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Online-Erfahrungen von 9- bis 17-Jährigen – Bloß nicht zu genau hinschauen

Mit 52 Seiten hat das Leibnitz Institut für Medienforschung viel aus einer Umfrage zu den „Online-Erfahrungen von 9- bis 17-Jährigen
unter lediglich 1044 Kindern und Jugendlichen (und jeweils einem Elternteil) herausgezogen.

Leider krankt die Studie an so unscharfen Kategorien und Fragestellungen, dass man aus Sicht des Jugendmedienschutzes mit den Ergebnissen wenig anfangen kann. Unproblematische Inhalte werden mit Inhalten vermischt, die für Kinder und Jugendliche nicht zugelassen sind oder gar strafrechtlich problematisch sind.

Dies zeigt sich u.a. bei Cyber-Groming (sexuelle Ansprache) wo nicht einmal versucht wird, zwischen einer Ansprache durch Gleichaltrige oder Erwachsene zu unterschieden. Was soll man mit einem Ergebnis wie „30 Prozent der befragten 12- bis 17-Jährigen geben an, in den letzten zwölf Monaten online bzw. im Internet nach sexuellen Dingen gefragt worden zu sein, obwohl sie diese Fragen eigentlich nicht beantworten wollten.“ anfangen?

Ebenso wenig hilfreich ist es, nackte Menschen und Pornographie in einen Fragekomplex zu packen:
„IN DEN LETZTEN 12 MONATEN hast du viele verschiedene Dinge gesehen – z. B. Bilder, Fotos, Videos.
Manchmal können diese sexuell sein, z. B. mit nackten Menschen oder Menschen beim Sex. Vielleicht hast du so etwas noch nie gesehen, oder du hast so etwas auf einem Mobiltelefon, in einem Magazin, im Fernsehen, auf einer DVD oder im Internet gesehen. In den nächsten Fragen geht es um solche Dinge.“

Das Ergebnis, dass Film und Fernsehen die zweitwichtigste Quelle sexueller Inhalte sind, zeigt, dass die Befragten Inhalte, die u.U. von den Selbstkontrollen sogar für Kinder freigegeben sind, mit harter Pornographie vermischen.
„Am zweithäufigsten kommen die Befragten mit sexuellen Darstellungen in Film und Fernsehen in Berührung (13% nie), gefolgt von Printmedien wie Zeitschriften und Büchern (29% nie).“

Dieser Mix hat den Vorteil, dass die Ergebnisse relativiert werden können. Es ist ja alles gar nicht so schlimm. Damit kann eine jahrelange Untätigkeit in Sachen Jugendschutz im Netz legitimiert werden.

Diesem Ansatz folgend, kann man verstehen, wieso man nicht die 9 bis 11-jährigen Kinder nach ihren Erfahrungen mit sexuellen Inhalten oder sexueller Ansprache im Netz fragt. Problematische Ergebnisse verhindert man, indem man erst gar nicht danach fragt.

Wer die Antwort wissen will, sei auf eine Studie aus dem Jahr 2011 verwiesen:
Mehr als ein Viertel der 14- bis 17-jährigen (28%), fast jeder fünfte 10- bis 13-jährige (19 %) und jeder vierzehnte der 6- bis 9-jährigen (7 %) Internetuser hat zwischen Januar und Juni des Jahres 2011 bewusst auf einer Webpräsenz mit jugendgefährdenden pornographischen Inhalten gesurft.

Großbritannien: AVS-Pflicht wohl erneut verschoben

Nach Angaben von Sky News soll das Altersverifikationsprogramm der Regierung für Pornoseiten zum dritten Mal verschoben werden. Die Regierung hat es wohl versäumt, die Europäische Kommission bei der Festlegung der Leitlinien der Regulierungsbehörde im Parlament Ende 2018 zu informieren. Man rechnet mit einer Verschiebung von 6 Monaten. Eigentlich sollte die Regelung am 15. Juli in Kraft treten.

Eine offizielle Erklärung auf der Seite des Ministeriums oder des BBFC gibt es nicht. Die BBFC-Internetseite für diesen Bereich, www.ageverificationregulator.com, gibt noch den 15. Juli als Starttermin an.

https://news.sky.com/story/porn-age-verification-scheme-delayed-for-third-time-11745544

Großbritannien: Altersüberprüfung Pornografie beginnt im Juli

Das Vereinigte Königreich wird das erste Land der Welt sein, das eine wirksame Alterskontrolle für Online-Pornografie einführt. Nach mehreren Verschiebungen soll diese nun am 15. Juli 219 starten.
https://www.gov.uk/government/news/age-verification-for-online-pornography-to-begin-in-july

https://webschauder.de/grossbritannien-altersverifikation-fuer-internetpornographie-soll-bis-zum-ende-des-jahres-stehen/

Steam bietet Rape-Game an

Der Kommentar auf Heise.de ist eindeutig: Ein Rape-Game auf Steam sollte niemanden mehr überraschen, denn Steam fordert das geradezu heraus.
Zugelassen wird alles, solange man 86 Euro bezahlt. Deshalb gibt es auf Steam seit Jahren reihenweise Nazi-Spiele, dreiste Plagiate, pornografische Inhalte und Fake Games.
Erst wenn sich jemand laut genug über einen besonders eklatanten Ausreißer aufregt, wird ein Spiel entfernt.
Die Konkurrenz (Sony, EA, Microsoft, Epic und andere) machen sich hingegen die Mühe die Spiele zu prüfen, bevor man sie im Store verkauft.

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Kommentar-Ein-Rape-Game-auf-Steam-sollte-niemanden-mehr-ueberraschen-4327907.html

Großbritannien: Internetpornographie auch mit Codekarte aus dem Laden

Ergänzend zu Altersverifikationssystemen im Netz, soll es in Großbritannien zukünftig auch anonyme Freischaltkarten geben, die im Laden gekauft werden können. Die Karte soll etwa 10 Pfund (ca. 11 Euro) kosten. Der Verkäufer muss im Zweifel einen Blick auf den Reisepass oder Führerschein werfen, um das Alters zu prüfen.
Hintergrund ist, dass in Großbritannien, Internet-Pornographie künftig nicht mehr für Minderjährige zugänglich sein soll.
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Grossbritannien-Codekarte-aus-dem-Laden-soll-Zugang-zu-Online-Pornographie-oeffnen-4048139.html

Vgl. auch
http://webschauder.de/grossbritannien-altersverifikation-fuer-internetpornographie-soll-bis-zum-ende-des-jahres-stehen/

Großbritannien: Altersverifikation für Internetpornographie soll bis zum Ende des Jahres stehen

Laut diversen Presseberichten hat die Pornoholding Mindgeek (Pornhub, Redtube etc.) kundgetan, dass in Großbritannien zukünftig die Volljährigkeit der Nutzer über AgeID geprüft werden soll. Dies wird notwendig, da die britische Regierung über den Digital Economy Act 2017 Internetpornoanbieter verpflichtet, die Volljährigkeit der Nutzer zu prüfen.
Eigentlich sollte das Gesetz in Kürze in Kraft treten, nun hat die Regierung aber darüber informiert, dass man dem mit der Kontrolle betrauten British Board of Film Classification (BBFC) noch etwas mehr Zeit gibt. Bis zum Ende des Jahres soll dann aber alles umgesetzt sein. Großbritannien: Altersverifikation für Internetpornographie soll bis zum Ende des Jahres stehen weiterlesen

Luxemburg: XBTs Pirateriedienstleistungen

In einem von dem ehemaligen britischen MI6-Agenten Christopher Steele erstellten Dossier über Donald Trump wird auch das Unternehmen XBT erwähnt. Der Chef des Unternehmens, Aleksej Gubarev, klagt nun wegen der Veröffentlichung des Berichts u.a. gegen Buzzfeed.
Diese laufenden gerichtlichen Auseinandersetzungen waren für den „The Kansas City Star“ Grund, sich das aus Zypern betriebene Luxemburger Unternehmen XBT einmal genau anzusehen und zu beschreiben.
In dem ausführlichen Bericht werden zahlreiche Zusammenhänge und Dienstleistungen von XBT für Pirateriedienste und pornographische Seiten erfasst. Darunter der Pirateriehoster Webzilla oder die Piraterieseiten freakshare und hotfile. Letztendlich scheint das Unternehmen sogar direkt oder indirekt für kinox.to. gearbeitet zu haben. Luxemburg: XBTs Pirateriedienstleistungen weiterlesen

Kinder im Netz: 73 % der der Eltern sorgen sich

73 Prozent der Eltern in Deutschland sorgen sich um die Sicherheit ihrer Kinder beim Surfen im Netz. Zu den Gefahren wird der Kontakt zu Fremden, verstörende Gewalt- oder Pornografie-Inhalte, Cybermobbing, Datenklau, Viren und vieles mehr gezählt.
Mehr zum aktuellen Jugendmedienschutzindex unter:

http://www.fsm.de/de/jugendmedienschutzindex

http://www.zeit.de/digital/internet/2017-11/jugendmedienschutzindex-internet-sicherheit-kinder-jugendliche

Studie: Kinder sehen Pornografie im Internet oft ungewollt

Laut einer Studie der Universitäten Hohenheim und Münster hat die Hälfte von 1048 Teilnehmern einer repräsentativen Umfrage unter 14- bis 20-Jährigen angegeben, Hardcore-Pornografie gesehen zu haben. In der Gruppe der 14- und 15-Jährigen hätten dies ein Drittel erklärt.
Rund die Hälfte der Begegnungen mit Pornografie im Netz sei ungewollt gewesen.
Der Zugang erfolgte zu 70 Prozent über Laptop, Computer oder Smartphone. Andere Medien wie Fernsehen, Video oder Zeitschriften haben weitgehend ausgedient.

https://www.uni-hohenheim.de/pressemitteilung?tx_ttnews%5Btt_news%5D=37983&cHash=91bc3a6dc5c6b9304555ab08df7da545

Vgl. auch:
http://5451603478074.hostingkunde.de/neue-forschungsergebnisse-zur-nutzung-pornographischer-internetangebote-durch-kinder-und-jugendliche/

 

Pornhub gesetzeskonform (zumindest in Russland)

Die Pornographiestreamingseite Pornhub sorgt in Russland ab sofort dafür, dass nur erwachsene Nutzer die pornographischen Inhalte zu sehen bekommen. Diese müssen sich über die Social Media Seite VKontakte einloggen. Um VKontakte nutzen zu können, benötigt man eine Handynummer. SIM-Karten dürfen in Russland nur an Erwachsene verkauft werden.
Dmitry Kolodin, ein Vertreter von Pornhub, erläuterte “We are forced to adhere to Russian law in order to continue working actively on Russia’s territory”.

In Deutschland verstößt das Portal hingegen mangels Verfolgungsdruck weiterhin ungehindert gegen die entsprechenden Gesetze (§ 4 JMStV, § 184 StGB, § 184d StGB). Pornhub gesetzeskonform (zumindest in Russland) weiterlesen

Österreich: Studie erfasst auch illegale Bewegtbildnutzung

Nach einer Studie der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH Österreichs erfolgt die Bewegtbildnutzung der Österreicher überwiegend aus dem TV-Programm; 88,2 % inklusive laufenden, aufgenommenen und online abrufbaren Inhalten. DVDs etc. machen 2,3 % aus.
Online-Videos haben einen Anteil von 9,4 %. Dieser ist aber sehr altersabhängig. Bei den 14-19jährigen liegt dieser bei 26 %, bei den 30-59jährigen bei 8 % und in der Gruppe 60+ nur bei einem Prozent.

Die erfassten Videoplattformen teilen sich wie folgt auf:

Unter den kostenlosen Videoportalen sind auch die illegalen Angebote, von denen zwei namentlich ausgewertet wurden kinox.to und burning series. Beide zusammen sind bei den Jugendlichen fast so wichtig, wie Amazon Prime.
Bei den über 59jährigen spielen solchen Seiten hingegen keine Rolle, dort haben aber Pornostreamingseiten einen Anteil von 6%.
Da die Angaben auf Befragungen beruhen ist davon auszugehen, dass die illegale Nutzung nicht vollständig zugegeben wurde. Die entsprechenden Werte dürften als Mindestwerte zu betrachten sein.

„DIE KONKURRENZ AUS DEM NETZ – OTT-DIENSTE IN MEDIEN UND TELEKOMMUNIKATION“
unter:
https://www.rtr.at/de/inf/Konkurrenz_aus_dem_Netz_OTT/Die_Konkurrenz_aus_dem_Netz_OTT-Dienste.pdf