Löschung von kinderpornographischen Inhalten

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat im Jahr 2012 insgesamt 6.209 Hinweise auf Seiten mit kinderpornografischen Inhalten im Internet erhalten. In 5.463 Fällen wurden die jeweiligen Internet-Provider informiert, um eine Löschung der Inhalte zu erreichen:

  • Im Inland wurde innerhalb von einer Woche eine Löschquote von 98 % erreicht. Nach zwei Wochen war alles gelöscht. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass sich 2 % der Hoster über eine Woche Zeit lassen, um kinderpornographische Inhalte auf ihren Rechnern zu löschen.
  • Bei Inhalten aus dem Ausland wurden innerhalb einer Woche 73 % gelöscht, nach vier Wochen wurde eine Löschquote von mehr als 97 % erreicht.

Die Differenz zwischen der Zahl der eingegangenen Hinweise (6.209) und den weitergeleiteten Hinweisen (5.463) erklärt sich im Wesentlichen durch die Nutzung von Anonymisierungsdiensten durch die Anbieter. Diese Fälle konnte man nicht weiterverfolgen. In einem kleineren Teil der Fälle wurde darauf verzichtet, die Behörden in den jeweiligen Ländern zu informieren, da den Anbietern dort die Todesstrafe drohen könnte. In diesen Fällen wurde ein Indizierungsverfahren eingeleitet, was zumindest in Suchmaschinen und manchen Filter zu einer Sperre dieser Inhalte führt.

Aus Internetreport I / 2014 – April 2014

Bundestag Drucksache 18/688, Bericht über die im Jahr 2012 ergriffenen Maßnahmen zum Zweck der Löschung von Telemedienangeboten mit kinderpornographischem Inhalt im Sinne des § 184b des Strafgesetzbuchs,
http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/006/1800688.pdf