Schlagwort-Archive: Werbung

US-Studie: Werbung auf illegalen Seiten schadet dem Werbenden

Die Umfrage, die von der Trustworthy Accountability Group (TAG) und dem Brand Safety Institute,(BSI) unter 1.017 Befragten über SurveyMonkey durchgeführt wurde, ergab, dass mehr als 80 Prozent der Verbraucher angaben, ein Produkt, das sie regelmäßig kaufen, seltener oder gar nicht mehr zu kaufen, wenn es auf illegalen Seiten beworben wird.

Dies wurde auch nach unterschiedlichen illegalen Seiten differenziert:

  • Anzeigen die zu Malwareinfizierung führen (Kaufreduzierung 93%, Kaufverweigerung 73%)
  • Anzeigen neben Videos zur Rekrutierung von Terroristen (Kaufreduzierung 90%, Kaufverweigerung 67%)
  • Anzeigen bei rassistischer / neonazistischer Propaganda (Kaufreduzierung 87%, Kaufverweigerung 58%)
  • Anzeigen auf Piraterieseiten (Kaufreduzierung 82%, Kaufverweigerung 45%)

https://www.tagtoday.net/pressreleases/brand-safety-survey-2019
https://www.tagtoday.net/brand-safety-survey-2019?hs_preview=BKJxRhUs-12073689772&hsLang=en-us

Bulgarien: CyberCrime Unit schließt mehr als 40 Piraterieseiten

Die Cybercrime Specialized Unit beim Staatssicherheitsdienst von Bulgarien hat nach eigenen Angaben einen Mann verhaftet, der für den Betrieb von mehr als 40 Piraterie-Streaming-Seiten verantwortlich sein soll.
Finanziert hat der Mann dies durch Google-Werbung.
Die meisten Seiten wurden bei einem der größten Cloud-Service-Provider in den USA gehostet.
https://torrentfreak.com/bulgaria-cybercrime-unit-arrests-man-for-running-dozens-of-pirate-sites-190810/

Großbritannien: ICO sieht große Datenschutzprobleme in Online-Werbemärkten

Die britische Datenschutzaufsichtsbehörde ICO hat in ihrem Bericht “Update report into adtech and real time bidding – 20 June 2019“ festgestellt, dass der Verkauf von Internetwerbung in Echtzeit (real time bidding) datenschutzrechtlich bedenklich ist.
Sie bemängelt u.a.:

  • Die über Einzelpersonen erstellten Profile sind äußerst detailliert und werden immer wieder von Hunderten von Organisationen für eine einzige Ausschreibung genutzt, und zwar ohne das Wissen der Einzelpersonen.
  • Tausende von Unternehmen bearbeiten jede Woche Milliarden von Angebotsanfragen im Vereinigten Königreich mit (bestenfalls) inkonsistenter Anwendung geeigneter technischer und organisatorischer Maßnahmen zur Sicherung der Daten und ohne Rücksicht auf die datenschutzrechtlichen Anforderungen an die internationale Übermittlung personenbezogener Daten.
  • Einzelpersonen haben keine Garantien für die Sicherheit ihrer personenbezogenen Daten innerhalb des Ökosystems.

Die Behörde beabsichtigt weitere Informationen zu sammeln, sich mit den Behörden anderer Länder abzustimmen und erwartet von der Branche, dass die für die Datenverarbeitung Verantwortlichen ihren Ansatz in Bezug auf Datenschutzhinweise, die Verwendung personenbezogener Daten und die gesetzlichen Grundlagen, die sie innerhalb des RTB-Ökosystems anwenden, neu bewerten.
In sechs Monaten könne man eine weitere Branchenüberprüfung durchführen.

https://ico.org.uk/media/about-the-ico/documents/2615156/adtech-real-time-bidding-report-201906.pdf

WIPO startet Sperrliste für Werbetreibenden

Die WIPO hat eine Datenbank eingeführt mit der die Einnahmen von Piraterieseiten reduziert werden sollen.
Das Projekt des WIPO-Sekretariats soll den Mitgliedstaaten bei der Koordinierung freiwilliger Maßnahmen, die im Einklang mit dem „Follow-the-money“-Ansatz bei Urheberrechtsverletzungen durchgeführt werden, helfen.
Es handelt sich um eine sichere, zugangskontrollierte Online-Plattform, auf die autorisierte Stellen in den WIPO-Mitgliedstaaten Listen von Websites hochladen können, die vorsätzlich die Verletzung von Urheberrechten erleichtern.
Legitime Akteure der Werbebranche dürfen als berechtigte Nutzer die in den Listen enthaltenen Daten zur Information über die Platzierung von Werbung im Internet verwenden. Durch die Überprüfung mit der Building Respect for Intellectual Property Database (BRIP Database) können Werbetreibende sicherstellen, dass ihre Werbung nicht versehentlich auf urheberrechtsverletzenden Websites erscheint.
Ziel ist es, den Geldfluss zu illegalen Webseitenbetreibern zu verringern, Marken vor Beschädigungen zu schützen und das Risiko zu verringern, dass legitime Werbung illegalen Webseiten den Anschein von Rechtmäßigkeit verleiht.

https://www.wipo.int/edocs/mdocs/enforcement/en/wipo_ace_14/wipo_ace_14_9.pdf

Verbraucherschützer klagen gegen Googles Datenverkauf

Verbraucherschützer haben in neun europäischen Ländern Klagen gegen Google eingereicht, da Google persönliche Daten von Nutzern in Echtzeit an Werbefirmen verkauft, damit diese gezielt Werbung schalten könnten. Damit verstößt das Unternehmen gegen Vorschriften zum Datenschutz.
Die Klagen wurden eingereicht in Deutschland, Frankreich, Belgien, Bulgarien, Estland, Ungarn, Italien, Slowenien und der Tschechischen Republik.
https://de.reuters.com/article/usa-google-klagen-idDEKCN1T51LH

1XBET: Sportwettenwerbung nutzt Piraterie

1XBET „International Presenting Partner“ der italienischen Fußballliga nutzt Piraterie als Werbeträger. Werbung des Gamblinganbieters russischen Ursprungs taucht sowohl in Dateinamen als auch in Filmen auf, die über Piraterieplattformen wie ThePiratebay vertrieben werden. Ob diese Kopien im Auftrag von 1XBet oder von Affiliiates erstellt werden, ist bisher unklar.

https://torrentfreak.com/1xbet-the-bizarre-cam-brand-that-movie-pirates-love-to-hate-190526/

Pirateriehoster stellen Bezahlmodell um

Da Kodi-Boxen Filme von Pirateriehoster herunterladen, ohne dass die entsprechenden Werbeanzeigen angezeigt werden, stellt Rapidvideo sein Bezahlmodell um. Statt eines Pay-per-view-Modells gibt soll es nur noch Geld für vermittelte Premiumkunden geben.
Weitere Hoster sollen angeblich folgen.
https://torrentfreak.com/freeloading-kodi-add-on-users-are-undermining-rapidvideo-190405/

Nachtrag 30.04.2019:
Nun hat auch Openload, eine der meistbesuchten Filmpiraterieseiten der Welt, sein Partnerprogramm für Uploader beendet.
Rapidvideo hat ein Premium-Verkaufsprogramm gestartet und ein Zeitlimit von 60 Minuten pro Tag von einer IP-Adresse eingeführt, danach erfolgt eine 1-stündige Pause. Die Zeitbegrenzung hilft Missbräuche durch Kodi-Benutzer etc. zu verhindern. Die notwendigen Datenübertragungen sind deutlich gesunken.

https://torrentfreak.com/huge-video-hoster-openload-stops-paying-uploaders-190419/

Schweden: Kurze Blacklist für Werbetreibende

Eine neue „schwarze Liste“, die von der Rights Alliance und dem Verband der schwedischen Werbetreibenden veröffentlicht wurde, soll Werbung von Piratenseiten fernhalten. Insbesondere die Glücksspielindustrie wirbt sehr oft auf diesen Seiten, wie die Anwältin der Rights Alliance feststellt.

Allerdings befinden sich nur 10 Seiten auf der Liste. Drei davon dürften drei laut Torrentfreak Abzockerseiten sein, die statt angebotener Filme nach Kreditkartendaten fragen.

https://torrentfreak.com/sweden-asks-advertisers-to-blacklist-streaming-and-torrent-sites-190223/

YouTube: Pädophile als Werbezielgruppe

Posendarstellungen, also die Darstellung Minderjähriger in unnatürlicher, geschlechtsbetonter Körperhaltung, dürfen nach § 4 Abs. 1 JMStV im Internet nicht verbreitet werden.
Dennoch passiert dies in großem Umfang bei YouTube, wie der YouTuber Matt Watson in einem Video auf YouTube zeigt.

Für dieses Video hat Matt Watson sich, um jegliche Beeinflussung des Algorithmus von YouTube auszuschließen, über ein VPN auf YouTube eingewählt und sich dort neu angemeldet.
In dieser Funktion als neuer Nutzer benötigt er dann nur ein paar Klicks, bis ihm die Empfehlungsalgorithmen der Plattform nach einer Suche nach „Bikini Hol“-Videos erwachsener Frauen auf Clips von knapp bekleideten Minderjährigen weiterleiteten.   

YouTube: Pädophile als Werbezielgruppe weiterlesen