Schlagwort-Archive: Großbritannien

Großbritannien: Fact erwirkt Schließungen

Zwei Gruppen, die an der Verteilung von Kodi Add-ons und Builds von Drittanbietern beteiligt waren, haben sich nach einer FACT-Untersuchung geschlossen. KodiUKTV und OneNation betrieben beide so genannte Repositorien, in denen Software heruntergeladen werden konnte.

„Unsere Botschaft ist klar und konsequent; wir werden handeln, um zu verhindern, dass raubkopierte Inhalte auf illegalen Streaming-Geräten erscheinen. FACT überwacht weiterhin die Kanäle, die zur Werbung, Vermarktung, zum Verkauf und zur Verteilung von Apps, Geräten und Streams genutzt werden, und wird Maßnahmen gegen die Lieferanten und Betreiber ergreifen“, sagt FACT CEO Kieron Sharp.

https://twitter.com/factuk/status/1195008827814555649

https://torrentfreak.com/kodi-addon-build-repositories-shut-down-citing-legal-pressure-191114/

Großbritannien: Umfrage zu illegalen Fußballstreams

Eine im Auftrag des Wetttippdienstes OLBG durchgeführte Umfrage unter 1.000 britischen Fußballfans hat gezeigt, dass 22,4% der befragten Fußballfans, irgendwann wissentlich „inoffizielle Streams“ verwendet haben. Hochgerechnet sollen dies „über fünf Millionen britische Fußballfans“ sein.

Neben den auch von Torrentfreak kritisierten Frageformulierungen, lässt die Zahl viele Fragen offen, da angeblich viele Nutzer ihr Verhalten gar nicht als illegal bewerten:

  • Unofficial online internet streams (any stream from non-mainstream providers): 61,1%
  • Third-party access devices (e.g., Kodi boxes): 49%
  • Social media live streams (Such as Facebook live, Periscope, Twitter etc): 28,9%

https://www.olbg.com/insights/fans-of-the-epl/how-do-fans-watch/

https://torrentfreak.com/millions-of-uk-football-fans-seem-confused-about-piracy/

Großbritannien: Ansätze zum Jugendschutz im Netz werden erweitert

Die britische Regierung hat über die Secretary of State for Digital, Culture, Media and Sport, Nicky Morgan, mitgeteilt, dass man Kinder umfassend vor dem Zugriff auf unangemessene, schädliche Inhalte schützen will.
Im Mittelpunkt der Maßnahmen steht das „Online Harms White Paper“, aus dem April, welches inzwischen weiterentwickelt wurde. Dieses sieht Sorgfaltspflichten für Unternehmen zur Verbesserung der Online-Sicherheit vor, die von einer unabhängigen Regulierungsbehörde mit starken Durchsetzungsbefugnissen überwacht werden sollen.

Um zu einem kohärenten Schutzsystem zu kommen, wird Teil 3 des Digital Economy Act 2017 über die Altersverifikation für Online-Pornografie nicht in Kraft treten. Die Ziele des Digital Economy Act werden durch das vorgeschlagene Online-Schadenregulierungssystem erreicht. Diese Vorgehensweise gibt der Regulierungsbehörde die Möglichkeit, die effektivsten Mittel zur Erfüllung ihrer Sorgfaltspflicht zu wählen. Zudem umfasst der Digital Economy Act keine Social Media Plattformen.

„Das Engagement der Regierung für den Schutz von Kindern im Internet ist ungebrochen. Adult Content ist online zu leicht zugänglich und es muss mehr getan werden, um Kinder vor Schäden zu schützen. Wir wollen den umfassendsten Ansatz für die Sicherheit von Kindern im Internet liefern und haben im Online Harms Whitepaper die Rolle anerkannt, die die Technologie spielen kann, um alle Benutzer, insbesondere Kinder, sicher zu halten. Wir sind bestrebt, dass Großbritannien bei der Entwicklung von Online-Sicherheitstechnologien weltweit führend wird und Unternehmen jeder Größe Zugang zu innovativen Lösungen zur Verbesserung der Sicherheit ihrer Nutzer haben und diese annehmen. Dazu gehören auch Instrumente zur Altersverifizierung, und wir erwarten, dass sie weiterhin eine Schlüsselrolle beim Schutz von Kindern im Internet spielen.“

https://www.parliament.uk/business/publications/written-questions-answers-statements/written-statement/Commons/2019-10-16/HCWS13/

Großbritannien: IP CRIME AND ENFORCEMENT REPORT 2018-19

Der aktuelle “IP CRIME AND ENFORCEMENT REPORT 2018-19” gibt einen breiten Überblick über die Tätigkeiten diverser Organisationen gegen Markenfälschungen und Piraterie. Nachfolgend einige „Highlights“ aus dem Bericht:

Schäden
„Zahlen der britischen Regierung zeigen, dass der jährliche Verlust für die britische Wirtschaft durch Fälschungen und Piraterie 9 Milliarden Pfund und 80.500 Arbeitsplätze pro Jahr beträgt.“
(PIPCU, Seite 54)

Host Provider
Weiterhin liegen die meisten illegalen Inhalte bei Rechenzentren in der EU. Die dazu veröffentlichte Grafik fasst die Herkunftsländer von illegalen Streams und die Empfängerländer von Take-Down-Hinweisen zusammen (Seite 63):


Fact: Zahlen eines illegalen IPTV-Dienstes

Fact berichtet, dass illegale IPTV-Dienste immer professioneller werden und sogar hauptamtliche Kundendienstteams bezahlen, um auf Anfragen und Beschwerden von Kunden auf der ganzen Welt zu reagieren.
Im Rahmen einer 2017 gestarteten Untersuchung eines illegalen Premium-IPTV-Dienstes wurden im Vereinigten Königreich sieben Personen festgenommen. Die Analyse forensischer und finanzieller Daten führte zur Identifizierung von sechs weiteren wichtigen Verdächtigen. Die umfangreiche Untersuchung hat Korruption und Geldwäsche aufgedeckt und auch das Wissen von FACT über die Infrastruktur, die von Kriminellen für den Betrieb eines illegalen IPTV-Dienstes genutzt wird, erweitert: Großbritannien: IP CRIME AND ENFORCEMENT REPORT 2018-19 weiterlesen

Großbritannien: FACT und Premier League gegen illegale Sport-Streaming-Dienste

Im Juli 2019 haben FACT-Ermittler und britische Strafverfolgungsbehörden an sechzehn Orten Abmahnungen an Personen verteilt, die illegale Sport-Streaminginhalte anboten.

Die Initiative war eine Zusammenarbeit zwischen der Premier League und FACT mit dem Ziel, die illegale Bereitstellung von Sportstreams in Großbritannien und weltweit vor der Fußballsaison 2019-2020 zu verhindern.

https://www.fact-uk.org.uk/suppliers-and-resellers-of-illegal-sports-streaming-services-targeted-in-joint-fact-and-premier-league-initiative/

Großbritannien: Warnhinweise eingestellt

Die britischen ISPs stellen die Versendung von Warnhinweisen zu Urheberrechtsverletzungen nach etwa 2 Jahren ein.
Insgesamt hat die Initiative Creative Content UK (CCUK) wohl rund eine Million Hinweise versendet. Die Piraterie soll im Berichtszeitraum um 26% zurückgegangen sein. Dies bezieht man aber nicht nur auf die versendeten Hinweise.
https://www.neowin.net/news/uk-isps-stop-issuing-educational-copyright-infringement-notices/

Großbritannien: Piraterie gut für Sponsoren?

Eine aktuelle Studie von GumGum Sports und MUSO hat festgestellt, dass illegale Streams für Spiele der Premier League den Wert des Sponsorings erhöhen. Die Gleichung ist einfach, mehr Zuschauer (egal ob legal oder illegal) machen ein Sponsoring für die Sponsoren interessanter. In diesem Fall soll es um 1 Million Pfund je Spiel gehen.
Ob diese bei den Sponsoringverträge eingepreist sind darf bezweifelt werden. Die Schäden wegen entgangener Einnahmen verbleiben auf jeden Fall bei der Premiere League.
https://torrentfreak.com/sports-streaming-piracy-is-worth-millions-to-sponsors-1907xx/

Großbritannien: ICO sieht große Datenschutzprobleme in Online-Werbemärkten

Die britische Datenschutzaufsichtsbehörde ICO hat in ihrem Bericht “Update report into adtech and real time bidding – 20 June 2019“ festgestellt, dass der Verkauf von Internetwerbung in Echtzeit (real time bidding) datenschutzrechtlich bedenklich ist.
Sie bemängelt u.a.:

  • Die über Einzelpersonen erstellten Profile sind äußerst detailliert und werden immer wieder von Hunderten von Organisationen für eine einzige Ausschreibung genutzt, und zwar ohne das Wissen der Einzelpersonen.
  • Tausende von Unternehmen bearbeiten jede Woche Milliarden von Angebotsanfragen im Vereinigten Königreich mit (bestenfalls) inkonsistenter Anwendung geeigneter technischer und organisatorischer Maßnahmen zur Sicherung der Daten und ohne Rücksicht auf die datenschutzrechtlichen Anforderungen an die internationale Übermittlung personenbezogener Daten.
  • Einzelpersonen haben keine Garantien für die Sicherheit ihrer personenbezogenen Daten innerhalb des Ökosystems.

Die Behörde beabsichtigt weitere Informationen zu sammeln, sich mit den Behörden anderer Länder abzustimmen und erwartet von der Branche, dass die für die Datenverarbeitung Verantwortlichen ihren Ansatz in Bezug auf Datenschutzhinweise, die Verwendung personenbezogener Daten und die gesetzlichen Grundlagen, die sie innerhalb des RTB-Ökosystems anwenden, neu bewerten.
In sechs Monaten könne man eine weitere Branchenüberprüfung durchführen.

https://ico.org.uk/media/about-the-ico/documents/2615156/adtech-real-time-bidding-report-201906.pdf

Google finanziertes Institut: Fehlerhafte Forschung zu Paid Content

Die Forscher des Reuters Institute for the Study of Journalism kommen regelmäßig zu dem Ergebnis, dass Paid Content von Newsseiten nicht richtig erfolgreich ist. Markus Schöberl, Herausgeber von pv digest, kritisiert das Forschungsinstitut aus Oxford. Es liefere alljährlich unstimmige Daten. Wesentliche Kritikpunkte sind:

Die Zahlen des Reuters Institute for the Study of Journalism (RISJ) weisen seit Jahren praktisch unveränderte Anteil der Bevölkerung aus, die für Online-Nachrichten bezahlt. Fast alle anderen Quellen berichten steigende Werte.
Die Anzahl der Paid-Content-Zugänge je Nutzer ist mit 1 falsch berechnet, dass arithmetische Mittel ergibt aber einen Wert von mindestens 1,76.

Darüber hinaus weist Schöberl auch auf die Finanzierung des Institutes hin: „Google hat das RISJ in den Jahren seit 2016 mit rund 10Mio€ gesponsort.“
Kein Wunder, dass man mit allen Tricks versucht zu beweisen, dass werbefinanzierte Angebote besser als bezahlte sind.

https://kress.de/news/detail/beitrag/142950-meinung-die-reuters-forscher-liegen-mit-ihren-zahlen-zu-paid-content-falsch.html

Zu den Finanziers des Institutes siehe auch: https://reutersinstitute.politics.ox.ac.uk/funders-0

Großbritannien: AVS-Pflicht wohl erneut verschoben

Nach Angaben von Sky News soll das Altersverifikationsprogramm der Regierung für Pornoseiten zum dritten Mal verschoben werden. Die Regierung hat es wohl versäumt, die Europäische Kommission bei der Festlegung der Leitlinien der Regulierungsbehörde im Parlament Ende 2018 zu informieren. Man rechnet mit einer Verschiebung von 6 Monaten. Eigentlich sollte die Regelung am 15. Juli in Kraft treten.

Eine offizielle Erklärung auf der Seite des Ministeriums oder des BBFC gibt es nicht. Die BBFC-Internetseite für diesen Bereich, www.ageverificationregulator.com, gibt noch den 15. Juli als Starttermin an.

https://news.sky.com/story/porn-age-verification-scheme-delayed-for-third-time-11745544