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Beschwerdestellen dokumentieren unerträgliche Löschverweigerung der Internetwirtschaft

Die Jahresberichte 2018 der Beschwerdestelle von eco und der FSM informieren auch in diesem Jahr wieder über die bearbeiteten Fälle.
Im Bereich des sexuellen Missbrauchs und der sexuellen Ausbeutung Minderjähriger hat die eco Beschwerdestelle 2.509 Beschwerden anerkannt. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Kinderpornografie; fast 11 % sind Jugendpornographie, Posendarstellungen dagegen die Ausnahme.

Dabei bilden die 2.509 Beschwerden allerdings nicht das ganze Problem ab. Die FSM verweist auf weitere 1.069 Beschwerden, die als Missbrauchsdarstellungen von Kindern und Jugendlichen anerkannt wurden. Das BKA führte für 2017 insgesamt 5.977 Meldungen auf. Im deutlich kleineren Österreich hat die Meldestelle Stopline 2018 insgesamt sogar 2.844 als sexuellen Missbrauchs eingestufte Meldungen der Bürger bearbeitet.

Löschen dauert
Wie in der Vergangenheit informiert der Jahresbericht der eco Beschwerdestelle auch über die Dauer bis zur Löschung der Inhalte. Beschwerdestellen dokumentieren unerträgliche Löschverweigerung der Internetwirtschaft weiterlesen

Warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Rechenzentrum liegt so nah?

Immer wieder hört man in der Diskussion um die unregulierte Distribution von geschützten Inhalten im Internet ganz erstaunliche Argumente. Eines davon lautet, dass man die parasitären Geschäftsmodelle ja ohnehin nicht verhindern könne, das Ganze wäre viel zu international (Internet halt) und gegen Server in Tonga kann man ohnehin nichts ausrichten.

Domain-Endung und Rechenzentrum – zwei Paar Schuhe

Selbstverständlich stehen in Tonga keine Server, jedenfalls keine, die Inhalte unreguliert über Datenleitungen nach Europa schaufeln. Praktisch jedes Rechenzentrum (oder Datacenter) auf der Welt kann die Daten einer solchen exotischen Domain beherbergen.
Eine .to Domain als Beispiel (Länderkennung für Tonga) bietet mehrere Vorteile. Sie liegt phonetisch dicht an Torrent und sie ist quasi anonym zu registrieren. Domainendung und tatsächliches Rechenzentrum sind also getrennt zu betrachten.
Aus der Analyse unserer Daten wissen wir aber, das Geschäft findet in Europa quasi vor der Haustür statt und das aus vielen Gründen.
Um die tatsächliche Herkunft von Piraterieseiten oder besser deren Content etwas deutlicher zu verstehen haben wir unsere Datenbank von Mitte Mai bis Mitte Juni einmal detaillierter ausgewertet und bei Bedarf weitere Analysen erstellt.

Die überaus beliebte EU
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EU informiert zur Terrorbekämpfung im Netz

Die EU-Kommission informiert in ihrem fünfzehnten Fortschrittsbericht zur Sicherheitsunion auch über die Bekämpfung terroristischer Inhalte im Internet.
Danach bleibt die Bekämpfung terroristischer Inhalte im Internet eine zentrale Herausforderung bei der Verhinderung von Radikalisierung.

Es gibt eine Hashdatenbank mit 88.000 Einträgen an der 13 Unternehmen, 20 Mitgliedstaaten und Europol beteiligt sind.

Die Löschquoten aufgrund von Meldungen der EU-Meldestelle liegen bei großen Unternehmen bei 90 bis 100%, bei kleineren in einem Test bei 61 %.

Das Ziel, der Löschung binnen einer Stunde wird noch nicht erreicht. Die gemeldete Reaktionsgeschwindigkeit von Unternehmen auf Meldungen variiert je nach Plattform und reicht von unter einer Stunde bis zu Tagen.

http://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-10206-2018-INIT/de/pdf

Kinderpornographie: Manche deutsche Internetanbieter lassen sich viel Zeit beim Löschen

Über die Frage, ob Löschen statt Sperren der Weisheit letzter Schluss ist, kann man lange streiten. Unstrittig aber sollte sein, dass deutsche Internetanbieter Kinderpornographie umgehend löschen, sobald sie darüber informiert werden.
Genau dies passiert aber eben nicht. Laut dem „Bericht über die im Jahr 2016 ergriffenen Maßnahmen zum Zweck der Löschung von Telemedienangeboten mit kinderpornografischem Inhalt im Sinne des § 184b des Strafgesetzbuchs“ wurden nur 70 Prozent (720) aller Inhalte in Deutschland spätestens nach zwei Tagen gelöscht. Nach einer Woche lag die „Erfolgsquote“ bereits bei 95 Prozent (975). Der durchschnittliche Verfügbarkeitszeitraum lag somit bei 2,93 Tagen.
Erklärt wird der verbleibende Rest von 5 Prozent mit: „Ursächlich für die nach einer Woche noch verbliebenen Inhalte (5 Prozent) waren auch im Jahr 2016 der temporäre Verzicht auf Löschungen aus ermittlungstaktischen Gründen sowie technische und / oder organisatorische Probleme einzelner Provider bei der Umsetzung des Löschungsersuchens.“
Wieso aber 25 Prozent der bei deutschen Hostern liegenden kinderpornographischen Inhalte erst nach zwei oder mehr Tagen gelöscht werden bleibt offen.

http://www.bmjv.de/SharedDocs/Downloads/DE/Statistiken/Download/Bericht_Loeschen-statt_sperren_2016.pdf;jsessionid=93FE720EBE908545B15A966EC06405DF.2_cid334?__blob=publicationFile&v=2

LG Hamburg gibt Google maximal 4 Tage Zeit für Prüfung

Das Landgericht Hamburg hat entschieden, dass bei einem relativ übersichtlichen Sachverhalt allenfalls ein Zeitraum von 4 Tagen für die Prüfung angemessen ist. Da Google in dem zu entscheidenden Fall diesen Zeitraum überschritt, ist die erlassene einstweilige Verfügung zu Recht erfolgt. Auch der Umstand, dass Google tagtäglich eine Vielzahl von Beschwerden erhalte, ändere daran nichts: LG Hamburg gibt Google maximal 4 Tage Zeit für Prüfung weiterlesen

EU-Studie zum Löschverhalten von Facebook, YouTube und Twitter

Die WELT informiert vorab über eine Studie der Europäischen Kommission, die in 24 europäischen Ländern das Löschverhalten von Facebook, Twitter und YouTube in mehr als 1500 Fällen in den Monaten März bis Mai untersuchte.

  • 40,8 Prozent der gemeldeten Inhalte wurden nicht gelöscht.
  • Wenn gelöscht wurde, dann dauerte es. Nur in etwa jedem zweiten Fall löschten sie binnen der vorgesehenen Frist von 24 Stunden, 13 Prozent dauerten länger als eine Woche.

Nachtrag:
Inzwischen wurde die Studie veröffentlicht:
http://europa.eu/rapid/press-release_IP-17-1471_de.htm

https://www.welt.de/wirtschaft/article165115763/Hass-und-Hetze-werden-nicht-schnell-genug-geloescht.html

USA: Diskussion zum Urheberrecht im Netz

In den USA gibt es eine neue Debatte um die Haftungsprivilegien der Internetwirtschaft. Insbesondere die Notice and Takedown Bestimmungen des DMCA stehen in der Kritik, da sie das massive Angebot illegaler Inhalte nicht verhindern.

www.heise.de/newsticker/meldung/US-Musikindustrie-verlangt-lautstark-schaerfere-Copyright-Regeln-3161949.html

https://torrentfreak.com/music-industry-u-s-copyright-law-is-obsolete-and-harmful-160401/