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Wikipedia: Der halbe Boykott

Wikipedia schaltet sich heute aus Protest gegen Artikel 13 ab, hat man zumindest angekündigt. Statt Informationen zu liefern fordert Wikipedia stattdessen auf, die Abgeordneten anzurufen.
Ob Wikipedia die App absichtlich nicht abgeschaltet hat, wissen wir nicht.

Wikipedia Internetseite und App, 21.3.2019, 10.17 Uhr.

Auf jeden Fall sind die Copy&Paste-Referate für heute gerettet.

Tricksen – Tarnen – Täuschen

Facebook lässt aufhorchen. Kaum wurde mit dem britischen ehemaligen Vizepremierminister Nick Clegg ein neuer Head of Global Affairs vorgestellt, da folgten die ersten interessanten Aussagen des neuen Facebook Managers. Regulierung sei eigentlich gar nicht so schlecht, sagte Clegg der Financial Times. Als ehemaliges ranghoher Regierungsmitglied kann er sich das vermutlich besser vorstellen, weil er es einfach aus seiner Arbeit kennt.

Eine weitere Aussage machte Clegg zum Thema Kampagnen. Immer noch im Lichte der möglichen Beeinflussung von Wahlen durch Facebook-Werbung versprach Clegg, dass zukünftig Kampagnen deutlich gekennzeichnet werden mit z. B. dem Hinweis „Paid By“.
Facebook kommt hier der EU etwas zuvor, die momentan große Anstrengungen unternimmt, etwas gegen Desinformation zu tun. Vor allem in Hinblick auf die EU Wahl im Mai 2019.
Dazu gehört, dass Brüssel monatliche Updates von Internet-Unternehmen wie Google oder Facebook einfordert, in denen diese darstellen müssen, was sie konkret unternommen haben.

Ob diese neue Transparenz wirklich gelebt wird, daran darf man
Zweifel haben.

Der andere Weg
Einen ganz anderen Weg geht die Kampagne Saveyourinternet.eu
Wie ausführlich dargestellt, spielte die Webseite eine zentrale Rolle bei der versuchten Manipulation von EU Parlamentariern durch Mail-Lawinen und Twitter-Stürmen im Sommer 2018.
Die Webseite wurde seinerzeit durch das Lobby Unternehmen N-Square aus Belgien registriert, welches unter anderem für Google tätig ist.
Wer sich die Registrierungsdaten für die Webseite aktuell ansieht, wird feststellen, dass die Seite sich mittlerweile anonymisiert. Tricksen – Tarnen – Täuschen weiterlesen

Tricks – Camouflage – Deception

Facebook makes you sit up and take notice. The British former Deputy Prime Minister Nick Clegg, a new Head of Global Affairs for Facebook, was barely introduced when he made his first interesting public statements.
Regulation is not so bad”, Clegg told the Financial Times. As a former senior member of the government, presumably this comes naturally to Clegg because he simply knows it from his work.
Clegg made another surprising yet unsurprising statement on the subject of campaigns. In light of the possible influence of Facebook advertising on elections, Clegg promised that future campaigns on Facebook would be clearly labeled, for example, „Paid By.”

Facebook is somewhat ahead of the EU in this respect, which is currently making efforts to do something about disinformation—especially in view of the EU election in May 2019.
This includes Brussels demanding monthly updates from Internet companies such as Google or Facebook, in which they must present what they have actually done to counter disinformation by, at a minimum, providing greater transparency. We will see whether this effort to promote greater transparency is successful, and one might be forgiven for having doubts based on past performance, but evolution is an agonizingly slow process.

The other way
The Saveyourinternet.eu campaign takes a completely different approach masked in lack of transparency. As described in detail in earlier articles, the website played a central role in the attempted manipulation of EU parliamentarians by mail avalanches and Twitter storms in the summer of 2018.
The website was registered at the time by the lobby company N-Square from Belgium, which also does work for Google.
If you look at the current registration data for the website, you will see that the site is now anonymous. Tricks – Camouflage – Deception weiterlesen

BGH zur Veröffentlichung von Fotografien gemeinfreier Kunstwerke

Der unter anderem für das Urheberrecht zuständige I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat entschieden, dass Fotografien von (gemeinfreien) Gemälden oder anderen zweidimensionalen Werken regelmäßig Lichtbildschutz nach § 72 UrhG genießen. Der Senat hat weiter entschieden, dass der Träger eines kommunalen Kunstmuseums von einem Besucher, der unter Verstoß gegen das im Besichtigungsvertrag mittels Allgemeiner Geschäftsbedingungen vereinbarte Fotografierverbot Fotografien im Museum ausgestellter Werke anfertigt und im Internet öffentlich zugänglich macht, als Schadensersatz Unterlassung der öffentlichen Zugänglichmachung verlangen kann. BGH zur Veröffentlichung von Fotografien gemeinfreier Kunstwerke weiterlesen

LG Berlin: Wikipedia haftet wie Hostprovider

Das LG Berlin hat entschieden, dass Wikipedia sich so behandeln lassen muss, wie ein Host-Provider. Wenn die Online-Plattform trotz Kenntnis eines rechtswidrigen Inhalts keine Löschung vornimmt, haftet sie als Störerin für die begangenen Rechtsverletzungen.
[LG Berlin, 28.08.2018, Az.: 27 O 12/17]

https://www.online-und-recht.de/urteile/Haftung-von-Wikipedia-fuer-fehlerhafte-Eintraege-ab-Kenntnis-Landgericht-Berlin-20180828/

Anatomie eines Politik-Hacks

Das Neue Testament berichtet von zahlreichen Wundern, die Jesus Christus zugeschrieben werden. Eines davon ist die wundersame Brotvermehrung. Hier soll Jesus wenig Brot und Fisch derartig vermehrt haben, dass davon Tausende Menschen satt wurden.
Eine ähnlich wundersame Vermehrung hat es im Zuge der Debatte um die EU Copyright Directive Ende Juni 2018 ebenfalls gegeben. Allerdings wurden weder Brot noch Fisch vermehrt, sondern Protest – oder etwas, das aussehen sollte wie Protest.

Der Reihe nach
Im September 2016 veröffentlichte EU-Kommissar Oettinger einen Vorschlag für eine Richtlinie über das Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt.
Die Zeit verging und Oettinger war schon nicht mehr für das Ressort zuständig, trotzdem ging alles seinen bürokratischen Gang bis hin zur Abstimmung über die Directive im Rechtsausschuss des EU-Parlaments.
Im Vorwege dieser Abstimmung galt auch hier das Strucksche Prinzip, dass kein Gesetz so aus dem Parlament kommt, wie es hineingegangen ist. Es gab also zahlreiche Änderungen und Ergänzungen die der Berichterstatter Axel Voss (CDU/EVP) verhandeln durfte.

Julia Reda und das Plakative
Schon sehr früh machte die einzige Abgeordnete der Piraten Partei, Julia Reda, Front gegen die Vorschläge. Anatomie eines Politik-Hacks weiterlesen

The anatomy of an assault on politics

The New Testament narrates numerous miracles attributed to Jesus Christ. One of them is the feeding of the multitude: Jesus is described as having multiplied a few loaves and fish so that five thousand people could eat and were satisfied.
The debate over the new EU Copyright Directive towards the end of June 2018 was characterized by a similarly remarkable form of multiplication. But what was being multiplied in this case was not bread or fish, but protest – or rather the appearance of protest.

To begin at the beginning …
In September 2016, EU Commissioner Günther Oettinger put forward proposals for a Directive on Copyright in the Digital Single Market.
Time passed, and Oettinger moved on to a new role within the Commission, but the wheels of bureaucracy continued to churn until the European Parliament’s Committee on Legal Affairs (JURI) was due to vote on the proposed directive.
In the run-up to the vote, observers may have wryly recalled the dictum of German parliamentarian Peter Struck that no bill ever exits parliament in the form it enters it. The directive’s rapporteur Axel Voss (CDU/EPP) had the pleasure of steering a process in which numerous changes and additions to the text were negotiated before it was formally adopted by the JURI Committee and Voss was finally given a mandate to proceed to negotiations with the EU member states.

Julia Reda’s simple slogans
The only member of Germany’s Pirate Party with a seat in the European Parliament, Julia Reda, opposed the proposed legislation from a very early stage. The anatomy of an assault on politics weiterlesen

Angola: Gratis-Internet wird für Filesharing genutzt

Das Gratis-Internet von Wikipedia und Facebook wird in Angola auch genutzt, um illegal kopierte Filme, Musik und TV-Serien mittels Filesharing zu teilen.
Dazu werden beispielsweise in geschlossenen Facebook-Gruppen Links zu JPEGs und PDFs mit versteckt illegal kopierten Inhalten verteilt.

http://futurezone.at/digital-life/angola-nutzt-facebooks-gratis-internet-zum-filesharing/189.489.045