Schlagwort-Archive: Großbritannien

Google finanziertes Institut: Fehlerhafte Forschung zu Paid Content

Die Forscher des Reuters Institute for the Study of Journalism kommen regelmäßig zu dem Ergebnis, dass Paid Content von Newsseiten nicht richtig erfolgreich ist. Markus Schöberl, Herausgeber von pv digest, kritisiert das Forschungsinstitut aus Oxford. Es liefere alljährlich unstimmige Daten. Wesentliche Kritikpunkte sind:

Die Zahlen des Reuters Institute for the Study of Journalism (RISJ) weisen seit Jahren praktisch unveränderte Anteil der Bevölkerung aus, die für Online-Nachrichten bezahlt. Fast alle anderen Quellen berichten steigende Werte.
Die Anzahl der Paid-Content-Zugänge je Nutzer ist mit 1 falsch berechnet, dass arithmetische Mittel ergibt aber einen Wert von mindestens 1,76.

Darüber hinaus weist Schöberl auch auf die Finanzierung des Institutes hin: „Google hat das RISJ in den Jahren seit 2016 mit rund 10Mio€ gesponsort.“
Kein Wunder, dass man mit allen Tricks versucht zu beweisen, dass werbefinanzierte Angebote besser als bezahlte sind.

https://kress.de/news/detail/beitrag/142950-meinung-die-reuters-forscher-liegen-mit-ihren-zahlen-zu-paid-content-falsch.html

Zu den Finanziers des Institutes siehe auch: https://reutersinstitute.politics.ox.ac.uk/funders-0

Großbritannien: AVS-Pflicht wohl erneut verschoben

Nach Angaben von Sky News soll das Altersverifikationsprogramm der Regierung für Pornoseiten zum dritten Mal verschoben werden. Die Regierung hat es wohl versäumt, die Europäische Kommission bei der Festlegung der Leitlinien der Regulierungsbehörde im Parlament Ende 2018 zu informieren. Man rechnet mit einer Verschiebung von 6 Monaten. Eigentlich sollte die Regelung am 15. Juli in Kraft treten.

Eine offizielle Erklärung auf der Seite des Ministeriums oder des BBFC gibt es nicht. Die BBFC-Internetseite für diesen Bereich, www.ageverificationregulator.com, gibt noch den 15. Juli als Starttermin an.

https://news.sky.com/story/porn-age-verification-scheme-delayed-for-third-time-11745544

Großbritannien: Erfolg gegen Kodi-AddOns

Die Polizei im Vereinigten Königreich hat einen Mann im Norden Englands wegen der Entwicklung und Verbreitung eines Kodi-Add-ons verhaftet, welches illegale Streams ermöglichte. Darauf verschwanden direkt mehrere Add-on-Angebote vom Markt.

https://torrentfreak.com/more-kodi-add-ons-repos-shut-down-in-wake-of-uk-arrest-190620/

https://torrentfreak.com/kodi-add-on-developer-arrested-on-same-day-as-popular-repo-goes-down-190619/

Nachtrag, 26.6.2019:
Torrentfreak berichtet, dass die überraschende Abschaltung des Supremacy Kodi Add-On-Repositorys am 13. Juni wegen polizeilicher Maßnahmen erfolgte. Das Covert Development and Disruption Team der britischen North West Regional Organized Crime Unit verhaftete den Verantwortlichen.
https://torrentfreak.com/confirmed-supremacy-kodi-repo-was-indeed-targeted-by-police-190626/

Jugendschutzfilter: KJM contra JusProg

Für die Anerkennung von Jugendschutzprogrammen im Internet ist die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V. (FSM) zuständig (§ 11 Abs. 1 S. 2 JMStV). Die KJM prüft nur, ob die Selbstkontrolle dabei ihren gesetzlichen Beurteilungsspielraum eingehalten hat.

Genau dies hat die KJM nun getan und der FSM vorgeworfen, bei der Anerkennung des Jugendschutzprogramms JusProg den rechtlichen Grenzen ihres Beurteilungsspielraums überschritten zu haben:
„Die FSM hätte nach Überzeugung der KJM bei ihrer Eignungsprüfung dem Umstand Rechnung tragen müssen, dass das Programm „JusProg“ wesentliche Teile der Nutzung von Medieninhalten durch Minderjährige nicht erfasst, da es ausschließlich für Windows-PC mit Chrome Browser ausgelegt ist. Gleichwohl sind Anbieter durch die Eignungsanerkennung aber umfassend privilegiert – sie können ihre mit einer Alterskennzeichnung versehenen Angebote ohne sonstige Schutzvorkehrungen verbreiten, obwohl gerade auf den von Kindern und Jugendlichen meist genutzten mobilen Endgeräten und Betriebssystemen eine Auslesung der Alterskennzeichnung nicht möglich ist.
Andernfalls sind Kinder und Jugendliche gerade dort ungeschützt, wo sie sich in ihrem digitalen Alltag aufhalten und es würde eine signifikante Schutzlücke entstehen, die mit dem Ziel eines effektiven Jugendschutzes schlicht nicht vereinbar ist.“ Jugendschutzfilter: KJM contra JusProg weiterlesen

Großbritannien: Altersüberprüfung Pornografie beginnt im Juli

Das Vereinigte Königreich wird das erste Land der Welt sein, das eine wirksame Alterskontrolle für Online-Pornografie einführt. Nach mehreren Verschiebungen soll diese nun am 15. Juli 219 starten.
https://www.gov.uk/government/news/age-verification-for-online-pornography-to-begin-in-july

https://webschauder.de/grossbritannien-altersverifikation-fuer-internetpornographie-soll-bis-zum-ende-des-jahres-stehen/

Hard Brexit Werbung: Lobbyfirma statt Grassroot

In Großbritannien hat eine Lobbyagentur, die häufig mit Boris Johnson zusammenarbeitet, für eine Million Pfund auf Facebook Werbung für einen ungeordneten Brexit geschaltet.
Dabei hat man das Geld in verschiedene Kampagnen gesplittet, die den Anschein erweckten von unabhängigen Organsiationen zu stammen. Dem Guardian liegen Dokumente vor, dass hinter der Kampagne die Lobbyisten von Lynton Crosbys „CTF Partners“ stehen.
https://www.theguardian.com/politics/2019/apr/03/grassroots-facebook-brexit-ads-secretly-run-by-staff-of-lynton-crosby-firm?CMP=Share_iOSApp_Other

Großbritannien: Hohe Haftstrafen wegen illegaler Verbreitung von Sport-Streams

Drei Betreiber eines Piraterie Streamingangebots wurden vom Warwick Crown Court wegen Betrugs zu insgesamt 17 Jahren Haft verurteilt.
Unter den Namen Dreambox, Dreambox TV Limited und Digital Switchover Limited hatten die drei Männer über die Webseiten dreamboxtv.co.uk und yourfootie.com mehr als 1.000 Pubs, Clubs und Privatpersonen in ganz England und Wales illegalen Zugang zum Fußball der Premier League ermöglicht. Zudem hatten sie Dritte beauftragt, illegale Streams herzustellen.
Die Verurteilten hatten durch ihre illegalen Aktivitäten mehr als 5 Millionen Pfund verdient.
https://www.fact-uk.org.uk/three-sellers-of-illegal-streaming-devices-jailed-for-a-total-of-17-years-for-defrauding-premier-league/

Großbritannien: Haftstrafen für Verbreitung von Raubkopien

In Großbritannien wurden vier Betreiber einer Torrent-Website zu Haftstrafen von bis zu viereinhalb Jahren verurteilt. Über die Seite wurden unter anderem Filme vor ihrem Kinostart zur Verfügung gestellt, darunter auch The Expendables 3. Allein diese Raubkopie soll bei dem Produzenten Lionsgate Films einen geschätzten Verlust von 1,75 Mio. Euro verursacht haben. Insgesamt wurde ein Schaden auf fast 10 Mio. Euro geschätzt.
https://torrentfreak.com/four-uk-men-jailed-for-running-torrent-site-that-leaked-expendables-3-190319/

Britische Parlament kritisiert Facebook

In ihrem Abschlussbericht kritisiert eine Untersuchungskommission des britischen Parlaments die Geschäftspraktiken von Facebook. „Unternehmen wie Facebook sollte es nicht erlaubt sein, sich wie ‚digitale Gangster‘ in der Online-Welt zu benehmen, indem sie sich selbst als den Gesetzen vorausgehend oder außerhalb der Gesetze stehend betrachten“.
Facebook habe „absichtlich und wissentlich sowohl gegen Datenschutzgesetze als auch gegen Wettbewerbsgesetze verstoßen“.

Zu den 51 Schlussfolgerungen und Empfehlungen des Papiers gehört die Forderung, dass für soziale Medien eine neue rechtliche Kategorie geschaffen werden solle. Diese dürften sich nicht nur als reine „Plattformen“ verstehen, die keine Verantwortung für ihre Inhalte übernehmen müssten. Es müsse daher eine Kategorie zwischen reinen Hostinganbietern und Verlagen geschaffen werden.
Insgesamt wertete die Kommission 170 schriftliche Stellungnahmen und die Aussagen von 73 Zeugen aus, denen 4.350 Fragen gestellt worden waren.

https://www.golem.de/news/datenskandal-briten-kritisieren-facebook-als-digitale-gangster-1902-139453.html

Bericht und Zusatzdokumente:

https://publications.parliament.uk/pa/cm201719/cmselect/cmcumeds/1791/1791.pdf

https://www.parliament.uk/documents/commons-committees/culture-media-and-sport/Further-selected-documents-ordered-from-Six4Three-Feb19.pdf

Großbritannien: Geldstrafe für Piraterieboxen-Verkäufer

Ein Mann, der modifizierte Set-Top-Boxen und IPTV-Piraterieabonnements verkauft hat, erhielt von einem Gericht in Wales eine Geldstrafe von 1.340 Pfund. Dazu kommen knapp über 4.000 Pfund Verfahrenskosten.
Sein Umsatz betrug 18.183 Pfund, sein Gewinn lag bei maximal 2.500 Pfund. Der Schaden für Sky lag bei rund 48.000 Pfund.
https://torrentfreak.com/pirate-iptv-device-seller-fined-following-sky-investigation-190201/