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WIPO startet Sperrliste für Werbetreibenden

Die WIPO hat eine Datenbank eingeführt mit der die Einnahmen von Piraterieseiten reduziert werden sollen.
Das Projekt des WIPO-Sekretariats soll den Mitgliedstaaten bei der Koordinierung freiwilliger Maßnahmen, die im Einklang mit dem „Follow-the-money“-Ansatz bei Urheberrechtsverletzungen durchgeführt werden, helfen.
Es handelt sich um eine sichere, zugangskontrollierte Online-Plattform, auf die autorisierte Stellen in den WIPO-Mitgliedstaaten Listen von Websites hochladen können, die vorsätzlich die Verletzung von Urheberrechten erleichtern.
Legitime Akteure der Werbebranche dürfen als berechtigte Nutzer die in den Listen enthaltenen Daten zur Information über die Platzierung von Werbung im Internet verwenden. Durch die Überprüfung mit der Building Respect for Intellectual Property Database (BRIP Database) können Werbetreibende sicherstellen, dass ihre Werbung nicht versehentlich auf urheberrechtsverletzenden Websites erscheint.
Ziel ist es, den Geldfluss zu illegalen Webseitenbetreibern zu verringern, Marken vor Beschädigungen zu schützen und das Risiko zu verringern, dass legitime Werbung illegalen Webseiten den Anschein von Rechtmäßigkeit verleiht.

https://www.wipo.int/edocs/mdocs/enforcement/en/wipo_ace_14/wipo_ace_14_9.pdf

„Die Google-Dämmerung“ oder „Wenn Anderen ein Licht aufgeht“

Unter den Eindrücken des jüngsten Anschlags in London im März 2016 nimmt plötzlich die Diskussion um die Verantwortlichkeiten von Werbenetzwerken im Internet drastisch zu.

Was war genau passiert?

Hassrede und extreme Propaganda sind selbstverständlich ein Teil unserer Realität und somit auch auf zahlreichen Seiten im Internet auffindbar. Das war auch Journalisten des Guardian aufgefallen. Allerdings wunderte sich der Guardian, warum es Webseiten und Youtube Kanäle gibt, die trotz eindeutig radikaler, rassistischer, antisemitischer und extremistischer Inhalte fleißig mit Werbung durch den Giganten Google bespielt werden, Google also den Betreibern/Verfassern zu Geld verhilft. Der Guardian zog für sich die Konsequenz und stellte die Zusammenarbeit mit Google in Sachen Werbung ein, weil man offenbar verhindern wollte, dass Guardian Werbung auf solchen dubiosen Seiten oder Kanälen erscheint. Man war sich beim Guardian durchaus bewusst, dass das auch negative Auswirkungen auf die Besucherströme der eigenen Webseite haben kann und wird.

Auf diese erste eher kleine Notiz folgten allerdings weitere Marktteilnehmer und Werbende, die es dem Guardian nachtaten. Havas, ein französisches Marketingunternehmen, welches allein £ 175 Millionen im Jahr an Werbegeldern von Kunden aus dem Vereinigten Königreich verwaltet, ging den gleichen Schritt. „Die Google-Dämmerung“ oder „Wenn Anderen ein Licht aufgeht“ weiterlesen