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Facebook: unabsichtlich geklaut

Facebook hat bei einigen Neuanmeldungen User aufgeforderte, ihr Passwort für ihren E-Mail-Dienst direkt bei Facebook einzugeben. Danach hat Facebook sämtliche E-Mail-Kontakte der neuen Nutzer in seine Cloud geladen.
Eine Einwilligung der User lag nicht vor, sie wurden auch nicht darüber informiert.
Facebook gab zu, die Kontakte von bis zu 1,5 Millionen Nutzer auf die eigenen Server geladen zu haben. Man will diese wieder löschen.
https://futurezone.at/digital-life/facebook-klaut-millionen-e-mail-kontakte/400469977

Facebook beherbergt immer noch viele Cybercrime-Gruppen

Die Cybersicherheitsforscher von Cisco/Talos haben 74 Facebook-Gruppen mit insgesamt 385.000 Mitgliedern gefunden, in denen Fälscher, Identitätsdiebe, Spammer und Betrüger ihre Dienste verkaufen. Bereits im Vorjahr fand der Sicherheitsforscher Brian Krebs 120 private Gruppen mit 300.000 Mitgliedern, die Botnets, betrügerische Steuerrückerstattungen und andere illegale Dienste anboten.
Die Forscher fordern nun ein proaktives Vorgehen von Facebook. Stattdessen empfiehlt Facebook den Nutzern solcher Gruppen weitere verwandte (also kriminelle) Gruppen.

Zu finden sind die Gruppen über einschlägige Suchbegriffe. Dies gilt auch für illegale Filmangebote, wie der Business Insider zeigt.
Über Facebooks Livestreaming-Funktion Watch Party können Nutzer gemeinsam Videos schauen. In Gruppen wie „Watch Party Cinema“ verabredet man sich um gemeinsam Raubkopien von Filmen und Serien anzuschauen.

https://www.theverge.com/2019/4/5/18296687/facebook-cisco-talos-cybercrime-spam-scam-identity-theft-groups-takedown

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Facebook-Streaming-Dienst-Watch-Party-ist-bei-Piraten-beliebt-4370256.html

Erfolge von Uploadfiltern

Facebook hat in den ersten 24 Stunden weltweit 1,5 Millionen Videos der Attacke in Christchurch gelöscht, davon mehr als 1,2 Millionen bereits beim Hochladen; also per Uploadfilter.

Nach unerwünschten beziehungsweise rechtswidrigen Inhalten wie Nacktbildern, Terrorpropaganda oder Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs entfernt Facebook jetzt auch Rachepornos mithilfe des eigenen Upload-Filters in einem weitgehend automatisierten Verfahren.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/neuseeland-facebook-loescht-1-5-millionen-videos-vom-attentat-a-1258261.html

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Upload-Filter-Facebook-und-Instagram-loeschen-Rachepornos-automatisch-4338270.html

Imageproblem für die IT-Branche

Das Schweizer Forschungsinstitut Media Tenor hat Hunderttausende Beiträge im Fernsehen und in der Wirtschaftspresse aus den Jahren 2001 bis 2018 untersucht  und dabei festgestellt, dass die IT-Branche momentan ihr früher gutes Image verspielt.

Die aktuellen Nachrichten allein zu Facebook dürften da kaum helfen:

Guess what? Facebook still tracks you on Android apps (even if you don’t have a Facebook account)

Deutsche Datenschützer alarmiert über Facebooks interne Spitzelabteilung

„EU-Kommission: Facebook und Google müssen mehr gegen „Fake News“ tun“

Facebook, was interessiert uns das Recht – Folge ….

Dieser Blog schafft es nicht, die regelmäßigen Facebookskandale sachgerecht abzubilden. Deshalb gibt es immer wieder nur einzelne Highlights – zum Beginn dieser Woche auch einmal zwei:

  • Der BGH hat entschieden, dass Facebook den Eltern eines gestorbenen Mädchens den Zugang zum Konto gewähren muss. Da Facebook dies aber nicht gemacht hat, wurde nun ein Zwangsgeld in Höhe von 10.000 Euro fällig.
  • Gesundheitsdaten gehören zu den besonders geschützten Daten. Dennoch nutzen viele App-Entwickler ein Facebook-Plugin, welches das Übermitteln von heiklen Daten an Facebook ermöglicht, um die Daten dann für Werbezwecke zu nutzen.
    Die Nutzer wissen davon natürlich nichts, die Plugins werden oft auch nicht von Google oder Apple erkannt. Schuld sind aus Sicht von Facebook natürlich die Entwickler, die diese heimliche Datenschleuder einfach nutzen.

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Facebook-verweigert-trotz-BGH-Urteil-den-Zugriff-auf-das-Konto-einer-Toten-4316854.html

https://www.golem.de/news/datenschutz-fitness-apps-teilen-heimlich-sensible-daten-mit-facebook-1902-139581.html

Italien: Facebook muss Schadensersatz zahlen

Ein italienisches Gericht hat entschieden, dass Facebook Schadenersatz zahlen muss, weil es ein Link zu einem urheberrechtsverletzenden YouTube-Video nicht entfernt hat.

In dem Fall hatte Mediaset Facebook über einen Link auf Facebook zu einem urheberrechtlich geschützten Clip auf YouTube informiert und um Entfernung des Links und der abfälligen Kommentaren gebeten.

Da Facebook nicht handelte, musste nun ein Gericht in Rom entscheiden. Dies kam zu dem Ergebnis, dass Facebook dafür verantwortlich ist, wenn es urheberrechtsverletzende Hyperlinks nicht entfernt. Dem Unternehmen wurde deshalb ein Schadenersatz in Höhe von 9.000 € auferlegt. Da Facebook auch für Diffamierung haftbar gemacht wurde, beläuft sich der Gesamtschadensersatz auf 35.000 Euro.

Facebooks Ausrede, dass die Takedown-Anfragen keinen Link zu den verletzenden Inhalten enthielten, wurde nicht akzeptiert, da Facebook genügend Informationen zur Identifizierung des Inhaltes vorlagen.

https://torrentfreak.com/facebook-held-liable-for-copyright-infringing-links-in-italy-190221/

Britische Parlament kritisiert Facebook

In ihrem Abschlussbericht kritisiert eine Untersuchungskommission des britischen Parlaments die Geschäftspraktiken von Facebook. „Unternehmen wie Facebook sollte es nicht erlaubt sein, sich wie ‚digitale Gangster‘ in der Online-Welt zu benehmen, indem sie sich selbst als den Gesetzen vorausgehend oder außerhalb der Gesetze stehend betrachten“.
Facebook habe „absichtlich und wissentlich sowohl gegen Datenschutzgesetze als auch gegen Wettbewerbsgesetze verstoßen“.

Zu den 51 Schlussfolgerungen und Empfehlungen des Papiers gehört die Forderung, dass für soziale Medien eine neue rechtliche Kategorie geschaffen werden solle. Diese dürften sich nicht nur als reine „Plattformen“ verstehen, die keine Verantwortung für ihre Inhalte übernehmen müssten. Es müsse daher eine Kategorie zwischen reinen Hostinganbietern und Verlagen geschaffen werden.
Insgesamt wertete die Kommission 170 schriftliche Stellungnahmen und die Aussagen von 73 Zeugen aus, denen 4.350 Fragen gestellt worden waren.

https://www.golem.de/news/datenskandal-briten-kritisieren-facebook-als-digitale-gangster-1902-139453.html

Bericht und Zusatzdokumente:

https://publications.parliament.uk/pa/cm201719/cmselect/cmcumeds/1791/1791.pdf

https://www.parliament.uk/documents/commons-committees/culture-media-and-sport/Further-selected-documents-ordered-from-Six4Three-Feb19.pdf

Tricksen – Tarnen – Täuschen

Facebook lässt aufhorchen. Kaum wurde mit dem britischen ehemaligen Vizepremierminister Nick Clegg ein neuer Head of Global Affairs vorgestellt, da folgten die ersten interessanten Aussagen des neuen Facebook Managers. Regulierung sei eigentlich gar nicht so schlecht, sagte Clegg der Financial Times. Als ehemaliges ranghoher Regierungsmitglied kann er sich das vermutlich besser vorstellen, weil er es einfach aus seiner Arbeit kennt.

Eine weitere Aussage machte Clegg zum Thema Kampagnen. Immer noch im Lichte der möglichen Beeinflussung von Wahlen durch Facebook-Werbung versprach Clegg, dass zukünftig Kampagnen deutlich gekennzeichnet werden mit z. B. dem Hinweis „Paid By“.
Facebook kommt hier der EU etwas zuvor, die momentan große Anstrengungen unternimmt, etwas gegen Desinformation zu tun. Vor allem in Hinblick auf die EU Wahl im Mai 2019.
Dazu gehört, dass Brüssel monatliche Updates von Internet-Unternehmen wie Google oder Facebook einfordert, in denen diese darstellen müssen, was sie konkret unternommen haben.

Ob diese neue Transparenz wirklich gelebt wird, daran darf man
Zweifel haben.

Der andere Weg
Einen ganz anderen Weg geht die Kampagne Saveyourinternet.eu
Wie ausführlich dargestellt, spielte die Webseite eine zentrale Rolle bei der versuchten Manipulation von EU Parlamentariern durch Mail-Lawinen und Twitter-Stürmen im Sommer 2018.
Die Webseite wurde seinerzeit durch das Lobby Unternehmen N-Square aus Belgien registriert, welches unter anderem für Google tätig ist.
Wer sich die Registrierungsdaten für die Webseite aktuell ansieht, wird feststellen, dass die Seite sich mittlerweile anonymisiert. Tricksen – Tarnen – Täuschen weiterlesen

Tricks – Camouflage – Deception

Facebook makes you sit up and take notice. The British former Deputy Prime Minister Nick Clegg, a new Head of Global Affairs for Facebook, was barely introduced when he made his first interesting public statements.
Regulation is not so bad”, Clegg told the Financial Times. As a former senior member of the government, presumably this comes naturally to Clegg because he simply knows it from his work.
Clegg made another surprising yet unsurprising statement on the subject of campaigns. In light of the possible influence of Facebook advertising on elections, Clegg promised that future campaigns on Facebook would be clearly labeled, for example, „Paid By.”

Facebook is somewhat ahead of the EU in this respect, which is currently making efforts to do something about disinformation—especially in view of the EU election in May 2019.
This includes Brussels demanding monthly updates from Internet companies such as Google or Facebook, in which they must present what they have actually done to counter disinformation by, at a minimum, providing greater transparency. We will see whether this effort to promote greater transparency is successful, and one might be forgiven for having doubts based on past performance, but evolution is an agonizingly slow process.

The other way
The Saveyourinternet.eu campaign takes a completely different approach masked in lack of transparency. As described in detail in earlier articles, the website played a central role in the attempted manipulation of EU parliamentarians by mail avalanches and Twitter storms in the summer of 2018.
The website was registered at the time by the lobby company N-Square from Belgium, which also does work for Google.
If you look at the current registration data for the website, you will see that the site is now anonymous. Tricks – Camouflage – Deception weiterlesen