Deutsche Metastudie zu Piraterieschäden

In einer von Medienboard und dem G.A.M.E.-Bundesverband in Auftrag gegebenen Studie mit dem Titel „Auswirkungen digitaler Piraterie auf die Ökonomie von Medien“ zeigt das Marktforschungsinstitut „House of Research“ die negativen Effekte von Urheberrechtsverletzungen auf die Medienwirtschaft in Deutschland.
Bei der Berechnung der Schäden wird davon ausgegangen, dass ein Teil der illegal bezogenen Medien gekauft worden wäre. Mit Hilfe dieser so genannten Substitutionsrate lässt sich dann der zu erwartende Umsatzverlust berechnen.
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Im Rahmen der Abschätzung erfolgt auch eine Auseinandersetzung mit Studien, die angeblich positive Effekte berechnen. Die Verfasser kommen jedoch zu dem Ergebnis:
„Zusammenfassend kann davon ausgegangen werden, dass sich ein größerer legaler Filmkonsum von Filesharing-Nutzern nicht auf deren illegale Aktivitäten zurückführen lässt, sondern auf deren erhöhter Affinität zum Medium Film, etwa aufgrund ihres Alters. In der Bilanz der Debatte ist von einem überwiegend negativen Einfluss der digitalen Piraterie auf Filmumsätze auszugehen.“ (Seite 28, vgl. auch Seite 15 f.)

Deutschlandweit beträgt der wirtschaftliche Schaden für die Musikindustrie der Studie zufolge 524 Mio. Euro, für die Filmindustrie sind es 156 Mio. Euro. Auch in der Games-Branche stellt die Verbreitung und Nutzung von Raubkopien ein Massenphänomen dar, hier lassen sich die ökonomischen Effekte derzeit aber noch nicht konkret beziffern.

Aus Internetreport III / 2012 – Oktober 2012

www.medienboard.de/WebObjects/Medienboard.woa/wa/CMSshow/2841628