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Social Media unternimmt kaum etwas gegen Troll-Konten

Laut einer Studie des Strategic Communication Centre of Excellence (Stratcom) der Nato ist es nach wie vor möglich, sich für kleines Geld gefälschte Meinungsmacht für die großen sozialen Netzwerke zu kaufen. Gelöscht wird fast nichts.

Die Stratcom hatte sich für nur 300 Euro bei kommerziellen „Manipulation Service Providers“ 3530 Kommentare, 25.750 Likes, 20.000 Seitenabrufe und 5100 Follower bei Facebook, Instagram, Twitter und YouTube gekauft.
Vier Wochen nach den getätigten Deals waren noch 80 Prozent der bezahlten Aktivitäten online.
Selbst als die Experten einen Teil der gefälschten Konten den Betreibern meldeten, wurden lediglich 5 Prozent davon binnen 3 Wochen gelöscht.

https://www.heise.de/newsticker/meldung/95-Prozent-der-gemeldeten-Troll-Konten-bleiben-bei-Facebook-Co-online-4608030.html

Hass im Netz: Ein Schritt vor zwei zurück?

Facebook will nun schneller Nutzerdaten bei Volksverhetzung herausgeben: „Zukünftig werden wir die deutschen Strafverfolgungsbehörden bei Auskunftsersuchen zu Hasskriminalität nicht länger an das internationale Rechtshilfeverfahren MLAT verweisen“, erklärte eine Facebook-Sprecherin.

Die Europäische Kommission hat die ersten jährlichen Selbstbewertungsberichte von Facebook, Google, Microsoft, Mozilla, Twitter und sieben europäischen Branchenverbänden im Rahmen des Verhaltenskodex für den Bereich der Desinformation veröffentlicht.
In einer offiziellen Erklärung wird deutlich, dass man nicht zufrieden ist: „Dennoch gibt es nach wie vor eine umfangreiche automatisierte Propaganda und Desinformation, und in allen Bereichen des Kodex sind weitere Anstrengungen erforderlich. Wir dürfen dieses Phänomen nicht als normal hinnehmen.“

Leider scheint die Desinformation zumindest bei Facebook systemimmanent zu sein. Facebook bietet ausgewählten Qualitätsmedien, darunter auch dem rechtsradikalen Portal „Breitbart“ einen eigenen Newsfeed auf der Plattform an.

Kein Wunder, dass da der Landes-Antisemitismusbeauftragter in Baden-Württemberg, Michael Blume, verlässt Facebook und Twitter verlässt. Grund hierfür seien neben Drohungen und Beschimpfungen auch die Geschäftsmodelle der sozialen Medien.

USA: Trump darf Twitter-Nutzer nicht sperren

Auch im Berufungsverfahren entschieden die New Yorker Richter, dass US-Präsident Trump unliebsame Follower bei Twitter nicht blockieren darf.
Ein Vertreter des Staates, der die sozialen Medien zu offiziellen Zwecken nutzt, darf andere Nutzer nicht von der öffentlichen Diskussion ausschließen, weil ihm deren Meinungsäußerungen nicht gefielen. Dies ist diskriminierend und daher unzulässig.
https://futurezone.at/netzpolitik/urteil-trump-darf-follower-auf-twitter-nicht-blockieren/400547186

LG München erklärt Twitter Satire

Nach dem der Romanautor und Kolumnist Tom Hillenbrand einen Tweet mit dem Inhalt „Alle AfD-Wähler sollten: – ihren Wahlzettel fotografieren – ihn unterschreiben – Foto auf Insta posten – Wahlzettel danach aufessen“ abgesetzt hatte, wurde dieser von Twitter gelöscht und der Account wegen Wahlbeeinflussung gesperrt.

Das Landgericht München I hat nun Twitter per einstweiliger Verfügung untersagt, den satirischen Tweet zur Europawahl zu löschen. Die Accountsperre muss allerdings im Hauptsacheverfahren angegriffen werden.
[LG München I, 17.06.2019, Az. 10 O 7388/19]

https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/lg-muenchen-i-10o7388-19-twitter-sperre-loeschung-wahlbeeinflussung-rechtswidrig/

LG Nürnberg-Fürth zur Sperrung eines Twitter-Accounts

Das Landgericht Nürnberg-Fürth hat entschieden, dass es dem Sozialen Netzwerk Twitter untersagt ist, den Account eines Twitter-Nutzers befristet zu sperren, der geschrieben hatte:
„Aktueller Anlass: Dringende Wahlempfehlung für alle AfD-Wähler. Unbedingt den Stimmzettel unterschreiben. ;-)“.

Die Plattform Twitter hatte diese Sperre damit begründet, dass die von ihm getätigte Äußerung gegen die „Richtlinie zur Integrität von Wahlen“ von Twitter verstoße.
Das Gericht stellte zwar fest, dass Twitter ein „virtuelles Hausrecht“ habe, allerdings sei unter Berücksichtigung des Grundrechts der Meinungsfreiheit eine Sperrung des Accounts in diesem Fall nicht gerechtfertigt.
[LG Nürnberg-Fürth, 07.06.2019, Az. 11 O 3362/19]

https://www.spiritlegal.com/de/aktuelles/details/pressemitteilung-twitter-sperrt-zu-unrecht-spirit-legal-setzt-unterlassungsanspruch-bei-lg-nuernberg-durch.html

Brexit – Weiterer Verdacht auf Twitter-Manipulationen

Nach einer Analyse des IT-Sicherheitsunternehmens F-Secure zeigt die Brexit-Debatte auf Twitter immer noch Auffälligkeiten, die Manipulationen nahelegen.
Ausgewertet wurden 24 Millionen Tweets aus 1,65 Millionen Twitter-Konten, die zwischen dem 4. Dezember 2018 und dem 13. Februar 2019 gesammelt wurden und das Wort «brexit» enthielten.
Die Untersuchung fand «anorganische Aktivitäten» sowohl auf der Seite der Brexit-Gegner als auch auf Seiten der Brexit-Befürwortern, dort allerdings viel stärker ausgeprägt.

https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/afxline/topthemen/hintergruende/article190168353/Brexit-Streit-auf-Twitter-weiter-unter-Manipulationsverdacht.html

YouTube entfernt „Kodi No Limits“

YouTube hat den Kanal „Kodi No Limits“ (600.000 Abonnenten), gefüllt mit Hunderten von „Lehrvideos“ über Kodi, entfernt. Die Löschung erfolgte aufgrund von Meldungen wegen Urheberrechtsverletzungen.
Twitter-Account und andere Social Media Seiten (Instagram) sind immer noch aktiv.
https://torrentfreak.com/youtube-terminates-kodi-no-limits-account-with-600k-subscribers-181204/

NetzDG: Erste Berichte zu Beschwerden

Facebook, Twitter und YouTube haben erste Zahlen zu Nutzerbeschwerden vorgelegt. Leider sind die Zahlen nur bedingt aussagekräftig, aber zumindest die Angst vor einem Overblocking war unbegründet. Der Großteil der Beschwerden wird abgelehnt.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/netzdg-so-oft-sperren-facebook-youtube-und-twitter-a-1220371.html

Journalist Richard Gutjahr berichtet über die Social-Media-Hölle

Der Journalist Richard Gutjahr war 2016 zufälligerweise beim Terroranschlag in Nizza und beim Amoklauf in München vor Ort.
Was Hater daraus gemacht haben, wie er sich dagegen gewehrt hat, und welche Rolle unrühmliche Rolle Youtube, Facebook und Twitter dabei spielten, beschreibt er in seinem Blog:
«Seit 18 Monaten werden meine Familie und ich im Netz gezielt unter Beschuss genommen»
«Seit 18 Monaten werden meine Familie und ich im Netz gezielt unter Beschuss genommen»

Rechtsradikale Zielgruppen bei Facebook, Twitter und Google

Nach Recherchen des US-Portals ProPublica kann man bei Facebook gezielt Werbung an Rechtsradikale richten. Dazu wurden wohl Zielgruppen genutzt, die bei ihrem „Arbeitgeber“ entsprechende Angaben gemacht hatten, zum Beispiel „Jew Hater“ mit 2.274, „German Schutzstaffel“ mit 3.149 und „Nazi Party“ mit 2.449 Facebook-Mitgliedern. ProPublica schaltete im Rahmen der Recherchen selbst drei Anzeigen, die sich an Antisemiten richteten. Die Werbeschaltungen seien von Facebook binnen 15 Minuten akzeptiert worden.

Nach Angaben von BuzzFeed konnte man bei Google Werbung bei Suchanfragen wie „Jewish Parasite“, „the evil Jew“ oder „black people ruin everything“ schalten. Zudem gab es von Google Vorschläge für weitere antisemitische und rassistische Suchanfragen, bei denen man Werbung schalten könne.

Auch Twitter lässt zielgerichtete Werbung an Rassisten zu. Die User werden über Suchanfragen wie „Wetback“ oder „Nazi“ klassifiziert.

https://www.internetworld.de/social-media/facebook/facebook-liess-gezielte-werbung-an-judenhasser-zu-1384572.html

http://derstandard.at/2000064156526/Google-und-Twitter-liessen-ebenso-zielgerichtete-Werbung-an-Rassisten-zu