Schlagwort-Archive: Twitter

USA: Trump darf Twitter-Nutzer nicht sperren

Auch im Berufungsverfahren entschieden die New Yorker Richter, dass US-Präsident Trump unliebsame Follower bei Twitter nicht blockieren darf.
Ein Vertreter des Staates, der die sozialen Medien zu offiziellen Zwecken nutzt, darf andere Nutzer nicht von der öffentlichen Diskussion ausschließen, weil ihm deren Meinungsäußerungen nicht gefielen. Dies ist diskriminierend und daher unzulässig.
https://futurezone.at/netzpolitik/urteil-trump-darf-follower-auf-twitter-nicht-blockieren/400547186

LG München erklärt Twitter Satire

Nach dem der Romanautor und Kolumnist Tom Hillenbrand einen Tweet mit dem Inhalt „Alle AfD-Wähler sollten: – ihren Wahlzettel fotografieren – ihn unterschreiben – Foto auf Insta posten – Wahlzettel danach aufessen“ abgesetzt hatte, wurde dieser von Twitter gelöscht und der Account wegen Wahlbeeinflussung gesperrt.

Das Landgericht München I hat nun Twitter per einstweiliger Verfügung untersagt, den satirischen Tweet zur Europawahl zu löschen. Die Accountsperre muss allerdings im Hauptsacheverfahren angegriffen werden.
[LG München I, 17.06.2019, Az. 10 O 7388/19]

https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/lg-muenchen-i-10o7388-19-twitter-sperre-loeschung-wahlbeeinflussung-rechtswidrig/

LG Nürnberg-Fürth zur Sperrung eines Twitter-Accounts

Das Landgericht Nürnberg-Fürth hat entschieden, dass es dem Sozialen Netzwerk Twitter untersagt ist, den Account eines Twitter-Nutzers befristet zu sperren, der geschrieben hatte:
„Aktueller Anlass: Dringende Wahlempfehlung für alle AfD-Wähler. Unbedingt den Stimmzettel unterschreiben. ;-)“.

Die Plattform Twitter hatte diese Sperre damit begründet, dass die von ihm getätigte Äußerung gegen die „Richtlinie zur Integrität von Wahlen“ von Twitter verstoße.
Das Gericht stellte zwar fest, dass Twitter ein „virtuelles Hausrecht“ habe, allerdings sei unter Berücksichtigung des Grundrechts der Meinungsfreiheit eine Sperrung des Accounts in diesem Fall nicht gerechtfertigt.
[LG Nürnberg-Fürth, 07.06.2019, Az. 11 O 3362/19]

https://www.spiritlegal.com/de/aktuelles/details/pressemitteilung-twitter-sperrt-zu-unrecht-spirit-legal-setzt-unterlassungsanspruch-bei-lg-nuernberg-durch.html

Brexit – Weiterer Verdacht auf Twitter-Manipulationen

Nach einer Analyse des IT-Sicherheitsunternehmens F-Secure zeigt die Brexit-Debatte auf Twitter immer noch Auffälligkeiten, die Manipulationen nahelegen.
Ausgewertet wurden 24 Millionen Tweets aus 1,65 Millionen Twitter-Konten, die zwischen dem 4. Dezember 2018 und dem 13. Februar 2019 gesammelt wurden und das Wort «brexit» enthielten.
Die Untersuchung fand «anorganische Aktivitäten» sowohl auf der Seite der Brexit-Gegner als auch auf Seiten der Brexit-Befürwortern, dort allerdings viel stärker ausgeprägt.

https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/afxline/topthemen/hintergruende/article190168353/Brexit-Streit-auf-Twitter-weiter-unter-Manipulationsverdacht.html

YouTube entfernt „Kodi No Limits“

YouTube hat den Kanal „Kodi No Limits“ (600.000 Abonnenten), gefüllt mit Hunderten von „Lehrvideos“ über Kodi, entfernt. Die Löschung erfolgte aufgrund von Meldungen wegen Urheberrechtsverletzungen.
Twitter-Account und andere Social Media Seiten (Instagram) sind immer noch aktiv.
https://torrentfreak.com/youtube-terminates-kodi-no-limits-account-with-600k-subscribers-181204/

NetzDG: Erste Berichte zu Beschwerden

Facebook, Twitter und YouTube haben erste Zahlen zu Nutzerbeschwerden vorgelegt. Leider sind die Zahlen nur bedingt aussagekräftig, aber zumindest die Angst vor einem Overblocking war unbegründet. Der Großteil der Beschwerden wird abgelehnt.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/netzdg-so-oft-sperren-facebook-youtube-und-twitter-a-1220371.html

Journalist Richard Gutjahr berichtet über die Social-Media-Hölle

Der Journalist Richard Gutjahr war 2016 zufälligerweise beim Terroranschlag in Nizza und beim Amoklauf in München vor Ort.
Was Hater daraus gemacht haben, wie er sich dagegen gewehrt hat, und welche Rolle unrühmliche Rolle Youtube, Facebook und Twitter dabei spielten, beschreibt er in seinem Blog:
«Seit 18 Monaten werden meine Familie und ich im Netz gezielt unter Beschuss genommen»
«Seit 18 Monaten werden meine Familie und ich im Netz gezielt unter Beschuss genommen»

Rechtsradikale Zielgruppen bei Facebook, Twitter und Google

Nach Recherchen des US-Portals ProPublica kann man bei Facebook gezielt Werbung an Rechtsradikale richten. Dazu wurden wohl Zielgruppen genutzt, die bei ihrem „Arbeitgeber“ entsprechende Angaben gemacht hatten, zum Beispiel „Jew Hater“ mit 2.274, „German Schutzstaffel“ mit 3.149 und „Nazi Party“ mit 2.449 Facebook-Mitgliedern. ProPublica schaltete im Rahmen der Recherchen selbst drei Anzeigen, die sich an Antisemiten richteten. Die Werbeschaltungen seien von Facebook binnen 15 Minuten akzeptiert worden.

Nach Angaben von BuzzFeed konnte man bei Google Werbung bei Suchanfragen wie „Jewish Parasite“, „the evil Jew“ oder „black people ruin everything“ schalten. Zudem gab es von Google Vorschläge für weitere antisemitische und rassistische Suchanfragen, bei denen man Werbung schalten könne.

Auch Twitter lässt zielgerichtete Werbung an Rassisten zu. Die User werden über Suchanfragen wie „Wetback“ oder „Nazi“ klassifiziert.

https://www.internetworld.de/social-media/facebook/facebook-liess-gezielte-werbung-an-judenhasser-zu-1384572.html

http://derstandard.at/2000064156526/Google-und-Twitter-liessen-ebenso-zielgerichtete-Werbung-an-Rassisten-zu

Politik liebt (Twitter-)Blocking oder Der Feind darf nicht mitlesen

Wenn es darum geht illegale Inhalte im Internet zu sperren, finden manche Politiker viele Ausreden. Eine davon ist das mögliche Overblocking, womit letztendlich gemeint ist, dass ein gesperrter legaler Inhalt viel schlimmer ist als tausend verbreitete illegale Inhalte.

Etwas anders sieht es aus, wenn es um einzelne Politiker selber geht. Da gibt es nämlich einige, die nicht wollen, dass bestimmte Bürger/Nutzer/Wähler sehen, was sie selber wieder einmal verfasst haben. Dazu nutzen sie das „Blockieren“ bei Twitter. Mit dieser Twitter-Funktion „können Nutzer verhindern, dass bestimmte Accounts sie kontaktieren, ihre Tweets sehen und ihnen folgen.“

So zum Beispiel bei Julia Reda, Politik liebt (Twitter-)Blocking oder Der Feind darf nicht mitlesen weiterlesen