Archiv der Kategorie: Maßnahmen

Großbritannien: Kreditkartenverbot für Glücksspielseiten

Die britische Gambling Commission hat ein Verbot von Glücksspielangeboten angekündigt, die es Verbrauchern in Großbritannien erlauben, Kreditkarten zum Spielen zu verwenden.

Das Verbot, das am 14. April in Kraft tritt, folgt auf die Überprüfung des Online-Glücksspiels durch die Kommission und auf die Überprüfung der Maßnahmen der Regierung im Bereich der Spielautomaten und der sozialen Verantwortung durch die Regierung.

https://www.gamblingcommission.gov.uk/news-action-and-statistics/News/gambling-on-credit-cards-to-be-banned-from-april-2020

Außer Kontrolle: Werbeindustrie verstößt systematisch gegen das Gesetz

Untersuchungen des norwegischen Verbraucherrats zeigen, wie jedes Mal, wenn wir Apps nutzen, persönliche Daten über unsere Interessen, Gewohnheiten und unser Verhalten weitergegeben werden. Diese Informationen werden zur Erstellung von Verbraucherprofilen verwendet, die für gezielte Werbung genutzt werden können, aber auch zu Diskriminierung, Manipulation und Ausbeutung führen können.

Diese Praktiken sind außer Kontrolle geraten und verstoßen gegen das europäische Datenschutzrecht. Das Ausmaß der Nachverfolgung macht es uns unmöglich, fundierte Entscheidungen darüber zu treffen, wie unsere persönlichen Daten gesammelt, weitergegeben und genutzt werden, sagt Finn Myrstad, Direktor für digitale Politik im norwegischen Verbraucherrat.

Basierend auf den Ergebnissen fordern mehr als 20 Verbraucher- und zivilgesellschaftliche Organisationen, die Praktiken der Online-Werbeindustrie zu untersuchen.

Out of Control – How consumers are exploited by the adtech
industry – and what we are doing to make it stop

Japan: Klage gegen Cloudflare

Der japanische Großverlag Takeshobo hat Cloudflare bei einem Gericht in Tokio wegen angeblicher Urheberrechtsverletzung verklagt.
„Die Art der Klage ist, dass Cloudflare, Inc. einen Server einer illegalen Seite zur Verfügung stellt, auf der viele urheberrechtlich geschützte Werke, einschließlich der von uns veröffentlichten, illegal hochgeladen und kostenlos zur Verfügung gestellt werden“, heißt es in einer Erklärung von Takeshobo.

„Wir haben direkt darum gebeten, das hochgeladene urheberrechtlich geschützte Material vom Server des Unternehmens zu entfernen, aber da nichts unternommen wurde, haben wir das Gericht gebeten, die urheberrechtsverletzende Seite zu entfernen und Schadenersatz zu zahlen.“

https://torrentfreak.com/manga-publisher-takeshobo-sues-cloudflare-for-copyright-infringement-200108/

USA: Cloudflare wegen wiederholter Copyright-Verletzungen verklagt

Zwei Unternehmen, die Brautkleider entwerfen und herstellen, verklagen Cloudflare wegen Urheberrechtsverletzung, nachdem das CDN den Service für 99 Webseiten, die wiederholt die Rechte der Kläger verletzten, nicht beendet hat.
Die Kläger haben wohl 7.000 DMCA-Beschwerden an das CDN gesendet. Diese hat Cloudflare wohl nur weitergeleitet. Sinnvolle Maßnahmen wurden nicht ergriffen.

https://torrentfreak.com/cloudflare-sued-for-failing-to-terminate-99-repeat-copyright-infringing-sites-200107/

USA: Filmfirma verklagt YTS-Benutzer

Der Betreiber von YTS hat vor kurzem eine Klage der US-Filmgesellschaft Wicked Nevada durch Vergleich beigelegt. Nun verklagt die gleiche Filmfirma Nutzer der Torrent-Seite. Laut der Klage kennen die Rechteinhaber die E-Mail-Adressen, mit denen sich die Beklagten bei YTS registriert haben, sowie die VPN-IP-Adresse eines Benutzers.
https://torrentfreak.com/movie-companies-sue-yts-users-including-one-who-hid-behind-a-vpn-200106/

Niederlande: Streit ums Auskunftsrecht geht vor den Obersten Gerichtshof

Der Filmverleih Dutch FilmWorks setzt seinen Rechtsstreit zur Identifizierung von BitTorrent-Piraten fort. Das Unternehmen klagt nun vor dem Obersten Gerichtshof gegen den Internetprovider Ziggo, um die persönlichen Daten zu 377 IP-Adressen zu erhalten.
Dutch Filmworks hatte die bisherigen Verfahren verloren; u.a. deshalb, weil den Richtern nicht deutlich genug wurde, was nach der Auskunft geschehen soll.
https://torrentfreak.com/dutch-filmworks-takes-quest-to-identify-alleged-pirates-to-the-supreme-court-191225/

USA: ISP Cox ist verantwortlich für Rechtsverletzungen der Kunden

Nach einem dreiwöchigen Prozess vor dem Bundesgericht in Alexandria, haben die Geschworenen entschieden, dass Cox für die Verletzung von 10.017 Aufnahmen und Kompositionen haftbar ist.
Cox hatte Hinweise auf Rechtsverletzungen ignoriert und Wiederholungstätern erlaubt, seinen Dienst weiterhin zu nutzen.
Da jede Verletzung mit über 99.000 Dollar bewertet wurde, soll Cox Communications insgesamt 1 Milliarde US$ Schadensersatz zahlen.
Das Urteil der Jury wird aber erst dann endgültig, wenn das Gericht die Anträge nach dem Verfahren beschließt. Zudem wurde bereits Berufung angekündigt.

https://variety.com/2019/music/news/cox-communications-music-copyright-suit-verdict-1203449254/

OpenSubtitles leitet dänische IP-Adressen um

Die beliebte Untertitelseite OpenSubtitles hält dänische Besucher von ihrer Plattform fern. Gegen die Seite liegt in Dänemark eine Sperrverfügung vor, die aber nicht von allen ISPs befolgt wird. Deshalb hat die Anti-Piraterie-Gruppe RettighedsAlliancen per E-Mail weitere Maßnahmen von der Seite verlangt.
Dieser Aufforderung ist man nachgekommen. Dänische IP-Adressen werden auf die Website der RettighedsAlliancen weitergeleitet.
https://torrentfreak.com/opensubtitles-redirects-danish-ip-addresses-following-anti-piracy-group-request-191217/

Russland: Klage gegen Twitch

In Russland verklagt die Rambler Group Twitch, weil dort immer wieder Spiele der Premier League gezeigt werden. Deren Rechte für Russland hat allerdings die Rambler Group.
Eine Sperre der Seite konnte Twitch zwar noch verhindern, nun sollen aber über 2 Mrd. Euro Schadensersatz im Raum stehen. Am 20. Dezember wird das Gericht die Klage der Rambler Group gegen Twitch Interactive prüfen.

https://tarnkappe.info/premier-league-technologie-gigant-rambler-group-verklagt-twitch/

Pornografie auf Twitter: MA HSH leitet Verfahren gegen Plattform ein

Die Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein (MA HSH) hat auf der Kommunikationsplattform Twitter frei zugängliche pornografische Inhalte festgestellt. Es handelt sich dabei um Profile, die sexuelle Dienstleistungen und Produkte (Sexcam, Pornofilme) bewerben. Sie enthalten unter anderem Fotografien und Videos, die fokussiert und unverfremdet sexuelle Handlungen zeigen. Diese Inhalte haben keine Altersbeschränkung und sind damit auch Kindern und Jugendlichen frei zugänglich. Wer in Deutschland pornografische Inhalte öffentlich zugänglich macht, begeht nach dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag eine Ordnungswidrigkeit und macht sich zudem strafbar.

Die MA HSH hatte die konkreten Profile an Twitter zur Löschung oder Sperrung gemeldet. Diesem Hinweis kam Twitter mit Verweis auf irisches Recht nicht nach.

Deshalb hat die MA HSH nun ein förmliches Verfahren gegen die Plattform eingeleitet und diese erneut zur jugendschutzkonformen Nachbesserung aufgefordert. Twitter ist als Hostprovider ab Kenntnis pornografischer Inhalte für deren Entfernung verantwortlich.

Kommt Twitter dieser Aufforderung nicht zeitnah nach, wird die MA HSH das Verfahren mit dem Ziel eines Bußgeldes und einer Untersagung unter Einbeziehung der Kommission für Jugendmedienschutz fortführen und gegebenenfalls die irischen Aufsichtsbehörden über die ERGA (Gruppe Europäischer Regulierungsstellen für Audiovisuelle Mediendienste) konsultieren.

Pressemeldung der MA HSH
https://www.ma-hsh.de/infothek/pressemitteilung/pornografie-auf-twitter-ma-hsh-leitet-verfahren-gegen-plattform-ein.html