Schlagwort-Archive: Landesmedienanstalt

Nach fast 17 Jahren: LMA kümmert sich um Pornowebseiten

Am 1. April 2003 trat der Jugendmedienschutzvertrag in Kraft. Danach haben die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) und die Landesmedienanstalten die Aufgabe, sich um Jugendschutzverstöße im Netz zu kümmern.
Nun ist es endlich soweit: Die Landesmedienanstalt NRW will den Jugendschutz im Internet konsequenter durchsetzen.
Auf Anfrage der taz sagt Tobias Schmid, der LMA-Chef, seine Behörde gehe zur Zeit gegen Pornhub und drei weitere der reichweitenstärksten Plattformen für pornographische Inhalte vor. Die Pornoseiten sollen ihren Content für Minderjährige unzugänglich machen. Andernfalls droht die Aufsichtsbehörde mit Sperrung der Seiten in Deutschland.

Bereits Ende des vergangenen Jahres leitete die LMA in Absprache mit den zypriotischen Behörden ein Verfahren gegen Pornhub und drei andere Plattformen mit Sitz in Zypern ein. Eine der Plattformen wurde offenbar durch die KJM inzwischen als jugendgefährdend eingestuft. Pornhub und die zwei übrigen Plattformen dürften in den kommenden Wochen ebenfalls dazu aufgefordert werden, den Jugendschutz effektiv durchzusetzen, oder ihre Plattform abzuschalten.
Falls die Plattformen und deren Rechenzentren dieser Aufforderung nicht nachkommen, kündigt Tobias Schmid an, sich direkt an Internetanbieter wie Telekom oder Vodafone zu wenden, um eine Sperrung durchzusetzen.

https://taz.de/Porno-im-Netz-und-Jugendschutz/!5668578/

Medienanstalten fordern mehr Regulierung bei sozialen Netzwerken

Nach Angaben mehrerer Landesmedienanstalten halten die Plattformen Facebook, Twitter und Google ihre eigene Selbstverpflichtungen gegenüber der EU nicht ein. Die Medienanstalten empfehlen deshalb weitreichendere Regulierungsmaßnahmen.
Man könne hier „durchaus von einem Systemversagen sprechen„, befindet Tobias Schmid, Direktor der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM).

https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr-wdr/eu-soziale-netzwerke-101.html

MA HSH meldet 219 „Hitler-Profile“: Steam löscht

Nach einer Recherche auf der Gaming-Plattform Steam meldete die Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein (MA HSH) 219 Profile mit dem Pseudonym „Adolf“, „Adolf Hitler“ oder „Hitler“ an die Plattformbetreiber. Sie enthielten verbotene Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, zumeist Kopfbilder des nationalsozialistischen Diktators, aber auch Hakenkreuze oder SS-Kennzeichen. Einige Profile oder Nutzer-ID enthielten außerdem volksverhetzende Textzusätze wie „all jews must die“ oder „i love to kill jews“.
Bei den aufgefundenen Darstellungen handelt es sich um absolut unzulässige und strafbare Inhalte.
Nach Hinweis auf diese Verstöße löschte die Betreiberin die unzulässigen Inhalte innerhalb von 24 Stunden. Sieben Nutzerprofile und zwei Gruppenprofile mit verfassungsfeindlichen Symbolen wurden ganz gelöscht.

https://www.ma-hsh.de/infothek/pressemitteilung/ma-hsh-meldet-219-hitler-profile-steam-loscht-profile-und-bilder-mit-nazi-symbolen.html

Plötzlich wollen Medienwächter aktiv werden

Über 16 Jahre nach dem sie den gesetzlichen Auftrag dazu erhalten haben, will nun zumindest eine der vielen Landesmedienanstalten gegen große Pornoseiten vorgehen, wenn sie keine Altersverifikation einsetzen. Die Landesanstalt für Medien (LMA) in Nordrhein-Westfalen vermutet dann nämlich einen Verstoß gegen den Staatsvertrag zum Jugendmedienschutz.
Dabei will man sich auch nicht davon abschrecken lassen, dass diese Seiten im Ausland sitzen:

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Medienanstalten – Schutzpatron der Influencer?

Eine OBS-Studie zeigt, dass die Videoplattform YouTube vornehmlich von trivialer, stark emotionalisierter Unterhaltung geprägt und von Produktwerbung durchzogen ist.
Die Autoren Lutz Frühbrodt und Annette Floren haben in der Studie „Unboxing YouTube: Im Netzwerk der Profis und Profiteure“ die 100 in Deutschland betriebenen YouTube-Kanäle mit den meisten Abonnenten untersucht.
Ein basisdemokratisches Alternativmedium, das außergewöhnliche kreative Leistungen jenseits des kulturellen Mainstreams entfacht, sei YouTube bestenfalls in seinen weniger frequentierten Nischen, so Frühbrodt/Floren. Damit entzaubern die Autoren einen Mythos, der das US-amerikanische Videonetzwerk seit seiner Entstehung im Jahr 2005 umrankt.

In einer Tiefenauswertung von 30 Videos zu konsumnahen Themen zeigte sich zudem, dass die große Mehrheit nicht gemäß den werberechtlichen Vorgaben gekennzeichnet war. Dieses Ergebnis steht im Widerspruch zu wiederholten Aussagen der zuständigen Landesmedienanstalten, dass sich die Werbekennzeichnung von Influencer-Videos deutlich verbessert habe.

Die Studienautoren haben die Politik der Medienanstalten in jüngerer Zeit analysiert und kritisieren diese als zu nachsichtig gegenüber schleichwerbenden Influencern. Die Behörden sollten in erster Linie die Verbraucher schützen, hätten sich aber bei gerichtlichen Auseinandersetzungen der vergangenen Jahre tendenziell auf die Seite der Videoproduzenten und werbungtreibenden Wirtschaft gestellt.
„Die Medienanstalten könnten so in den Verdacht geraten, als Schutzpatron der Influencer-Branche zu agieren“, sagt Lutz Frühbrodt. Er fordert deshalb ein härteres Durchgreifen der Kontrollbehörden und hält es für sinnvoll, durch einige öffentlich gemachte Präzedenzfälle für mehr Abschreckung gegenüber Schleichwerbern zu sorgen.

https://www.otto-brenner-stiftung.de/fileadmin/user_data/stiftung/05_Presse/02_Pressemitteilungen/2019_04_01_PM_AH98.pdf

Landesmedienanstalt NRW kündigt Untersuchung in Sachen YouTuber und Artikel 13 Videos an.

In der heutigen Ausgabe (25.03.2019) der Frankfurter Allgemeinen Zeitung FAZ erklärt der Chef der Landesmedienanstalt Nordrhein-Westfalen, Tobias Schmid, dass man im Falle der möglicherweise durch eine Kampagnenseite lancierten YouTube-Videos gegen die Urheberrechtsrichtlinie eine Untersuchung einleiten werde.
Schmid: „Es ist absurd, unter dem Vorwand, das Recht auf freie Meinungsäußerung zu schützen, genau dieses Recht zu missbrauchen, indem man sich dafür bezahlen lässt, eine fremde Meinung als eigene zu verbreiten“

Den ganzen Artikel, der hinter einer Bezahlschranke liegt, gibt es hier.

Mecklenburg-Vorpommern: Innenminister (und NDR) kennen Rundfunkstaatsvertrag nicht

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hält ein Vorgehen gegen rechtsradikale Seiten für geboten. Allerdings sieht er als einzige Handlungsmöglichkeit ein internationales Vorgehen an.
Dabei übersieht er, dass der Rundfunkstaatsvertrag hier schon seit langem Möglichkeiten bietet. § 59 des Rundfunkstaatsvertrags sieht in Absatz 3 vor, dass die jeweils zuständige Aufsichtsbehörde insbesondere Angebote untersagen und deren Sperrung anordnen kann.
Zuständig wäre der Chef der Landesmedienanstalt, der auch in der KJM sitzt. Aber die weigert sich ja bekanntermaßen gegen rechtsradikale Seiten vorzugehen.

Leider kennt auch der NDR-Journalist wohl den Staatsvertrag nicht, sonst hätte er ja vielleicht einmal nachgefragt.

https://www.medienkorrespondenz.de/politik/artikel/fehlender-rueckhalt-kjm-chef-andreasnbspfischer-gibt-seinnbspamtnbspab.html

Vgl.:
https://www.medienkorrespondenz.de/politik/artikel/fehlender-rueckhalt-kjm-chef-andreasnbspfischer-gibt-seinnbspamtnbspab.html