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Die DNA des Internets: Verantwortungsdiffusion

Stellen wir uns für einen Augenblick vor wir sehen eine Anzeige in der Zeitung, in denen ein Anbieter eine Offerte macht. Interessanterweise richtet sich die Offerte in erster Linie an Kriminelle. Ihnen wird ein Marktplatz gegen entsprechende Bezahlung angeboten, auf dem Verkäufer mit allem handeln können, was ansonsten gar nicht oder nur streng reguliert möglich wäre: Waffen, Drogen, gestohlene persönliche Daten oder gefilmten Kindesmissbrauch.
Der Anbieter versichert seinen Kunden, dass sie ungestört von der Polizei oder Strafverfolgungsbehörden ihren illegalen Geschäften nachgehen können.
Nein, werden wir sicherlich denken, so etwas ist eigentlich unvorstellbar.
Leider passiert genau das jeden Tag im Internet.

Das Internet, so wie wir es kennen!?
Zweifelsfrei hat die technische Entwicklung des Internets viele Aspekte. Die Art wie wir heute konsumieren und kommunizieren wäre ohne das Netz mit Sicherheit eine ganz andere.
Im Windschatten dieser Entwicklung sind aber auch immer negative Aspekte mitgefahren. Wer heute wie in der Debatte um die EU-Urheberrechtsrichtlinie vom „Internet wie wir es kennen“ spricht, scheint diesen dunklen Teil gern zu vergessen. Jeder, der schon einmal Opfer eines Betrugs im Internet war, wird auf diesen Teil des „Internets, so wie wir es kennen“, gern verzichten.
Es ist aber keineswegs so, dass die negativen Ausprägungen ein digitales Naturgesetz sind.
Anders als in der analogen Welt, wo Freiheit stets an Verantwortung gekoppelt ist, zählt im Netz nur noch die Freiheit. Verantwortung wird systematisch vernachlässigt. Dies zieht sich wie ein roter Faden durch das Netz.
Die Selbstregulierung des Internets befeuert die Entwicklung geradezu von ganz oben nach ganz unten. Verantwortungsvermeidung ist die DNA des Internets.

Der Fall Cyberbunker Die DNA des Internets: Verantwortungsdiffusion weiterlesen

Internet self-administration a la RIPE NCC: An oath of disclosure!

There are many examples of successful self-regulation in business life. One of them is age ratings for films and games. The rating processes are relatively quiet and, despite there being many ratings, there are very few complaints.
The reason for this could be the regulation of the self-regulation, which assigns duties and responsibilities to all parties involved.

RIPE NCC: Epic Fail
The exact opposite of this is self-regulation on the Internet. As early as spring 2018, this blog pointed out the failure of self-regulated services provided by RIPE NCC (Réseaux IP Européens). RIPE NCC is responsible for assigning numbers and names on the Internet for Europe and parts of Asia. Other parts of the world are represented by 4 others organizations of ICANN, the worldwide Internet self-government organization.

Although the article revealed that RIPE NCC provides services to criminal customers, the bad boys are still being served. These criminals pay for membership of RIPE NCC. Internet self-administration a la RIPE NCC: An oath of disclosure! weiterlesen

Internet-Selbstverwaltung a la RIPE NCC: Ein Offenbarungseid!

Für gelungene Selbstregulierungen im Wirtschaftsleben gibt es viele funktionierende Beispiele. Eines davon ist die Altersfreigabe für Filme und Games. Die Prozesse dazu verlaufen relativ geräuscharm und es gibt trotz vieler Prüffälle sehr wenig Dissonanzen.
Der Grund, warum das so ist, könnte in der der regulierten Selbstregulierung liegen, die allen Beteiligten auch Pflichten und Verantwortung zuweist.

RIPE NCC: Epic Fail
Das genaue Gegenbeispiel ist die Selbst“regulierung“ im Internet. Bereits im Frühjahr 2018 wurde in diesem Blog auf das Versagen von Selbstverwaltungen wie RIPE NCC (Réseaux IP Européens) hingewiesen. RIPE NCC ist für die Vergabe von Nummern und Namen im Internet für Europa und Teile Asiens zuständig. Andere Teile der Welt werden durch 4 weitere Schwester-Organisationen als Arm der weltweiten Internets-Selbstverwaltung ICANN abgebildet.
Obwohl RIPE NCC durch unseren Artikel über Kriminelle in den eigenen Reihen in Kenntnis gesetzt wurde, mischen die miesen Akteure weiter munter mit. Internet-Selbstverwaltung a la RIPE NCC: Ein Offenbarungseid! weiterlesen

Musterverfahren DSGVO: Icann verklagt Registrar

Icann hat eine einstweilige Anordnung gegen einen deutschen Registrar beantragt um gerichtlich zu klären, inwieweit die Erhebung und Veröffentlichung von Whois-Daten bei Registraren generischer Top-Level-Domains wie .com rechtlich möglich ist ohne gegen die DSGVO zu verstoßen.
https://www.heise.de/newsticker/meldung/DSGVO-und-Domain-Daten-ICANN-klagt-gegen-abgespecktes-Whois-4060061.html

Whois, Fake-Daten, ICANN und die DSGVO

Ein aktueller Heise-Artikel zeigt das Chaos um die zukünftigen Whois-Daten und deren Veröffentlichung.

Die ICANN hat immer noch nicht geklärt, welche Daten gesammelt und dann in Übereinstimmung mit der Datenschutzgrundverordnung ab Ende Mai veröffentlicht werden dürfen.
Chaos gibt es aber nicht nur beim Inhalt sondern auch bei den Speicherorten. So hat ein deutscher Registrar schon ein Datenschutzproblem, wenn die ICANN die Daten in irgendwelchen Drittländern speichert.

eco als Verband mit Mitgliedern, die massiv an Rechtsverstößen im Netz verdienen, will das Problem lösen in dem möglichst wenig Daten gespeichert werden. Dem widersprechen die EU-Kommission und Europol.

Etwas aus dem Blick gerät dabei, dass man die Internetwirtschaft erst einmal zwingen sollte, valide Daten zu erheben. Das sich kommerzielle Internetseiten noch hinter Anonymisierungsdiensten aus Panama verstecken dürfen oder sich bei Registraren sich mit Fakedaten anmelden können, ist wenig hilfreich.

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Konferenz-Einschnitte-bei-Whois-Datensammlungen-bereiten-Probleme-3977835.html

Datenschutzgrundverordnung – ICANN muss handeln

Damit auch die ICANN-Regeln ab Mai 2018 in Einklang mit der Datenschutzgrundverordnung (GDPR) stehen, wird wohl momentan überlegt, inwieweit die Regeln angepasst werden müssen.
Dies betrifft sowohl die Datenerhebung, als auch die Datenveröffentlichung. Ein deutscher Registrar empfiehlt sogar bei privaten Seiten gar keine Whois-Angaben mehr zu veröffentlichen.

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Datenschutzgrundverordnung-Boeses-Erwachen-der-Domainverwaltung-ICANN-3757415.html

ICANN will weiterhin illegale Seiten dulden

Torrenfreak berichtet über die letzten Streitigkeiten und Briefe zwischen Rechteinhabern und der Internetregistrierungsstelle ICANN. Im Endeffekt weigert ICANN sich dafür zu sorgen, illegale Seiten abzuschalten. Man sähe sich nicht in der Lage den Richter zu spielen.
Dass viele dieser Rechtsverstöße offensichtlich sind, wird dabei natürlich nicht berücksichtigt.

https://torrentfreak.com/icann-we-wont-pass-judgment-on-pirate-sites-160702/

ICANN will auch bei offensichtlichen Verstößen nicht eingreifen

Den Versuchen amerikanischer Medienverbände, die Abschaltung von illegalen Seiten über die Internetregistrierungsstelle ICANN zu erreichen, hat nun ICANN’s Chief Contract Compliance Officer, Allen Grogan, eine deutliche Absage erteilt: “ICANN has no role in policing content – it’s entirely out of our scope,” … “Our mission is to coordinate, at the overall level, the global Internet’s systems of unique identifiers, and in particular, to ensure the stable and secure operation of the Internet’s unique identifiers,” fügte er hinzu.
Stattdessen wünscht man sich gerichtliche Entscheidungen.

http://torrentfreak.com/icann-refuses-to-play-piracy-police-150612/

Internetregistrierung 3: ICANN will strenger werden

Nach Angaben des Präsidenten der ICANN, Fadi Chehade, sollen in Zukunft die Wünsche der Strafverfolgungsbehörden zur Eindämmung der Anonymität im Internet Berücksichtigung finden. Über die tatsächlichen Formulierungen wird aber nach Angaben eines deutschen Registrars noch immer verhandelt.

Aus Internetreport II / 2013 – April 2013

www.heise.de/newsticker/meldung/Top-Level-Domains-ICANN-erfuellt-Wuensche-der-Strafverfolger-1838226.html