Schlagwort-Archive: Artikel 13

Wikipedia: Der halbe Boykott

Wikipedia schaltet sich heute aus Protest gegen Artikel 13 ab, hat man zumindest angekündigt. Statt Informationen zu liefern fordert Wikipedia stattdessen auf, die Abgeordneten anzurufen.
Ob Wikipedia die App absichtlich nicht abgeschaltet hat, wissen wir nicht.

Wikipedia Internetseite und App, 21.3.2019, 10.17 Uhr.

Auf jeden Fall sind die Copy&Paste-Referate für heute gerettet.

„German Angst“ – Part 1

Ende Oktober 2018 hat YouTube Chefin Susan Wojcicki für den Fall, dass die geplante EU-Urheberrechtsrichtline verabschiedet wird, den Untergang vorhergesagt:
“This legislation poses a threat to both your livelihood and your ability to share your voice with the world. And, if implemented as proposed, Article 13 threatens hundreds of thousands of jobs, European creators, businesses, artists and everyone they employ.”

In Deutschland wurde dieses Szenario offenbar sehr ernst genommen. Viele deutsche YouTuber produzierten Protestvideos, schließlich sind Jobs und vieles mehr gefährdet.

Da die Richtlinie aber alle Länder der EU betrifft, haben wir einmal untersucht, was in unseren EU-Nachbarländern in Sachen Protestvideos gegen die EU Richtlinie passiert ist.

Folgt man Wojcickis Argumentation der gefährdeten Jobs, dann hätten die größten YouTube-Kanäle am meisten zu verlieren. Deshalb wurden je EU-Staat die 20 YouTube Kanäle mit den meisten Abonnenten auf die Schlagworte saveyourinternet und Artikel 13 (jeweils in der Landessprache) hin analysiert.

Das Ergebnis ist eindeutig: Letztendlich sprechen sich nur 3,75 % der wichtigsten YouTube-Kanäle in unseren Nachbarländern gegen die Reform aus.

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YouTubes neue Medienordnung

Die Streamingplattform instrumentalisiert ihre Community für den Kampf ums Urheberrecht in Europa. Dabei schreckt sie auch vor Falschinformationen nicht zurück.

Mit der Veröffentlichung eines offenen Briefes und eines an die YouTube Community adressierten Videos tritt der Kampf um die Reformierung des europäischen Urheberrechts in eine neue Phase der Auseinandersetzung. Am 22.10.2018 schrieb die YouTube Geschäftsführerin Susan Wojcicki in Ihrem Blog einen Aufruf an die sogenannten „Creators“, die Betreiber erfolgreicher YouTube Kanäle, dass die Umsetzung des Artikel 13 die Schließung zahlloser kleinerer Kanäle, sowie die Filterung wichtiger Inhalte zur Folge haben würde. YouTubes neue Medienordnung weiterlesen

Fake News vom YouTube CEO

Der Vermarkter fremder Inhalte, YouTube, hat seine Chefin Susan Wojcicki nun gegen Artikel 13 der Urheberrechtsrichtlinie ins Rennen geschickt. Sie fordert die Anbieter von Videoinhalten auf der Google-Plattform auf, gegen Artikel 13 zu protestieren.
Leider ist die Argumentation etwas einseitig ausgefallen, wie selbst der netzaffine Nachrichtendienst heise feststellt: „Bei aller berechtigten Kritik an den EU-Plänen erwähnt Wojicki nicht, dass es für einen großen Teil des Problems noch eine weitere mögliche Lösung gibt: Youtube könnte sich mit den Inhalteanbietern auf ein Lizenzmodell für die Verwertung von Musik oder Filmschnipseln durch User einigen.“

Analog der begrifflichen Klärung des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages handelt es sich bei dem Aufruf von Frau Wojcicki um Fake News. Fake News vom YouTube CEO weiterlesen

Anatomie eines Politik-Hacks

Das Neue Testament berichtet von zahlreichen Wundern, die Jesus Christus zugeschrieben werden. Eines davon ist die wundersame Brotvermehrung. Hier soll Jesus wenig Brot und Fisch derartig vermehrt haben, dass davon Tausende Menschen satt wurden.
Eine ähnlich wundersame Vermehrung hat es im Zuge der Debatte um die EU Copyright Directive Ende Juni 2018 ebenfalls gegeben. Allerdings wurden weder Brot noch Fisch vermehrt, sondern Protest – oder etwas, das aussehen sollte wie Protest.

Der Reihe nach
Im September 2016 veröffentlichte EU-Kommissar Oettinger einen Vorschlag für eine Richtlinie über das Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt.
Die Zeit verging und Oettinger war schon nicht mehr für das Ressort zuständig, trotzdem ging alles seinen bürokratischen Gang bis hin zur Abstimmung über die Directive im Rechtsausschuss des EU-Parlaments.
Im Vorwege dieser Abstimmung galt auch hier das Strucksche Prinzip, dass kein Gesetz so aus dem Parlament kommt, wie es hineingegangen ist. Es gab also zahlreiche Änderungen und Ergänzungen die der Berichterstatter Axel Voss (CDU/EVP) verhandeln durfte.

Julia Reda und das Plakative
Schon sehr früh machte die einzige Abgeordnete der Piraten Partei, Julia Reda, Front gegen die Vorschläge. Anatomie eines Politik-Hacks weiterlesen

Matthias Hornschuh: Manipulationsmaschine

Der Komponist Matthias Hornschuh beleuchtet die Hoffnung der Berufsurheber auf eine längst überfällige Reform Urheberrechtsrichtlinie und analysiert Status Quo, Interessenlagen und Strategien der betroffenen Plattformen.

Wovon Musikurheber leben …
Musik funktioniert arbeitsteilig. Die einen komponieren und texten, die andern singen, spielen und nehmen auf. Ein klares Prinzip mit Ausnahmen („Selbstaufführer“), in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Das Prinzip bildet sich auch im Recht ab: Den Autoren gehört das Urheberrecht, den Interpreten ein Leistungsschutzrecht; beide sind sowohl Ausdruck eigentumsrechtlicher wie auch persönlichkeitsrechtlicher Ansprüche.
Für Nutzungen müssen beide Rechte lizenziert und „angemessen“ vergütet werden; das passiert i.d.R. über Verwertungsgesellschaften (VG) wie die GEMA. Da Kompositionsarbeit im Regelfall unvergütet ist, machen die VG-Ausschüttungen als einzige erzielbare Einnahmen bis zu ¾ der Jahreseinnahmen professioneller Musikautoren aus.

… und wovon sie nicht leben können: #ValueGap

Weiter über ….
http://hornschuh-musik.de/manipulationsmaschine