LG Frankfurt Schadensersatzanspruch gegen Filehoster

Das Landgericht Frankfurt am Main hat dem Computerspielehersteller ZeniMax einen Auskunfts- und Schadensersatzanspruch gegen den Filehosting-Dienst netload sowie dessen Geschäftsführer wegen illegaler öffentlicher Zugänglichmachung des Computerspiels „The Elder Scrolls V: Skyrim“ zugesprochen.
Nach Meinung des Gerichts ist ein Filehoster, der trotz Kenntnis einer Rechtsverletzung die Daten eines Spiels nicht unverzüglich löscht, sondern weiter anbietet, dem Rechteinhaber gegenüber zu Schadensersatzzahlungen verpflichtet.
In diesem Fall hatte der Publisher dem Hoster im Rahmen eines einstweiligen Verfügungsverfahrens im Januar 2012 mitgeteilt, dass das Spiel auf dem Server von netload.in verfügbar war. Eine Lö-schung fand aber Monate später im Oktober 2012 statt. Dies wertete das Gericht als Beihilfe und der Hoster ist nun zu Auskunft und Schadensersatz verpflichtet.
[LG Frankfurt, 5. 2. 2014, 2-06 O 319/13]

Bereits im Mai 2013 hatte das OLG Hamburg festgestellt, dass ein Sharehoster als Gehilfe für eine Urheberrechtsverletzung haften kann, wenn er eine Datei über einen längeren Zeitraum trotz Kenntnis der Rechtswidrigkeit nicht löscht.
[OLG Hamburg, Beschluss 13.05.2013, 5 W 41/13]

Aus Internetreport I / 2014 – April 2014

www.schulte-lawyers.com/meldung.aspx?id=60
www.heise.de/newsticker/meldung/Gericht-Filehoster-muss-Schadensersatz-fuer-nicht-geloeschte-Dateien-von-Skyrim-leisten-2115602.html
http://openjur.de/u/634874.html

AKTUALISIERUNG:

Schriftliche Urteilsbegründung:
www.webschauder.de/lg-frankfurt-urteil-zu-schadensersatz-eines-sharehosters-veroeffentrlicht/