Archiv der Kategorie: Maßnahmen

Seltsames Vorgehen der Behörden gegen illegale Glücksspielwerbung in der Fußball-Bundesliga

Mehrere Fußball-Profivereine sind ins Visier der Aufsichtsbehörden geraten, weil sie für unerlaubtes Glücksspiel werben. Laut einem aktuellem Bericht der ARD-Recherche Sport läuft unter anderem gegen Borussia Dortmund ein Verfahren.

Irritierend bleibt dabei, dass zumindest die Bezirksregierung Düsseldorf glaubt, dass den Vereinen „häufig nicht bewusst ist, dass sie durch ihre Werbemaßnahmen auch die illegalen Online-Casino-Angebote der Sportwettveranstalter bewerben“.

Auch den Ansatz, dass die Vereine deutlich darauf hinweisen sollen, dass sie nur für das Sportwetten-Angebot der Unternehmen werben, bleibt aus Markensicht unverständlich.

Untersagungsverfügungen drohen erst, wenn die Vereine damit nicht aufhören oder Internetlinks weiterhin auf Seiten der Wettanbieter führen, die auch Online-Casinos im Angebot haben.

Ein Blick von WebSchauder auf die aktuellen Angebote zeigt, Seltsames Vorgehen der Behörden gegen illegale Glücksspielwerbung in der Fußball-Bundesliga weiterlesen

Frankreich: Hadopi-Zwischenbericht

Die für die Durchsetzung der Anti-Piraterie in Frankreich zuständige Regierungsbehörde hat mitgeteilt, dass zwischen Januar und August 2019 mehr als 644.000 Warnhinweise versendet wurden, davon 479.177 an Ersttäter und 165.683 an Wiederholungstäter.
1.149 Fälle wurden an den Staatsanwalt überweisen (Vorjahr 1.045).

Dies führte zu 86 Verurteilungen (Vorjahr 83). Darunter 31 Verurteilungen wegen grober Fahrlässigkeit, die durchschnittlich 350 € kosten zzgl. 300 € Schadensersatz. In 47 Fällen gab es Strafbefehle mit Bußgeldern von 150 € bis 1.000 €.

Bei weiteren 301 Fällen gab es alternative Maßnahmen zur Strafverfolgung. Darunter 64 Vergleiche mit Geldbußen von 100 € bis für 500 €. 199-mal wurde nur an die Rechtslage erinnert.

https://hadopi.fr/sites/default/files/sites/default/files/ckeditor_files/HADOPI_REPONSE%20GRADUEE_N8_BD.pdf

Facebook verbietet Links zu verschiedenen Piraterieseiten

Bereits seit Anfang September verhindert Facebook, dass Nutzer Links zu verschiedenen prominenten Piraterieseiten, darunter YTS.lt und LimeTorrents, teilen. Nun gilt dies auch für Links zu The Pirate Bay und 1337x.to.
Personen, die auf Facebook Link zu diesen Seiten posten, erhalten stattdessen die Fehlermeldung: „Sie können diesen Link nicht teilen. Dein Beitrag konnte nicht geteilt werden, weil dieser Link gegen unsere Community-Standards verstößt.“
Dies gilt auch für den Messenger-Chats von Facebook.

https://torrentfreak.com/facebook-now-blocks-pirate-bay-links-190930/

Maßnahmen gegen illegale Glücksspielwerbung gefordert

Im Streit um bundesweite Fernsehwerbung für nur in Schleswig-Holstein legale Glücksspielangebote hat sich nach Hamburg nun auch das Saarland zu Wort gemeldet. Beide Länder fordern Maßnahmen von Schleswig-Holstein.

Wie der NDR berichtet hat die Hamburger Glücksspielaufsicht in mehreren Schreiben das Innenministerium Schleswig-Holsteins und die Landesmedienanstalt aufgefordert, Werbeverbote für Online-Casinos durchzusetzen. Drei dieser Schreiben liegen dem NDR vor. Darin fordert Hamburg das Nachbarland auf, dafür Sorge zu tragen, dass Glücksspielanbieter mit einer Lizenz in Schleswig-Holstein nicht außerhalb des Landes für ihre Casinos werben.

Nun hat auch der Direktor der saarländischen LMS, Uwe Conradt, eine konsequente Beachtung bestehender Werbebeschränkungen für Anbieter von Glücksspiel angemahnt: Man werde „nicht tatenlos abwarten, dass über schleswig-holsteinische Alleingänge das Ziel der Glücksspielsuchtbekämpfung massiv gefährdet wird.“

https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Online-Casinos-Hamburg-verschaerft-Kritik-an-Kiel-,onlinecasinos100.html

https://www.lmsaar.de/2019/09/die-massive-gluecksspielwerbung-aus-schleswig-holstein-gefaehrdet-eine-wirksame-bekaempfung-von-gluecksspielsucht/

USA: .to Registry zu Auskunft verpflichtet

Millennium Films hat zum Schutz des Films „London Has Fallen“ eine DMCA-Vorladung erreicht, in der die .to-Registrierungsstelle aufgefordert wurde, Informationen über die Eigentümer der Streamingangebote FMovies.to, Yesmovies.to und Cmovieshd.to sowie die Torrent-Seite iBit.to zu übergeben.

Möglich ist dies, weil die Tonic-Registry über Tonic Domains Corp. erfolgt, die eindeutig eine US-Präsenz mit einer kalifornischen Adresse hat. Als solches fällt sie in der Regel in die Zuständigkeit der US-Gerichte.

Wie üblich bei DMCA-Vorladungen wurde der Antrag von einem Gerichtsschreiber ohne Aufsicht durch einen Richter schnell genehmigt. Daher ist die Registrierungsstelle verpflichtet, E-Mails, Telefonnummern, Zahlungsdaten und andere Informationen über die Domaininhaber zu übermitteln.

https://torrentfreak.com/to-registry-must-identify-owner-of-fmovies-and-other-pirate-domains-190925/

Niederlande: Geldstrafe für illegales Pokerangebot

Die niederländische Gaming Behörde (KSA) hat der TSG Interactive Gaming Europe Limited eine Geldstrafe von 400.000 Euro auferlegt, weil sie auf der Website pokerstars.eu die Möglichkeit bietet, Poker um Geld zu spielen.
Das Anbieten eines Glücksspiels, um Geld zu gewinnen, ist in den Niederlanden nur mit Lizenz erlaubt.
https://kansspelautoriteit.nl/nieuws/nieuwsberichten/2019/september/boete-400-000-euro/

Eurojust: Europaweiter Erfolg gegen illegales Streaming

Eine von Eurojust in Den Haag koordinierte länderübergreifende Maßnahme hat zur Auflösung eines internationalen kriminellen PV-TV Netzwerks geführt.

Die Maßnahme ist das Ergebnis komplexer Ermittlungen seitens der Staatsanwälte in Neapel und Rom mit Unterstützung der Justiz- und Polizeibehörden in Bulgarien, Deutschland, Griechenland, Frankreich und der Niederlande sowie Eurojust.

In Deutschland, Frankreich und den Niederlanden wurden mehr als 200 Server offline genommen und über 150 PayPal-Konten der Tatverdächtigen gesperrt. Es wurden insgesamt 22 Verdächtige verschiedener Nationalitäten ermittelt.

Eurojust

Eurojust: Europaweiter Erfolg gegen illegales Streaming weiterlesen

Großbritannien: IP CRIME AND ENFORCEMENT REPORT 2018-19

Der aktuelle “IP CRIME AND ENFORCEMENT REPORT 2018-19” gibt einen breiten Überblick über die Tätigkeiten diverser Organisationen gegen Markenfälschungen und Piraterie. Nachfolgend einige „Highlights“ aus dem Bericht:

Schäden
„Zahlen der britischen Regierung zeigen, dass der jährliche Verlust für die britische Wirtschaft durch Fälschungen und Piraterie 9 Milliarden Pfund und 80.500 Arbeitsplätze pro Jahr beträgt.“
(PIPCU, Seite 54)

Host Provider
Weiterhin liegen die meisten illegalen Inhalte bei Rechenzentren in der EU. Die dazu veröffentlichte Grafik fasst die Herkunftsländer von illegalen Streams und die Empfängerländer von Take-Down-Hinweisen zusammen (Seite 63):


Fact: Zahlen eines illegalen IPTV-Dienstes

Fact berichtet, dass illegale IPTV-Dienste immer professioneller werden und sogar hauptamtliche Kundendienstteams bezahlen, um auf Anfragen und Beschwerden von Kunden auf der ganzen Welt zu reagieren.
Im Rahmen einer 2017 gestarteten Untersuchung eines illegalen Premium-IPTV-Dienstes wurden im Vereinigten Königreich sieben Personen festgenommen. Die Analyse forensischer und finanzieller Daten führte zur Identifizierung von sechs weiteren wichtigen Verdächtigen. Die umfangreiche Untersuchung hat Korruption und Geldwäsche aufgedeckt und auch das Wissen von FACT über die Infrastruktur, die von Kriminellen für den Betrieb eines illegalen IPTV-Dienstes genutzt wird, erweitert: Großbritannien: IP CRIME AND ENFORCEMENT REPORT 2018-19 weiterlesen

Schweiz: Zugangssperren zu nicht bewilligten Online-Spielangeboten

Die Bekämpfung des illegalen Geldspiels ist eine der Prioritäten des Schweizer Geldspielgesetzes (BGS). Da das legale Angebot hohe Anforderungen erfüllen muss, ist es unerlässlich, dass Spieler nicht einfach auf nicht autorisierte Online-Glücksspielangebote zugreifen können. Artikel 86 Absatz 1 des Geldspielgesetzes legt fest „Der Zugang zu online durchgeführten Geldspielen ist zu sperren, wenn die Spielangebote in der Schweiz nicht bewilligt sind“.

Die Bestimmungen über die Einschränkung des Zugangs zu in der Schweiz nicht bewilligten Online-Spielangeboten sind am 1. Juli 2019 in Kraft getreten. Seit dem Inkrafttreten dieser Bestimmungen hat die ESBK begonnen, nicht bewilligte Online-Geldspielangebote zu prüfen. Sie veröffentlich und aktualisiert auf ihrer Webseite eine Liste von Geldspielen, deren Zugang gesperrt ist (Sperrliste) mittels eines Verweises im Bundesblatt. Zudem gibt es eine Liste der gesperrten Geldspielangebote, die in den Zuständigkeitsbereich der Interkantonalen Behörde, der Lotterie- und Wettkommission (Comlot), fallen.

Auf den beiden veröffentlichten Listen sind insgesamt fast 100 Seiten zu finden:
Sperrliste der in der Schweiz nicht bewilligten Online-Spielangebote

Comlot-Sperrliste

https://www.esbk.admin.ch/esbk/de/home/illegalesspiel/zugangssperren.html

1XBET, Premiere League und Werbung auf Piraterieseiten

Liverpool, Chelsea und Tottenham Hotspur – die alle zuvor Sponsoringverträge mit 1XBET abgeschlossen hatten – erhielten kürzlich eine Warnung der britischen Gambling Commission.
„Wir haben kürzlich an den Liverpool FC, den Chelsea FC und den Tottenham Hotspur FC geschrieben, um sie daran zu erinnern, dass Unternehmen, die Sponsoring betreiben, und die damit verbundenen Werbevereinbarungen mit einem nicht lizenzierten Betreiber strafrechtlich verfolgt werden können…. wegen der Straftat der Werbung für illegales Glücksspiel“, sagte die Kommission angeblich den Clubs.

Vor einigen Tagen gab Tottenham bekannt, dass es seinen Multi-Millionen-Pfund-Sponsoringvertrag mit dem Unternehmen beendet hat. 1XBET will seine Tätigkeit im Vereinigten Königreich zumindest vorerst einzustellen.

Laut Angaben des Markenschutzunternehmen White Bullet erschienen 1XBET-Anzeigen in den letzten sechs Monaten regelmäßig auf 1.200 Piraterieseiten. Davon waren 13% illegale Sportstreamingseiten.

https://torrentfreak.com/1xbet-ads-appeared-on-1200-pirate-sites-in-past-six-months-190906/

https://www.gameoasis.de/1xbet-naechster-rueckschlag-fuer-russischen-gluecksspielanbieter/

Peanuts für Google

Die Federal Trade Commission hat gegen eine Zahlung von 170 Millionen Dollar das Verfahren wegen illegaler Nutzung von Kinderdaten gegen Google eingestellt. Google hatte ohne elterliche Zustimmung widerrechtlich Daten von Kindern unter 13 Jahren gesammelt.

Der Betrag ist „erbärmlich niedrig, wenn man bedenkt, wie ungeheuerlich die Verletzung ist, wie sehr Google von Gesetzesverstößen profitiert hat und wie groß und umsatzstark Google ist“, sagte Katharina Kopp, stellvertretende Direktorin des Center for Digital Democracy, das die Beschwerde gegen YouTube mit anführte.
Das Forschungsunternehmen Loup Ventures schätzt, dass 5% oder etwa 750 Millionen Dollar pro Jahr des Jahresumsatzes von YouTube aus Inhalten für Kinder stammen.

https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/youtube-zahlt-rekordstrafe-wegen-sammeln-von-kinderdaten-a-1285259.html

https://www.bloomberg.com/news/articles/2019-08-30/google-s-youtube-will-pay-150-million-to-end-ftc-privacy-probe