Schlagwort-Archive: Cloudflare

Ad-hoc Studie zum Thema illegales IPTV – Juli 2020

Im November 2018 erschien die letzte Ad-hoc Studie zum Thema illegale IPTV Streams erstellt von FDS File Defense Service. Mittlerweile geht das Thema trotz gelegentlicher Erfolge von Strafverfolgungsbehörden weiter durch die Decke. Zu lukrativ muss das Trittbrettfahren und Weiterverkaufen von fremden Inhalten sein, dafür gehen die Betreiber offenbar auch große Risiken ein.
Ein kürzlich bekanntgewordener Fall betraf in erster Linie Sportrechte der Sender Sky und DAZN, die in erster Linie an Konsumenten in Italien verkauft wurden.
Auf 65.000 „Nutzer“ kam allein der italienische Dienst, den die Maßnahme betraf und er setzte damit 1 Million Euro pro Jahr um.

Piraterie – ein Problem, das fern in der Welt stattfindet? Unsinn.

Wenn man Politiker auf die Problematik anspricht, das herrscht oft das berühmte Schulterzucken vor. Viele politische Entscheider verweisen dann gern einmal auf irgendwelche Offshore-Länder, bei denen man ja ohnehin nichts machen könne.
Dass das grundfalsch ist, haben wir immer wieder belegt.
Letzter spektakulärer Fall war der Filehoster Share-Online.biz, der mit einer Briefkastenanschrift in Belize aufwartete, das Geschäft wurde allerdings u. a. aus Aachen heraus betrieben. Auch die Server, die Share-Online benutzte, standen in Europa, genauer gesagt in den Niederlanden. Die Webseite selbst lag bei einem Rechenzentrum in Frankreich.
Man muss also gar nicht in die Ferne blicken, das Geschäft mit Piraterie brummt vor unserer eigenen Haustür. Haftungsregeln aus der Steinzeit des Internets, z. B. die E-Commerce Richtlinie der EU, machen solche Geschäfte erst möglich.
Sie sorgen auch dafür, dass es Rechenzentren gibt, die sich auf das Geschäft mit der Piraterie spezialisiert haben.
Das Geschäftsmodell wurde um die Regelungen herumgebaut, die aus einer Zeit stammen als die Rechteverletzung die Ausnahme war und nicht die Grundlage für allerlei Geschäfte.
Kunden werden durch diese „Spezialisten“ anonyme Zahlungssysteme angeboten und Anfragen von Rechteinhabern stumpf ignoriert. Beliebt sind auch sogenannte Re-Seller Programme, bei ein Datacenter zwar den ersten Kunden kennt, aber nicht mehr dessen Kunden.
Das Wort sicherer Hafen bekommt hier eine eigene Bedeutung.
Solange es kein Umdenken in Sachen Haftung und Verantwortung im Netz gibt, wird sich an der Situation wenig ändern.

Illegales IPTV – die Player

Als Basis der Zahlen dieser kleinen Studie diente eine Datenbank, in der die Ergebnisse von Crawlern zusammengetragen wurden, die in den letzten 3 Jahren etwa 430.000 sogenannte M3U Listen von ca. 50 spezialisierten Webseiten eingesammelt haben.
Diese M3U Listen sind eine Art Kanalliste bzw. Playliste, die dann weiter auf zig Kanäle/Sender = Streams führt.
Sie führt also den Sender (ein Server in einem Rechenzentrum) und den Empfänger (einen geneigten User) zusammen.
In diesem Fall waren es etwa 39 Millionen Streams, die extrahiert und jeweils einem Rechenzentrum zugewiesen wurden. Sie bilden die Basis dieser Studie.
Es liegt in der Natur der Sache, dann immer nur ein Teil dieser Streams auch online ist.
Der Anteil von aktiven Streams in dieser Studie betrug zum Stichtag 21.07.2020 ca. 5 Millionen, also 15% der gesamten erfassten Streams.
Das Distributionssystem von illegalen IPTV Angeboten beruht auf dem Prinzip des kostenlosen Anfütterns.
M3U Listen bzw. die Streams dahinter sind immer nur für eine kurze Zeit online und werden auf den Distributionsseiten nahezu täglich erneuert. Spätestens zum Wochenende hin aber werden die M3Us dann allerdings nicht mehr erneuert. Wer z. B. den begehrten Livesport am Wochenende außerhalb der legalen Angebote sehen will, der soll bitte ein Abonnement bei den illegalen Angeboten abschließen. So ist das Kalkül.
Die temporär verfügbaren M3U Listen dienen also als Anreiz ein Abonnement abzuschließen, denn das manuelle Einpflegen solcher täglich neuen M3U Listen in bestehende System wie spezielle Set-Top Boxen ist zudem mühsam. Einmal bezahlt, entfällt der Stress.

Diese Abonnements sind meist deutlich günstiger als Angebote der legalen Anbieter.
Kein Wunder, es müssen ja schließlich keinerlei Rechte eingekauft und bezahlt werden.
Wie man an dem oben genannten Fall aus Italien sieht, funktioniert das sehr gut und wohlgemerkt, der Fall aus Italien ist nur einer von denjenigen, die bekannt werden. Trotzdem tauchen immer wieder neue Angebote neuer Anbieter auf, es lockt ja ein lukrativer Markt.

1. Wo liegt das Problem? Vor der Haustür!

Als erste Betrachtung stellen wir hier dar, in welchen Ländern die Rechenzentren sitzen, aus den zum Zeitpunkt der Erstellung aktive (also online verfügbare) IPTV Stream kommen. Bereits hier wird deutlich, dass die EU und die USA fast 80% Anteil erzielen.
Großbritannien wurde bei der Betrachtung zur EU gezählt, weil sie die Werte der letzten 3 Jahre darstellen.
Man muss also gar nicht in die Ferne schweifen.

Die EU dominiert. Unter „Others“ haben Länder wie die Ukraine, Russland und Kanada den Löwenanteil. Sie stellen bereits fast 20% dar.

2. Wo liegen die Länder-Hotspots?

Die nächste Darstellung betrifft die Einzelländer der Rechenzentren.

Hier liegt die USA vorn, dann folgen Frankeich, Deutschland und die Niederlande.

3. Die Distributionsseiten für illegales IPTV anhand der Anzahl der M3U Listen

In der nächsten Betrachtung geht es um die Distributions-Seiten, die solche M3U Listen verteilen. Die erste Gewichtung betrifft die Anzahl der M3U Listen, die auf diesen Seiten zu finden waren bis 21.7.2020.
Es wurden dazu 50 solcher Seiten untersucht.
Die Top 10 solcher Seiten repräsentieren bereits einen Anteil von 83% gemessen an den M3U Listen. In unserer Datenbank befinden sich ca. 430.000 M3U Listen.

4. Die Distributionsseiten für illegales IPTV anhand der Anzahl der Streams

Da eine M3U Liste meist mehrere Kanäle bzw. Streams beinhaltet, wurde der Anteil der Distributionsseiten zusätzlich nach Anzahl der Streams gewichtet.
Wieder sind es die Zahlen bis einschließlich 21.07.2020.
Auch hier stellen die Top 10 bereits einen beträchtlichen Anteil – nämlich 92% der Streams, Basis sind hier ca. 5 Millionen aktive Streams.
Allerdings tauchen teilweise auch andere Seiten auf als bei der reinen Anzahl der M3U Listen. Der Spitzenreiter IPTVfreem3ulist.com ist hingegen identisch.

5. Wer bietet den Distributionsseiten eine Heimat?

Welche Rechenzentren geben den Top 10 Distributionsseiten Unterschlupf?
Diese Frage ist nicht ganz eindeutig zu beantworten, dann die Top 10 benutzen allesamt das Content Delivery Network Cloudflare. Dabei legt sich Cloudflare wie ein Schirm über die eigentliche Quelle der Seite, das tatsächliche Rechenzentrum. Eigentlich ist es als Schutz vor Denial of Service (DDoS) Attacken gedacht. Es gibt aber einen schönen Zusatznutzen für die Cloudflare-Kunden:
Von außen ist nämlich nicht mehr zu sehen, wo die Seite tatsächlich gehostet wird und das ist der eigentliche Zweck, ein solches Netzwerk wie Cloudflare zu benutzen.
Wer auch immer seine Rechte verletzt sieht, der hat keine Chance herauszufinden, wer derjenige ist und welches Rechenzentrum benutzt wird. Auskunftsansprüche verpuffen so.
Valide Auskünfte erteilt Cloudflare nicht, das sogenannte Onboarding der rudimentärsten Dienste braucht bei Cloudflare ohnehin nur eine Mailanschrift. Man kann also mit einer beliebigen Mailanschrift Kunde dort werden und Dienste in Anspruch nehmen.
Wie sich das mit der ICANN, der obersten Internetselbstregulierung, und deren „Know Your Customer“ Regel verträgt, das ist ein Rätsel.
Nachfragen zur tatsächlichen IP beantwortet des US Unternehmen Cloudflare in der Regel lediglich mit der Nennung des Rechenzentrums aber nicht der konkreten IP Adresse.
Das ist aber ein Dead-End, es wäre in etwas so, als wenn man das Hochhaus benennt, in dem jemand wohnt, dort sind aber keine Klingelschilder am Eingang.
Das Unternehmen scheint seit dem letzten Jahr nicht wirklich verstanden zu haben, welche Rolle es bei der Unterstützung illegaler Geschäfte spielt, denn da berichtete dieser Blog über die „Aktivitäten“ von Cloudflare. Das Unternehmen hat auch Kenntnis davon.

6. Die Rechenzentren und Intermediäre der illegalen IPTV Streams

Cloudflare spielt aber noch eine weitere unrühmliche Rolle, wenn man sich das Hosting der Streams ansieht. In der Regel umfasst der „Schutz“ durch Cloudflare nur den http bzw. https Verkehr. Andere Protokolle müssen bezahlt werden, dazu gehören auch IPTV Streams.
Schauen wir uns also einfach mal an, wie der Anteil von Cloudflare bei den Streams ist.
Wichtig ist zu erwähnen, dass Cloudflare die Server nicht hostet aber die Streams durch seine Netzwerke laufen lässt.
Betrachtet wurden nur die Streams, die am 21.07.2020 online waren.

 

Das Unternehmen Cloudflare ist nach dieser Betrachtung Markführer. Wohlgemerkt, die Kunden, die hier Cloudflare nutzen, um illegal IPTV Streams zu vertreiben, sind zahlende Cloudflare Kunden!
Man erkennt aber auch einige gut bekannte Namen aus der Europäischen Datacenter-Szene wie Hetzner oder OVH. Aber auch renommierte Unternehmen wie Amazon oder Akamai sind zu finden, wenn es um die Verteilung illegaler IPTV Streams geht.

­­
Wo liegt die Lösung?

Die Lösung der Problematik von illegalen IPTV Streams ist im Grunde nicht schwer. Da das Distributionssystem (M3U verteilende Seiten und IPTV Streams verteilende Server) von der mangelnden Zuweisung von Haftung profitiert, muss genau dort angesetzt werden. Lasche und daher unbrauchbare Regelungen wie die ICANN sie mit „Know Your Customer“ zwar propagiert, aber nicht wirklich kontrolliert, sind wertlos. Sie sind zudem ein sicheres Zeichen dafür das die Selbstregulierung des Internet nicht funktioniert, weil es in kleinster Weise Konsequenzen hat. Unterorganisationen der ICANN wie RIPE in den Niederlanden sehen sich nach eigenen Worten nicht als bestrafende Organisation. Auch nachweislich falsche Informationen führen dort zu gar nichts, es gilt das Prinzip der Krähen, die sich keine Augen aushacken untereinander.

Es wäre höchste Zeit für die Politik dieses Scheitern zu erkennen und den Akteuren klare Regeln an die Hand zu geben. Dazu gehört auch ein Haftungsregime.
Nur dann werden sich Phänomene wie die massenhafte Verletzungen von Rechten wirksam eindämmen lassen. Momentan ist das Internet immer noch ein Eldorado für parasitäre Geschäftsmodelle. Da nützen Erfolgsmeldungen wie die aus Italien leider nur sehr wenig. Das Grundproblem bleibt nämlich bestehen.

Volker Rieck

Volker Rieck ist Geschäftsführer des Content Protection Dienstleisters File Defense Service (FDS), welcher für zahlreiche Rechteinhaber tätig ist. Das Unternehmen erstellt zudem Studien zum Thema Piraterie und unterstützt Strafverfolgungsbehörden mittels seiner erhobenen Daten. Seine Artikel erscheinen gelegentlich bei der FAZ, Tarnkappe.info, Webschauder und sporadisch auf den US-amerikanischen Blogs The Trichordist und Musictecpolicy. Dabei geht es stets um die verschiedenen Aspekte der unregulierten Inhalte-Distribution.

USA: Cloudflare muss Auskunft zu Manga1000.com geben

Shogakukan, einer der größten Manga-Verleger Japans, hat von einem kalifornischen Bezirksgericht die Erlaubnis erhalten, die persönlichen Daten der Betreiber der beliebtesten Piraterie-Mangaseite Manga1000.com zu erhalten. Cloudflare muss nun offenlegen, was man über die Betreiber der Seite weiß.

https://torrentfreak.com/cloudflare-ordered-to-reveal-operators-of-popular-pirate-sites-manga1000-com-200526/

Cloudflare als Störer – Rasch Rechtsanwälte veröffentlichen Urteil

Ergänzend zur Meldung vom 19.02.2020 nachfolgend die Meldung der Rasch Rechtsanwälte mit Link zum Urteil:

„Rasch Rechtsanwälte erwirken Urteil gegen Cloudflare
Mit Urteil vom 30.01.2020 hat das Landgericht Köln den US-amerikanischen Internetdienstleister Cloudflare wegen Urheberrechtsverletzungen in Anspruch genommen. Die einstweilige Verfügung wurde von der Kanzlei Rasch Rechtsanwälte im Auftrag eines großen deutschen Musiklabels erwirkt. Cloudflare bietet ein weltweites Servernetzwerk an, über das Inhalte ihrer Kunden ausgeliefert werden können (Content Delivery Network).

In dem Rechtsstreit ging es um illegale Musikangebote, die auf der Website ddl-music.to angeboten wurden. Die Betreiber der Website hatten Cloudflares Content Delivery Network genutzt, um ihre illegalen Angebote weltweit zu verbreiten und dabei die Identität ihrer Server zu verschleiern. Außerdem hatte Cloudflare über seine Domain Name Server Zugang zu den Rechtsverletzungen vermittelt.

Das Gericht verurteilte nun Cloudflare wegen dieser Dienstleistungen als Störer, weil die Firma die rechtsverletzenden Angebote nicht abgestellt hatte, obwohl sie darüber in Kenntnis gesetzt worden war. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.“
[LG Köln,30.10.2020, 14 O 171/19]

http://www.raschlegal.de/aktuelles/rasch-rechtsanwaelte-erwirken-urteil-gegen-cloudflare/

USA: Cloudflare muss Kundendaten offenlegen

Die RIAA hat eine DMCA-Vorladung gegen Cloudflare erwirkt. Danach muss Cloudflare die vorliegenden Daten zu den Betreibern von vier Piraterie-Musikplattformen offenlegen. Dazu gehören die Namen der Personen, die physischen Adressen, die IP-Adressen, die Telefonnummern, die E-Mail-Adressen, die Zahlungsinformationen, die Kontoaktualisierungen und die Kontogeschichte.
https://torrentfreak.com/pirate-itunes-download-site-and-three-others-targeted-by-the-riaa-200315/

Italien: Cloudflare installiert Geoblocking

Cloudflare berichtet in seinem Transparenzbericht, dass man derzeit 22 Piraterieseiten in Italien per Geoblocking sperrt. Basis dieser Aktivität ist ein Gerichtsbeschluss.
In anderen Ländern werden diese von einem EU-Gericht als illegal beurteilten Seiten weiterhin ausgeliefert.

https://torrentfreak.com/cloudflare-geo-blocks-22-pirate-sites-in-italy-following-court-order/

LG Köln: EV gegen Cloudflare

Tarnkappe.info berichtet über eine Entscheidung des Landgerichts Köln, nach der Cloudflare es unterlassen muss, dass ein Album von Sarah Connor innerhalb Deutschlands weiterhin öffentlich zugänglich ist.
Im Wege der einstweiligen Verfügung mit dem Aktenzeichen 14 O 171/19 wird Cloudflare angedroht, im Falle einer Zuwiderhandlung eine Ordnungsstrafe von bis zu 250.000 EUR bezahlen zu müssen. Ersatzweise droht dem Geschäftsführer des kalifornischen Unternehmens eine Ordnungshaft von bis zu sechs Monaten.

https://tarnkappe.info/ddl-music-to-rasch-erwirkt-fuer-universal-musik-einstweilige-verfuegung-wegen-eines-albums/

Cloudflare sperrt ddl-music.to

Wie Tarnkappe berichtet, sperrt Cloudflare den Zugang zu der offensichtlich rechtswidrige Download-Plattform ddl-music.to.
Angezeigt wird lediglich die Fehlermeldung „Error HTTP 451 – Unavailable For Legal Reasons“.
Zuerst schien es, dass die Sperre nur in Deutschland bestand, nun ist sie aber länderübergreifend.

https://tarnkappe.info/ddl-music-to-cloudflare-sperrt-deutschen-surfern-den-zugang/

Japan: Klage gegen Cloudflare

Der japanische Großverlag Takeshobo hat Cloudflare bei einem Gericht in Tokio wegen angeblicher Urheberrechtsverletzung verklagt.
„Die Art der Klage ist, dass Cloudflare, Inc. einen Server einer illegalen Seite zur Verfügung stellt, auf der viele urheberrechtlich geschützte Werke, einschließlich der von uns veröffentlichten, illegal hochgeladen und kostenlos zur Verfügung gestellt werden“, heißt es in einer Erklärung von Takeshobo.

„Wir haben direkt darum gebeten, das hochgeladene urheberrechtlich geschützte Material vom Server des Unternehmens zu entfernen, aber da nichts unternommen wurde, haben wir das Gericht gebeten, die urheberrechtsverletzende Seite zu entfernen und Schadenersatz zu zahlen.“

https://torrentfreak.com/manga-publisher-takeshobo-sues-cloudflare-for-copyright-infringement-200108/

USA: Cloudflare wegen wiederholter Copyright-Verletzungen verklagt

Zwei Unternehmen, die Brautkleider entwerfen und herstellen, verklagen Cloudflare wegen Urheberrechtsverletzung, nachdem das CDN den Service für 99 Webseiten, die wiederholt die Rechte der Kläger verletzten, nicht beendet hat.
Die Kläger haben wohl 7.000 DMCA-Beschwerden an das CDN gesendet. Diese hat Cloudflare wohl nur weitergeleitet. Sinnvolle Maßnahmen wurden nicht ergriffen.

https://torrentfreak.com/cloudflare-sued-for-failing-to-terminate-99-repeat-copyright-infringing-sites-200107/

Studie zur Piraterie in Japan

Eine aktuelle Studie zur Piraterie in Japan hat unter anderem SimilarWeb-Daten von Juli 2017 bis Juli 2019 ausgewertet.

Von den 1447 untersuchten Seiten hatten 624 über 100.000 Besuche pro Monat. Die Gesamtzahl der monatlichen Besuche von Piraterie-Websites im Juni 2019 lag bei über 340 Millionen. Die Top 10 Standorte machen ca. 50% der Gesamtzahl aus, die Top-100 mehr als 90%. Daraus schließen die Autoren, dass Anti-Piraterie-Maßnahmen sich auf die wichtigsten Seiten beziehen sollten.

Bei 61 % der untersuchten 624 Seiten war die Herkunft der Server unbekannt. Davon hatten sich 86% hinter Cloudflare versteckt.

Die Nutzung von Piraterieanwendungen in Japan beträgt etwa ein Hundertstel derjenigen in den Vereinigten Staaten.

Die Schließung der Seite „Manga Mura“ hat zu einem Rückgang von Besuchen geführt. Die monatlichen Besuche auf japanischen Piraterieseiten betrugen zu Beginn etwa 500 Millionen und erreichten im März 2018 einen Höchststand von über 600 Millionen Euro. Nach der Schließung gingen sie plötzlich auf 320 Millionen zurück. Im Juni 2019 gab es wieder 340 Millionen Besuche.

Study Benchmarking and Tracking Online Film & TV Piracy in Japan, September 2019, Photonic System Solutions Inc. (PSS)
https://www.mpa-apac.org/wp-content/uploads/2019/10/PSS_Report_20191025_US_final_public.pdf

Cloudflare will an die Börse: Risiko Copyright …

Cloudflare hat seinen Börsengang bei der Aufsichtsbehörde SEC (Securities and Exchange Commission) nun offiziell angemeldet.

In einem umfangreichen Prospekt informiert man auch über Haftungsfragen und die Unterstützung von Terrorseiten:

Activities of our paying and free customers or the content of their websites and other Internet properties could subject us to liability.
Through our network, we provide a wide variety of products that enable our customers to exchange information, conduct business, and engage in various online activities both domestically and internationally. Our customers represent more than 20 million Internet properties, many of which utilize our free self-serve plan. Our customers may use our platform and products in violation of applicable law or in violation of our terms of service or the customer’s own policies. The existing laws relating to the liability of providers of online products and services for activities of their users are highly unsettled and in flux both within the United States and internationally. We may be subject to lawsuits, regulatory enforcement actions, and/or liability arising from the conduct of our customers. For example, we have been named as a defendant in a number of lawsuits, both in the United States and abroad, alleging copyright infringement based on content that is made available through our customers’ websites. There can be no assurance that we will not face similar litigation in the future or that we will prevail in any litigation we may face. An adverse decision in one or more of these lawsuits could materially and adversely affect our business, results of operations, and financial condition.
Several U.S. federal statutes may apply to us with respect to various activities of our customers, including: the Digital Millennium Copyright Act (the DMCA), which provides recourse for owners of copyrighted material who believe their rights under U.S. copyright law have been infringed on the Internet; and section 230 of the Communications Decency Act (the CDA), which addresses blocking and screening of content on the Internet. Although these and other similar legal provisions provide limited protections from liability for service providers like us, those protections may not be interpreted in a way that applies to us, may be amended in the future, or may not provide us with complete protection from liability claims. If we are found not to be protected by the safe harbor provisions of the DMCA, CDA or other similar laws, or if we are deemed subject to laws in other countries that may not have the same protections or that may impose more onerous obligations on us, we may face claims for substantial damages and our brand, reputation, and financial results may be harmed. Such claims may result in liability that exceeds our ability to pay or our insurance coverage. Even if claims against us are ultimately unsuccessful, defending against such claims will increase our legal expenses and divert management’s attention from the operation of our business, which could materially and adversely impact our business and results of operations.
Policies and laws in this area remain highly dynamic, and we may face additional theories of intermediary liability in various jurisdictions. For example, the European Union (the EU) recently approved a copyright directive that could expose online platforms to liability. And recent laws in Germany (extremist content), Australia (violent content), and Singapore (online falsehoods), as well as other new laws like them, may also expose Internet companies like us to significant liability. We may incur additional costs to comply with these new laws, which may have an adverse effect on our business, results of operations, and financial condition.“

“We are subject to governmental trade sanctions laws, and export and import controls, that could impair our ability to compete in international markets and subject us to liability if we are not in full compliance with applicable laws.
[…]In May 2019, we submitted a voluntary self-disclosure to OFAC related to our non-compliance with certain economic and trade sanctions programs. Specifically, we identified that our products were used by, or for the benefit of, certain individuals and entities included in OFAC’s Specially Designated Nationals and Blocked Persons List (the SDN List), including entities identified in OFAC’s counter-terrorism and counter-narcotics trafficking sanctions programs, or affiliated with governments currently subject to comprehensive U.S. sanctions. A small number of these parties made payments to us in connection with their use of our platform. Although we have implemented, and are working to implement additional controls and screening tools designed to prevent similar activity from occurring in the future, there is no guarantee that we will not inadvertently provide our products to additional individuals, entities, or governments prohibited by U.S. sanctions in the future. The voluntary self-disclosure is under review by OFAC.“

https://www.sec.gov/Archives/edgar/data/1477333/000119312519222176/d735023ds1.htm

Vgl. auch:
CLOUDFLARE – THE BAD, THE WORSE AND THE UGLY?
In diesem Artikel wurde Cloudflares Unterstützung für mindestens ein Unternehmen, welches auf der SDN-Liste steht, bereits im Februar 2019 veröffentlicht.

https://webschauder.de/cloudflare-the-bad-the-worse-and/

USA: Verfahren gegen Cloudflare wird durchgeführt

In einem in Kalifornien eingereichten Verfahren wird Cloudflare beschuldigt, Kunden, die wiederholt Urheberrechte verletzt haben, nicht zu kündigen. Der CDN-Anbieter versuchte, die Klage abzuweisen und ist damit nun vor einem Bundesgericht in Kalifornien gescheitert. Kläger sind zwei Hersteller und Großhändler von Brautkleidern.
Nach Angaben des Richters hat Cloudflare Kenntnis von den Verstößen, da die Kläger Cloudflare die entsprechenden Informationen inklusive Links mitgeteilt haben.