Schlagwort-Archive: Glücksspiel

Niederlande: Glücksspiel bei Minderjährigen

Die niederländische Glücksspielaufsicht KSA (Kansspelautoriteit) hat eine Studie zum Thema Glücksspiel von Minderjährigen und jungen Erwachsenen veröffentlicht.

Danach haben 23 % der 16- bis 17-Jährigen zwischen April 2018 und April 2019 an Glücksspielen teilgenommen. 11 % der Minderjährigen haben mindestens einmal Rubbellose gekauft, 8 % am Spielautomaten gespielt und 5 % Sportwetten abgegeben.

https://www.casinoonline.de/nachrichten/niederlande-untersuchen-gluecksspiel-unter-jugendlichen-41229/

Hamburg zeigt Glücksspiel-Anbieter an

Die Hamburger Innenbehörde hat nach Informationen von NDR und „Süddeutscher Zeitung“ Strafanzeige gegen die Glücksspielanbieter Tipico, Bwin und Bet3000 gestellt. Die Staatsanwaltschaft Hamburg bestätigte auf Anfrage, dass sie die Anzeigen gegen die drei Unternehmen aktuell prüfe. Der Vorwurf lautet auf unerlaubte Veranstaltung eines Glücksspiels in den Online-Casino-Angeboten auf den Websites der Unternehmen.

Mit den Anzeigen versucht erstmals seit vielen Jahren eine deutsche Innenbehörde, strafrechtlich gegen unerlaubte Glücksspiele im Internet vorzugehen.

https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr/online-casinos-hamburg-101.html

LMS: Untersagungsverfügungen wegen Online-Casino-Werbung

Die saarländische LMS hat als erste Glücksspielaufsichtsbehörde Untersagungsverfügungen gegen zwei marktstarke Anbieter von Online-Casino-Spielen mit Lizenz des Landes Schleswig-Holstein erlassen. Mit diesen wird es den beiden Anbietern untersagt, im Saarland für im Internet im Saarland nicht erlaubnisfähiges öffentliches Glücksspiel zu werben.
Schleswig-Holstein selbst hatte beim Wiederaufleben seiner Online-Casino-Lizenzen eine Begrenzung der Werbung für diese Angebote zugesichert. Insbesondere sollten die Anbieter mit einer Schleswig-Holstein-Lizenz auf die Verhältnismäßigkeit von solcher Wer-bung in Form bundesweit empfangbarer Kommunikationsmittel zur regionalen kommerziellen Kommunikation achten.
Von dieser Begrenzung ist in der Praxis aus Sicht der LMS nichts mehr zu spüren: TV-Werbung für Spielmöglichkeiten bei diesen Online-Casinos findet in einer viel zu großen Anzahl privater TV-Programme statt – und dass auch zu Tageszeiten, in denen Kinder und Jugendliche besonders schutzbedürftig sind.

https://www.lmsaar.de/2020/06/lms-erlaesst-untersagungsverfuegungen-gegen-online-casino-anbieter-mit-lizenz-des-landes-schleswig-holstein/#more-12809

Visa zieht sich offenbar aus dem Online-Casino-Markt zurück

Obwohl Online-Casinos in Deutschland mit wenigen Ausnahmen verboten sind, arbeiten Banken und Zahlungsdienste mit ihnen zusammen. Dagegen gehen die Behörden in Niedersachsen nun verstärkt vor. Das Unternehmen Visa gehört zu denen, dies sich aus dem Markt zurückziehen wollen.
Ganz geklappt hat es aber noch nicht. Ein Test von NDR-Reportern zeigte, dass bei Bwin und Tipico weiterhin Geld per Visa-Karte eingezahlt und für Casino-Spiele eingesetzt werden kann.

https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr/gluecksspiel-visa-101.html

EGBA: Piraterieunterstützung wird weiterhin akzeptiert

Die European Gaming and Betting Association (EGBA) hat einen Verhaltenskodex für verantwortungsvolle Werbung für Online-Glücksspiel veröffentlicht. Darin geht es u.a. um Jugendschutz und inhaltliche Elemente der Werbung.
Wo geworben wird ist aber weiterhin egal: Piraterieseiten und andere illegale Angebote können weiterhin – konform mit dem Kodex – finanziert werden.

https://www.egba.eu/news-post/first-pan-european-code-for-responsible-advertising-for-online-gambling/

Russland: Glücksspiel finanziert Piraterie

Russische Piraterieangebote werben nicht mehr so viel für das Glücksspielangebot 1XBET. Statt für dieses illegale Angebot werben sie inzwischen lieber für 1XStavka. Dieses Angebot ist nicht nur legal (es verfügt über Lizenzen) sondern auch optisch mit 1XBET identisch.
Für die Rechteinhaber ist es nun nicht mehr so leicht gegen illegale Seiten vorzugehen, da ein wichtiger Hebel fehlt. Wenn eine Glücksspielplattform nicht lizenziert ist, können sowohl die Steuerbehörden als auch Roscomnadzor den Zugang schnell sperren, auch den zu Seiten auf denen Werbung für illegale Angebote erfolgt.

Noch 2019 war 1XBET drittaktivster Online-Werber in Russland, nach Google und PepsiCo. Aktuell ist das Unternehmen nur noch auf Platz 20. 1XStavka liegt aktuell auf Platz 6.

https://torrentfreak.com/russia-pirate-sites-dump-1xbet-in-favor-of-identical-yet-legal-1xstavka-200404/

LG Köln: Werbung für Online-Glücksspiele im Fernsehen verboten

Das Landgericht Köln hat die Ausstrahlung von Werbespots untersagt, die mittelbar eine Sympathiewerbung für in Deutschland verbotene Online-Glücksspiele entfalten.
Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Werbespots für die Top-Level-Domains.de schon deswegen unzulässig sind, weil sie eine mittelbare Werbewirkung auch für die Domains.com entfalten, die in Deutschland über keine Glücksspiellizenz verfügen. Sie wecken zumindest Sympathien für das Glücksspiel und fördern daher auch den Absatz der Glücksspiele insgesamt.

In ihrer Entscheidung ließen es die Richter offen, ob die Ausstrahlung der Werbespots mit der Top-Level-Domain.de für die übrigen Bundesländer außer Schleswig-Holstein unzulässig wäre.
[LG Köln, 18.02.2020, Az. 31 O 152/19]

https://www.lg-koeln.nrw.de/behoerde/040_presse/zt_presse/Entscheidung-des-Monats/EdM-02_20.pdf

PEGI: Casino-Games nur noch ab 18

PEGI, die Klassifizierungsstelle für die Alterskennzeichnung von Videospielen, wird Spiele, in denen (Elemente von) Glücksspielen vorhanden sind, zukünftig nur mit PEGI 18 kennzeichnen. Bisher konnten solche Spiele eine 12er-Kennzeichnung erhalten.

Allerdings bezieht sich die Änderung nur auf Casino-Games und nicht auf die oft kritisierte Lootboxen. Zudem gibt es eine sechs-monatige Übergangsfrist für mögliche Spielanpassungen.

Die neue Einstufung erfolgt auf Initiative der Medien- und Kommunikationsbehörde von Norwegen, die Kinder und Jugendliche von den Casino-Games fernhalten will.

https://www.casinoonline.de/nachrichten/pegi-freigabe-von-videospielen-mit-casino-ab-18-34770/

Großbritannien: Bankengruppe Lloyds engagiert sich gegen Glücksspiel-Seiten

Schon bisher hatten Kunden der britischen Bankengruppe Lloyds (Lloyds, Halifax und Bank of Scotland) die Möglichkeit, Zahlungen an Glücksspielanbieter zu sperren.
Nun hat Lloyds angekündigt, eine Partnerschaft mit Gamban eingegangen zu sein. Das Unternehmen bietet Software zur Blockierung von Glücksspiel-Seiten an. Die Software blockiert auf PC, Smartphone und Tablet den Zugang zu Tausenden von Glücksspiel-Webseiten und -Applikationen, darunter auch Glücksspiele auf Facebook.

https://www.casinoonline.de/nachrichten/lloyds-trifft-massnahmen-zur-blockierung-von-gluecksspiel-seiten-34595/

Großbritannien: Mangelnde Alterskontrolle im Bereich Glücksspiel

Laut AgeChecked, einem britischen Unternehmen für Technologien zum Jugendschutz im Internet, verzichten noch immer 80 % der Geschäftspartner von Online Glücksspielfirmen auf die geforderten Maßnahmen zur Alterskontrolle. Weniger als 10 % der geprüften Webseiten haben tatsächliche eine Alterskontrolle eingebaut.
Angesichts der Pläne der UKGC, den gesamten Glücksspielsektor noch strenger zu überwachen, könnte die freiwillige Einführung von Alterschecks bald obligatorisch werden.

https://www.casinoonline.de/nachrichten/alterskontrollen-im-online-gluecksspiel-34372/