Archiv der Kategorie: Maßnahmen

Fünfter Aktionstag gegen Hasspostings

Mit dem 5. Aktionstag gegen Hasspostings geht die deutsche Polizei einmal mehr gegen strafbare Posts im Internet vor. Seit heute Morgen sind Polizeidienststellen in 9 Bundesländern im Einsatz. In Bayern, Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Saarland und Sachsen werden 21 polizeiliche Maßnahmen durchgeführt, darunter Wohnungsdurchsuchungen und Vernehmungen. Das Bundeskriminalamt koordiniert die Maßnahmen als Zentralstelle der deutschen Polizei.

Obwohl die polizeilich erfassten Fallzahlen von Hasskriminalität in Verbindung mit Tatmittel Internet einen leichten Rückgang aufweisen (2017: 2458; 2018: 1962 Fälle), ist dies kein Grund zur Entwarnung. Denn viele strafrechtlich relevante Posts werden nicht angezeigt oder gelangen den Sicherheitsbehörden nicht zur Kenntnis, da sie in geschlossenen Foren und Diskussionsgruppen geäußert werden. Insofern ist von einem großen Dunkelfeld auszugehen.
https://www.bka.de/DE/Presse/Listenseite_Pressemitteilungen/2019/Presse2019/191106_AktionstagHasspostings.html

Brasilien: Schlag gegen Piraterie

Bei einer massiven Operation mit dem Codenamen „Operation 404“ hat die Polizei in Brasilien Maßnahmen gegen Hunderte von Piraterieseiten und -Anwendungen ergriffen. Mindestens 136 Websites und 100 Apps sind abgeschaltet worden.
Mit in die Maßnahme eingebunden waren lokale Anti-Piraterie-Gruppen sowie Behörden aus Frankreich, USA und Kanada.

https://torrentfreak.com/huge-anti-piracy-operation-in-brazil-targets-hundreds-of-websites-apps-191104/

ACE schließt Openload und Streamango

Die Alliance for Creativity and Entertainment (ACE) hat die beiden Piraterieanbieter Openload und Streamango dazu verpflichtet, den Betrieb einzustellen und einen erheblichen Schadenersatz zu zahlen.
Openload allein hatte mehr als 1.000 Server in Rumänien, Frankreich und Deutschland und erzeugte mehr Traffic als viele führende Quellen für legale Inhalte, darunter Hulu, HBO Go, Sky oder die Websites für CBS News und NBC News. 72% der 50 größten illegalen Videoportale verlinkten zu raubkopierten Inhalten auf Openload.

https://www.alliance4creativity.com/news/ace-action-prompts-pirate-giants-openload-and-streamango-to-cease-all-operations/

Ermittlungen wegen widerrechtlicher Verbreitung von E-Books

CounterFights Anti-Piracy informiert, dass wegen der widerrechtlichen gewerblichen Verwertung von E-Books Hausdurchsuchungen gegen Beschuldigte in Deutschland und Österreich durchgeführt wurden. Den Tatverdächtigen wird vorgeworfen, über zehntausend E-Books von belletristischen Werken widerrechtlich verbreitet zu haben. Die E-Book Kopien wurden über die Filehoster uploaded.net, rapidgator.net und share-online.biz zum Herunterladen zur Verfügung gestellt. Die Tatverdächtigen haben mittels der Vergütungen aus Partnerprogrammen mutmaßlich bis zu mehrere Tausend Euro monatlich verdient.

Am 29. Oktober 2019 wurde eine Hausdurchsuchung bei einem Beschuldigten in Wien durchgeführt.

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Niederlande: Server für russische Streamingseiten abgestellt

In Zusammenarbeit mit der Motion Picture Association und der Alliance for Creativity and Entertainment hat die niederländische Anti-Piraterie-Einheit BREIN dafür gesorgt, dass fünf Host-Provider in den Niederlanden Streaming-Server aus dem Netz nehmen und Beweise sichern mussten.
Die Maßnahme richtet sich gegen den Dienst Moonwalk, der illegale Inhalte für rund 80% der bekannten russischen illegalen Streaming-Webseiten bereitstellt. Die Top 50 dieser Webseiten haben 395 Millionen Besuche von 89,9 Millionen Unique Visitors pro Monat, was zu Verlusten in Höhe von Hunderten von Millionen Euro führt.
https://stichtingbrein.nl/brein-serves-ex-parte-order-on-dutch-hosting-providers-for-80-of-russian-streaming-sites/

MPA benennt „notorious markets“

Die Motion Picture Association hat der US-Regierung ihren neuesten Überblick über die berüchtigten Märkte für Piraterie übermittelt. Neben der traditionellen Liste von Piraterieseiten, Apps benennt die MPA auch die Host-Provider Fishnet Communications LLC, M247, Network Dedicated SAS und Private Layer sowie die Glücksspielwerbung von 1XBET auf Piraterieseiten.
https://torrentfreak.com/mpa-adds-1xbet-and-baidu-to-latest-piracy-threat-report/

Ermittlungserfolg gegen Darknet-Plattform für Kinderpornographie

Wie erst jetzt bekannt wurde haben Ermittler aus den USA, Südkorea, Deutschland und anderen Staaten im März 2018 die bisher größte Website für Kinderpornografie im Darknet gestoppt. 337 Nutzer wurden festgenommen und angeklagt; 23 Kinder konnten aus andauernden Missbrauchssituationen gerettet werden.
Die Nutzer konnten auf der Plattform gegen Bitcoins Videos herunterladen. Dieser Zahlungsweg ist den Tätern auch zu Verhängnis geworden.
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Darknet-Plattform-fuer-Kinderpornos-Ermittler-nehmen-337-Nutzer-fest-4558418.html

Seltsames Vorgehen der Behörden gegen illegale Glücksspielwerbung in der Fußball-Bundesliga

Mehrere Fußball-Profivereine sind ins Visier der Aufsichtsbehörden geraten, weil sie für unerlaubtes Glücksspiel werben. Laut einem aktuellem Bericht der ARD-Recherche Sport läuft unter anderem gegen Borussia Dortmund ein Verfahren.

Irritierend bleibt dabei, dass zumindest die Bezirksregierung Düsseldorf glaubt, dass den Vereinen „häufig nicht bewusst ist, dass sie durch ihre Werbemaßnahmen auch die illegalen Online-Casino-Angebote der Sportwettveranstalter bewerben“.

Auch den Ansatz, dass die Vereine deutlich darauf hinweisen sollen, dass sie nur für das Sportwetten-Angebot der Unternehmen werben, bleibt aus Markensicht unverständlich.

Untersagungsverfügungen drohen erst, wenn die Vereine damit nicht aufhören oder Internetlinks weiterhin auf Seiten der Wettanbieter führen, die auch Online-Casinos im Angebot haben.

Ein Blick von WebSchauder auf die aktuellen Angebote zeigt, Seltsames Vorgehen der Behörden gegen illegale Glücksspielwerbung in der Fußball-Bundesliga weiterlesen

Frankreich: Hadopi-Zwischenbericht

Die für die Durchsetzung der Anti-Piraterie in Frankreich zuständige Regierungsbehörde hat mitgeteilt, dass zwischen Januar und August 2019 mehr als 644.000 Warnhinweise versendet wurden, davon 479.177 an Ersttäter und 165.683 an Wiederholungstäter.
1.149 Fälle wurden an den Staatsanwalt überweisen (Vorjahr 1.045).

Dies führte zu 86 Verurteilungen (Vorjahr 83). Darunter 31 Verurteilungen wegen grober Fahrlässigkeit, die durchschnittlich 350 € kosten zzgl. 300 € Schadensersatz. In 47 Fällen gab es Strafbefehle mit Bußgeldern von 150 € bis 1.000 €.

Bei weiteren 301 Fällen gab es alternative Maßnahmen zur Strafverfolgung. Darunter 64 Vergleiche mit Geldbußen von 100 € bis für 500 €. 199-mal wurde nur an die Rechtslage erinnert.

https://hadopi.fr/sites/default/files/sites/default/files/ckeditor_files/HADOPI_REPONSE%20GRADUEE_N8_BD.pdf

Facebook verbietet Links zu verschiedenen Piraterieseiten

Bereits seit Anfang September verhindert Facebook, dass Nutzer Links zu verschiedenen prominenten Piraterieseiten, darunter YTS.lt und LimeTorrents, teilen. Nun gilt dies auch für Links zu The Pirate Bay und 1337x.to.
Personen, die auf Facebook Link zu diesen Seiten posten, erhalten stattdessen die Fehlermeldung: „Sie können diesen Link nicht teilen. Dein Beitrag konnte nicht geteilt werden, weil dieser Link gegen unsere Community-Standards verstößt.“
Dies gilt auch für den Messenger-Chats von Facebook.

https://torrentfreak.com/facebook-now-blocks-pirate-bay-links-190930/

Maßnahmen gegen illegale Glücksspielwerbung gefordert

Im Streit um bundesweite Fernsehwerbung für nur in Schleswig-Holstein legale Glücksspielangebote hat sich nach Hamburg nun auch das Saarland zu Wort gemeldet. Beide Länder fordern Maßnahmen von Schleswig-Holstein.

Wie der NDR berichtet hat die Hamburger Glücksspielaufsicht in mehreren Schreiben das Innenministerium Schleswig-Holsteins und die Landesmedienanstalt aufgefordert, Werbeverbote für Online-Casinos durchzusetzen. Drei dieser Schreiben liegen dem NDR vor. Darin fordert Hamburg das Nachbarland auf, dafür Sorge zu tragen, dass Glücksspielanbieter mit einer Lizenz in Schleswig-Holstein nicht außerhalb des Landes für ihre Casinos werben.

Nun hat auch der Direktor der saarländischen LMS, Uwe Conradt, eine konsequente Beachtung bestehender Werbebeschränkungen für Anbieter von Glücksspiel angemahnt: Man werde „nicht tatenlos abwarten, dass über schleswig-holsteinische Alleingänge das Ziel der Glücksspielsuchtbekämpfung massiv gefährdet wird.“

https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Online-Casinos-Hamburg-verschaerft-Kritik-an-Kiel-,onlinecasinos100.html

https://www.lmsaar.de/2019/09/die-massive-gluecksspielwerbung-aus-schleswig-holstein-gefaehrdet-eine-wirksame-bekaempfung-von-gluecksspielsucht/