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Facebook: Kinder, Glücksspiel und Alkohol

Eine Untersuchung des Guardian und des Dänischen Rundfunks hat gezeigt, dass Facebook auch ganz spezielle Zielgruppen bei Kindern und Jugendlichen anbietet:

  • 940.000 Minderjährige mit Interessengebiet alkoholische Getränke
  • 740.000 Minderjährige mit dem Interessengebiet Glücksspiel

https://www.golem.de/news/facebook-werbekategorien-alkohol-und-gluecksspiel-auch-bei-kindern-1910-144364.html

Seltsames Vorgehen der Behörden gegen illegale Glücksspielwerbung in der Fußball-Bundesliga

Mehrere Fußball-Profivereine sind ins Visier der Aufsichtsbehörden geraten, weil sie für unerlaubtes Glücksspiel werben. Laut einem aktuellem Bericht der ARD-Recherche Sport läuft unter anderem gegen Borussia Dortmund ein Verfahren.

Irritierend bleibt dabei, dass zumindest die Bezirksregierung Düsseldorf glaubt, dass den Vereinen „häufig nicht bewusst ist, dass sie durch ihre Werbemaßnahmen auch die illegalen Online-Casino-Angebote der Sportwettveranstalter bewerben“.

Auch den Ansatz, dass die Vereine deutlich darauf hinweisen sollen, dass sie nur für das Sportwetten-Angebot der Unternehmen werben, bleibt aus Markensicht unverständlich.

Untersagungsverfügungen drohen erst, wenn die Vereine damit nicht aufhören oder Internetlinks weiterhin auf Seiten der Wettanbieter führen, die auch Online-Casinos im Angebot haben.

Ein Blick von WebSchauder auf die aktuellen Angebote zeigt, Seltsames Vorgehen der Behörden gegen illegale Glücksspielwerbung in der Fußball-Bundesliga weiterlesen

Maßnahmen gegen illegale Glücksspielwerbung gefordert

Im Streit um bundesweite Fernsehwerbung für nur in Schleswig-Holstein legale Glücksspielangebote hat sich nach Hamburg nun auch das Saarland zu Wort gemeldet. Beide Länder fordern Maßnahmen von Schleswig-Holstein.

Wie der NDR berichtet hat die Hamburger Glücksspielaufsicht in mehreren Schreiben das Innenministerium Schleswig-Holsteins und die Landesmedienanstalt aufgefordert, Werbeverbote für Online-Casinos durchzusetzen. Drei dieser Schreiben liegen dem NDR vor. Darin fordert Hamburg das Nachbarland auf, dafür Sorge zu tragen, dass Glücksspielanbieter mit einer Lizenz in Schleswig-Holstein nicht außerhalb des Landes für ihre Casinos werben.

Nun hat auch der Direktor der saarländischen LMS, Uwe Conradt, eine konsequente Beachtung bestehender Werbebeschränkungen für Anbieter von Glücksspiel angemahnt: Man werde „nicht tatenlos abwarten, dass über schleswig-holsteinische Alleingänge das Ziel der Glücksspielsuchtbekämpfung massiv gefährdet wird.“

https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Online-Casinos-Hamburg-verschaerft-Kritik-an-Kiel-,onlinecasinos100.html

https://www.lmsaar.de/2019/09/die-massive-gluecksspielwerbung-aus-schleswig-holstein-gefaehrdet-eine-wirksame-bekaempfung-von-gluecksspielsucht/

VG Berlin erlaubt Untersagung von Online-Werbung für illegale Lotterie

Das VG Berlin hat entschieden, dass eine Behörde einem Presseunternehmen die Online-Werbung für eine ausländische Zweitlotterie untersagen darf. Dies gilt auch dann, wenn sich die amtliche Untersagung lediglich gegen die Presse, aber nicht gegen die eigentlichen Lotterie-Betreiber richtet.

Die beworbenen Betriebe hatten ihren Sitz in Gibraltar und boten Wetten auf den Ausgang der von den Lotteriegesellschaften der Bundesländer angebotenen Lotterien sowie auf den Ausgang ausländischer Lotterien an (sogenannte Zweitlotterien).

Diese Aktivitäten sind mangels inländischer Glücksspiel-Lizenz verboten. Eine etwaige ausländische Genehmigung ist mangels europäischer Harmonisierung des Glücksspielrechts unerheblich.
Durch den Glücksspielstaatsvertrag besteht eine ausreichende Rechtsgrundlage, um in die grundgesetzlich geschützte Pressefreiheit eingreifen zu dürfen.
[VG Berlin, 26.06.2019, Az.: 4 K 412.18]
https://www.dr-bahr.com/news/presseunternehmen-darf-online-werbung-fuer-auslaendische-zweitlotterien-untersagt-werden.html

1XBET, Premiere League und Werbung auf Piraterieseiten

Liverpool, Chelsea und Tottenham Hotspur – die alle zuvor Sponsoringverträge mit 1XBET abgeschlossen hatten – erhielten kürzlich eine Warnung der britischen Gambling Commission.
„Wir haben kürzlich an den Liverpool FC, den Chelsea FC und den Tottenham Hotspur FC geschrieben, um sie daran zu erinnern, dass Unternehmen, die Sponsoring betreiben, und die damit verbundenen Werbevereinbarungen mit einem nicht lizenzierten Betreiber strafrechtlich verfolgt werden können…. wegen der Straftat der Werbung für illegales Glücksspiel“, sagte die Kommission angeblich den Clubs.

Vor einigen Tagen gab Tottenham bekannt, dass es seinen Multi-Millionen-Pfund-Sponsoringvertrag mit dem Unternehmen beendet hat. 1XBET will seine Tätigkeit im Vereinigten Königreich zumindest vorerst einzustellen.

Laut Angaben des Markenschutzunternehmen White Bullet erschienen 1XBET-Anzeigen in den letzten sechs Monaten regelmäßig auf 1.200 Piraterieseiten. Davon waren 13% illegale Sportstreamingseiten.

https://torrentfreak.com/1xbet-ads-appeared-on-1200-pirate-sites-in-past-six-months-190906/

https://www.gameoasis.de/1xbet-naechster-rueckschlag-fuer-russischen-gluecksspielanbieter/

US-Studie: Werbung auf illegalen Seiten schadet dem Werbenden

Die Umfrage, die von der Trustworthy Accountability Group (TAG) und dem Brand Safety Institute,(BSI) unter 1.017 Befragten über SurveyMonkey durchgeführt wurde, ergab, dass mehr als 80 Prozent der Verbraucher angaben, ein Produkt, das sie regelmäßig kaufen, seltener oder gar nicht mehr zu kaufen, wenn es auf illegalen Seiten beworben wird.

Dies wurde auch nach unterschiedlichen illegalen Seiten differenziert:

  • Anzeigen die zu Malwareinfizierung führen (Kaufreduzierung 93%, Kaufverweigerung 73%)
  • Anzeigen neben Videos zur Rekrutierung von Terroristen (Kaufreduzierung 90%, Kaufverweigerung 67%)
  • Anzeigen bei rassistischer / neonazistischer Propaganda (Kaufreduzierung 87%, Kaufverweigerung 58%)
  • Anzeigen auf Piraterieseiten (Kaufreduzierung 82%, Kaufverweigerung 45%)

https://www.tagtoday.net/pressreleases/brand-safety-survey-2019
https://www.tagtoday.net/brand-safety-survey-2019?hs_preview=BKJxRhUs-12073689772&hsLang=en-us

Bulgarien: CyberCrime Unit schließt mehr als 40 Piraterieseiten

Die Cybercrime Specialized Unit beim Staatssicherheitsdienst von Bulgarien hat nach eigenen Angaben einen Mann verhaftet, der für den Betrieb von mehr als 40 Piraterie-Streaming-Seiten verantwortlich sein soll.
Finanziert hat der Mann dies durch Google-Werbung.
Die meisten Seiten wurden bei einem der größten Cloud-Service-Provider in den USA gehostet.
https://torrentfreak.com/bulgaria-cybercrime-unit-arrests-man-for-running-dozens-of-pirate-sites-190810/

Großbritannien: ICO sieht große Datenschutzprobleme in Online-Werbemärkten

Die britische Datenschutzaufsichtsbehörde ICO hat in ihrem Bericht “Update report into adtech and real time bidding – 20 June 2019“ festgestellt, dass der Verkauf von Internetwerbung in Echtzeit (real time bidding) datenschutzrechtlich bedenklich ist.
Sie bemängelt u.a.:

  • Die über Einzelpersonen erstellten Profile sind äußerst detailliert und werden immer wieder von Hunderten von Organisationen für eine einzige Ausschreibung genutzt, und zwar ohne das Wissen der Einzelpersonen.
  • Tausende von Unternehmen bearbeiten jede Woche Milliarden von Angebotsanfragen im Vereinigten Königreich mit (bestenfalls) inkonsistenter Anwendung geeigneter technischer und organisatorischer Maßnahmen zur Sicherung der Daten und ohne Rücksicht auf die datenschutzrechtlichen Anforderungen an die internationale Übermittlung personenbezogener Daten.
  • Einzelpersonen haben keine Garantien für die Sicherheit ihrer personenbezogenen Daten innerhalb des Ökosystems.

Die Behörde beabsichtigt weitere Informationen zu sammeln, sich mit den Behörden anderer Länder abzustimmen und erwartet von der Branche, dass die für die Datenverarbeitung Verantwortlichen ihren Ansatz in Bezug auf Datenschutzhinweise, die Verwendung personenbezogener Daten und die gesetzlichen Grundlagen, die sie innerhalb des RTB-Ökosystems anwenden, neu bewerten.
In sechs Monaten könne man eine weitere Branchenüberprüfung durchführen.

https://ico.org.uk/media/about-the-ico/documents/2615156/adtech-real-time-bidding-report-201906.pdf

WIPO startet Sperrliste für Werbetreibenden

Die WIPO hat eine Datenbank eingeführt mit der die Einnahmen von Piraterieseiten reduziert werden sollen.
Das Projekt des WIPO-Sekretariats soll den Mitgliedstaaten bei der Koordinierung freiwilliger Maßnahmen, die im Einklang mit dem „Follow-the-money“-Ansatz bei Urheberrechtsverletzungen durchgeführt werden, helfen.
Es handelt sich um eine sichere, zugangskontrollierte Online-Plattform, auf die autorisierte Stellen in den WIPO-Mitgliedstaaten Listen von Websites hochladen können, die vorsätzlich die Verletzung von Urheberrechten erleichtern.
Legitime Akteure der Werbebranche dürfen als berechtigte Nutzer die in den Listen enthaltenen Daten zur Information über die Platzierung von Werbung im Internet verwenden. Durch die Überprüfung mit der Building Respect for Intellectual Property Database (BRIP Database) können Werbetreibende sicherstellen, dass ihre Werbung nicht versehentlich auf urheberrechtsverletzenden Websites erscheint.
Ziel ist es, den Geldfluss zu illegalen Webseitenbetreibern zu verringern, Marken vor Beschädigungen zu schützen und das Risiko zu verringern, dass legitime Werbung illegalen Webseiten den Anschein von Rechtmäßigkeit verleiht.

https://www.wipo.int/edocs/mdocs/enforcement/en/wipo_ace_14/wipo_ace_14_9.pdf

Verbraucherschützer klagen gegen Googles Datenverkauf

Verbraucherschützer haben in neun europäischen Ländern Klagen gegen Google eingereicht, da Google persönliche Daten von Nutzern in Echtzeit an Werbefirmen verkauft, damit diese gezielt Werbung schalten könnten. Damit verstößt das Unternehmen gegen Vorschriften zum Datenschutz.
Die Klagen wurden eingereicht in Deutschland, Frankreich, Belgien, Bulgarien, Estland, Ungarn, Italien, Slowenien und der Tschechischen Republik.
https://de.reuters.com/article/usa-google-klagen-idDEKCN1T51LH

1XBET: Sportwettenwerbung nutzt Piraterie

1XBET „International Presenting Partner“ der italienischen Fußballliga nutzt Piraterie als Werbeträger. Werbung des Gamblinganbieters russischen Ursprungs taucht sowohl in Dateinamen als auch in Filmen auf, die über Piraterieplattformen wie ThePiratebay vertrieben werden. Ob diese Kopien im Auftrag von 1XBet oder von Affiliiates erstellt werden, ist bisher unklar.

https://torrentfreak.com/1xbet-the-bizarre-cam-brand-that-movie-pirates-love-to-hate-190526/