Frankreich: Schwarze Liste für Werbung

Werbewirtschaft und Rechteinhaber haben in Frankreich eine Vereinbarung unterzeichnet, nach der sie nicht mit Webseiten zusammenarbeiten wollen, die unerlaubt urheberrechtlich geschützte Inhalte anbieten. Entsprechende Blacklists werden erstellt. Der erste Schwerpunkt soll dabei auf Streaminseiten liegen, die ungehindert von Hadopi agieren.

Die Unterzeichnung erfolgte am 24.3. auf einer Veranstaltung der Kulturministerin Fleur Pellerin.

Kommentar:

Absichtserklärungen sind ein erster Schritt. Letztlich kommt es aber auf die Umsetzung an. Im besten Falle werden seriöse Unternehmen in Zukunft nicht mehr auf den französischsprachigen Piraterieseiten werben.

Das diese Vereinbarung eine Wirkung auf Unternehmen aus dem Graubereich hat, muss bezweifelt werden. Unternehmen, denen Glücksspielrecht und Jugendschutz egal sind, dürften sich so kaum davon abhalten lassen, Werbung in einem anderen illegalen Umfeld zu platzieren.

In Deutschland haben wir mit dem Code of Conduct der Arbeitsgruppe „Affiliate Marketing“ des BVDW (Bundesverband der Digitalen Wirtschaft) eine ähnliche Erklärung seit 2009:
“Wir stimmen überein, dass wir generell keine Insertion auf Seiten mit nach deutschem Recht rechtswidrigen Inhalten und keine nach deutschem Recht rechtswidrigen Werbemethoden akzeptieren.“

Wirklich Wirkung gezeigt hat sie nie.

www.telecompaper.com/news/french-ad-industry-agrees-to-blacklist-streaming-sites–1073027

www.bvdw.org/mybvdw/media/view/code-of-conduct-des-ak-affiliate-marketing?media=109