Illegale Online-Apotheken

Unter dem Titel „Lebensgefahr per Mausklick“ informiert der Spiegel aktuell über illegale Online-Apotheken.
Über Internetseiten, die den Auftritten seriöser Anbieter gleichen, werden dem Bericht zufolge illegale Arzneien verbreitet, bei denen laut Harald Schweim, Professor für Drug Regulatory Affairs an der Universität Bonn, praktisch alles gefälscht wird: Die Verpackung, der Beipackzettel, die Pillen.
Laut WHO enthielten über 50 Prozent der aufgedeckten Fälschungsfälle keinen wirksamen Bestandteil, 19 Prozent eine falsche Menge und 16 Prozent komplett falsche Wirkstoffe. Bei den Beipackzetteln werden zusätzliche Anwendungsgebiete oder nicht existente Qualitätssiegel erfunden und gerne die Verfallsdaten verlängert.
Die angeblichen Wirkstoffe werden dabei nicht nur durch harmlosen Zucker oder Mehl, sondern auch durch Kleber oder Lack ersetzt. In China wurden Mitte April gar Kriminelle verhaftet, die mit giftigem Chrom hergestellte Gelatinekapseln verkauft hatten. Teilweise werden auch Giftstoffe beigefügt, um zu erwartende Nebenwirkungen zu produzieren, so bspw. Arsen in einem Aids-Mittel.

Laut Angaben von Zollfahndern seien 2010 insgesamt 3,2 Millionen Medikamentenpackungen an den europäischen Außengrenzen abgefangen worden – 2009 war es lediglich ein Drittel dieser Menge.
Als Gegenmaßnahme entwickeln Arzneimittelhersteller, Pharmagroßhändler und Apotheker in Deutschland laut Spiegel-Bericht derzeit gemeinsam ein Sicherheitssystem, welches eine Kontrolle über die ganze Lieferkette ermöglicht. Der Endverbraucher auf der Suche nach einem billigen Schnäppchen begibt sich aber auch in Zukunft in Gefahr.

Aus Internetreport III / 2012 – Oktober 2012

www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/gefaelschte-arzneimittel-lebensgefahr-durch-illegale-onlineapotheken-a-838228.html