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Pirateriehoster stellen Bezahlmodell um

Da Kodi-Boxen Filme von Pirateriehoster herunterladen, ohne dass die entsprechenden Werbeanzeigen angezeigt werden, stellt Rapidvideo sein Bezahlmodell um. Statt eines Pay-per-view-Modells gibt soll es nur noch Geld für vermittelte Premiumkunden geben.
Weitere Hoster sollen angeblich folgen.
https://torrentfreak.com/freeloading-kodi-add-on-users-are-undermining-rapidvideo-190405/

Schweden: Kurze Blacklist für Werbetreibende

Eine neue „schwarze Liste“, die von der Rights Alliance und dem Verband der schwedischen Werbetreibenden veröffentlicht wurde, soll Werbung von Piratenseiten fernhalten. Insbesondere die Glücksspielindustrie wirbt sehr oft auf diesen Seiten, wie die Anwältin der Rights Alliance feststellt.

Allerdings befinden sich nur 10 Seiten auf der Liste. Drei davon dürften drei laut Torrentfreak Abzockerseiten sein, die statt angebotener Filme nach Kreditkartendaten fragen.

https://torrentfreak.com/sweden-asks-advertisers-to-blacklist-streaming-and-torrent-sites-190223/

YouTube: Pädophile als Werbezielgruppe

Posendarstellungen, also die Darstellung Minderjähriger in unnatürlicher, geschlechtsbetonter Körperhaltung, dürfen nach § 4 Abs. 1 JMStV im Internet nicht verbreitet werden.
Dennoch passiert dies in großem Umfang bei YouTube, wie der YouTuber Matt Watson in einem Video auf YouTube zeigt.

Für dieses Video hat Matt Watson sich, um jegliche Beeinflussung des Algorithmus von YouTube auszuschließen, über ein VPN auf YouTube eingewählt und sich dort neu angemeldet.
In dieser Funktion als neuer Nutzer benötigt er dann nur ein paar Klicks, bis ihm die Empfehlungsalgorithmen der Plattform nach einer Suche nach „Bikini Hol“-Videos erwachsener Frauen auf Clips von knapp bekleideten Minderjährigen weiterleiteten.   

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Trustworthy Accountability Group startet neue Anti-Piraterie-Initiative in Europa

Die amerikanische Trustworthy Accountability Group (TAG) will sich nun auch um Werbung auf Piraterieseiten in Europa kümmern. Das Projekt Brand Integrity wird durch eine Partnerschaft mit White Bullet umgesetzt, die Anzeigen auf rechtsverletzenden Websites überwachen und dokumentieren, so dass die Informationen von der TAG an die Werbetreibenden oder Agenturen weitergegeben werden können.

White Bullet arbeitet eng mit der britischen Police Intellectual Property Crime Unit (PIPCU) zusammen, die auch über die neue Initiative berichtet. Die TAG wird mit Strafverfolgungsbehörden, einschließlich der PIPCU und Europol zusammenarbeiten, um das Bewusstsein für das Programm weiter zu schärfen und Marken und ihre Agenturen bei ihren Bemühungen um Compliance zu unterstützen.

Vor kurzem hat man zumindest für die USA Erfolge der TAG vermeldet, nämlich eine starke Verringerung der Impressions auf Piratenseiten um 90%. Während 2016/2017 noch über 60 Marken oder Agenturen jeweils ein großes Volumen an Anzeigen auf Piratenseiten platzierten (einige Premium-Marken zwischen 5 und 25 Millionen Impressionen pro Monat), gab es in 2018 keinen Premium-Werbetreibenden mehr mit einem (leider undefinierten) hohen Werbevolumen auf Piratenseiten.

Da die TAG ist aber nur für diejenigen tätig ist, die eine kostenpflichtige Mitgliedschaft haben – alleine der Eintritt kosten 65.000 US$ – sagen diese Zahlen nichts über einen generellen Rückgang von Werbung auf Piraterieseiten aus, sondern dokumentieren nur, dass Unternehmen eine Platzierung ihrer Anzeigen auf Piraterieseiten reduzieren können, wenn sie dies nun wollen.

http://news.cityoflondon.police.uk/r/1194/trustworthy_accountability_group_launches_new_ant

https://torrentfreak.com/project-brand-integrity-aims-to-purge-ads-from-pirate-sites-190212/

https://creativefuture.org/follow-the-money-update/

AG Leipzig: Bewährungsstrafen wegen Werbung auf illegalen Portalseiten

Das Amtsgericht Leipzig hat drei Mitarbeiter einer Internet-Werbeagentur zu Freiheitsstrafen wegen Beihilfe zur gewerbsmäßigen Urheberrechtsverletzung verurteilt.

Dem Urteil kommt eine erhebliche Präzedenzwirkung zu, denn bisher wurde in Deutschland noch nie ein Werbemittler wegen seiner Unterstützung illegaler Portalseiten strafrechtlich belangt.
Federführend bei den Ermittlungen war die Integrierte Ermittlungseinheit Sachsen (INES) bei der sächsischen Generalstaatsanwaltschaft. Die GVU unterstützte die Behörden mit Analysen und eigenen Erkenntnissen, zudem entwickelte sie in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft speziell auf dieses Verfahren zugeschnittene Kriterienkataloge, die zur Einordnung eines Internetangebots als „strukturell urheberrechtsverletzend“ (d.h. erkennbar auf Rechtsverletzungen ausgelegt) dienten.

Die Angeklagten hatten Werbeflächen auf bekannten Piraterie-Portalen wie kino.to oder iload.to vermakelt und großflächig lukrative Bannerwerbungen geschaltet. Auf diese Weise erzielten sie Gewinne in Höhe von mehr als 350.000 Euro. Dabei war ihnen bekannt, dass es sich um strukturell urheberrechtsverletzende Seitenangebote handelte, die offensichtlich nahezu ausschließlich urheberrechtlich geschützte Dateien zum Download und als Stream bereithielten.
Der Geschäftsführer der Agentur erhielt 1 Jahr und 8 Monate Freiheitsstrafe, auf zwei Programmierer entfielen jeweils 1 Jahr und 4 Monate Freiheitsstrafe. Die Angeklagten waren geständig, die Strafen wurden zur Bewährung ausgesetzt. Mit dem Strafmaß blieb der Richter knapp unterhalb der Forderung der Staatsanwaltschaft. Das Urteil ist mittlerweile rechtskräftig.
http://gvu.de/erstes-urteil-gegen-werbeagentur-auf-illegalen-online-portalen-in-deutschland/3984

Deutschlands Werber: Hauptsache gesehen – egal wo

Der Technologieanbieter Integral Ad Science hat die Kategorien Brand Safety, Viewability und Ad Fraud in den Märkten Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Skandinavien, dem Vereinigten Königreich und den USA untersucht.
Danach ist Deutschland auf dem digitalen Werbemarkt in Sachen Brand Safety Schlusslicht – eine von zehn Anzeigen taucht hierzulande in riskanten nicht markensicheren Umfeldern auf. Mit 10,4 Prozent ist das Markenrisiko mehr als doppelt so hoch wie in Frankreich (4,5 Prozent), Spanien (4,8 Prozent) oder UK (4,5 Prozent). Deutschlands Werber: Hauptsache gesehen – egal wo weiterlesen

Facebook: Anonyme Werbung für den harten Brexit

Facebook hat es einer anonymen Gruppe ermöglicht, für etwa 300.000 € bei 11 Millionen Facebook-Nutzern für einen harten Brexit zu werben. Die Nutzer wurden zudem aufgefordert mit Hilfe von Tools Mails an die zuständigen Abgeordneten zu schreiben.
Ab dem 7. November will Facebook eine strengere Identifikation bei politischer Werbung verlangen. Der Guardian bezweifelt, dass diese reichen wird.
https://www.theguardian.com/politics/2018/oct/20/facebook-campaign-urges-voters-to-oppose-theresa-may-brexit-deal

Werbeumsatz mit gestohlenem Instagram-Content

Webseiten, die bei Instagram hochgeladenen Content über die Instagram API klauen und auf ihrer eigenen Seite spiegeln, erreichen Millionen von Visits. Die meisten Besucher werden dabei über die Text- oder Bildsuche von Google erreicht.
Auch bei der Finanzierung dieser Angebote hilft Google. Die Seiten der Instagram Web Viewer sind vollgepackt mit Google-Adsense-Bannern.

https://omr.com/de/instagram-web-viewer/

Russland: Online-Casinos sorgen für Piraterieangebot

Das Cybersicherheitsunternehmen Group-IB weißt daraufhin, dass in Russland inzwischen fast alle aktuellen Filme illegal angeboten werden. Eine besonders aktive Gruppe von Piraten wird von Online-Casinos finanziert. Die Online-Casinos integrieren ihre Anzeigen in die Raubkopien in Form von Logos, Bildunterschriften oder als Audiospuren.
https://torrentfreak.com/piracy-is-booming-in-russia-with-help-from-online-casinos-180923/