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Ad-hoc Studie zum Thema illegales IPTV – Juli 2020

Im November 2018 erschien die letzte Ad-hoc Studie zum Thema illegale IPTV Streams erstellt von FDS File Defense Service. Mittlerweile geht das Thema trotz gelegentlicher Erfolge von Strafverfolgungsbehörden weiter durch die Decke. Zu lukrativ muss das Trittbrettfahren und Weiterverkaufen von fremden Inhalten sein, dafür gehen die Betreiber offenbar auch große Risiken ein.
Ein kürzlich bekanntgewordener Fall betraf in erster Linie Sportrechte der Sender Sky und DAZN, die in erster Linie an Konsumenten in Italien verkauft wurden.
Auf 65.000 „Nutzer“ kam allein der italienische Dienst, den die Maßnahme betraf und er setzte damit 1 Million Euro pro Jahr um.

Piraterie – ein Problem, das fern in der Welt stattfindet? Unsinn.

Wenn man Politiker auf die Problematik anspricht, das herrscht oft das berühmte Schulterzucken vor. Viele politische Entscheider verweisen dann gern einmal auf irgendwelche Offshore-Länder, bei denen man ja ohnehin nichts machen könne.
Dass das grundfalsch ist, haben wir immer wieder belegt.
Letzter spektakulärer Fall war der Filehoster Share-Online.biz, der mit einer Briefkastenanschrift in Belize aufwartete, das Geschäft wurde allerdings u. a. aus Aachen heraus betrieben. Auch die Server, die Share-Online benutzte, standen in Europa, genauer gesagt in den Niederlanden. Die Webseite selbst lag bei einem Rechenzentrum in Frankreich.
Man muss also gar nicht in die Ferne blicken, das Geschäft mit Piraterie brummt vor unserer eigenen Haustür. Haftungsregeln aus der Steinzeit des Internets, z. B. die E-Commerce Richtlinie der EU, machen solche Geschäfte erst möglich.
Sie sorgen auch dafür, dass es Rechenzentren gibt, die sich auf das Geschäft mit der Piraterie spezialisiert haben.
Das Geschäftsmodell wurde um die Regelungen herumgebaut, die aus einer Zeit stammen als die Rechteverletzung die Ausnahme war und nicht die Grundlage für allerlei Geschäfte.
Kunden werden durch diese „Spezialisten“ anonyme Zahlungssysteme angeboten und Anfragen von Rechteinhabern stumpf ignoriert. Beliebt sind auch sogenannte Re-Seller Programme, bei ein Datacenter zwar den ersten Kunden kennt, aber nicht mehr dessen Kunden.
Das Wort sicherer Hafen bekommt hier eine eigene Bedeutung.
Solange es kein Umdenken in Sachen Haftung und Verantwortung im Netz gibt, wird sich an der Situation wenig ändern.

Illegales IPTV – die Player

Als Basis der Zahlen dieser kleinen Studie diente eine Datenbank, in der die Ergebnisse von Crawlern zusammengetragen wurden, die in den letzten 3 Jahren etwa 430.000 sogenannte M3U Listen von ca. 50 spezialisierten Webseiten eingesammelt haben.
Diese M3U Listen sind eine Art Kanalliste bzw. Playliste, die dann weiter auf zig Kanäle/Sender = Streams führt.
Sie führt also den Sender (ein Server in einem Rechenzentrum) und den Empfänger (einen geneigten User) zusammen.
In diesem Fall waren es etwa 39 Millionen Streams, die extrahiert und jeweils einem Rechenzentrum zugewiesen wurden. Sie bilden die Basis dieser Studie.
Es liegt in der Natur der Sache, dann immer nur ein Teil dieser Streams auch online ist.
Der Anteil von aktiven Streams in dieser Studie betrug zum Stichtag 21.07.2020 ca. 5 Millionen, also 15% der gesamten erfassten Streams.
Das Distributionssystem von illegalen IPTV Angeboten beruht auf dem Prinzip des kostenlosen Anfütterns.
M3U Listen bzw. die Streams dahinter sind immer nur für eine kurze Zeit online und werden auf den Distributionsseiten nahezu täglich erneuert. Spätestens zum Wochenende hin aber werden die M3Us dann allerdings nicht mehr erneuert. Wer z. B. den begehrten Livesport am Wochenende außerhalb der legalen Angebote sehen will, der soll bitte ein Abonnement bei den illegalen Angeboten abschließen. So ist das Kalkül.
Die temporär verfügbaren M3U Listen dienen also als Anreiz ein Abonnement abzuschließen, denn das manuelle Einpflegen solcher täglich neuen M3U Listen in bestehende System wie spezielle Set-Top Boxen ist zudem mühsam. Einmal bezahlt, entfällt der Stress.

Diese Abonnements sind meist deutlich günstiger als Angebote der legalen Anbieter.
Kein Wunder, es müssen ja schließlich keinerlei Rechte eingekauft und bezahlt werden.
Wie man an dem oben genannten Fall aus Italien sieht, funktioniert das sehr gut und wohlgemerkt, der Fall aus Italien ist nur einer von denjenigen, die bekannt werden. Trotzdem tauchen immer wieder neue Angebote neuer Anbieter auf, es lockt ja ein lukrativer Markt.

1. Wo liegt das Problem? Vor der Haustür!

Als erste Betrachtung stellen wir hier dar, in welchen Ländern die Rechenzentren sitzen, aus den zum Zeitpunkt der Erstellung aktive (also online verfügbare) IPTV Stream kommen. Bereits hier wird deutlich, dass die EU und die USA fast 80% Anteil erzielen.
Großbritannien wurde bei der Betrachtung zur EU gezählt, weil sie die Werte der letzten 3 Jahre darstellen.
Man muss also gar nicht in die Ferne schweifen.

Die EU dominiert. Unter „Others“ haben Länder wie die Ukraine, Russland und Kanada den Löwenanteil. Sie stellen bereits fast 20% dar.

2. Wo liegen die Länder-Hotspots?

Die nächste Darstellung betrifft die Einzelländer der Rechenzentren.

Hier liegt die USA vorn, dann folgen Frankeich, Deutschland und die Niederlande.

3. Die Distributionsseiten für illegales IPTV anhand der Anzahl der M3U Listen

In der nächsten Betrachtung geht es um die Distributions-Seiten, die solche M3U Listen verteilen. Die erste Gewichtung betrifft die Anzahl der M3U Listen, die auf diesen Seiten zu finden waren bis 21.7.2020.
Es wurden dazu 50 solcher Seiten untersucht.
Die Top 10 solcher Seiten repräsentieren bereits einen Anteil von 83% gemessen an den M3U Listen. In unserer Datenbank befinden sich ca. 430.000 M3U Listen.

4. Die Distributionsseiten für illegales IPTV anhand der Anzahl der Streams

Da eine M3U Liste meist mehrere Kanäle bzw. Streams beinhaltet, wurde der Anteil der Distributionsseiten zusätzlich nach Anzahl der Streams gewichtet.
Wieder sind es die Zahlen bis einschließlich 21.07.2020.
Auch hier stellen die Top 10 bereits einen beträchtlichen Anteil – nämlich 92% der Streams, Basis sind hier ca. 5 Millionen aktive Streams.
Allerdings tauchen teilweise auch andere Seiten auf als bei der reinen Anzahl der M3U Listen. Der Spitzenreiter IPTVfreem3ulist.com ist hingegen identisch.

5. Wer bietet den Distributionsseiten eine Heimat?

Welche Rechenzentren geben den Top 10 Distributionsseiten Unterschlupf?
Diese Frage ist nicht ganz eindeutig zu beantworten, dann die Top 10 benutzen allesamt das Content Delivery Network Cloudflare. Dabei legt sich Cloudflare wie ein Schirm über die eigentliche Quelle der Seite, das tatsächliche Rechenzentrum. Eigentlich ist es als Schutz vor Denial of Service (DDoS) Attacken gedacht. Es gibt aber einen schönen Zusatznutzen für die Cloudflare-Kunden:
Von außen ist nämlich nicht mehr zu sehen, wo die Seite tatsächlich gehostet wird und das ist der eigentliche Zweck, ein solches Netzwerk wie Cloudflare zu benutzen.
Wer auch immer seine Rechte verletzt sieht, der hat keine Chance herauszufinden, wer derjenige ist und welches Rechenzentrum benutzt wird. Auskunftsansprüche verpuffen so.
Valide Auskünfte erteilt Cloudflare nicht, das sogenannte Onboarding der rudimentärsten Dienste braucht bei Cloudflare ohnehin nur eine Mailanschrift. Man kann also mit einer beliebigen Mailanschrift Kunde dort werden und Dienste in Anspruch nehmen.
Wie sich das mit der ICANN, der obersten Internetselbstregulierung, und deren „Know Your Customer“ Regel verträgt, das ist ein Rätsel.
Nachfragen zur tatsächlichen IP beantwortet des US Unternehmen Cloudflare in der Regel lediglich mit der Nennung des Rechenzentrums aber nicht der konkreten IP Adresse.
Das ist aber ein Dead-End, es wäre in etwas so, als wenn man das Hochhaus benennt, in dem jemand wohnt, dort sind aber keine Klingelschilder am Eingang.
Das Unternehmen scheint seit dem letzten Jahr nicht wirklich verstanden zu haben, welche Rolle es bei der Unterstützung illegaler Geschäfte spielt, denn da berichtete dieser Blog über die „Aktivitäten“ von Cloudflare. Das Unternehmen hat auch Kenntnis davon.

6. Die Rechenzentren und Intermediäre der illegalen IPTV Streams

Cloudflare spielt aber noch eine weitere unrühmliche Rolle, wenn man sich das Hosting der Streams ansieht. In der Regel umfasst der „Schutz“ durch Cloudflare nur den http bzw. https Verkehr. Andere Protokolle müssen bezahlt werden, dazu gehören auch IPTV Streams.
Schauen wir uns also einfach mal an, wie der Anteil von Cloudflare bei den Streams ist.
Wichtig ist zu erwähnen, dass Cloudflare die Server nicht hostet aber die Streams durch seine Netzwerke laufen lässt.
Betrachtet wurden nur die Streams, die am 21.07.2020 online waren.

 

Das Unternehmen Cloudflare ist nach dieser Betrachtung Markführer. Wohlgemerkt, die Kunden, die hier Cloudflare nutzen, um illegal IPTV Streams zu vertreiben, sind zahlende Cloudflare Kunden!
Man erkennt aber auch einige gut bekannte Namen aus der Europäischen Datacenter-Szene wie Hetzner oder OVH. Aber auch renommierte Unternehmen wie Amazon oder Akamai sind zu finden, wenn es um die Verteilung illegaler IPTV Streams geht.

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Wo liegt die Lösung?

Die Lösung der Problematik von illegalen IPTV Streams ist im Grunde nicht schwer. Da das Distributionssystem (M3U verteilende Seiten und IPTV Streams verteilende Server) von der mangelnden Zuweisung von Haftung profitiert, muss genau dort angesetzt werden. Lasche und daher unbrauchbare Regelungen wie die ICANN sie mit „Know Your Customer“ zwar propagiert, aber nicht wirklich kontrolliert, sind wertlos. Sie sind zudem ein sicheres Zeichen dafür das die Selbstregulierung des Internet nicht funktioniert, weil es in kleinster Weise Konsequenzen hat. Unterorganisationen der ICANN wie RIPE in den Niederlanden sehen sich nach eigenen Worten nicht als bestrafende Organisation. Auch nachweislich falsche Informationen führen dort zu gar nichts, es gilt das Prinzip der Krähen, die sich keine Augen aushacken untereinander.

Es wäre höchste Zeit für die Politik dieses Scheitern zu erkennen und den Akteuren klare Regeln an die Hand zu geben. Dazu gehört auch ein Haftungsregime.
Nur dann werden sich Phänomene wie die massenhafte Verletzungen von Rechten wirksam eindämmen lassen. Momentan ist das Internet immer noch ein Eldorado für parasitäre Geschäftsmodelle. Da nützen Erfolgsmeldungen wie die aus Italien leider nur sehr wenig. Das Grundproblem bleibt nämlich bestehen.

Volker Rieck

Volker Rieck ist Geschäftsführer des Content Protection Dienstleisters File Defense Service (FDS), welcher für zahlreiche Rechteinhaber tätig ist. Das Unternehmen erstellt zudem Studien zum Thema Piraterie und unterstützt Strafverfolgungsbehörden mittels seiner erhobenen Daten. Seine Artikel erscheinen gelegentlich bei der FAZ, Tarnkappe.info, Webschauder und sporadisch auf den US-amerikanischen Blogs The Trichordist und Musictecpolicy. Dabei geht es stets um die verschiedenen Aspekte der unregulierten Inhalte-Distribution.

Illegaler Streaming-Dienst mit über 2 Mio. Abonnenten abgeschaltet

Die spanische Nationalpolizei (Policía Nacional) hat ein großes kriminelles Netzwerk zerschlagen, welches illegal audiovisuelle Inhalte in Europa, Asien und dem Nahen Osten verbreitete und die Erträge aus den Straftaten wusch.
An den Ermittlungen, die von Europol und Eurojust unterstützt wurden, waren auch Strafverfolgungsbehörden aus Belgien, Kanada, Tschechien, Dänemark, Frankreich, Italien, Deutschland, Luxemburg, den Niederlanden, Polen, Rumänien, Schweden, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten beteiligt.
Am Aktionstag am 3. Juni 2020 führten die Behörden in der gesamten EU 15 Hausdurchsuchungen durch, verhafteten 11 Personen (4 in Spanien, 1 in Deutschland, 3 in Schweden, 3 in Dänemark) und verhörten 16 weitere Personen wegen ihrer möglichen Beteiligung an dem illegalen Plan. Der mutmaßliche Anführer des kriminellen Netzwerks gehört zu den festgenommenen Personen.
Die Aktionen führten zur Beschlagnahme von 4,8 Millionen Euro, darunter Immobilien im Wert von mehr als zwei Millionen Euro, vier Autos im Wert von etwa einer halben Million Euro, Luxusuhren, Bargeld, Kryptowährungen und elektronische Geräte. Die Strafverfolgungsbehörden erfassten 50 IP-Adressen und einen Teil der kriminellen Online-Infrastruktur, während 11 Bankkonten im Gesamtwert von 1,1 Millionen Euro ebenfalls eingefroren wurden.Die Ermittlungen zu den Aktivitäten des kriminellen Netzwerks begannen 2019, als die spanische Nationalpolizei mehrere Websites entdeckte, die aus Spanien illegal audiovisuelle Inhalte in verschiedenen Ländern verbreiteten.
Das kriminelle Netzwerk bot illegal mehr als 40.000 Fernsehkanäle, Filme, Dokumentarfilme und andere digitale Inhalte über Websites an, die auf einem internationalen Servernetz gehostet wurden. Der illegale Dienst wurde über eine attraktive Web-Umgebung zu Preisen unter dem legalen Preis angeboten.

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Großbritannien: Haft wegen illegalem Streamingangebot

Der Crown Court in Manchester hat einen Mann wegen Verschwörung zum Betrug zu 12 Monaten Gefängnis verurteilt.
Der Mann war an der Leitung eines Unternehmens beteiligt, das IPTV-Geräte herstellte, die den Zugang zu Inhalten wie Sport und Filmen ermöglichten, für die normalerweise ein Abonnement erforderlich ist. Das Unternehmen verkaufte auch Streaming-Dienste, die den Zugang zu kostenpflichtigen Inhalten zwischen 48 Stunden und sechs Monaten ermöglichten.

https://www.fact-uk.org.uk/seller-of-illegal-devices-that-bypassed-paid-for-tv-content-has-been-jailed/

US-Gericht erlässt einstweilige Verfügung gegen Piraten-IPTV-Anbieter

Ein Bezirksrichter in Florida hat eine äußerst restriktive einstweilige Verfügung gegen einen Piraterie-IPTV-Anbieter erlassen, der unter verschiedenen Namen wie CBC und X-View firmiert. Der Fernsehsender DISH Networks hatte den Betreiber Robert Reich in Belize ausfindig gemacht.

Reich und alle seine Unternehmen sind nun per Verfügung daran gehindert, die Rechte von DISH weiterhin zu verletzen. Das schließt den Empfang und/oder die Verteilung von DISH-Programmen ohne Erlaubnis und den Verkauf oder die Verteilung von Geräten ein, die vermarktet, entworfen oder dazu bestimmt sind, andere zu empfangen oder ihnen dabei zu helfen, DISH-Programme zu empfangen.
Reich wurde ferner daran gehindert, jegliche Computer-Server, Satellitenausrüstung, Software, Set-Top-Boxen und Dokumentation zu zerstören, zu verstecken oder zu übertragen, die zur Unterstützung seines IPTV-Piratendienstes verwendet wurden (oder verwendet werden könnten).
Schließlich unterliegt Reich strengen Beschränkungen bei der Verwendung seines Vermögens.

Spanien: IPTV-Piraten verhaftet

Die spanische Nationalpolizei hat ein kriminelles Netzwerk für raubkopierte audiovisuelle und Fernsehinhalte zerschlagen. Bei sechs Razzien wurden sieben Personen unter dem Verdacht festgenommen, einen nicht lizenzierten IPTV- und Card-Sharing-Dienst für insgesamt 15.000 Kunden betrieben zu haben. Nach Angaben der Behörden hat der Dienst den Rechteinhabern allein im letzten Jahr fast 12 Millionen Euro Schaden zugefügt.

https://torrentfreak.com/pirate-iptv-supplier-raided-by-spains-national-police-seven-arrested-200423/

Australien: ACE schließt illegales IPTV-Angebot

Die Alliance for Creativity and Entertainment (ACE) hat „Aus Media Streaming“ dazu gebracht, alle Piraterieaktivitäten sofort einzustellen.
Zum Preis von 335 AUD $ boten die Aus Media Streaming-Geräte ein 12-monatiges IPTV-Abonnement für verschiedene Raubkopie-Dienste an. Insgesamt wurde der illegale Zugang zu über 4.000 Live-TV-Kanälen und mehr als 1.000 On-Demand-Filmen und Fernsehserien von ACE-Mitgliedsunternehmen ermöglicht.

https://www.alliance4creativity.com/news/ace-scores-another-victory-over-australian-based-iptv-piracy-outfit/

Italien geht gegen Nutzer illegaler IPTV-Angebote vor

Die italienische Guardia di Finanza hat 223 Abonnenten von IPTV-Pirateriediensten den Justizbehörden gemeldet. Dies ist die erste groß angelegte Operation gegen IPTV-Nutzer weltweit. Nach Angaben der Behörden riskieren die Nutzer eine Strafe von 25.000 Euro sowie eine achtjährige Gefängnisstrafe.
Nach Angaben der Strafverfolgungsbehörde dauern die Ermittlungen noch an. Dies bedeutet, dass in Zukunft möglicherweise weitere IPTV-Abonnenten identifiziert und gemeldet werden.

https://torrentfreak.com/italian-police-report-223-pirate-iptv-subscribers-to-the-judicial-authorities-200220/

USA: Streits um Schadensersatz bei illegalem IPTV

In einem Antrag auf ein endgültiges Urteil und eine dauerhafte Unterlassungsverfügung fordert DISH 9,9 Millionen Dollar Schadenersatz für die direkte Urheberrechtsverletzung von 66 urheberrechtlich geschützten Werken, die von Easybox ohne Genehmigung gesendet wurden. (Nachtrag 11.2.2020: Das Urteil wurde wunschgemäß erlassen.)

In einem anderen Verfahren fordert der ehemalige IPTV-Anbieter Omniverse, dass Kabelnetzbetreiber Hovsat seine Rechnung über 50 Millionen Dollar Schadenersatz für Piraterie bezahlt. Diesen Betrag schuldet Omniverse einer Gruppe großer Hollywood-Studios.
Hovsat ist nach Angaben des IPTV-Unternehmens für diese Schadenersatzklage verantwortlich, da es in betrügerischer Absicht behauptete, eine ordnungsgemäße Lizenz von DirectTV zu besitzen.

https://torrentfreak.com/dish-demands-9-9m-in-damages-from-pirate-iptv-provider-200131/

https://torrentfreak.com/court-orders-easybox-iptv-to-pay-9-9m-in-copyright-infringement-damages-200208/

https://torrentfreak.com/iptv-supplier-omniverse-wants-hovsat-to-pay-its-50-million-piracy-damages-bill-200204/

EU-Studie zu IPTV-Kriminalität – Deutsche zahlen am meisten

Eine aktuelle Studie des Centre for Intellectual Property Policy and Management der Universität Bournemouth im Auftrag des Amtes für geistiges Eigentum der Europäischen Union (EUIPO) hat sich mit IPTV-Kriminalität in Europa beschäftigt.

Die interdisziplinäre Studie untersucht rechtliche, technische und wirtschaftliche Aspekte des illegalen IPTVs. Es ist die erste große Studie, die die bestehende Literatur, den Rechtsrahmen und die Rechtsprechung in der EU überprüft und eine strukturelle Analyse der bestehenden Geschäftsmodelle im Hinblick auf die unbefugte Bereitstellung von Fernsehinhalten über das Internet liefert.

Darüber hinaus liefert die Studie erste Zahlen über das Ausmaß des illegalen IPTV in der EU in Bezug auf aktive Nutzer und illegale Einnahmen aus rechtswidrigen Aktivitäten: EU-Studie zu IPTV-Kriminalität – Deutsche zahlen am meisten weiterlesen

Spanien: Schlag gegen Piraterie-IPTV

Der spanischen Nationalpolizei ist ein Schlag gegen eine illegale IPTV-Gruppe gelungen. Razzien an verschiedenen Orten führten zur Verhaftung von 12 Personen von denen vier Personen für die Erfassung und Verteilung der Sendesignale, die Verwaltung des Zugangs zu Inhalten, die Gewinnung von Kunden und die Abholung des Geldes über verschiedene Plattformen verantwortlich sein sollen.
Die restlichen acht wurden als Wiederverkäufer betrachtet. Sie erhielten von den vier Betreibern zu reduzierten Kosten Zugang zur Hauptplattform, um diese Abonnements an ihre eigenen Kunden in Spanien und im Ausland zu vermarkten.

Sieben Websites und zwei Social-Media-Profile wurden heruntergefahren und 86 Decoder, 15 Festplatten, 10 Computer, NAS-Laufwerke, 17 Mobiltelefone, ein High-End-Fahrzeug und mehr als 22.000 Euro in bar beschlagnahmt.

https://torrentfreak.com/pirate-iptv-spanish-police-target-e1m-supplier-12-people-arrested-191119/

USA: 50 Mio. US$ Vergleich

Omniverse, ein inzwischen nicht mehr existierender Anbieter von illegalen IPTV-Streams, hat sich bereit erklärt, mehreren Hollywood-Studios 50 Millionen Dollar Schadensersatz zu zahlen.
Die Vereinbarung beinhaltet auch eine permanente einstweilige Verfügung, die Omniverse und seinen Eigentümer Jason DeMeo daran hindert, den Dienst zu betreiben und an der Bereitstellung oder dem Angebot von Piraterie-Streaming-Kanälen auf andere Weise beteiligt zu sein.
Die Anti-Piraterie-Gruppe ACE war eine der treibenden Kräfte hinter der Klage.

https://torrentfreak.com/iptv-supplier-omniverse-agrees-to-pay-50-million-in-piracy-damages-191113/