Archiv der Kategorie: Maßnahmen

Australien: Google entfernt Piraterieseiten aus den Suchergebnissen

Aufgrund einer Vereinbarung mit Rechteinhabern und ISPs hat Google sich freiwillig bereit erklärt, 832 Piraterieseiten aus den Suchergebnissen zu entfernen.

Hintergrund ist ein 2018 verabschiedetes Gesetz, welches auch Suchanbieter zwingt, Links zu Webseiten, die in Gerichtsbeschlüssen aufgeführt sind, aus den Suchergebnissen zu entfernen.
Da nicht alle Sperrentscheidungen unter dem neuen Gesetz gefallen sind, hätte es wohl weiterer Verfahren bedurft, damit Google die Seiten aus älteren Sperrentscheidungen aus den Suchergebnissen entfernt. Dies hat man sich mit der Vereinbarung gespart.

Bei Tests von Torrentfreak, tauchten aber noch Suchergebnisse zu Seiten auf, die Gerichte gesperrt hatten.

https://torrentfreak.com/google-de-indexes-832-pirate-sites-from-australia-search-results-190513/

Zweitgrößter Darknet Markt: Festnahme

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main – Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) – und das Bundeskriminalamt (BKA) haben am 23. und 24. April 2019 einen 31-jährigen Tatverdächtigen aus Bad Vilbel, einen 29-jährigen Tatverdächtigen aus dem Landkreis Esslingen und einen 22-jährigen Tatverdächtigen aus Kleve festgenommen und ihre Wohnungen durchsucht. Die deutschen Staatsangehörigen sind dringend verdächtig, den ausschließlich über das sogenannte Darknet zugänglichen illegalen Online-Marktplatz „WALL STREET MARKET“ gemeinsam und arbeitsteilig betrieben zu haben. Die Serverinfrastruktur der kriminellen Plattform wurde durch Beamte des Bundeskriminalamts sichergestellt. Zweitgrößter Darknet Markt: Festnahme weiterlesen

Niederlande: BREIN stoppt öffentlich zugänglichen Mediaserver

BREIN hat einen Plex-Medienserver mit vielen tausend Filmen und Episoden von Fernsehserien aus dem Internet entfernt. Die Filme und Fernsehserien auf dem Plex-Server wurden Dritten zur Verfügung gestellt. Zum Kundenkreis gehörten Besucher, die – ob gegen Entgelt oder nicht – Zugang zum Katalog auf dem Medienserver erhielten, um Filme und/oder Serien zu sehen. Die Kunden hatten auch die Möglichkeit, Anfragen für Filme und/oder Serien zu stellen, die sie gerne sehen würden und die anschließend zur Verfügung gestellt wurden. Der Service wurde auf Reddit.com und über die Chat-App ‚Discord‘ beworben. Die Filme hatte der Besitzer des Servers aus Torrent-Netzwerken und dem Usenet heruntergeladen.
https://stichtingbrein.nl/brein-stopt-publiek-delen-van-mediaserver/

Niederlande: Verkäufer illegaler Mediaplayer arrangiert sich mit BREIN

Ein Anbieter, der vorinstallierte Media Player mit illegalem IPTV-Zugang über einen Marktplatz verkaufte, hat sich mit BREIN verglichen. Neben der Auszahlung von Gewinnen hat er eine strafbewehrte Unterlassungserklärung unterzeichnet. Zukünftige Verstöße kosten ihn jeweils 500 Euro. Der Mann hat auch Informationen über die Herkunft der Player gegeben. Weitere Untersuchungen werden durchgeführt, um diese Quelle zu schließen.
https://stichtingbrein.nl/verkoper-illegale-mediaspelers-met-iptv-schikt-met-brein/

Österreich plant Registrierungspflicht für Foren-Nutzer

Die österreichische Regierung hat im Ministerrat einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der Forennutzer ab September 2020 identifizierbarer machen soll.
Zwar dürfen Postings in Foren oder Online-Netzwerken weiterhin unter Pseudonym erfolgen, aber die Betreiber müssen die Identität aller Poster kennen. Wie sie das machen ist nicht genau geregelt, möglich wäre eine Hinterlegung der Handynummer.
Bei begründetem Verdacht einer Rechtsverletzung müssen die Betreiber eine Aufzeichnung des Posts zur Verfügung stellen und die Identität offenlegen.
Bei einem Erstverstoß drohen Geldstrafen bis zu 500.000 Euro, im Wiederholungsfall sogar bis zu einer Million Euro. Ausgenommen sind u.a. Plattformen mit weniger als 100.000 User oder 500.000 Euro Jahresumsatz.
Um die Informationsanfragen und ggfs. Strafen durchsetzen zu können, müssen die Anbieter einen Zustellungsbevollmächtigten benennen.
https://futurezone.at/netzpolitik/registrierungspflicht-fuer-foren-nutzer-kommt-2020/400462315

Irland: Nun auch Three-Strikes bei Vodafone

Auch Vodafone Irland hat das so genannte „Three Strikes“-System zur Bekämpfung der Piraterie eingeführt. Von Vodafone-Kunden, die eine dritte Warnung erhalten, werden die persönlichen Daten an die Urheberrechtsinhaber weitergegeben. Diese haben dann die Möglichkeit gerichtlich eine Schließung des Internetzugangs zu erzwingen.
https://torrentfreak.com/vodafone-will-implement-three-strikes-for-pirates-190410/

NetzDG: Erstes Verfahren

Das Bundesamt für Justiz bereitet zum ersten Mal eine Klage gegen ein soziales Netzwerk vor welches zu wenig gegen Hasskommentare und Fake News unternimmt.
In mindestens 100 Fällen soll das bislang nicht benannte Netzwerk Hasskommentare und sogenannte Fake News trotz Beschwerden der User nicht entfernt haben.
https://www.tagesschau.de/inland/regional/nordrheinwestfalen/klage-hasskommentare-101.html

Erfolgreiche internationale Polizeioperation gegen illegales IPTV

In Zusammenarbeit mit Europol haben Polizeikräfte in Spanien, Großbritannien und Dänemark die wohl größte jemals durchgeführte Operation gegen ein illegales IPTV-Netz durchgeführt.
Fünf Personen wurden verhaftet und wegen Urheberrechtsverletzung, Betrug und Geldwäsche angeklagt.
Die Verdächtigen nutzten ein Netzwerk von 11 Serverfarmen, um Übertragungen von 800 Fernsehsendern zu stehlen und zu verbreiten, sowie eine Bibliothek mit urheberrechtlich geschütztem audiovisuellem Material und ausländischen Radiosendern.
„Die Strategie der Verdächtigen bestand darin, eine Vielzahl von Servern zu nutzen und diese regelmäßig zu wechseln, indem sie allmählich neue Webseiten erstellten, um ein Netzwerk von scheinbar unzusammenhängenden Elementen zu bilden. Sie hofften also, die polizeiliche Aufdeckung zu vermeiden und weiterhin von der Kriminalität zu profitieren“, sagte eine Quelle der spanischen nationalen Polizei. Erfolgreiche internationale Polizeioperation gegen illegales IPTV weiterlesen