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Russland: 9.500 Piraterieseiten gesperrt – Legale Umsätze steigen

Die russische Behörde Roskomnadzor berichtet, dass genau vier Jahre nach Inkrafttreten der Änderungen des Anti-Pirateriegesetzes mehr als 9.500 Piraterieseiten in Russland blockiert werden.

Unter Berufung auf Marktforschungsunternehmen stellt die Behörde fest, dass allein im Jahr 2018, die führenden Piraterieseiten für Serien und Filmen insgesamt fast 130 Millionen Zuschauer verloren haben, nachdem der Zugang zu ihnen eingeschränkt wurde.
Die legale Videoindustrie konnte ihren Umsatz im dritten Jahr in Folge steigern. Während 2016 die Wachstumsrate im Vergleich zum Vorjahr 32% und 2017 42% betrug, waren es 2018 bereits 56%.

https://tass.ru/ekonomika/6395414

MPAA: Zahlen zu Sperrungen

Torrentfreak berichtet aus einem Vortrag von MPAA-Mitarbeiter Okke Delfos Visser, (Vice President, Head Legal Department EMEA), nach dem es derzeit in 31 Ländern Sperrungen von Piraterieseiten gibt. Die Internetprovider in diesen Ländern sperren insgesamt 3.966 Webseiten mit 8.150 Domainnamen.

Keine Sperrungen gibt es in Afrika und Nordamerika. Relativ viele hingegen in Westeuropa. Allerdings gibt es dort große Unterschiede. Portugal und Italien scheinen mit 944 bzw. 855 blockierten Websites am gründlichsten zu sein. Die Niederlande haben nur eine, die Visegradstaaten gar keine Sperrungen.

Basis der Sperren sind in rund 42% der Fälle Verwaltungsverfahren (Italien, Russland und Portugal), der Rest entfällt auf Zivil- (53%) und Strafrechtsfälle (5%).

Auch wenn engagierte Piraten viele Möglichkeiten haben, Sperren zu umgehen, weist die MPA aber darauf hin, dass die Sperrung von Webseiten insgesamt funktioniert.

https://torrentfreak.com/nearly-4000-pirate-sites-are-blocked-by-isps-around-the-world-190210/

Russland: Content Delivery Networks als Piraterielieferanten

Ein Bericht des Moskauer Cybersicherheitsunternehmens Group-IB, der TorrentFreak vorliegt, zeigt, dass 80% der raubkopierten Filme in Russland inzwischen gestreamt werden, bei Fernsehsendungen sogar 90%.
In 87% der Fälle erscheinen die öffentlichen illegalen Kopien zuerst auf Torrent-Websites, bevor sie auf anderen Plattformen angeboten werden.
Dabei werden mittlerweile Tausende von Webseiten über Piraterie Content Delivery Networks (CDN) mit Inhalten versorgt. Group-IB hat 15 solche CDN-Anbieter identifiziert, davon vier große Unternehmen. Eines der CDNs hat rund 300.000 Dateien, die auf mehr als fünf Petabyte Serverspeicherplatz liegen.

Diese Server liegen allerdings meistens nicht in Russland, sondern in Europa und da insbesondere in niederländischen Datacentern in der Nähe der Internet-Backbones.

Die CDNs bieten aber nicht nur Speicherplatz, sondern zusätzliche Dienstleistungen wie Werbung (Wetten und Online-Casinos) oder Updateservices für neue Filme und Filmbeschreibungen.

https://torrentfreak.com/pirate-powered-cdns-operate-innovative-illicit-streaming-model-190203/

US Gericht hält sich nicht für zuständig

Ein US-Bundesgericht in Virginia hat die Klage gegen einen russischen YouTube-Ripper abgewiesen, da sich das Gericht nicht für diese ausländische Seite für zuständig hält. Dem Gericht reichte es nicht aus, dass die Seite in den USA verfügbar ist und dort viele Besucher hat.
Auch sah man keinen kommerziellen Vertrag, obwohl die Seite Einnahmen von Nutzern durch Werbung generiert.
https://torrentfreak.com/youtube-ripper-wins-dismissal-of-record-labels-us-piracy-lawsuit-190123/

USA: Russen klagen auf Wiederherstellung des Facebook Accounts

Die russische Federal Agency of News (FAN) hat Facebook bei einem kalifornischen Gericht auf Wiederherstellung ihres Facebook-Auftritts verklagt. Die Seite war von Facebook gelöscht worden, weil sie mit Fake-News und der Einflussnahme auf US-Wahlen in Verbindung gebracht wurde.

https://futurezone.at/digital-life/russische-nachrichten-seite-klagt-facebook-wegen-zensur/400330584

Russland: Google droht Geldbuße

In Russland tätige Suchmaschinen sind verpflichtet, sich mit einer zentralen Datenbank zu verbinden, um sicherzustellen, dass dauerhaft blockierte Webseiten nicht in den Suchergebnissen erscheinen. Nach Angaben der Behörde Roscomnadzor hat Google es versäumt, sich mit der vorgeschriebenen Blacklist zu verbinden, so dass nun wegen Nichteinhaltung Geldbußen verhängt werden müssen.
https://torrentfreak.com/google-faces-fines-for-site-blocking-regulation-non-compliance-181103/

Russland: Datenbank für illegale Angebote

Nach Gesprächen der Telekom-Überwachungsbehörde Roskomnadzor mit den Internet-Unternehmen Yandex, Google und Mail.ru sowie Vertretern der Medienwirtschaft scheint ein außergerichtliche Verfahren entworfen zu werden, welches Suchergebnisse, die zu illegalen Inhalten linken, vermeiden soll. Dem vorangegangen waren Auseinadersetzungen mit Yandex, die zu einer Sperre von Yandex hätten führen können.

Im Ergebnis sollen Google, Yandex und andere führende Internetunternehmen in Russland einen Datenbank mit rechtsverletzenden Inhalten wie Filmen, Fernsehsendungen, Spielen und Software schaffen. Diese Datenbank soll regelmäßig abgefragt werden, um entsprechende Inhalte innerhalb von sechs Stunden aus den Suchergebnissen zu entfernen.

https://torrentfreak.com/google-yandex-discuss-creation-of-anti-piracy-database-180924/

Russland: Online-Casinos sorgen für Piraterieangebot

Das Cybersicherheitsunternehmen Group-IB weißt daraufhin, dass in Russland inzwischen fast alle aktuellen Filme illegal angeboten werden. Eine besonders aktive Gruppe von Piraten wird von Online-Casinos finanziert. Die Online-Casinos integrieren ihre Anzeigen in die Raubkopien in Form von Logos, Bildunterschriften oder als Audiospuren.
https://torrentfreak.com/piracy-is-booming-in-russia-with-help-from-online-casinos-180923/