Eurojust: Europaweiter Erfolg gegen illegales Streaming

Eine von Eurojust in Den Haag koordinierte länderübergreifende Maßnahme hat zur Auflösung eines internationalen kriminellen PV-TV Netzwerks geführt.

Die Maßnahme ist das Ergebnis komplexer Ermittlungen seitens der Staatsanwälte in Neapel und Rom mit Unterstützung der Justiz- und Polizeibehörden in Bulgarien, Deutschland, Griechenland, Frankreich und der Niederlande sowie Eurojust.

In Deutschland, Frankreich und den Niederlanden wurden mehr als 200 Server offline genommen und über 150 PayPal-Konten der Tatverdächtigen gesperrt. Es wurden insgesamt 22 Verdächtige verschiedener Nationalitäten ermittelt.

Eurojust


Die Tätergruppierung startete in 2015 mit illegalen Wiederholungsausstrahlungen und dem Verkauf von Pay-per-View-Produkten und Dienstleistungen, ähnlich denen, die von Sky Italia, Mediaset Premium, Netflix, Dazon und Infinity in mehreren Mitgliedsstaaten und Drittländern angeboten werden. Hierbei verwendeten sie modernste und effizienteste Software. Es wurden mehrere Umlenkstationen mit speziellen Servern eingerichtet, um die Verschlüsselung der Originalsendungen zu deaktivieren und das illegale IPTV-Signal zu generieren, wodurch Urheberrechte verletzt wurden.
Die Mitglieder der Gruppierung haben einem breiten Publikum nichts ahnender Kunden aktuelle Pay-TV-Sendungen, Kinofilme und On-Demand-Inhalte zu sehr günstigen Preisen angeboten. Die so rechtswidrig erlangten Vermögenswerte wurden anschließend auf ausländische Bankkonten überwiesen.
Die Täter stehen daher im Verdacht, eine groß angelegte Betrugsserie, Delikte aus dem Bereich der Cyberkriminalität und Geldwäsche verübt zu haben.

Der von der Tätergruppierung verursachte Schaden beläuft sich auf ca. 6,5 Millionen Euro.

In Deutschland waren folgende nationale Behörden in die Ermittlungen und den gemeinsamen von EUROJUST koordinierten Aktionstag eingebunden:
• Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main – Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität
• Die Staatsanwaltschaft Wuppertal
• Das hessische Landeskriminalamt

http://eurojust.europa.eu/press/Documents/2019-09-18_Press-Release_Pay-TV-fraud_DE.pdf