im Rahmen dieses Videos wird u. a. der Kontaktversuch durch Create.Fresh dokumentiert.

Abbildung: Ausschnitt aus dem Tatou Video, Schreiben von Create-Refresh.

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„German Angst“ – Part 1

Ende Oktober 2018 hat YouTube Chefin Susan Wojcicki für den Fall, dass die geplante EU-Urheberrechtsrichtline verabschiedet wird, den Untergang vorhergesagt:
“This legislation poses a threat to both your livelihood and your ability to share your voice with the world. And, if implemented as proposed, Article 13 threatens hundreds of thousands of jobs, European creators, businesses, artists and everyone they employ.”

In Deutschland wurde dieses Szenario offenbar sehr ernst genommen. Viele deutsche YouTuber produzierten Protestvideos, schließlich sind Jobs und vieles mehr gefährdet.

Da die Richtlinie aber alle Länder der EU betrifft, haben wir einmal untersucht, was in unseren EU-Nachbarländern in Sachen Protestvideos gegen die EU Richtlinie passiert ist.

Folgt man Wojcickis Argumentation der gefährdeten Jobs, dann hätten die größten YouTube-Kanäle am meisten zu verlieren. Deshalb wurden je EU-Staat die 20 YouTube Kanäle mit den meisten Abonnenten auf die Schlagworte saveyourinternet und Artikel 13 (jeweils in der Landessprache) hin analysiert.

Das Ergebnis ist eindeutig: Letztendlich sprechen sich nur 3,75 % der wichtigsten YouTube-Kanäle in unseren Nachbarländern gegen die Reform aus.

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FAZ berichtet über gekaufter Protest gegen die Urheberrechtsreform

Constantin van Lijnden berichtet in seinem FAZ-Artikel „Gekaufter Protest?“, dass Create Refresh Youtubern Geld für Videos gegen die EU-Urheberrechtsrichtlinie angeboten hat. In einem Fall 2.000 Euro.

Zudem liegt ein Anschreiben aus dem Juni 2018 vor, welches sachlich unzutreffende Argumente für solche Protestvideos auflistet. Genau diese Argumente „tauchten in den darauffolgenden Tagen in zahlreichen Videos großer Youtuber auf und brachten die erste Welles des Protests ins Rollen“.

Zudem berichtet er, dass EDRi Reisekosten zahlt für diejenigen, die bei Abgeordneten gegen die Reform einwirken wollen. Finanziert wird dies von der Open Society und Copyright4Creativity (C4C) die EDRi für die Aktion 15.000 € zur Verfügung gestellt haben.

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/youtubern-wird-geld-fuer-urhebrrechts-protest-geboten-16091413.html