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US-Studie: Konsumenten schauen wohl so viel illegal wie legal

Eine Studie von Forschern des Technology Policy Institute hat die Dauer untersucht, die Nutzer legale und illegale Videos schauen.

Danach konkurrieren Piraterie-Websites mit legalen Streaming-Diensten um einen wachsenden Anteil der Zeit, die amerikanische Haushalte täglich mit dem Ansehen von Online-Videos verbringen. Auf der Grundlage großer Daten mit ökonometrischen Standardwerkzeugen schätzen die Forscher den Verdrängungseffekt auf etwa 3,5. Jede Minute, die mit einer Piraterieseite verbracht wird, verdrängt etwa 3,5 Minuten Zeit bei legalen Streaming-Angeboten.

Da raubkopierte Videodateien stärker komprimiert sind, als nicht raubkopierte Videodateien (oft um den Faktor vier) und weil raubkopierte Videos häufig vollständig heruntergeladen werden, während nicht raubkopierte Videos gestreamt werden, kommen sie zu dem Schluss, dass die Zeit, die mit dem Ansehen raubkopierter Videos verbracht wurde, fast die gleiche Zeit ist, die für das Betrachten von Over-the-Top-Streaming-Apps (Netflix, Hulu, YouTube, Slingbox, Amazon Video etc.) aufgewendet wurde.

Sarah Oh, Scott Wallsten and Nathaniel Lovin
Do Pirated Video Streams Crowd Out Non-Pirated Video Streams? Evidence from Online Activity

https://techpolicyinstitute.org/wp-content/uploads/2020/01/Oh_Wallsten_Lovin_Streaming-Video-Piracy.pdf

LG Berlin verbietet Streaming-Manipulation

Das Landgericht Berlin hat auf Betreiben des Bundesverbandes Musikindustrie eine einstweilige Verfügung gegen den Betreiber der Website Followerschmiede.de erlassen. Die in Deutschland ansässige Website bietet die Erzeugung von Fake-Streams an, die die Häufigkeit, mit der ein Musikstück tatsächlich über einen Audio-Streaming-Dienst gehört wurde, in illegaler Weise in die Höhe treiben. Die einstweilige Verfügung des Landgerichts Berlin ordnet die Unterlassung des Angebots an.

https://www.musikindustrie.de/presse/presseinformationen/bvmi-erwirkt-einstweilige-verfuegung-vor-landgericht-berlin

USA auf Platz 1 bei der Piraterie (absolut gesehen)

Neue Daten des Piratenverfolgungsunternehmens MUSO zeigen, dass die USA mit mehr als einer Milliarde Besuchen pro Monat der Nummer eins „Kunde“ bei Piraterie-Websites weltweit sind.
Mit 1,2 Milliarden Visits im Dezember 2019 liegen die USA deutlich an der Spitze, gefolgt von Russland (737 Millionen), Indien (627 Millionen), China (608 Millionen) und Brasilien (559 Millionen).
Bei den Besuchen pro Internetnutzer und Monat liegt die USA mit 4,17 Visits auf Platz 2 hinter Russland mit 7,21 Visits.
Die USA sind zufällig auch das einzige Land, das keine Piraterieseiten sperrt.

Betrachtet man die Arten von Piraterie, so stellt man fest, dass Streaming in den USA besonders beliebt ist. Zwei Drittel des gesamten Datenverkehrs von Raubkopien gehen an Streaming-Sites, gefolgt von direkten Download-Portalen (19%), Torrent-Sites (8%) und Stream-Rippern (5%).
Weltweit gehen etwa 60 % des gesamten Datenverkehrs von Piraterieseiten auf Streaming-Sites, was in etwa dem Stand von vor zwei Jahren entspricht. Der Prozentsatz der Besuche auf direkten Download-Sites ist mit einem Viertel aller Besuche ein wenig gestiegen, während Torrent-Sites einen leichten Rückgang verzeichneten.

https://torrentfreak.com/the-u-s-remains-top-traffic-source-for-pirate-sites-200229/

EUIPO-Studie: Indiz für steigende Piraterie?

Eigentlich berichtet eine aktuelle Studie der EUIPO über sinkenden Pirateriezahlen. Allerdings werden dabei neue und beliebte Vertriebsformen von illegalen Inhalten nicht erfasst, nämlich Piraterie über Kodi-Boxen, Firesticks oder Apps.

Diese sind aber überaus beliebt. Fast 5 Millionen Briten nutzen diese Technologien. Auch in Deutschland nutzen 28 % derjenigen, die illegal angebotene lineare TV-Sender nutzen solche Technologien.

Offen bleibt ob die Nutzung von Filmen über Kodi-Boxen und Apps nur den angeblichen Rückgang der Piraterie erklärt oder sogar darauf hindeutet, dass die Piraterie im Filmbereich sogar gestiegen ist.

Neben der mangelnden Aussagekraft der Studie ist ihr größtes Manko, dass sie das Problem nicht selber erwähnt. EUIPO-Studie: Indiz für steigende Piraterie? weiterlesen

Eurojust: Europaweiter Erfolg gegen illegales Streaming

Eine von Eurojust in Den Haag koordinierte länderübergreifende Maßnahme hat zur Auflösung eines internationalen kriminellen PV-TV Netzwerks geführt.

Die Maßnahme ist das Ergebnis komplexer Ermittlungen seitens der Staatsanwälte in Neapel und Rom mit Unterstützung der Justiz- und Polizeibehörden in Bulgarien, Deutschland, Griechenland, Frankreich und der Niederlande sowie Eurojust.

In Deutschland, Frankreich und den Niederlanden wurden mehr als 200 Server offline genommen und über 150 PayPal-Konten der Tatverdächtigen gesperrt. Es wurden insgesamt 22 Verdächtige verschiedener Nationalitäten ermittelt.

Eurojust

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Dänemark: LaLiga & Rights Alliance erreichen Fußball-Piraterie Sperre

Die spanische Spitzenliga LaLiga hat mit Unterstützung der Anti-Piraterie-Gruppe Rights Alliance eine erste Sperrung von Sportstreams in Dänemark erreicht. Neun Piraterie-Seiten mit einer großen Anzahl dänischer Besucher müssen nun von dem ISP Telenor blockiert werden.

Am 15. April 2019 erließ das Gericht Frederiksberg einen Beschluss, wonach Telenor die aufgeführten Standorte mit einer „technischen Lösung“ wie der DNS-Blockierung sperren muss. Der Anbieter ist auch verpflichtet, zukünftig auftretende andere Domains zu sperren, die den Zugang zu denselben Seiten erleichtern. Diese Sperren werden von der Rights Alliance nach strengen, vom Gerichtshof festgelegten Regeln beantragt.

Nach dem dänischen ISP-Verhaltenskodex werden auch andere große ISPs in Dänemark die Sperren gegen die in der Beschwerde genannten Seiten umsetzen.

https://torrentfreak.com/la-liga-rights-alliance-win-dynamic-sports-piracy-blocking-order-190426/

Großbritannien: Hohe Haftstrafen wegen illegaler Verbreitung von Sport-Streams

Drei Betreiber eines Piraterie Streamingangebots wurden vom Warwick Crown Court wegen Betrugs zu insgesamt 17 Jahren Haft verurteilt.
Unter den Namen Dreambox, Dreambox TV Limited und Digital Switchover Limited hatten die drei Männer über die Webseiten dreamboxtv.co.uk und yourfootie.com mehr als 1.000 Pubs, Clubs und Privatpersonen in ganz England und Wales illegalen Zugang zum Fußball der Premier League ermöglicht. Zudem hatten sie Dritte beauftragt, illegale Streams herzustellen.
Die Verurteilten hatten durch ihre illegalen Aktivitäten mehr als 5 Millionen Pfund verdient.
https://www.fact-uk.org.uk/three-sellers-of-illegal-streaming-devices-jailed-for-a-total-of-17-years-for-defrauding-premier-league/

Streaming Price Bible 2018

TheTrichordist hat eine Übersicht zu Streams und Zahlungen diversere Internetdienste erstellt – 2018 Streaming Price Bible! Danach verbreitet YouTube (Content ID) 48,6% aller Streams und generiert aber nur 7% des Umsatzes.

TheTrichordist: 2018 Streaming Price Bible – Auszug

Die Daten repräsentieren ein mittelgroßes Indie-Label mit einem Albumkatalog von mehr als 250 Alben und fast 1 Mrd. Streams pro Jahr.

https://thetrichordist.com/2019/01/29/2018-streaming-price-bible-per-stream-rates-drop-as-streaming-volume-grows-youtubes-value-gap-is-very-real/

IPTV – Data centres for illegal streaming services

For this ad hoc study, FDS File Defense Service and the IVD took a closer look at the intermediaries of the illegal IPTV streams. For this purpose, 25 relevant websites were examined. The sites regularly provide playlists in the form of M3U files (station and channel lists).

Such channel lists bring together a channel of IPTV streams and a receiver in a very convenient way. The M3U file is simply loaded into a program and the customer can see the channel lists and gets access to the channels in his program.
It becomes even more convenient with set-top boxes. Very often these are so-called KODI boxes, which then “conjure” the content on the TV screen.

The “free of charge” business model is used by such websites to distribute M3U files in order to lure in customers. Normally, M3U files have a very short lifetime (12 to 24 hours). Therefore, the user has to renew them permanently to use the free services. To avoid this hassle customers can simply pay a subscription fee. These illegal subscriptions cost only a fraction of the price of legal offers. For a mere € 10 or less a month there are hundreds of channels, including many Pay-TV channels.
This is not surprising because the distributors do not have any procurement costs for the content they market.

This study is based on approximately 45,000 transmitter and channel lists which are distributed by 25 web pages. These lists led to 211,000 analyzable illegal IPTV streams which were subsequently analyzed by origin (the data centre). In addition, the data home of the M3U Files distributing websites were examined. In the case of data centres spread over several countries, the headquarters of the main company was taken as the country of origin. IPTV – Data centres for illegal streaming services weiterlesen

Kleine Anfrage zum Umgang mit Fernsehpiraterie

Die FDP-Fraktion des Bundestags will in einer Kleinen Anfrage (19/5146) wissen, wie die Bundesregierung illegale Streaming- und Download-Angebote einschätzt.
Insgesamt enthält die Anfrage 18 Fragen zu Themen wie

  • wirtschaftliche Bedeutung illegaler Streaming- und Download-Angebote,
  • Interessen der Allgemeinheit (u.a. Möglichkeit verringerter Steuereinnahmen),
  • Umgehung von Jugendschutzregelungen,
  • Möglichkeiten, der Rechtsdurchsetzung,
  • Internetsperren oder auch
  • Geschäfts- und Finanzierungsmodelle, die hinter den „fully loaded“ Boxen stehen.

http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/051/1905146.pdf

 

Großbritannien: 5 Jahre Haft für Betreiber eines illegalen Streaming-Dienstes

Ein britisches Ehepaar hat über 8.000 illegale Streaming-Geräte verkauft und einen eigenen Streaming-Service eingerichtet, um illegalen Zugang zum Fußball der Premier League zu ermöglichen. Sie erzielten damit £750,000 Umsatz. Jetzt werden sie für fünf Jahre und drei Monate inhaftiert.
https://www.fact-uk.org.uk/five-year-jail-sentence-for-operator-of-major-illegal-streaming-service/