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Movie2k-Razzia: Festnahmen und beschlagnahmte Immobilien

Am Donnerstag, den 14. November 2019, sind Polizei, Staatsanwaltschaft und Beamte der Integrierten Ermittlungseinheit Sachsen (INES) gegen die Betreiber und Hintermänner der illegalen Streaming-Portalseite Movie2k.to vorgegangen. Wohn- und Geschäftsräume in Berlin, Bayern und Rheinland-Pfalz wurden durchsucht.
Im Ergebnis wurden zwei 44 und 37 Jahre alte Männer in Rheinland-Pfalz und Bayern, sowie ein 37-jähriger Immobilienunternehmer in Berlin festgenommen. Zudem wurden Beweismittel und Vermögenswerte in beträchtlicher Höhe sichergestellt, darunter mehrere Immobilien.

Über das Portal movie2k.to sollen die beiden Tatverdächtigen gemeinsam mit weiteren Beteiligten seit der Gründung des Portals im Herbst 2008 bis zur Abschaltung im Mai 2013 mehr als 880.000 Raubkopien von Kinofilmen und Fernsehserien verbreitet und außerdem den Streamingservice stream2k.com betrieben haben.
Der Makler soll zusammen mit den Betreibern ab Herbst 2013 einen Teil der dort erzielten Einnahmen verdeckt in Finanzanlagen und Immobilien vor allem in Sachsen, Brandenburg und Berlin angelegt und verwaltet haben. Dafür soll er von den Hauptbeschuldigten über eine niederländische Briefkastengesellschaft allein bis Mitte 2016 mehr als 5,1 Millionen Euro erhalten haben.

Die Tatverdächtigen erzielten den Ermittlungen zufolge aus Werbegeldern und Abofallen Einnahmen von mehreren Millionen Euro.

Im November 2011 hatte die GVU in Dresden Strafantrag gegen die Betreiber des Streamingportals gestellt und die Behörden fortlaufend mit eigenen Ermittlungen unterstützt.

https://gvu.de/movie2k-razzia-ermittler-beschlagnahmen-immobilien/4141

https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/koblenz/Portal-fuer-Raubkopien-Mutmassliche-Betreiber-von-movie2k,illegale-kino-plattform-100.html

AG Leipzig: Bewährungsstrafen wegen Werbung auf illegalen Portalseiten

Das Amtsgericht Leipzig hat drei Mitarbeiter einer Internet-Werbeagentur zu Freiheitsstrafen wegen Beihilfe zur gewerbsmäßigen Urheberrechtsverletzung verurteilt.

Dem Urteil kommt eine erhebliche Präzedenzwirkung zu, denn bisher wurde in Deutschland noch nie ein Werbemittler wegen seiner Unterstützung illegaler Portalseiten strafrechtlich belangt.
Federführend bei den Ermittlungen war die Integrierte Ermittlungseinheit Sachsen (INES) bei der sächsischen Generalstaatsanwaltschaft. Die GVU unterstützte die Behörden mit Analysen und eigenen Erkenntnissen, zudem entwickelte sie in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft speziell auf dieses Verfahren zugeschnittene Kriterienkataloge, die zur Einordnung eines Internetangebots als „strukturell urheberrechtsverletzend“ (d.h. erkennbar auf Rechtsverletzungen ausgelegt) dienten.

Die Angeklagten hatten Werbeflächen auf bekannten Piraterie-Portalen wie kino.to oder iload.to vermakelt und großflächig lukrative Bannerwerbungen geschaltet. Auf diese Weise erzielten sie Gewinne in Höhe von mehr als 350.000 Euro. Dabei war ihnen bekannt, dass es sich um strukturell urheberrechtsverletzende Seitenangebote handelte, die offensichtlich nahezu ausschließlich urheberrechtlich geschützte Dateien zum Download und als Stream bereithielten.
Der Geschäftsführer der Agentur erhielt 1 Jahr und 8 Monate Freiheitsstrafe, auf zwei Programmierer entfielen jeweils 1 Jahr und 4 Monate Freiheitsstrafe. Die Angeklagten waren geständig, die Strafen wurden zur Bewährung ausgesetzt. Mit dem Strafmaß blieb der Richter knapp unterhalb der Forderung der Staatsanwaltschaft. Das Urteil ist mittlerweile rechtskräftig.
http://gvu.de/erstes-urteil-gegen-werbeagentur-auf-illegalen-online-portalen-in-deutschland/3984