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Cloudflare als Störer – Rasch Rechtsanwälte veröffentlichen Urteil

Ergänzend zur Meldung vom 19.02.2020 nachfolgend die Meldung der Rasch Rechtsanwälte mit Link zum Urteil:

„Rasch Rechtsanwälte erwirken Urteil gegen Cloudflare
Mit Urteil vom 30.01.2020 hat das Landgericht Köln den US-amerikanischen Internetdienstleister Cloudflare wegen Urheberrechtsverletzungen in Anspruch genommen. Die einstweilige Verfügung wurde von der Kanzlei Rasch Rechtsanwälte im Auftrag eines großen deutschen Musiklabels erwirkt. Cloudflare bietet ein weltweites Servernetzwerk an, über das Inhalte ihrer Kunden ausgeliefert werden können (Content Delivery Network).

In dem Rechtsstreit ging es um illegale Musikangebote, die auf der Website ddl-music.to angeboten wurden. Die Betreiber der Website hatten Cloudflares Content Delivery Network genutzt, um ihre illegalen Angebote weltweit zu verbreiten und dabei die Identität ihrer Server zu verschleiern. Außerdem hatte Cloudflare über seine Domain Name Server Zugang zu den Rechtsverletzungen vermittelt.

Das Gericht verurteilte nun Cloudflare wegen dieser Dienstleistungen als Störer, weil die Firma die rechtsverletzenden Angebote nicht abgestellt hatte, obwohl sie darüber in Kenntnis gesetzt worden war. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.“
[LG Köln,30.10.2020, 14 O 171/19]

http://www.raschlegal.de/aktuelles/rasch-rechtsanwaelte-erwirken-urteil-gegen-cloudflare/

USA: Cloudflare muss Kundendaten offenlegen

Die RIAA hat eine DMCA-Vorladung gegen Cloudflare erwirkt. Danach muss Cloudflare die vorliegenden Daten zu den Betreibern von vier Piraterie-Musikplattformen offenlegen. Dazu gehören die Namen der Personen, die physischen Adressen, die IP-Adressen, die Telefonnummern, die E-Mail-Adressen, die Zahlungsinformationen, die Kontoaktualisierungen und die Kontogeschichte.
https://torrentfreak.com/pirate-itunes-download-site-and-three-others-targeted-by-the-riaa-200315/

Italien: Cloudflare installiert Geoblocking

Cloudflare berichtet in seinem Transparenzbericht, dass man derzeit 22 Piraterieseiten in Italien per Geoblocking sperrt. Basis dieser Aktivität ist ein Gerichtsbeschluss.
In anderen Ländern werden diese von einem EU-Gericht als illegal beurteilten Seiten weiterhin ausgeliefert.

https://torrentfreak.com/cloudflare-geo-blocks-22-pirate-sites-in-italy-following-court-order/

LG Köln: EV gegen Cloudflare

Tarnkappe.info berichtet über eine Entscheidung des Landgerichts Köln, nach der Cloudflare es unterlassen muss, dass ein Album von Sarah Connor innerhalb Deutschlands weiterhin öffentlich zugänglich ist.
Im Wege der einstweiligen Verfügung mit dem Aktenzeichen 14 O 171/19 wird Cloudflare angedroht, im Falle einer Zuwiderhandlung eine Ordnungsstrafe von bis zu 250.000 EUR bezahlen zu müssen. Ersatzweise droht dem Geschäftsführer des kalifornischen Unternehmens eine Ordnungshaft von bis zu sechs Monaten.

https://tarnkappe.info/ddl-music-to-rasch-erwirkt-fuer-universal-musik-einstweilige-verfuegung-wegen-eines-albums/

Cloudflare sperrt ddl-music.to

Wie Tarnkappe berichtet, sperrt Cloudflare den Zugang zu der offensichtlich rechtswidrige Download-Plattform ddl-music.to.
Angezeigt wird lediglich die Fehlermeldung „Error HTTP 451 – Unavailable For Legal Reasons“.
Zuerst schien es, dass die Sperre nur in Deutschland bestand, nun ist sie aber länderübergreifend.

https://tarnkappe.info/ddl-music-to-cloudflare-sperrt-deutschen-surfern-den-zugang/

Japan: Klage gegen Cloudflare

Der japanische Großverlag Takeshobo hat Cloudflare bei einem Gericht in Tokio wegen angeblicher Urheberrechtsverletzung verklagt.
„Die Art der Klage ist, dass Cloudflare, Inc. einen Server einer illegalen Seite zur Verfügung stellt, auf der viele urheberrechtlich geschützte Werke, einschließlich der von uns veröffentlichten, illegal hochgeladen und kostenlos zur Verfügung gestellt werden“, heißt es in einer Erklärung von Takeshobo.

„Wir haben direkt darum gebeten, das hochgeladene urheberrechtlich geschützte Material vom Server des Unternehmens zu entfernen, aber da nichts unternommen wurde, haben wir das Gericht gebeten, die urheberrechtsverletzende Seite zu entfernen und Schadenersatz zu zahlen.“

https://torrentfreak.com/manga-publisher-takeshobo-sues-cloudflare-for-copyright-infringement-200108/

USA: Cloudflare wegen wiederholter Copyright-Verletzungen verklagt

Zwei Unternehmen, die Brautkleider entwerfen und herstellen, verklagen Cloudflare wegen Urheberrechtsverletzung, nachdem das CDN den Service für 99 Webseiten, die wiederholt die Rechte der Kläger verletzten, nicht beendet hat.
Die Kläger haben wohl 7.000 DMCA-Beschwerden an das CDN gesendet. Diese hat Cloudflare wohl nur weitergeleitet. Sinnvolle Maßnahmen wurden nicht ergriffen.

https://torrentfreak.com/cloudflare-sued-for-failing-to-terminate-99-repeat-copyright-infringing-sites-200107/

Studie zur Piraterie in Japan

Eine aktuelle Studie zur Piraterie in Japan hat unter anderem SimilarWeb-Daten von Juli 2017 bis Juli 2019 ausgewertet.

Von den 1447 untersuchten Seiten hatten 624 über 100.000 Besuche pro Monat. Die Gesamtzahl der monatlichen Besuche von Piraterie-Websites im Juni 2019 lag bei über 340 Millionen. Die Top 10 Standorte machen ca. 50% der Gesamtzahl aus, die Top-100 mehr als 90%. Daraus schließen die Autoren, dass Anti-Piraterie-Maßnahmen sich auf die wichtigsten Seiten beziehen sollten.

Bei 61 % der untersuchten 624 Seiten war die Herkunft der Server unbekannt. Davon hatten sich 86% hinter Cloudflare versteckt.

Die Nutzung von Piraterieanwendungen in Japan beträgt etwa ein Hundertstel derjenigen in den Vereinigten Staaten.

Die Schließung der Seite „Manga Mura“ hat zu einem Rückgang von Besuchen geführt. Die monatlichen Besuche auf japanischen Piraterieseiten betrugen zu Beginn etwa 500 Millionen und erreichten im März 2018 einen Höchststand von über 600 Millionen Euro. Nach der Schließung gingen sie plötzlich auf 320 Millionen zurück. Im Juni 2019 gab es wieder 340 Millionen Besuche.

Study Benchmarking and Tracking Online Film & TV Piracy in Japan, September 2019, Photonic System Solutions Inc. (PSS)
https://www.mpa-apac.org/wp-content/uploads/2019/10/PSS_Report_20191025_US_final_public.pdf

Cloudflare will an die Börse: Risiko Copyright …

Cloudflare hat seinen Börsengang bei der Aufsichtsbehörde SEC (Securities and Exchange Commission) nun offiziell angemeldet.

In einem umfangreichen Prospekt informiert man auch über Haftungsfragen und die Unterstützung von Terrorseiten:

Activities of our paying and free customers or the content of their websites and other Internet properties could subject us to liability.
Through our network, we provide a wide variety of products that enable our customers to exchange information, conduct business, and engage in various online activities both domestically and internationally. Our customers represent more than 20 million Internet properties, many of which utilize our free self-serve plan. Our customers may use our platform and products in violation of applicable law or in violation of our terms of service or the customer’s own policies. The existing laws relating to the liability of providers of online products and services for activities of their users are highly unsettled and in flux both within the United States and internationally. We may be subject to lawsuits, regulatory enforcement actions, and/or liability arising from the conduct of our customers. For example, we have been named as a defendant in a number of lawsuits, both in the United States and abroad, alleging copyright infringement based on content that is made available through our customers’ websites. There can be no assurance that we will not face similar litigation in the future or that we will prevail in any litigation we may face. An adverse decision in one or more of these lawsuits could materially and adversely affect our business, results of operations, and financial condition.
Several U.S. federal statutes may apply to us with respect to various activities of our customers, including: the Digital Millennium Copyright Act (the DMCA), which provides recourse for owners of copyrighted material who believe their rights under U.S. copyright law have been infringed on the Internet; and section 230 of the Communications Decency Act (the CDA), which addresses blocking and screening of content on the Internet. Although these and other similar legal provisions provide limited protections from liability for service providers like us, those protections may not be interpreted in a way that applies to us, may be amended in the future, or may not provide us with complete protection from liability claims. If we are found not to be protected by the safe harbor provisions of the DMCA, CDA or other similar laws, or if we are deemed subject to laws in other countries that may not have the same protections or that may impose more onerous obligations on us, we may face claims for substantial damages and our brand, reputation, and financial results may be harmed. Such claims may result in liability that exceeds our ability to pay or our insurance coverage. Even if claims against us are ultimately unsuccessful, defending against such claims will increase our legal expenses and divert management’s attention from the operation of our business, which could materially and adversely impact our business and results of operations.
Policies and laws in this area remain highly dynamic, and we may face additional theories of intermediary liability in various jurisdictions. For example, the European Union (the EU) recently approved a copyright directive that could expose online platforms to liability. And recent laws in Germany (extremist content), Australia (violent content), and Singapore (online falsehoods), as well as other new laws like them, may also expose Internet companies like us to significant liability. We may incur additional costs to comply with these new laws, which may have an adverse effect on our business, results of operations, and financial condition.“

“We are subject to governmental trade sanctions laws, and export and import controls, that could impair our ability to compete in international markets and subject us to liability if we are not in full compliance with applicable laws.
[…]In May 2019, we submitted a voluntary self-disclosure to OFAC related to our non-compliance with certain economic and trade sanctions programs. Specifically, we identified that our products were used by, or for the benefit of, certain individuals and entities included in OFAC’s Specially Designated Nationals and Blocked Persons List (the SDN List), including entities identified in OFAC’s counter-terrorism and counter-narcotics trafficking sanctions programs, or affiliated with governments currently subject to comprehensive U.S. sanctions. A small number of these parties made payments to us in connection with their use of our platform. Although we have implemented, and are working to implement additional controls and screening tools designed to prevent similar activity from occurring in the future, there is no guarantee that we will not inadvertently provide our products to additional individuals, entities, or governments prohibited by U.S. sanctions in the future. The voluntary self-disclosure is under review by OFAC.“

https://www.sec.gov/Archives/edgar/data/1477333/000119312519222176/d735023ds1.htm

Vgl. auch:
CLOUDFLARE – THE BAD, THE WORSE AND THE UGLY?
In diesem Artikel wurde Cloudflares Unterstützung für mindestens ein Unternehmen, welches auf der SDN-Liste steht, bereits im Februar 2019 veröffentlicht.

https://webschauder.de/cloudflare-the-bad-the-worse-and/

USA: Verfahren gegen Cloudflare wird durchgeführt

In einem in Kalifornien eingereichten Verfahren wird Cloudflare beschuldigt, Kunden, die wiederholt Urheberrechte verletzt haben, nicht zu kündigen. Der CDN-Anbieter versuchte, die Klage abzuweisen und ist damit nun vor einem Bundesgericht in Kalifornien gescheitert. Kläger sind zwei Hersteller und Großhändler von Brautkleidern.
Nach Angaben des Richters hat Cloudflare Kenntnis von den Verstößen, da die Kläger Cloudflare die entsprechenden Informationen inklusive Links mitgeteilt haben.

Italien: Cloudflare muss für illegale Aktivitäten haften

In einem einstweiligen Verfügungsverfahren von Mediaset gegen CloudFlare stellte ein römisches Gericht fest, dass CloudFlare als Hoster bei Kenntnis illegaler Aktivitäten haftet.

Mit der Gerichtsentscheidung vom 24. Juni 2019 hat das Handelsgericht Rom Cloudflare angewiesen, die Erbringung von Dienstleistungen für bestimmte Piraterie-Seiten (die den unbefugten Zugang zu audiovisuellen Werken von Mediaset erlaubten) unverzüglich einzustellen.
Darüber hinaus muss Cloudflare die persönlichen Daten der Website-Besitzer und ihrer Hosting-Unternehmen an RTI weitergeben.
Verletzt Cloudflare einen der oben genannten Punkte, fällt für jeden Tag, an dem die Verstöße andauern, eine Geldstrafe von 1.000 Euro an.

Die Versuche der Verteidigung, dass italienische Gericht für nicht zuständig zu erklären scheiterten.

Darüber hinaus könnte nach Ansicht des Gerichts die bewusste Fortsetzung der Erbringung von Dienstleistungen für Portale, die illegal agieren, eine Zusammenarbeit darstellen, die eine Haftungsprivilegierung verhindert. Siehe Erwägungsgrund 44 der E-Commerce-Richtlinie:
„(44) Ein Diensteanbieter, der absichtlich mit einem der Nutzer seines Dienstes zusammenarbeitet, um rechtswidrige Handlungen zu begehen, leistet mehr als „reine Durchleitung“ und „Caching“ und kann daher den hierfür festgelegten Haftungsausschluß nicht in Anspruch nehmen.“

https://www.lexology.com/library/detail.aspx?g=22b049b3-bb0a-42c5-b785-e01b18820a1c

Cloudflares Verantwortung im Rahmen der DMCA-Überarbeitung klären

Ellen Seidler beschreibt in ihrem Blog „voxindie“, die Bedeutung Cloudflare für die Internetpiraterie, sei es als CDN oder als Betreiber von Name Servern für das DNS-System. Zudem belegt sie anhand von Bildern, dass Cloudflare Löschungen durch unzulässige Beschränkungen bei Meldungen erschwert.

Insoweit kein Wunder, dass sie im Rahmen der DMCA-Überarbeitung auch eine Klärung der Haftung der Vermittler fordert. Insbesondere für den Fall, dass sich deren Kunden nicht DMCA-konform verhalten.
http://www.voxindie.org/piracys-scofflaws-all-roads-lead-through-cloudflare/