EU-Studie: Ein Drittel der Jugendlichen nutzt illegale Quellen

Die EUIPO Studie „Jugendbarometer 2019 zum Thema geistiges Eigentum“ zeigt, dass 21 % der 15- bis 24-Jährigen in Europa in den vergangenen 12 Monaten absichtlich Inhalte aus illegalen Quellen verwendet, gespielt, heruntergeladen oder gestreamt haben (2016 lag der Anteil noch bei 25 %). Dazu kommen noch 12 %, die unabsichtlich auf illegale Quellen zugegriffen haben.

Zugenommen hat hingegen der Kauf von Fälschungen im Internet. Das Hauptargument für den Kauf gefälschter Waren wie Kleidung, Accessoires oder Schuhe im Internet ist nach wie vor der Preis. 13 % der befragten jungen Menschen gaben an, in den letzten 12 Monaten bewusst Fälschungen gekauft zu haben; in der Umfrage von 2016 waren es 12 %.

Daten nach Ländern:

Deutschland
13 % der in Deutschland befragten 15- bis 24-Jährigen gaben an, bewusst auf digitale Inhalte aus illegalen Quellen zugegriffen zu haben; 2016 waren es 19 % (Rückgang um 6 Prozentpunkte).
11 % der in Deutschland befragten 15- bis 24-Jährigen gaben an, bewusst gefälschte Waren gekauft zu haben; 2016 waren es 8 % (Zunahme um 3 Prozentpunkte).

Frankreich
24 % der in Frankreich befragten 15- bis 24-Jährigen gaben an, in den letzten 12 Monaten bewusst auf digitale Inhalte aus illegalen Quellen zugegriffen zu haben; 2016 waren es 34 % (Rückgang um 10 Prozentpunkte).
10 % der in Frankreich befragten 15- bis 24-Jährigen gaben an, bewusst gefälschte Waren in Frankreich gekauft zu haben; 2016 waren es 11 % (Rückgang um einen Prozentpunkt).

Italien
21 % der in Italien befragten 15- bis 24-Jährigen gaben an, bewusst auf digitale Inhalte aus illegalen Quellen zugegriffen zu haben; 2016 waren es 22 % (Rückgang um einen Prozentpunkt).
12 % der in Italien befragten 15- bis 24-Jährigen gaben an, bewusst gefälschte Waren gekauft zu haben; 2016 waren es 9 % (Zunahme um 3 Prozentpunkte).

Spanien
29 % der in Spanien befragten 15- bis 24-Jährigen gaben an, bewusst auf digitale Inhalte aus illegalen Quellen zugegriffen zu haben; 2016 waren es noch 33 % (Rückgang um 4 Prozentpunkte).
16 % der in Spanien befragten jungen Menschen gaben an, bewusst gefälschte Waren gekauft zu haben; 2016 waren es 20 % (Rückgang um 4 Prozentpunkte).

Belgien
31 % der in Belgien befragten 15- bis 24-Jährigen gaben an, bewusst auf digitale Inhalte aus illegalen Quellen zugegriffen zu haben; 2016 waren es 33 % (Rückgang um 2 Prozentpunkte).
14 % der in Belgien befragten 15- bis 24-Jährigen gaben an, bewusst gefälschte Waren gekauft zu haben; 2016 waren es 11 % (Zunahme um 3 Prozentpunkte).

Weitere Details zu Medieninhalten
Wie bereits im Jahr 2016 zählt Musik zu den beliebtesten digitalen Inhalten, auf die junge Menschen zugreifen. Das gilt für fast die gesamte Musik zum Streamen oder zum Herunterladen (97 %) sowie für mehr als neun von zehn Filmen/Serien zum Streamen oder zum Herunterladen (94 %) und Spiele (92 %) und für etwa acht von zehn pädagogischen Inhalten zum Streamen oder zum Herunterladen (82 %) sowie Fernsehshows oder Sport (79 %). Die Anteile, die auf elektronische Zeitungen und Zeitschriften sowie auf E-Books zugreifen, bleiben mit 59 % bzw. 56 % etwas geringer.

Ganz anders sieht die Reihenfolge aus, wenn es um den absichtlichen Zugriff auf illegale Quellen geht. Junge Menschen, die absichtlich illegale Quellen nutzen, um auf digitale Inhalte zuzugreifen, tun dies in erster Linie bei Filmen und Serien. Bei denen, die illegale Quellen für den Zugriff auf Musik nutzen, ist ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen – während fast alle jungen Menschen online Musik herunterladen oder per Streaming nutzen, greifen nur 39 % derjenigen, die absichtlich illegale Quellen genutzt haben, auf Musik zu – ein Rückgang um 17 Prozentpunkte seit 2016.

Der Hauptgrund dafür, dass junge Menschen bewusst illegale Quellen nutzen, ist weiterhin der Preis, auf den mehr als die Hälfte (56 %) hinweisen; es gibt aber auch andere Gründe wie das Fehlen eines legalen Angebots (30 %) und die Wahrnehmung, dass illegal eine größere Auswahl von Inhalten verfügbar ist (26 %). Der Preis als Antriebskraft ist allerdings seit 2016 um fast 10 Prozentpunkte zurückgegangen.

Es gibt fast immer Gründe, die junge Menschen daran hindern würden, illegale Quellen für den Zugriff auf digitale Inhalte zu nutzen. Diese beziehen sich in erster Linie auf ein erschwinglicheres Angebot (55 %), gefolgt vom Risiko einer Bestrafung (35 %) und einer schlechten persönlichen Erfahrung (29 %).

Alle Unterlagen zum „Jugendbarometer 2019 zum Thema geistiges Eigentum“ erhalten Sie über:
https://euipo.europa.eu/ohimportal/en/web/observatory/ip-youth-scoreboard