Schlagwort-Archive: Niederlande

Niederlande: Massen-Uploader verurteilt

Ein Bezirksgericht in den Niederlanden hat einen Mann aus der Provinz Utrecht verurteilt, weil er sehr große Mengen an Filmen und Fernsehserien ins Usenet und Bittorrent hochgeladen hat.
Sechs Jahre lang war der Mann intensiv an den Websites Place2Home.org und Place2Home.net beteiligt, die 2018 im Auftrag von BREIN geschlossen wurden. Der Uploader muss seine Tätigkeit ein für allemal einstellen und neben den Verfahrenskosten auch Strafen bis zu 150.000 € zahlen.
Vier weitere große Uploader auf diesen Seiten hatten sich mit BREIN verglichen.

https://stichtingbrein.nl/grote-uploader-van-website-place2home-bijt-in-het-stof/

Niederlande: Gericht verbietet Facebook Werbung für Finanzbetrug zu schalten

Ein niederländisches Gericht hat Facebook angewiesen, Anzeigen zu entfernen, die das Abbild einer lokalen Berühmtheit missbrauchen, um betrügerische Bitcoin-Investitionen zu fördern. Sollte Facebook dies nicht tun, drohen Geldbußen von bis zu 1,1 Mio. Euro.

Der niederländische Industriemagnat John de Mol verklagte Facebook, nachdem das Unternehmen nicht auf wiederholte Aufforderungen reagiert hat und weiterhin Werbung schaltete, die sein Bild und das von anderen lokalen Prominenten missbrauchte und dazu führte, dass Investoren 1,7 Millionen Euro verloren.

In seiner Klage verlangte er auch, dass das Unternehmen Maßnahmen ergreift, um eine Wiederholung des Problems zu verhindern, und dass es ihm Informationen über die Betrüger hinter den Anzeigen übergibt.

Das Argument von Facebook, dass es sich nur um einen neutralen Informationskanal handelt und daher keine Handlungszwänge auferlegt werden können, gilt aus Sicht der Richter nicht. Facebook spielt eine zu aktive Rolle in Bezug auf Werbung, die das primäre Umsatzmodell von Facebook darstellt. Facebook bestimmt nicht nur die Tarife, sondern hat auch eine aktive Richtlinie darüber, welche Werbung auf Facebook und Instagram erscheint und welche nicht.

https://www.reuters.com/article/facebook-court-netherlands/dutch-court-orders-facebook-to-pull-financial-fraud-adverts-idUSL8N27R5JT

https://www.rechtspraak.nl/Organisatie-en-contact/Organisatie/Rechtbanken/Rechtbank-Amsterdam/Nieuws/Paginas/Facebook-moet-nepadvertenties-John-de-Mol-weren.aspx

Niederlande: Gericht verweigert Auskunftsrecht

Nach einer Entscheidung des Arnheimer Berufungsgerichtes muss der Internetprovider Ziggo keine Daten über illegale Downloads an den Filmverleih Dutch Filmworks weitergeben. Dieser hatte nach Namen und Wohnadressen zu IP-Adressen gefragt, die den Film „The Hitman’s Bodyguard“ heruntergeladen hatten.
Da dem Berufungsgericht unklar war, was mit den Daten gemacht werden soll, überwog aus Sicht der Richter der Datenschutz der Kunden.
https://nos.nl/artikel/2309167-ziggo-hoeft-gegevens-illegale-downloaders-niet-te-delen.html

Niederlande: Geldstrafe für illegales Pokerangebot

Die niederländische Gaming Behörde (KSA) hat der TSG Interactive Gaming Europe Limited eine Geldstrafe von 400.000 Euro auferlegt, weil sie auf der Website pokerstars.eu die Möglichkeit bietet, Poker um Geld zu spielen.
Das Anbieten eines Glücksspiels, um Geld zu gewinnen, ist in den Niederlanden nur mit Lizenz erlaubt.
https://kansspelautoriteit.nl/nieuws/nieuwsberichten/2019/september/boete-400-000-euro/

Internet-Selbstverwaltung a la RIPE NCC: Ein Offenbarungseid!

Für gelungene Selbstregulierungen im Wirtschaftsleben gibt es viele funktionierende Beispiele. Eines davon ist die Altersfreigabe für Filme und Games. Die Prozesse dazu verlaufen relativ geräuscharm und es gibt trotz vieler Prüffälle sehr wenig Dissonanzen.
Der Grund, warum das so ist, könnte in der der regulierten Selbstregulierung liegen, die allen Beteiligten auch Pflichten und Verantwortung zuweist.

RIPE NCC: Epic Fail
Das genaue Gegenbeispiel ist die Selbst“regulierung“ im Internet. Bereits im Frühjahr 2018 wurde in diesem Blog auf das Versagen von Selbstverwaltungen wie RIPE NCC (Réseaux IP Européens) hingewiesen. RIPE NCC ist für die Vergabe von Nummern und Namen im Internet für Europa und Teile Asiens zuständig. Andere Teile der Welt werden durch 4 weitere Schwester-Organisationen als Arm der weltweiten Internets-Selbstverwaltung ICANN abgebildet.
Obwohl RIPE NCC durch unseren Artikel über Kriminelle in den eigenen Reihen in Kenntnis gesetzt wurde, mischen die miesen Akteure weiter munter mit. Internet-Selbstverwaltung a la RIPE NCC: Ein Offenbarungseid! weiterlesen

BREIN schließt Facebook-Gruppe für illegale E-Books

Brein hat eine geschlossene Facebook-Gruppe zur Aufgabe gezwungen, in der mehr als 3.000 Mitglieder über 8.000 E-Books zum Download zur Verfügung stellten.
Aufgrund der gesammelten Beweise erhielt BREIN einen ex parte Gerichtsbeschluss. Daraufhin unterschrieben die vier Administratoren Unterlassungserklärungen, die sie zudem zu Strafzahlungen verpflichteten, die inzwischen zu Zahlungen von mehr als 6.000 Euro führten.
https://stichtingbrein.nl/brein-rolt-geheim-facebook-genootschap-op/

Niederlande: BREIN stoppt öffentlich zugänglichen Mediaserver

BREIN hat einen Plex-Medienserver mit vielen tausend Filmen und Episoden von Fernsehserien aus dem Internet entfernt. Die Filme und Fernsehserien auf dem Plex-Server wurden Dritten zur Verfügung gestellt. Zum Kundenkreis gehörten Besucher, die – ob gegen Entgelt oder nicht – Zugang zum Katalog auf dem Medienserver erhielten, um Filme und/oder Serien zu sehen. Die Kunden hatten auch die Möglichkeit, Anfragen für Filme und/oder Serien zu stellen, die sie gerne sehen würden und die anschließend zur Verfügung gestellt wurden. Der Service wurde auf Reddit.com und über die Chat-App ‚Discord‘ beworben. Die Filme hatte der Besitzer des Servers aus Torrent-Netzwerken und dem Usenet heruntergeladen.
https://stichtingbrein.nl/brein-stopt-publiek-delen-van-mediaserver/

Niederlande: Verkäufer illegaler Mediaplayer arrangiert sich mit BREIN

Ein Anbieter, der vorinstallierte Media Player mit illegalem IPTV-Zugang über einen Marktplatz verkaufte, hat sich mit BREIN verglichen. Neben der Auszahlung von Gewinnen hat er eine strafbewehrte Unterlassungserklärung unterzeichnet. Zukünftige Verstöße kosten ihn jeweils 500 Euro. Der Mann hat auch Informationen über die Herkunft der Player gegeben. Weitere Untersuchungen werden durchgeführt, um diese Quelle zu schließen.
https://stichtingbrein.nl/verkoper-illegale-mediaspelers-met-iptv-schikt-met-brein/

Jenseits von Cloudflare: Datacenter für Raubkopien – The hall of shame

Im Februar hat dieser Blog die Bedeutung von Cloudflare für die Internetpiraterie dargestellt.

Basis waren die TOP 5.000 der noch existierenden urheberrechtsverletzenden Seiten des Google-Transparency-Reports. Diese beinhalten mehr als 2,9 Mrd. Meldungen zur Löschung aus dem Google-Suchindex, welche wiederum 79% aller gemeldeten URLs ausmachten.
Von diesen 5.000 Domains wurden diejenigen abgezogen, die bei Firmen wie Team Internet, Sedo oder GoDaddy geparkt sind. Diese Domains existieren zwar noch, werden aber aktuell nicht für Urheberrechtsverletzungen genutzt.

Es verblieben noch 3.645 Domains. Von diesen 3.645 rechtsverletzenden Seiten liefen 41,9 % über Cloudflare. Sie sind ihrerseits für 44,7 % der bei Google gemeldeten Urheberrechtsverletzungen verantwortlich.
Wo aber liegen die anderen 58,1 % der Seiten oder 55,3 % der rechtsverletzenden Dateien? Dies wird nachfolgend genauer untersucht.

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Niederlande: Vorlage zum EUGH in Sachen Usenet

Der Oberste Gerichtshof der Niederlande hat in dem Fall BREIN gegen den Usenetbetreiber NSE mehrere Auslegungsfragen dem EUGH vorgelegt.
Der Usenetanbieter gewährte gegen Entgelt Zugang zu einer großen Anzahl von Dateien, darunter auch viele von Nutzern hochgeladene urheberrechtlich geschützte Werke. Er kopierte diese auf eigene Server und hielt sie dort verfügbar. Alles ohne Zustimmung der Rechteinhaber dieser Werke.
Der Oberste Gerichtshof stellt nun Fragen zur öffentlichen Wiedergabe, möglichen Haftungsbeschränkung oder einer aktiven Rolle des Usenetbetreibers sowie zu dem möglichen Formen einer gerichtlichen Anordnung.
https://stichtingbrein.nl/hoge-raad-vraagt-europese-rechter-of-commerciele-usenet-provider-inbreuk-maakt/

Niederlande: Gericht verweigert Auskunftsrecht

Ein niederländisches Gericht hat entschieden, dass der Internetprovider Ziggo keine persönlichen Daten von mutmaßlichen Piraten weitergeben darf. Die Filmgesellschaft Dutch Filmworks hatte die Daten zu 377 IP-Adressen angefordert, die eine Kopie von“The Hitman’s Bodyguard“ geteilt hatten.
https://torrentfreak.com/dutch-isp-does-not-have-to-expose-alleged-pirates-court-rules-190208/