Schlagwort-Archive: Glücksspiel

Russland: Glücksspiel finanziert Piraterie

Russische Piraterieangebote werben nicht mehr so viel für das Glücksspielangebot 1XBET. Statt für dieses illegale Angebot werben sie inzwischen lieber für 1XStavka. Dieses Angebot ist nicht nur legal (es verfügt über Lizenzen) sondern auch optisch mit 1XBET identisch.
Für die Rechteinhaber ist es nun nicht mehr so leicht gegen illegale Seiten vorzugehen, da ein wichtiger Hebel fehlt. Wenn eine Glücksspielplattform nicht lizenziert ist, können sowohl die Steuerbehörden als auch Roscomnadzor den Zugang schnell sperren, auch den zu Seiten auf denen Werbung für illegale Angebote erfolgt.

Noch 2019 war 1XBET drittaktivster Online-Werber in Russland, nach Google und PepsiCo. Aktuell ist das Unternehmen nur noch auf Platz 20. 1XStavka liegt aktuell auf Platz 6.

https://torrentfreak.com/russia-pirate-sites-dump-1xbet-in-favor-of-identical-yet-legal-1xstavka-200404/

LG Köln: Werbung für Online-Glücksspiele im Fernsehen verboten

Das Landgericht Köln hat die Ausstrahlung von Werbespots untersagt, die mittelbar eine Sympathiewerbung für in Deutschland verbotene Online-Glücksspiele entfalten.
Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Werbespots für die Top-Level-Domains.de schon deswegen unzulässig sind, weil sie eine mittelbare Werbewirkung auch für die Domains.com entfalten, die in Deutschland über keine Glücksspiellizenz verfügen. Sie wecken zumindest Sympathien für das Glücksspiel und fördern daher auch den Absatz der Glücksspiele insgesamt.

In ihrer Entscheidung ließen es die Richter offen, ob die Ausstrahlung der Werbespots mit der Top-Level-Domain.de für die übrigen Bundesländer außer Schleswig-Holstein unzulässig wäre.
[LG Köln, 18.02.2020, Az. 31 O 152/19]

https://www.lg-koeln.nrw.de/behoerde/040_presse/zt_presse/Entscheidung-des-Monats/EdM-02_20.pdf

PEGI: Casino-Games nur noch ab 18

PEGI, die Klassifizierungsstelle für die Alterskennzeichnung von Videospielen, wird Spiele, in denen (Elemente von) Glücksspielen vorhanden sind, zukünftig nur mit PEGI 18 kennzeichnen. Bisher konnten solche Spiele eine 12er-Kennzeichnung erhalten.

Allerdings bezieht sich die Änderung nur auf Casino-Games und nicht auf die oft kritisierte Lootboxen. Zudem gibt es eine sechs-monatige Übergangsfrist für mögliche Spielanpassungen.

Die neue Einstufung erfolgt auf Initiative der Medien- und Kommunikationsbehörde von Norwegen, die Kinder und Jugendliche von den Casino-Games fernhalten will.

https://www.casinoonline.de/nachrichten/pegi-freigabe-von-videospielen-mit-casino-ab-18-34770/

Großbritannien: Bankengruppe Lloyds engagiert sich gegen Glücksspiel-Seiten

Schon bisher hatten Kunden der britischen Bankengruppe Lloyds (Lloyds, Halifax und Bank of Scotland) die Möglichkeit, Zahlungen an Glücksspielanbieter zu sperren.
Nun hat Lloyds angekündigt, eine Partnerschaft mit Gamban eingegangen zu sein. Das Unternehmen bietet Software zur Blockierung von Glücksspiel-Seiten an. Die Software blockiert auf PC, Smartphone und Tablet den Zugang zu Tausenden von Glücksspiel-Webseiten und -Applikationen, darunter auch Glücksspiele auf Facebook.

https://www.casinoonline.de/nachrichten/lloyds-trifft-massnahmen-zur-blockierung-von-gluecksspiel-seiten-34595/

Großbritannien: Mangelnde Alterskontrolle im Bereich Glücksspiel

Laut AgeChecked, einem britischen Unternehmen für Technologien zum Jugendschutz im Internet, verzichten noch immer 80 % der Geschäftspartner von Online Glücksspielfirmen auf die geforderten Maßnahmen zur Alterskontrolle. Weniger als 10 % der geprüften Webseiten haben tatsächliche eine Alterskontrolle eingebaut.
Angesichts der Pläne der UKGC, den gesamten Glücksspielsektor noch strenger zu überwachen, könnte die freiwillige Einführung von Alterschecks bald obligatorisch werden.

https://www.casinoonline.de/nachrichten/alterskontrollen-im-online-gluecksspiel-34372/

Illegales Glücksspiel: Niedersachsen macht Banken Druck

Das niedersächsische Innenministerium hat Ende Januar fünf Branchenverbände der deutschen Kreditwirtschaft aufgefordert, sich endlich an die geltenden Gesetze zu halten und nicht länger Zahlungen für illegale Online-Casinos abzuwickeln.
Das Innenministerium erinnert zudem die Banken-Verbände daran, dass es die Befugnis habe, Zahlungen mit „bundesweiter Wirkung“ zu untersagen.

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/Illegales-Gluecksspiel-Niedersachsen-macht-Druck,gluecksspiel314.html

Niederlande: Urteil wegen Glücksspiel-PR

Die niederländische Kontrollbehörde Kansspelautoriteit (KSA) gewann ein Verfahren gegen das Glücksspielunternehmen Betsson. Eine Tochter des Unternehmens hatte seit 2017 PR-Onlineartikeln geschaltet, in denen Werbung für das Onlineangebot von Betsson gemacht wurde.
Nach Ansicht der KSA handelt es sich bei diesen Artikeln um Glücksspielwerbung, die in den Niederlanden verboten ist. Das höchste Gericht des Landes schloss sich nun der Meinung der KSA an und gab den Kontrolleuren und der Vorinstanz recht.

https://www.casinoonline.de/nachrichten/betsson-verliert-streit-ueber-irregulaere-werbung-33634/

LG Ulm: Paypal muss Spielschaden erstatten

Das Landgericht Ulm hat entschieden, dass Paypal einen Glücksspieler entschädigen muss, der mehr als 9600 Euro über Paypal an ein Internetkasino überwiesen und dann dort verspielt hatte.
Aus Sicht der Richter hat „Der Zahlungsdienstleister […] eine Pflicht, nach seinen Möglichkeiten zu überprüfen, ob die Zahlung abgewickelt werden darf oder gegen ein gesetzliches Verbot verstößt“.

In ähnlichen Fällen anders entschieden hatten das OLG München
und das LG Düsseldorf.

[LG Ulm, 16.12.2019, 4 O 202/18]

https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/urteil-online-gluecksspiel-wird-zum-milliardenrisiko-fuer-zahlungsabwickler-wie-paypal/25442698.html

https://www.docdroid.net/qbdH6eB/urteil2-geschwarzt.pdf#page=3

Nachtrag 30.1.2020:
Auch das LG Wuppertal sah in einem ähnlichen Fall keine Haftung des Zahlungsdienstleisters.
[LG Wuppertal, 30.10.2019, 3 O 384/18]
https://www.gamblejoe.com/forum/online-casinos/allgemeines/chargeback-landgericht-wuppertal-entscheidet-fur-paypal-135180/

Glücksspiel und Sportwetten für Minderjährige

Die Marktwächter der Verbraucherzentrale Bayern haben bei fünf Anbietern von Glücksspielen im Internet geprüft, wie es um den Schutz von Minderjährigen bestellt ist.
Testanmeldungen ergaben, dass sich Minderjährige unter Angabe eines falschen Geburtsdatums problemlos registrieren können. Auf diese Weise erhalten sie einen ungehinderten Zugang zu Sportwetten und Glücksspielen im Internet.
Das Alter wird frühestens bei der Auszahlung kontrolliert. Ob dann Geld an Minderjährige ausgezahlt wird, wurde nicht getestet.

Geprüft wurden die Webseiten: bet-at-home.com, betsafe.com, bet3000.de, sports.bwin.com und tipico.de.
Die Einzahlungen erfolgten jeweils über Paysafecard-PINs die zuvor anonym im Einzelhandel erworben wurden.

https://www.vzbv.de/pressemitteilung/kein-zutritt-unter-18-jahren

Großbritannien: Kreditkartenverbot für Glücksspielseiten

Die britische Gambling Commission hat ein Verbot von Glücksspielangeboten angekündigt, die es Verbrauchern in Großbritannien erlauben, Kreditkarten zum Spielen zu verwenden.

Das Verbot, das am 14. April in Kraft tritt, folgt auf die Überprüfung des Online-Glücksspiels durch die Kommission und auf die Überprüfung der Maßnahmen der Regierung im Bereich der Spielautomaten und der sozialen Verantwortung durch die Regierung.

https://www.gamblingcommission.gov.uk/news-action-and-statistics/News/gambling-on-credit-cards-to-be-banned-from-april-2020