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Ausgangsperren führen zur steigenden Torrent Downloads

Anhand von Daten, der Seite iknowwhatyoudownload.com zeigt Torrentfreak, dass Ausgangssperren zu einer Steigerung des BitTorrent-Verkehrs führten. Je strenger die Sperre umso stärker scheinen die Auswirkungen auf die BitTorrent-Aktivitäten zu sein.

In Italien erreichten die Zahl der Downloads als auch die genutzten IP-Adressen am ersten Tag der Ausgangssperre, dem 9. März, neue Höchststände. Danach stiegen sie einige Tage lang weiter an, um sich dann zu stabilisieren. Am 8. März gab es 592.000 Downloads und 213.000 IP-Adressen. Eine Woche später lagen diese Zahlen bei bis zu 810.000 bzw. 304.000 IP-Adressen.

Auch in Spanien gab es einen ähnlichen Trend, der mit den Sperrmaßnahmen zusammenfiel. Die spanische Regierung ordnete die Sperrung am 14. März an. Genau an diesem Tag erreichten sowohl die Zahl der Downloads als auch der eindeutigen IP-Adressen neue Höchststände. Eine Woche nach Beginn der Abriegelung stiegen die gemeldeten Downloads und IP-Adressen um etwa ein Drittel.

Auch in Frankreich ist die Wirkung der landesweiten Maßnahmen deutlich sichtbar. Auch hier erreichten beide Zahlen an dem Tag, an dem die Sperre in Kraft trat, einen Jahreshöchststand und stiegen in den folgenden Tagen noch weiter an.

Weniger stark ist der Trend in Großbritannien. In den Niederlanden und in Schweden gibt es keine großen Änderungen.

https://torrentfreak.com/covid-19-lockdowns-directly-impacted-torrent-download-numbers-in-several-countries-200413/

Abmahnungen in P2P-Netzwerken

Abmahnungen in Tauschbörsen sind immer noch Thema, wie aktuelle Berichte aus Schweden und den USA zeigen.

In Schweden hat die Zahl der Klagen gegen mutmaßliche Filesharing-Piraten in 2019 einen Rekordstand erreicht. Insgesamt wurden mehr als 60.000 IP-Adressen von angeblichen BitTorrent-Benutzern angegriffen.
Dabei sollen vier ISPs zur Offenlegung von Daten aufgefordert worden sein. Telia war mit 31.572 IP-Adressen das Hauptziel, gefolgt von Com Hem (19.520), Telenor (9.276) und Tre (312).
Die Zahlen stammen vom ISP Bahnhof, der selber keine Angaben zu Kunden macht.

Auch in den USA erhalten Bundesgerichte immer noch mit Klagen gegen mutmaßliche Bittorrent-Piraten. Da die Rechtsprechung aber nicht überall gleich ist, meidet zumindest die die Strike 3 Holding manche Gerichte und manche Richter.

https://torrentfreak.com/bittorrent-copyright-troll-lawsuits-skyrocket-in-sweden-200214/

https://torrentfreak.com/copyright-troll-drops-lawsuits-when-it-gets-the-wrong-judge-200216/

AG Charlottenburg: P2P-Abmahnungen gegen einen Polen nach deutschem Recht

Für die Mandantschaft Astragon Entertainment konnten die Nimrod Rechtsanwälte die Ansprüche aus Urheberrechtsverletzung gegen einen polnischen Beklagten aus Polen nach deutschem Recht durchsetzen. Das Gericht schrieb zur Zuständigkeit deutscher Gerichte und zur Anwendbarkeit deutschen Rechts folgendes:
„Das angerufene Gericht ist international und örtlich zuständig. Die internationale Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 7 Abs. 2 EuGVVO, da die Handlung in Deutschland begangen wurde. Da der Beklagte seinen Wohnsitz nicht in Deutschland hat, ist gemäß schreibe § 104 a Abs. 1 Satz 2 UrhG das Gericht zuständig, in dessen Bezirk die Handlung begangen wurde. Da die Handlung über das Internet begangen wurde, ist die Zufälligkeit auch in Berlin eröffnet (sogenannter fliegender Gerichtsstand gemäß § 32 ZPO).“.

https://nimrod-rechtsanwaelte.de/2019/11/22/amtsgericht-charlottenburg-verurteilt-polnischen-filesharer-vollumfaenglich-nach-deutschem-recht-deutsches-recht-ist-auf-diese-faelle-anwendbar/

LG Stuttgart hält Deckelung der P2P-Abmahnkosten für europarechtswidrig

Nach Ansicht des LG Stuttgart ist die Deckelung der anwaltlichen Abmahnkosten bei P2P-Urheberrechtsverletzungen (§ 97a Abs. 3 Satz 2 UrhG) nicht mit Art. 14 der Durchsetzungsrichtlinie-Richtlinie vereinbar.
Der Abgemahnte hat die vollen Abmahnkosten zu erstatten.
[LG Stuttgart, 09.05.2018, Az.: 24 O 28/18].

https://www.dr-bahr.com/news/keine-deckelung-der-anwaltlichen-abmahnkosten-bei-p2p-urheberrechtsverletzungen.html

Vgl. auch: https://aw3p.de/archive/tag/lg-stuttgart-urteil-vom-09-05-2018-az-24-o-28-18

Neue Tauschbörsenurteile

Die Kanzlei Waldorf Frommer informiert über zwei Tauschbörsenverfahren, bei denen der Rechteinhaber gewonnen hat:

In einem Verfahren vor dem Landgericht Köln hat der Beschuldigte sich nicht auf eine andere Person herausreden können, da ein auch den Internetanschluss nutzendes Familienmitglied als Täter der Rechtsverletzung nicht ernsthaft in Betracht kommt, wenn dieses auf Nachfrage die Rechtsverletzung abstreitet und der Anschlussinhaber sich mit dieser Antwort zufrieden gibt.
[Landgericht Köln vom 15.02.2018, Az. 14 S 18/17]
https://news.waldorf-frommer.de/waldorf-frommer-rechtinhaber-gewinnen-berufung-in-tauschboersenverfahren-vor-dem-landgericht-koeln-ein-den-internetanschluss-nutzendes-familienmitglied-kommt-als-taeter-der-rechtsverletzung/

Vor dem AG Landshut hat der Beschuldigte seine sekundäre Darlegungslast nicht durch einen widersprüchlichen Vortrag erfüllen können.
[Amtsgericht Landshut vom 10.11.2017, Az 4 C 1319/16]
https://news.waldorf-frommer.de/waldorf-frommer-p2p-verfahren-nach-abmahnung-vor-dem-ag-landshut-sekundaere-darlegungslast-kann-nicht-durch-widerspruechlichen-vortrag-erfuellt-werden/

Bundesgerichtshof hebt „Datenmüll“-Entscheidung des LG Frankenthal auf

Eine Pressemitteilung der Kanzlei WALDORF FROMMER informiert darüber, dass der Bundesgerichtshof ein Urteil des Landgerichts Frankenthal aufgehoben und die Sache zur erneuten Entscheidung zurückverwiesen hat.
Streitpunkt war die Frage, ab wann beim Filesharing von einer Urheberrechtsverletzung auszugehen ist. Das LG Frankenthal war der Meinung, dass der Nutzer einer Tauschbörse erst dann haftbar zu machen sei, wenn er einen abspielbaren bzw. wahrnehmbaren Ausschnitt eines geschützten Filmes, Musikalbums etc. angeboten habe. Bundesgerichtshof hebt „Datenmüll“-Entscheidung des LG Frankenthal auf weiterlesen

Niederlande: Wiederholungstäter erwischt

In den Niederlanden hat ein 37-Jähriger eine Torrentseite mit tausenden von Filmen, Fernsehserien, Musik und E-Books betrieben, obwohl er bereits 2011 bei Strafe versprochen hatte, dies zu unterlassen. Der niederländischen Anti-Piraterieorganisation BREIN steht nun ein Vertragsstrafeanspruch von € 61.500 zu. Man hat sich aber auf eine niedrigere Strafe geeinigt.
https://stichtingbrein.nl/nieuws.php?id=476