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US-Staaten dürfen Copyright missachten

Der US Supreme Court hat entschieden, dass ein Urheber nichts dagegen tun kann, wenn ein US-Staat sein Copyright verletzt.
Die gesetzliche Einschränkung der „Sovereign Immunity“ der Behörden und Staaten durch weitere Gesetze ist verfassungswidrig, da die Begründung sich nur auf Einzelfälle beruft.
Staatliche Einrichtungen, darunter auch Bildungseinrichtungen, können nun Bücher, Filme, Software und andere Werke ungestraft kopieren und verteilen. Sollten sie dies übertreiben, hätte ein neuer Gesetzesvorschlag aber eine bessere Basis als die bisher vorliegenden Einzelfälle.
[US Supreme Court, Allen et al. v. Cooper, Governor of North Caroline, Az. 18-877]

https://www.heise.de/newsticker/meldung/US-Staaten-koennen-ungestraft-Copyright-missachten-4690840.html

US-Studie: Konsumenten schauen wohl so viel illegal wie legal

Eine Studie von Forschern des Technology Policy Institute hat die Dauer untersucht, die Nutzer legale und illegale Videos schauen.

Danach konkurrieren Piraterie-Websites mit legalen Streaming-Diensten um einen wachsenden Anteil der Zeit, die amerikanische Haushalte täglich mit dem Ansehen von Online-Videos verbringen. Auf der Grundlage großer Daten mit ökonometrischen Standardwerkzeugen schätzen die Forscher den Verdrängungseffekt auf etwa 3,5. Jede Minute, die mit einer Piraterieseite verbracht wird, verdrängt etwa 3,5 Minuten Zeit bei legalen Streaming-Angeboten.

Da raubkopierte Videodateien stärker komprimiert sind, als nicht raubkopierte Videodateien (oft um den Faktor vier) und weil raubkopierte Videos häufig vollständig heruntergeladen werden, während nicht raubkopierte Videos gestreamt werden, kommen sie zu dem Schluss, dass die Zeit, die mit dem Ansehen raubkopierter Videos verbracht wurde, fast die gleiche Zeit ist, die für das Betrachten von Over-the-Top-Streaming-Apps (Netflix, Hulu, YouTube, Slingbox, Amazon Video etc.) aufgewendet wurde.

Sarah Oh, Scott Wallsten and Nathaniel Lovin
Do Pirated Video Streams Crowd Out Non-Pirated Video Streams? Evidence from Online Activity

https://techpolicyinstitute.org/wp-content/uploads/2020/01/Oh_Wallsten_Lovin_Streaming-Video-Piracy.pdf

USA auf Platz 1 bei der Piraterie (absolut gesehen)

Neue Daten des Piratenverfolgungsunternehmens MUSO zeigen, dass die USA mit mehr als einer Milliarde Besuchen pro Monat der Nummer eins „Kunde“ bei Piraterie-Websites weltweit sind.
Mit 1,2 Milliarden Visits im Dezember 2019 liegen die USA deutlich an der Spitze, gefolgt von Russland (737 Millionen), Indien (627 Millionen), China (608 Millionen) und Brasilien (559 Millionen).
Bei den Besuchen pro Internetnutzer und Monat liegt die USA mit 4,17 Visits auf Platz 2 hinter Russland mit 7,21 Visits.
Die USA sind zufällig auch das einzige Land, das keine Piraterieseiten sperrt.

Betrachtet man die Arten von Piraterie, so stellt man fest, dass Streaming in den USA besonders beliebt ist. Zwei Drittel des gesamten Datenverkehrs von Raubkopien gehen an Streaming-Sites, gefolgt von direkten Download-Portalen (19%), Torrent-Sites (8%) und Stream-Rippern (5%).
Weltweit gehen etwa 60 % des gesamten Datenverkehrs von Piraterieseiten auf Streaming-Sites, was in etwa dem Stand von vor zwei Jahren entspricht. Der Prozentsatz der Besuche auf direkten Download-Sites ist mit einem Viertel aller Besuche ein wenig gestiegen, während Torrent-Sites einen leichten Rückgang verzeichneten.

https://torrentfreak.com/the-u-s-remains-top-traffic-source-for-pirate-sites-200229/

US-Gericht: YouTube muss Recht auf Meinungsfreiheit nicht garantieren

Weil YouTube manche Inhalte des konservativen YouTube-Accounts PragerU mit Altersbeschränkungen versehen hatte und zudem keine Werbungen einblendete, hatte PragerU hat das Videoportal verklagt und sich dabei auf die amerikanische Verfassung und das Recht auf freie Meinungsäußerung berufen. YouTube zensiere seine Inhalte und verstoße daher gegen den ersten Verfassungszusatz (First Amendment).
Ein Gericht in San Francisco stellte nun fest, dass YouTube kein öffentliches Forum ist, welches seinen Nutzern das Recht auf freie Meinungsäußerung garantieren muss.

https://futurezone.at/netzpolitik/warum-auf-youtube-kein-recht-auf-meinungsfreiheit-herrscht/400767969

Abmahnungen in P2P-Netzwerken

Abmahnungen in Tauschbörsen sind immer noch Thema, wie aktuelle Berichte aus Schweden und den USA zeigen.

In Schweden hat die Zahl der Klagen gegen mutmaßliche Filesharing-Piraten in 2019 einen Rekordstand erreicht. Insgesamt wurden mehr als 60.000 IP-Adressen von angeblichen BitTorrent-Benutzern angegriffen.
Dabei sollen vier ISPs zur Offenlegung von Daten aufgefordert worden sein. Telia war mit 31.572 IP-Adressen das Hauptziel, gefolgt von Com Hem (19.520), Telenor (9.276) und Tre (312).
Die Zahlen stammen vom ISP Bahnhof, der selber keine Angaben zu Kunden macht.

Auch in den USA erhalten Bundesgerichte immer noch mit Klagen gegen mutmaßliche Bittorrent-Piraten. Da die Rechtsprechung aber nicht überall gleich ist, meidet zumindest die die Strike 3 Holding manche Gerichte und manche Richter.

https://torrentfreak.com/bittorrent-copyright-troll-lawsuits-skyrocket-in-sweden-200214/

https://torrentfreak.com/copyright-troll-drops-lawsuits-when-it-gets-the-wrong-judge-200216/

USA: One Box TV muss 3,8 Mio. Dollar Schadenersatz zahlen

Der Piraterie-IPTV-Anbieter One Box TV hat unerlaubt DISH-Programme über das Internet übertragen. Dish reichte Klage ein, One Box und die alleinige Geschäftsführerin Donna Fogle verteidigen sich nicht. Die Folge: Versäumnisurteil mit dauerhafter Unterlassungsverfügung und Verurteilung zur Zahlung von 3,8 Millionen Dollar Schadenersatz.
https://torrentfreak.com/pirate-iptv-supplier-one-box-tv-ordered-to-pay-3-8m-damages-200106/

USA: Streits um Schadensersatz bei illegalem IPTV

In einem Antrag auf ein endgültiges Urteil und eine dauerhafte Unterlassungsverfügung fordert DISH 9,9 Millionen Dollar Schadenersatz für die direkte Urheberrechtsverletzung von 66 urheberrechtlich geschützten Werken, die von Easybox ohne Genehmigung gesendet wurden. (Nachtrag 11.2.2020: Das Urteil wurde wunschgemäß erlassen.)

In einem anderen Verfahren fordert der ehemalige IPTV-Anbieter Omniverse, dass Kabelnetzbetreiber Hovsat seine Rechnung über 50 Millionen Dollar Schadenersatz für Piraterie bezahlt. Diesen Betrag schuldet Omniverse einer Gruppe großer Hollywood-Studios.
Hovsat ist nach Angaben des IPTV-Unternehmens für diese Schadenersatzklage verantwortlich, da es in betrügerischer Absicht behauptete, eine ordnungsgemäße Lizenz von DirectTV zu besitzen.

https://torrentfreak.com/dish-demands-9-9m-in-damages-from-pirate-iptv-provider-200131/

https://torrentfreak.com/court-orders-easybox-iptv-to-pay-9-9m-in-copyright-infringement-damages-200208/

https://torrentfreak.com/iptv-supplier-omniverse-wants-hovsat-to-pay-its-50-million-piracy-damages-bill-200204/

USA: Facebook will 550 Millionen US-Dollar Strafe zahlen

Mit einer Zahlung von 550 Millionen US-Dollar will Facebook einen seit 2015 in den USA laufenden Rechtsstreit beilegen, in dem es um das unerlaubte Sammeln biometrischer Daten der Nutzer geht. Der Vergleich muss noch von einem Richter anerkannt werden.

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Facebook-zahlt-550-Millionen-US-Dollar-wegen-unerlaubter-Gesichtserkennung-4649498.html

USA: Cloudflare wegen wiederholter Copyright-Verletzungen verklagt

Zwei Unternehmen, die Brautkleider entwerfen und herstellen, verklagen Cloudflare wegen Urheberrechtsverletzung, nachdem das CDN den Service für 99 Webseiten, die wiederholt die Rechte der Kläger verletzten, nicht beendet hat.
Die Kläger haben wohl 7.000 DMCA-Beschwerden an das CDN gesendet. Diese hat Cloudflare wohl nur weitergeleitet. Sinnvolle Maßnahmen wurden nicht ergriffen.

https://torrentfreak.com/cloudflare-sued-for-failing-to-terminate-99-repeat-copyright-infringing-sites-200107/

USA: Filmfirma verklagt YTS-Benutzer

Der Betreiber von YTS hat vor kurzem eine Klage der US-Filmgesellschaft Wicked Nevada durch Vergleich beigelegt. Nun verklagt die gleiche Filmfirma Nutzer der Torrent-Seite. Laut der Klage kennen die Rechteinhaber die E-Mail-Adressen, mit denen sich die Beklagten bei YTS registriert haben, sowie die VPN-IP-Adresse eines Benutzers.
https://torrentfreak.com/movie-companies-sue-yts-users-including-one-who-hid-behind-a-vpn-200106/

USA: YTS zahlt Schadensersatz

Der Betreiber der beliebten Torrent-Site YTS hat ein Zustimmungsurteil unterzeichnet, bei dem er sich bereit erklärt, 150.000 Dollar Schadensersatz zu zahlen. Die Seite darf zudem keine Streams des Films „Extremely Wicked, Shockingly Evil, And Vile“ mehr verbreiten.
Abgeschaltet wurde die Seite bisher nicht. Viele andere illegale Kopien sind dort noch erhältlich. Bei einigen Filmen laufen weitere Verfahren.

https://torrentfreak.com/torrent-site-yts-settles-piracy-lawsuit-with-movie-company-but-stays-online-200102/

USA: ISP Cox ist verantwortlich für Rechtsverletzungen der Kunden

Nach einem dreiwöchigen Prozess vor dem Bundesgericht in Alexandria, haben die Geschworenen entschieden, dass Cox für die Verletzung von 10.017 Aufnahmen und Kompositionen haftbar ist.
Cox hatte Hinweise auf Rechtsverletzungen ignoriert und Wiederholungstätern erlaubt, seinen Dienst weiterhin zu nutzen.
Da jede Verletzung mit über 99.000 Dollar bewertet wurde, soll Cox Communications insgesamt 1 Milliarde US$ Schadensersatz zahlen.
Das Urteil der Jury wird aber erst dann endgültig, wenn das Gericht die Anträge nach dem Verfahren beschließt. Zudem wurde bereits Berufung angekündigt.

https://variety.com/2019/music/news/cox-communications-music-copyright-suit-verdict-1203449254/