Schlagwort-Archive: Niederlande

Niederlande: Geldstrafe für illegales Pokerangebot

Die niederländische Gaming Behörde (KSA) hat der TSG Interactive Gaming Europe Limited eine Geldstrafe von 400.000 Euro auferlegt, weil sie auf der Website pokerstars.eu die Möglichkeit bietet, Poker um Geld zu spielen.
Das Anbieten eines Glücksspiels, um Geld zu gewinnen, ist in den Niederlanden nur mit Lizenz erlaubt.
https://kansspelautoriteit.nl/nieuws/nieuwsberichten/2019/september/boete-400-000-euro/

Internet-Selbstverwaltung a la RIPE NCC: Ein Offenbarungseid!

Für gelungene Selbstregulierungen im Wirtschaftsleben gibt es viele funktionierende Beispiele. Eines davon ist die Altersfreigabe für Filme und Games. Die Prozesse dazu verlaufen relativ geräuscharm und es gibt trotz vieler Prüffälle sehr wenig Dissonanzen.
Der Grund, warum das so ist, könnte in der der regulierten Selbstregulierung liegen, die allen Beteiligten auch Pflichten und Verantwortung zuweist.

RIPE NCC: Epic Fail
Das genaue Gegenbeispiel ist die Selbst“regulierung“ im Internet. Bereits im Frühjahr 2018 wurde in diesem Blog auf das Versagen von Selbstverwaltungen wie RIPE NCC (Réseaux IP Européens) hingewiesen. RIPE NCC ist für die Vergabe von Nummern und Namen im Internet für Europa und Teile Asiens zuständig. Andere Teile der Welt werden durch 4 weitere Schwester-Organisationen als Arm der weltweiten Internets-Selbstverwaltung ICANN abgebildet.
Obwohl RIPE NCC durch unseren Artikel über Kriminelle in den eigenen Reihen in Kenntnis gesetzt wurde, mischen die miesen Akteure weiter munter mit. Internet-Selbstverwaltung a la RIPE NCC: Ein Offenbarungseid! weiterlesen

BREIN schließt Facebook-Gruppe für illegale E-Books

Brein hat eine geschlossene Facebook-Gruppe zur Aufgabe gezwungen, in der mehr als 3.000 Mitglieder über 8.000 E-Books zum Download zur Verfügung stellten.
Aufgrund der gesammelten Beweise erhielt BREIN einen ex parte Gerichtsbeschluss. Daraufhin unterschrieben die vier Administratoren Unterlassungserklärungen, die sie zudem zu Strafzahlungen verpflichteten, die inzwischen zu Zahlungen von mehr als 6.000 Euro führten.
https://stichtingbrein.nl/brein-rolt-geheim-facebook-genootschap-op/

Niederlande: BREIN stoppt öffentlich zugänglichen Mediaserver

BREIN hat einen Plex-Medienserver mit vielen tausend Filmen und Episoden von Fernsehserien aus dem Internet entfernt. Die Filme und Fernsehserien auf dem Plex-Server wurden Dritten zur Verfügung gestellt. Zum Kundenkreis gehörten Besucher, die – ob gegen Entgelt oder nicht – Zugang zum Katalog auf dem Medienserver erhielten, um Filme und/oder Serien zu sehen. Die Kunden hatten auch die Möglichkeit, Anfragen für Filme und/oder Serien zu stellen, die sie gerne sehen würden und die anschließend zur Verfügung gestellt wurden. Der Service wurde auf Reddit.com und über die Chat-App ‚Discord‘ beworben. Die Filme hatte der Besitzer des Servers aus Torrent-Netzwerken und dem Usenet heruntergeladen.
https://stichtingbrein.nl/brein-stopt-publiek-delen-van-mediaserver/

Niederlande: Verkäufer illegaler Mediaplayer arrangiert sich mit BREIN

Ein Anbieter, der vorinstallierte Media Player mit illegalem IPTV-Zugang über einen Marktplatz verkaufte, hat sich mit BREIN verglichen. Neben der Auszahlung von Gewinnen hat er eine strafbewehrte Unterlassungserklärung unterzeichnet. Zukünftige Verstöße kosten ihn jeweils 500 Euro. Der Mann hat auch Informationen über die Herkunft der Player gegeben. Weitere Untersuchungen werden durchgeführt, um diese Quelle zu schließen.
https://stichtingbrein.nl/verkoper-illegale-mediaspelers-met-iptv-schikt-met-brein/

Jenseits von Cloudflare: Datacenter für Raubkopien – The hall of shame

Im Februar hat dieser Blog die Bedeutung von Cloudflare für die Internetpiraterie dargestellt.

Basis waren die TOP 5.000 der noch existierenden urheberrechtsverletzenden Seiten des Google-Transparency-Reports. Diese beinhalten mehr als 2,9 Mrd. Meldungen zur Löschung aus dem Google-Suchindex, welche wiederum 79% aller gemeldeten URLs ausmachten.
Von diesen 5.000 Domains wurden diejenigen abgezogen, die bei Firmen wie Team Internet, Sedo oder GoDaddy geparkt sind. Diese Domains existieren zwar noch, werden aber aktuell nicht für Urheberrechtsverletzungen genutzt.

Es verblieben noch 3.645 Domains. Von diesen 3.645 rechtsverletzenden Seiten liefen 41,9 % über Cloudflare. Sie sind ihrerseits für 44,7 % der bei Google gemeldeten Urheberrechtsverletzungen verantwortlich.
Wo aber liegen die anderen 58,1 % der Seiten oder 55,3 % der rechtsverletzenden Dateien? Dies wird nachfolgend genauer untersucht.

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Niederlande: Vorlage zum EUGH in Sachen Usenet

Der Oberste Gerichtshof der Niederlande hat in dem Fall BREIN gegen den Usenetbetreiber NSE mehrere Auslegungsfragen dem EUGH vorgelegt.
Der Usenetanbieter gewährte gegen Entgelt Zugang zu einer großen Anzahl von Dateien, darunter auch viele von Nutzern hochgeladene urheberrechtlich geschützte Werke. Er kopierte diese auf eigene Server und hielt sie dort verfügbar. Alles ohne Zustimmung der Rechteinhaber dieser Werke.
Der Oberste Gerichtshof stellt nun Fragen zur öffentlichen Wiedergabe, möglichen Haftungsbeschränkung oder einer aktiven Rolle des Usenetbetreibers sowie zu dem möglichen Formen einer gerichtlichen Anordnung.
https://stichtingbrein.nl/hoge-raad-vraagt-europese-rechter-of-commerciele-usenet-provider-inbreuk-maakt/

Niederlande: Gericht verweigert Auskunftsrecht

Ein niederländisches Gericht hat entschieden, dass der Internetprovider Ziggo keine persönlichen Daten von mutmaßlichen Piraten weitergeben darf. Die Filmgesellschaft Dutch Filmworks hatte die Daten zu 377 IP-Adressen angefordert, die eine Kopie von“The Hitman’s Bodyguard“ geteilt hatten.
https://torrentfreak.com/dutch-isp-does-not-have-to-expose-alleged-pirates-court-rules-190208/

Russland: Content Delivery Networks als Piraterielieferanten

Ein Bericht des Moskauer Cybersicherheitsunternehmens Group-IB, der TorrentFreak vorliegt, zeigt, dass 80% der raubkopierten Filme in Russland inzwischen gestreamt werden, bei Fernsehsendungen sogar 90%.
In 87% der Fälle erscheinen die öffentlichen illegalen Kopien zuerst auf Torrent-Websites, bevor sie auf anderen Plattformen angeboten werden.
Dabei werden mittlerweile Tausende von Webseiten über Piraterie Content Delivery Networks (CDN) mit Inhalten versorgt. Group-IB hat 15 solche CDN-Anbieter identifiziert, davon vier große Unternehmen. Eines der CDNs hat rund 300.000 Dateien, die auf mehr als fünf Petabyte Serverspeicherplatz liegen.

Diese Server liegen allerdings meistens nicht in Russland, sondern in Europa und da insbesondere in niederländischen Datacentern in der Nähe der Internet-Backbones.

Die CDNs bieten aber nicht nur Speicherplatz, sondern zusätzliche Dienstleistungen wie Werbung (Wetten und Online-Casinos) oder Updateservices für neue Filme und Filmbeschreibungen.

https://torrentfreak.com/pirate-powered-cdns-operate-innovative-illicit-streaming-model-190203/

Niederlande: Uni forscht an anonymen Torrents

Die Delft University of Technology arbeitet an einem anonymen Torrent-Client (Tribler). Um diesen besser entwickeln zu können, hat Professor Johan Pouwelse, Leiter und Gründer des Tribler-Projekts, 14,4 Petabyte Internet-Bandbreite bei Leaseweb, einem piraterienahen ISP, eingekauft.
https://torrentfreak.com/university-buys-14-4-petabyte-bandwidth-to-boost-anonymous-torrent-client-190131/