Facebook verbietet Links zu verschiedenen Piraterieseiten

Bereits seit Anfang September verhindert Facebook, dass Nutzer Links zu verschiedenen prominenten Piraterieseiten, darunter YTS.lt und LimeTorrents, teilen. Nun gilt dies auch für Links zu The Pirate Bay und 1337x.to.
Personen, die auf Facebook Link zu diesen Seiten posten, erhalten stattdessen die Fehlermeldung: „Sie können diesen Link nicht teilen. Dein Beitrag konnte nicht geteilt werden, weil dieser Link gegen unsere Community-Standards verstößt.“
Dies gilt auch für den Messenger-Chats von Facebook.

https://torrentfreak.com/facebook-now-blocks-pirate-bay-links-190930/

USA: Gericht ordert Auskünfte an

In dem Verfahren zwischen dem Rundfunkanbieter DISH Networks und dem illegalen IPTV-Anbieter Easybox IPTV hat das Bezirksgericht von Texas DISH weitgehende Auskunftsrechte zugesprochen.
Zehn Internetunternehmen müssen nun DISH Auskünfte über die bei ihnen vorhandenen Daten zu Easybox geben. Zu den zur Auskunft verpflichten Unternehmen gehören Xpert Fullfillment, PayPal, Google, Facebook oder Twitter.
https://torrentfreak.com/dish-to-subpoena-google-facebook-paypal-twitter-to-identify-iptv-pirate-operators-190929/

BGH: Mahnung nach Fake-Anmeldung ist Wettbewerbsverstoß

Der BGH hat entschieden, dass eine wettbewerbswidrige Handlung vorliegt, wenn ein Unternehmen eine unberechtigte Zahlungsaufforderung geltend macht. Dies gilt auch wenn die Forderung aufgrund eines Identitätsdiebstahl entstand und das Unternehmen diese aufgrund der Schilderungen des Verbrauchers und eigener Prüfungen storniert.

Geklagt hatte die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.
Der BGH hat den Wettbewerbsverstoß bejaht und das Unternehmen zur Unterlassung verurteilt, obwohl die Richter bisher in solchen Fällen für die Haftung einen schuldhaften Sorgfaltsverstoß voraussetzten.
An dieser Ansicht hält der Senat nicht fest.

Für die Annahme einer unzulässigen geschäftlichen Handlung (…) ist es vielmehr unerheblich, ob der Unternehmer irrtümlich von einer Bestellung des Verbrauchers ausgeht (…).“

[BGH, 06.06.2019, I ZR 216/17]

https://www.online-und-recht.de/urteile/Identitaetsdiebstahl-Bundesgerichtshof-20190606/

Die DNA des Internets: Verantwortungsdiffusion

Stellen wir uns für einen Augenblick vor wir sehen eine Anzeige in der Zeitung, in denen ein Anbieter eine Offerte macht. Interessanterweise richtet sich die Offerte in erster Linie an Kriminelle. Ihnen wird ein Marktplatz gegen entsprechende Bezahlung angeboten, auf dem Verkäufer mit allem handeln können, was ansonsten gar nicht oder nur streng reguliert möglich wäre: Waffen, Drogen, gestohlene persönliche Daten oder gefilmten Kindesmissbrauch.
Der Anbieter versichert seinen Kunden, dass sie ungestört von der Polizei oder Strafverfolgungsbehörden ihren illegalen Geschäften nachgehen können.
Nein, werden wir sicherlich denken, so etwas ist eigentlich unvorstellbar.
Leider passiert genau das jeden Tag im Internet.

Das Internet, so wie wir es kennen!?
Zweifelsfrei hat die technische Entwicklung des Internets viele Aspekte. Die Art wie wir heute konsumieren und kommunizieren wäre ohne das Netz mit Sicherheit eine ganz andere.
Im Windschatten dieser Entwicklung sind aber auch immer negative Aspekte mitgefahren. Wer heute wie in der Debatte um die EU-Urheberrechtsrichtlinie vom „Internet wie wir es kennen“ spricht, scheint diesen dunklen Teil gern zu vergessen. Jeder, der schon einmal Opfer eines Betrugs im Internet war, wird auf diesen Teil des „Internets, so wie wir es kennen“, gern verzichten.
Es ist aber keineswegs so, dass die negativen Ausprägungen ein digitales Naturgesetz sind.
Anders als in der analogen Welt, wo Freiheit stets an Verantwortung gekoppelt ist, zählt im Netz nur noch die Freiheit. Verantwortung wird systematisch vernachlässigt. Dies zieht sich wie ein roter Faden durch das Netz.
Die Selbstregulierung des Internets befeuert die Entwicklung geradezu von ganz oben nach ganz unten. Verantwortungsvermeidung ist die DNA des Internets.

Der Fall Cyberbunker Die DNA des Internets: Verantwortungsdiffusion weiterlesen

Maßnahmen gegen illegale Glücksspielwerbung gefordert

Im Streit um bundesweite Fernsehwerbung für nur in Schleswig-Holstein legale Glücksspielangebote hat sich nach Hamburg nun auch das Saarland zu Wort gemeldet. Beide Länder fordern Maßnahmen von Schleswig-Holstein.

Wie der NDR berichtet hat die Hamburger Glücksspielaufsicht in mehreren Schreiben das Innenministerium Schleswig-Holsteins und die Landesmedienanstalt aufgefordert, Werbeverbote für Online-Casinos durchzusetzen. Drei dieser Schreiben liegen dem NDR vor. Darin fordert Hamburg das Nachbarland auf, dafür Sorge zu tragen, dass Glücksspielanbieter mit einer Lizenz in Schleswig-Holstein nicht außerhalb des Landes für ihre Casinos werben.

Nun hat auch der Direktor der saarländischen LMS, Uwe Conradt, eine konsequente Beachtung bestehender Werbebeschränkungen für Anbieter von Glücksspiel angemahnt: Man werde „nicht tatenlos abwarten, dass über schleswig-holsteinische Alleingänge das Ziel der Glücksspielsuchtbekämpfung massiv gefährdet wird.“

https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Online-Casinos-Hamburg-verschaerft-Kritik-an-Kiel-,onlinecasinos100.html

https://www.lmsaar.de/2019/09/die-massive-gluecksspielwerbung-aus-schleswig-holstein-gefaehrdet-eine-wirksame-bekaempfung-von-gluecksspielsucht/

Pirateriezahlen des IFPI „Music Listening 2019“-Reports

Der Report „Music Listening 2019“ der IFPI hat Musikkonsumenten zwischen 16 und 64 Jahren in 21 Ländern untersucht:

  • 27% der Befragten haben in den letzten Monaten Urheberrechte verletzt um Musik zu hören (in der Altersgruppe 16-24 sind dies sogar 38%).
  • 23 % haben Streams gerippt, also Musik aus dem Netz mitgeschnitten (in der Altersgruppe 16-24 sind dies sogar 34%).

https://www.ifpi.org/downloads/Music-Listening-2019.pdf

USA: .to Registry zu Auskunft verpflichtet

Millennium Films hat zum Schutz des Films „London Has Fallen“ eine DMCA-Vorladung erreicht, in der die .to-Registrierungsstelle aufgefordert wurde, Informationen über die Eigentümer der Streamingangebote FMovies.to, Yesmovies.to und Cmovieshd.to sowie die Torrent-Seite iBit.to zu übergeben.

Möglich ist dies, weil die Tonic-Registry über Tonic Domains Corp. erfolgt, die eindeutig eine US-Präsenz mit einer kalifornischen Adresse hat. Als solches fällt sie in der Regel in die Zuständigkeit der US-Gerichte.

Wie üblich bei DMCA-Vorladungen wurde der Antrag von einem Gerichtsschreiber ohne Aufsicht durch einen Richter schnell genehmigt. Daher ist die Registrierungsstelle verpflichtet, E-Mails, Telefonnummern, Zahlungsdaten und andere Informationen über die Domaininhaber zu übermitteln.

https://torrentfreak.com/to-registry-must-identify-owner-of-fmovies-and-other-pirate-domains-190925/

Dänemark: Neue Sperren für Sci-Hub u.a.

Auf Antrag der Anti-Piraterie-Gruppe Rights Alliance und vieler Rechteinhaber wurden 11 weitere Internetangebote als illegal eingestuft und müssen nun nach einem Gerichtsbeschluss aus Holbæk gesperrt werden. Dazu gehören die Torrent-Website TorrentFunk, verschiedene Streaming-Plattformen, zwei YouTube-Rippdienste und die Download-Sites für populärwissenschaftliche Publikationen Sci-Hub und Library Genesis.
https://torrentfreak.com/denmark-blocks-sci-hub-plus-streaming-torrent-youtube-ripping-sites-190926/

Stiftung Warentest: Naziparolen und Pornografie in Handyspielen

Keines der 14 geprüften Handyspiele für Kinder kann die Stiftung Warentest empfehlen. 13 stuft sie sogar als inakzeptabel ein. Die Tester stießen auf Verweise auf Pornoseiten, Mitspieler mit rechtsextremen Pseudonymen wie „SiegHeil“ und ein Spiel, in dem „böse Juden“ getötet werden sollen. Viele Apps verleiten auch zu teuren In-App-Käufen, denn nur wer zahlt, kommt schnell voran. Die Untersuchung zum Kinderschutz in Spiele-Apps führten die Tester gemeinsam mit Jugendschutz.net durch, dem gemeinsamen Kompetenzzentrum von Bund und Ländern für den Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet.
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Bundesverwaltungsgericht legt die Vorratsdatenspeicherung dem EuGH vor

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat entschieden, dem Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) eine Frage zur Auslegung der Datenschutzrichtlinie für elektronische Kommunikation (Richtlinie 2002/58/EG) vorzulegen. Von der Klärung dieser Frage hängt die Anwendbarkeit der im Telekommunikationsgesetz enthaltenen Regelungen zur Vorratsdatenspeicherung ab.
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Russland: Am liebsten illegal

Laut einer von ESET durchgeführten Umfrage bevorzugen in Russland nur 9% der Befragten ausschließlich legale Inhalte gegenüber Raubkopien. 25% weigern sich gar aus „ideologischen“ Gründen zu bezahlen. 75% geben hohe Preise als Grund für die Nutzung illegaler Quellen an.
52% der Befragten gaben an, dass „geknackte“ Spiele ihre bevorzugten Inhalte sind, dicht gefolgt von 43%, die Filme und Fernsehsendungen aus nicht lizenzierten Quellen beziehen. Etwas mehr als ein Drittel (34%) sagen, dass sie es vorziehen, Musik von illegalen Plattformen zu hören, anstatt ihre legalen Äquivalente.
https://torrentfreak.com/eset-91-of-russians-prefer-pirated-content-190924/

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