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USA: Studie zu Schäden durch Filmpiraterie

Eine Studie zur Filmpiraterie von der Beratungsgesellschaft NERA, dem Global Innovation Policy Center und der U.S. Chamber of Commerce zeigt folgende Ergebnisse:

  • Die US-amerikanische Film- und Fernsehindustrie (Produktion und Vertrieb) hat in 2017 einen Umsatz von 229 Milliarden US-Dollar erzielt. Sie schafft 927.000 direkte Arbeitsplätze sowie weitere 1,7 Mio. indirekte Beschäftigungsverhältnisse.
  • Video-Streaming macht einen großen und wachsenden Anteil der Einnahmen aus. Es gibt mehr als 500 lizenzierte Online-Videoportale weltweit und seit 2018 mehr Video-Streaming-Abonnenten als Pay-TV-Abonnenten.
  • Dieses Wachstum wird durch die Zunahme der Streaming-Piraterie bedroht. Diese ist inzwischen wichtiger als BitTorrent und andere Download-basierte Piraterieformen.
  • Insgesamt gab es rund 26,6 Milliarden Viewings von US-Filmen und 126,7 Milliarden Viewings von US-Serien, die meisten davon außerhalb der USA.
  • Die Schäden liegen – je nach Schätzung der Substitutionsrate – zwischen 29,2 Milliarden Dollar und 71 Milliarden Dollar. Dies entspricht einem Umsatzverlust zwischen 11% und 24%.
  • Dies führt auch zu Verlusten von 230.000 bis 560.000 Arbeitsplätzen und einem jährlich zwischen 47,5 Milliarden und 115,3 Milliarden Dollar reduziertem Bruttoinlandsprodukt (BIP).
  • Etwa 96 Prozent des Schadens entsteht durch Personen außerhalb der USA.

Dabei ist allerdings zu beachten, dass die Studie keine Piraterie berücksichtigt, die über IPTV oder Set-top-Boxen (Kodi o.a.) erfolgt. Die benannten Schäden sind also zu gering angesetzt.

https://www.theglobalipcenter.com/wp-content/uploads/2019/06/Digital-Video-Piracy.pdf

Großbritannien: Haftstrafen für Verbreitung von Raubkopien

In Großbritannien wurden vier Betreiber einer Torrent-Website zu Haftstrafen von bis zu viereinhalb Jahren verurteilt. Über die Seite wurden unter anderem Filme vor ihrem Kinostart zur Verfügung gestellt, darunter auch The Expendables 3. Allein diese Raubkopie soll bei dem Produzenten Lionsgate Films einen geschätzten Verlust von 1,75 Mio. Euro verursacht haben. Insgesamt wurde ein Schaden auf fast 10 Mio. Euro geschätzt.
https://torrentfreak.com/four-uk-men-jailed-for-running-torrent-site-that-leaked-expendables-3-190319/

LG Lüneburg: iStreams – Bewährungsstrafen und Schadensersatz

Im Lüneburger Prozess um gehacktes Pay-TV sind drei der vier Angeklagten wegen bandenmäßigen Computerbetrugs zu Haftstrafen zwischen acht Monaten und zwei Jahren verurteilt worden. Die 4. große Jugendkammer des Landgerichts setzte die Strafen am Dienstag zur Bewährung aus. Einer der angeklagten jungen Männer bekam eine Verwarnung.
Vorausgegangen war eine Absprache zwischen den Prozessbeteiligten. Im Rahmen eines Täter-Opfer-Ausgleichs wurden Schadenersatzzahlungen von insgesamt 150.000 Euro vereinbart. Allein auf die beiden Hauptangeklagten entfallen davon jeweils 70.000 Euro.

Die Angeklagten hatten über das selbst eingerichtete Internetportal iStreams.to zwischen Oktober 2011 und Februar 2016 illegale Streamingdienste angeboten. Dabei sollen sie das Signal von Sky geknackt und dann günstiger unverschlüsselt angeboten haben. Rund 7.400 Internetnutzer griffen laut Staatsanwaltschaft zu und buchten insgesamt mehr als 20.000 Streaming-Pakete.
Laut Staatsanwaltschaft sollen die Angeklagten rund 250.000 Euro vereinnahmt haben, die Kammer ging am Ende von einem niedrigeren Betrag aus.
Sky hatte den Schaden durch entgangene Abonnements vor Prozessbeginn auf mehr als 3,1 Millionen Euro beziffert.

https://meedia.de/newsline-detail/sky-bewaehrungsstrafen-im-prozess-um-computerbetrug-mit-guenstigem-pay-tv/

Debatte zu Schäden durch illegales Streaming

Meinungsbarometer.info hat eine Debatte zu einer Studie im Auftrag des Verbandes vaunet gestartet, nach der der Schaden durch illegales TV-Streaming sich hierzulande auf insgesamt 700 Mio € beläuft. Bisher gibt es zwei Beiträge:

„VERBAND FÜR NEUE REGELN GEGEN INTERNET PIRATERIE – Wo die EU nachjustieren sollte“ von Jörg Weinrich, Geschäftsführender Vorstand IVD – Interessenverband des Video- und Medienfachhandels in Deutschland e.V.

„700 MILLIONEN SCHADEN DURCH ILLEGALES STREAMING DURCHAUS PLAUSIBEL – Warum dem Problem technisch kaum beizukommen sein dürfte“ von Prof. Dr. Mathias Schwarz, Direktor für Internationales, Service & Recht II, Leiter Sektionen Kino und Animation, Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen e.V

Studie zur Fernsehpiraterie

Nach einem Gutachten von Goldmedia im Auftrag vom VAUNET – Verband Privater Medien nutzen 1,9 Millionen Personen in Deutschland regelmäßig illegale Live-TV-Signale und ersetzen dadurch in hohem Maße die Nutzung legaler Bewegtbildangebote. Zu den meistgenutzten illegalen linearen TV-Inhalten gehören insbesondere Sport, fiktionale Inhalte und Dokumentationen.

Den Medienunternehmen entgehen damit Einnahmen von mehr als 430 Millionen Euro pro Jahr. Insgesamt, also inklusive der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsstufen, liegt der Umsatzschaden sogar bei rund 700 Millionen Euro. Damit verbunden sind Steuerausfälle von jährlich 170 Millionen Euro.

Besonders intensiv ist die Fernsehpiraterie bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 23 Jahren: Fast ein Drittel der Gesamtnutzung illegaler linearer TV-Streams entfällt auf diese Altersgruppe. Den höchsten Anteil illegaler Nutzung machen junge Männer im Alter von 18 bis 23 Jahren aus: 12 Prozent der Zielgruppe nutzen regelmäßig illegale lineare TV-Streams, im Durchschnitt 90 Minuten pro Tag. Die überwiegende Mehrheit der jungen Männer bewerten den Zugang zu illegalen TV-Inhalten als einfach oder sehr einfach.

https://www.vau.net/pressemitteilungen/content/fernsehpiraterie-verursacht-wirtschaftlichen-schaden-700-millionen-euro

Frankreich: 2017 etwas weniger Piraterie

Laut einer von EY veröffentlichten Studie über „Piraterie in Frankreich“, sank die Zahl der Piraten zwischen 2016 und 2017 von 11,6 Millionen Menschen, die illegal Inhalte pro Monat konsumieren, auf 10,6 Millionen (-8%). Im Durchschnitt konsumierte jeder Pirat 4% weniger illegale Inhalte als 2016.
Die Zahl der Hardcore-Piraten, die in den letzten 12 Monaten keine legalen Inhalte konsumiert haben, blieb mit einem leichten Anstieg von 0,2% stabil.
Im Durchschnitt laden 6,6 Millionen Piraten Streaming-Inhalte pro Monat herunter.
94% der Piraten laden Filme illegal herunter.

Der illegale Konsum audiovisueller Inhalte verursacht für den französischen Film- und audiovisuellen Sektor Umsatzeinbußen von 1,18 Milliarden Euro, das sind 10 % weniger als 2016. Der Staat ist einer der größten Verlierer mit einem Verlust von 408 Millionen Euro im Jahr 2017 (gegenüber 430 Millionen im Jahr 2016).
https://www.ey.com/fr/fr/newsroom/news-releases/communique-de-presse-ey-piratage-de-contenus-audiovisuels-en-france

EUIPO: Produktfälschungen kosten 60 Mrd. Euro und 434.00 Arbeitsplätze

Nach aktuellen Untersuchungen des Amtes der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) entgehen 13 Wirtschaftszweigen durch betrügerische Nachahmungen jährlich Einnahmen in Höhe von 60 Mrd. EUR.
Da die rechtmäßigen Hersteller aufgrund des Angebots an gefälschten Produkten weniger produzieren und entsprechend weniger Arbeitskräfte beschäftigen, gehen in diesen Branchen somit außerdem 434 000 Arbeitsplätze unmittelbar verloren.
Nach den Schätzungen des Berichts belaufen sich die Verluste aufgrund von betrügerischer Nachahmung in den 13 Wirtschaftszweigen auf 5,9 % der jährlich in Deutschland erwirtschafteten, direkten Umsätze. Dies entspricht einem jährlichen Wert von etwa 8,3 Mrd. EUR oder 103 EUR pro Einwohner Deutschlands.
Die Untersuchung erstreckte sich auf die folgenden 13 Wirtschaftszweige: Kosmetika und Körperpflegeprodukte, Bekleidungsstücke, Schuhware und Accessoires, Sportartikel, Spielzeug und Spiele, Schmuckwaren und Uhren, Taschen und Koffer, bespielte Tonträger, Spirituosen und Wein, pharmazeutische Erzeugnisse, Pestizide, Smartphones, Batterien und Reifen.
Außerdem enthält der Bericht einen Überblick über die Maßnahmen nationaler, regionaler und internationaler Stellen, mit denen gegen Verletzungen von Rechten des geistigen Eigentums vorgegangen wird.

Pressemitteilung
https://euipo.europa.eu/tunnel-web/secure/webdav/guest/document_library/observatory/docs/Press_releases/Spring_campaign_Press_release_final_DE_Germany.pdf

Bericht über: https://euipo.europa.eu/ohimportal/de/news/-/action/view/4542115

Spanien: Weiterhin hohe Schäden durch Piraterie

Nach einem Bericht der „Coalition of Creators and Content Industries” wurde in Spanien 2017 etwas mehr als vier Milliarden Mal auf unlizenzierte digitale Inhalte zugegriffen. Dies entspricht fast 21,9 Milliarden Euro an Umsatzeinbußen; gegenüber 2016 ist dies ein Rückgang von 6%.

Wichtigster Pirateriemarkt sind Filme: In 2017 wurden 726 Millionen Filme illegal abgerufen. Dies entspricht einem Marktwert von 5,7 Milliarden Euro gegenüber 6,9 Milliarden im Jahr 2016.
35% der Zugriffe erfolgten während der Film noch in Kinosälen lief (2016 noch 33%).

Filme sind bei Piraten am beliebtesten, 34% nutzen diese ohne zu bezahlen. Danach kommen TV-Sendungen (30%), eBooks (24%) und  Musik (22%) gefolgt von Videospielen (11%) und Fußball (10%).

Trotz eines Rückgangs um mehr als 37% enthält mehr als ein Viertel der auf Piratenseiten erscheinenden Werbung immer noch bekannte Marken. Dies müsse weiter verbessert werden, so die Koalition.

Nach Ansicht der Nutzer wären die wirksamsten Maßnahmen gegen Piraterie die Sperrung der Webseiten (78%) und die Bestrafung der Internetanbieter (73%).

https://torrentfreak.com/piracy-falls-6-in-spain-but-its-still-a-multi-billion-euro-problem-180409/

US-Studie belegt Schäden durch Safe-Harbour

Der amerikanische Professor Stan J. Liebowitz hat die Schäden der Safe Harbour-Regelung für Urheberrechtsinhaber detailliert untersucht. Mit der Safe-Harbour-Regelung werden Internetdiensteanbieter vor der Haftung für Urheberrechtsverletzungen geschützt, solange sie rechtsverletzende Inhalte unverzüglich entfernen.

Die Liebowitz-Analyse zeigt, dass Safe Harbor Internetseiten mit von Nutzern hochgeladenen Inhalten einen unfairen und ineffizienten Vorteil bei Verhandlungen mit den Rechteinhabern verschafft, da sie entweder gar nicht für Urheberrechte zahlen müssen oder zumindest deutlich weniger als den Marktpreis (value gap). Empirische Studien belegen diese Schlussfolgerung.

Zudem benachteiligen die Safe-Harbor-Gesetze Anbieter, die Rechte einkaufen. Diese haben dadurch geringere Umsätze und zahlen so auch weniger an die Urheber.

Zudem liefern einige der Webseiten mit von den Nutzern hochgeladenen Inhalten Informationen an verbundene Unternehmen (YouTube zu Google). Deren Wert wird beim value gap bisher gar nicht berücksichtigt. US-Studie belegt Schäden durch Safe-Harbour weiterlesen

Steuerbetrug: Beschlagnahmen bei Amazon

Erstmals sind deutsche Finanzbehörden in größerem Umfang gegen den seit Jahren bekannten Mehrwertsteuerbetrug bei Amazon vorgegangen. Kurz vor Weihnachten haben Steuerfahnder Waren von knapp 100 chinesischen Händlern in Amazon-Lagern beschlagnahmt und deren Guthaben bei Amazon einfrieren lassen.

Die Senatsverwaltung für Finanzen in Berlin äußert sich aus ermittlungstaktischen Gründen nicht, auch Amazon verweigert der Presse weitere Angaben, soll aber voll umfänglich mit den Behörden kooperieren.

Branchenexperten schätzen den Betrag, der dem Fiskus pro Jahr entgeht, auf bis zu einer Milliarde Euro. Mehr als 10.000 chinesische Händler sollen über Amazon in Deutschland ihre Waren anbieten, 432 davon sind beim Finanzamt steuerlich registriert.
Die zuständigen Behörden in Neukölln setzen gerade neun Mitarbeitern dafür ein.
Dass es auch anders geht zeigen die Briten: Kein Verkauf ohne britische Steuernummer und bei Verstößen haften die Plattformbetreiber.

http://www.handelsblatt.com/my/unternehmen/handel-konsumgueter/steuerbetrug-auf-onlineplattformen-zugriff-im-lager-von-amazon/20808258.html

Streaming: 50 Mrd. Verlust durch Piraterie bis 2022

Nach einer aktuellen Studie des Digital TV Research werden Streaminganbieter wie Netflix oder Amazon durch Piraterie zwischen 2016 und 2022 einen Verlust an Abonnement- und Werbeeinnahmen in Höhe von 52 Milliarden US-Dollar erleiden.

Der Verlust bezieht sich auf insgesamt 138 Länder. Im Jahr 2016 betrugen die Einnahmen aus legalen Streaming-Diensten 37 Milliarden US-Dollar gegenüber 26,7 Milliarden US-Dollar, die durch Piraterie verloren gingen.

https://www.digitaltvresearch.com/ugc/press/219.pdf

http://variety.com/2017/tv/news/piracy-cost-streaming-players-over-50-billion-1202602184/