Google: Grenzen des Rechts auf Vergessen

Google muss nach einer Entscheidung des EUGH, Link zu bestimmten Inhalten löschen (Recht auf Vergessen). Die französische Datenschutzbehörde CNIL hatte Google im Juni aufgefordert, Löschungen nicht nur auf französischen und europäischen URLs (google.fr etc.), sondern auf allen URLs (bspw. Google.com) durchzuführen.

Dieses lehnt Google nun ab: „Wir glauben, dass kein Land die Autorität haben sollte, zu kontrollieren, auf was jemand in einem anderen Land zugreifen kann“, hieß es in der Stellungnahme. Google habe die CNIL gebeten, die Aufforderung zurückzuziehen, da ansonsten das Internet nur so frei wäre, wie es das am wenigsten freie Land erlaube.

Kommentar:
Diese Argumentation von Google ist grob irreführend. Berechtigte Löschungen haben in jedem Land zu verschwinden.
Forderungen nach weitergehenden Löschungen aus beispielsweise unfreien Staaten müssen nicht zu einer weltweiten Löschung führen. Hier gibt es beispielsweise die Möglichkeit sich bei der Auslieferung der Daten nicht an der „Nationalität“ der Suchseite (zum Beispiel google.de) zu orientieren, sondern die Herkunft der Suchanfrage zu berücksichtigen. Wenn diese aus einem „unfreien“ Land kommt, kann weniger gezeigt werden. In allen anderen Ländern werden diese Suchergebnisse aber angezeigt, egal ob über google.com oder google.de aufgerufen wird.

www.zeit.de/digital/datenschutz/2015-07/recht-vergessen-google-weltweit 

www.webschauder.de/frankreich-datenschutzbehoerde-setzt-google-unter-druck/

In Kanada wurde Google gerichtlich zu einer weltweiten Sperre verpflichtet:

www.webschauder.de/kanada-weltweite-loeschverpflichtung-fuer-google-bestaetigt/