Archiv der Kategorie: Martktforschung

TVAddons: Täglich etwa 1,5 Mio. Updates

TVAddons, eine der führenden Kodi Add-on-Ressourcen, war in den letzten Jahren in verschiedene Rechtsstreitigkeiten verwickelt. Dennoch ist sie heute immer noch online und hat auch mit einem verringerten Angebot weiterhin ein hohes Besucherinteresse zu verzeichnen.
Im vergangenen Monat erhielt TVAddons nach eigenen Angaben bis zu 1,76 Millionen Zugriffe auf seinen Update-Server pro Tag und über 14 Millionen active user für den gesamten Monat. Das bedeutet, dass alle 24 Stunden etwa anderthalb Millionen Kodi-Boxen auf TVAddon gehen und dort nach Updates suchen.
Im September 2016 waren es noch rund 24,7 Millionen Nutzer pro Monat.

https://torrentfreak.com/tvaddons-boast-over-14-million-active-users-per-month-190608/

12 Mio. nutzen illegale Boxstreams auf YouTube

Laut MUSO haben sich 12 Millionen Personen den Boxkampf im Schwergewicht zwischen Anthony Joshua und Andy Ruiz Jr. auf illegalen YouTube-Videos angesehen. 1 Mio. Personen haben andere illegale Angebot genutzt.
Andy Chatterley, CEO von MUSO, sagt, dass dies das größte nicht autorisierte Streaming-Publikum ist, das sein Unternehmen je verfolgt hat.
Da in dieser Veröffentlichung Views mit Personen gleichgestellt werden, ist anzunehmen, dass es noch mehr Personen waren, da ja mehrerer Personen einen View gleichzeitig sehen können.
https://torrentfreak.com/12-million-watched-a-pirate-stream-of-joshua-vs-ruiz-on-youtube-190606/

US-Studie zu Stream-Ripping

Eine neue Studie des Musikindustrieforschungsunternehmens MusicWatch hat eine Zunahme des Stream-Rippens in den USA festgestellt, nämlich von 15 Millionen Nutzern im Jahr 2017 auf 17 Millionen in 2018.
An der Studie nahmen 5.000 Internetnutzern ab 13 Jahren teil. 30% der Nutzer kopierten sogar jedes Jahr rund 112 Dateien (etwa 10 bis 11 Alben Musik). Fast die Hälfte (48%) der Stream-Ripper kommt aus Haushalten mit einem Jahreseinkommen von 75.000 bis 199.000 Dollar. Man rippt das wofür man kein Geld ausgeben will.
https://torrentfreak.com/youtube-ordered-to-hand-over-identities-of-manga-pirates-190603/

Frankreich: 24% der Internetnutzer streamen illegales Live-TV

Eine neue Studie, die Hadopi in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen IFOP durchgeführt hat, zeigt, dass 24% der französischen Internetnutzer illegal Live-TV-Inhalte streamen.

Die beliebteste Videoquelle bei den Befragten sind Live-Streaming-Seiten (17%), gefolgt von sozialen Netzwerken (14%) und spezielle IPTV-Diensten und Apps (5%).
Frankreich: 24% der Internetnutzer streamen illegales Live-TV weiterlesen

Diskussion über Fakenews ist gefährlicher als die falschen Nachrichten!

Zwei Studien haben die Bedeutung von Fake-News mit völlig unterschiedlichen Ergebnissen untersucht.

Die Spenden und Crowdfunding finanzierte Organisation Avaaz hat in der Studie FAR RIGHT NETWORKS OF DECEPTION über 500 verdächtige Seiten und Gruppen auf Facebook gefunden, denen fast 32 Millionen Menschen folgten, die in den letzten 3 Monaten über 67 Millionen Kommentare, Likes und Shares generierten.
Zu Deutschland stellt die Studie fest, dass gefälschte Konten und Seiten die Reichweite der AfD erhöhen und Desinformationen über Facebook verbreiten. Man hat einen AfD-Politiker gefunden der anscheinend daran beteiligt ist (vgl. auch Artikel auf netzpolitik.org). Zudem hat man illegale Inhalte (Hakenkreuze, Holocaust-Leugner) auf Facebook gefunden.

Das Oxford Internet Institute (OII) hat nach einer kleinen Studie allerdings eine ganz andere Botschaft: „Desinformation in sozialen Netzwerken wird nicht so heiß gegessen, wie sie gekocht wird“. Zumindest sei die Europawahl offenbar „weder als Ziel, noch als Inhalt wahnsinnig attraktiv“ für Desinformationen. „Einzelne virale Storys, die sehr viele Menschen erreichen, könnten eine Wirkung haben“, doch die eigentliche Gefahr bestehe auf einem „Meta-Level“, nämlich in der überhitzten Debatte über die Macht von Desinformation.

Also bloß nicht mehr darüber diskutieren, sagt das OII, finanziert u.a. von Google, Facebook und OSF.

OII-Supporters

Malware in Piraterieanwendungen

Die Digital Citizens Alliance hat eine Untersuchung vorgelegt, die Malware in Piraterieanwendungen gefunden hat, welche Benutzernamen und Passwörter stiehlt, versucht in Netzwerke reinzukommen und heimlich Daten hochlädt:

„Fishing in the Piracy Stream: How the Dark Web of Entertainment is Exposing Consumers to Harm”
unter
https://www.digitalcitizensalliance.org/clientuploads/directory/Reports/DCA_Fishing_in_the_Piracy_Stream_v6.pdf

Jenseits von Cloudflare: Datacenter für Raubkopien – The hall of shame

Im Februar hat dieser Blog die Bedeutung von Cloudflare für die Internetpiraterie dargestellt.

Basis waren die TOP 5.000 der noch existierenden urheberrechtsverletzenden Seiten des Google-Transparency-Reports. Diese beinhalten mehr als 2,9 Mrd. Meldungen zur Löschung aus dem Google-Suchindex, welche wiederum 79% aller gemeldeten URLs ausmachten.
Von diesen 5.000 Domains wurden diejenigen abgezogen, die bei Firmen wie Team Internet, Sedo oder GoDaddy geparkt sind. Diese Domains existieren zwar noch, werden aber aktuell nicht für Urheberrechtsverletzungen genutzt.

Es verblieben noch 3.645 Domains. Von diesen 3.645 rechtsverletzenden Seiten liefen 41,9 % über Cloudflare. Sie sind ihrerseits für 44,7 % der bei Google gemeldeten Urheberrechtsverletzungen verantwortlich.
Wo aber liegen die anderen 58,1 % der Seiten oder 55,3 % der rechtsverletzenden Dateien? Dies wird nachfolgend genauer untersucht.

Jenseits von Cloudflare: Datacenter für Raubkopien – The hall of shame weiterlesen

Game of Thrones: Aktuelle Staffel wieder sehr beliebt bei Raubkopierern

Die Anti-Pirateriefirma MUSO hat Zahlen veröffentlicht, nach denen der Saisonauftakt der letzten Game of Thrones Staffel in den ersten 24 Stunden 54 Millionen Mal raubkopiert wurde.
Zum Vergleich: Die offiziellen Zuschauerzahlen von HBO belaufen sich auf 17,4 Millionen.

Dabei machten Online-Streaming-Seiten 76,6% aller Piraterieaufrufe aus, gefolgt von Web-Downloads mit 12,2%. Öffentliche Torrent-Seiten waren für weitere 10,8% gut und private Torrent-Seiten für 0,5%. Piraterieboxen und Usenet sind darin nicht enthalten.
Basis der Ergebnisse von MUSO sind Hochrechnungen von Trafficdaten des Unternehmens SimilarWeb.
https://torrentfreak.com/game-of-thrones-season-premiere-pirated-54-million-times-in-a-day-190417/

Beschwerdestellen dokumentieren unerträgliche Löschverweigerung der Internetwirtschaft

Die Jahresberichte 2018 der Beschwerdestelle von eco und der FSM informieren auch in diesem Jahr wieder über die bearbeiteten Fälle.
Im Bereich des sexuellen Missbrauchs und der sexuellen Ausbeutung Minderjähriger hat die eco Beschwerdestelle 2.509 Beschwerden anerkannt. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Kinderpornografie; fast 11 % sind Jugendpornographie, Posendarstellungen dagegen die Ausnahme.

Dabei bilden die 2.509 Beschwerden allerdings nicht das ganze Problem ab. Die FSM verweist auf weitere 1.069 Beschwerden, die als Missbrauchsdarstellungen von Kindern und Jugendlichen anerkannt wurden. Das BKA führte für 2017 insgesamt 5.977 Meldungen auf. Im deutlich kleineren Österreich hat die Meldestelle Stopline 2018 insgesamt sogar 2.844 als sexuellen Missbrauchs eingestufte Meldungen der Bürger bearbeitet.

Löschen dauert
Wie in der Vergangenheit informiert der Jahresbericht der eco Beschwerdestelle auch über die Dauer bis zur Löschung der Inhalte. Beschwerdestellen dokumentieren unerträgliche Löschverweigerung der Internetwirtschaft weiterlesen

Facebook beherbergt immer noch viele Cybercrime-Gruppen

Die Cybersicherheitsforscher von Cisco/Talos haben 74 Facebook-Gruppen mit insgesamt 385.000 Mitgliedern gefunden, in denen Fälscher, Identitätsdiebe, Spammer und Betrüger ihre Dienste verkaufen. Bereits im Vorjahr fand der Sicherheitsforscher Brian Krebs 120 private Gruppen mit 300.000 Mitgliedern, die Botnets, betrügerische Steuerrückerstattungen und andere illegale Dienste anboten.
Die Forscher fordern nun ein proaktives Vorgehen von Facebook. Stattdessen empfiehlt Facebook den Nutzern solcher Gruppen weitere verwandte (also kriminelle) Gruppen.

Zu finden sind die Gruppen über einschlägige Suchbegriffe. Dies gilt auch für illegale Filmangebote, wie der Business Insider zeigt.
Über Facebooks Livestreaming-Funktion Watch Party können Nutzer gemeinsam Videos schauen. In Gruppen wie „Watch Party Cinema“ verabredet man sich um gemeinsam Raubkopien von Filmen und Serien anzuschauen.

https://www.theverge.com/2019/4/5/18296687/facebook-cisco-talos-cybercrime-spam-scam-identity-theft-groups-takedown

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Facebook-Streaming-Dienst-Watch-Party-ist-bei-Piraten-beliebt-4370256.html

Kaspersky: „Game of Thrones“ hat die meiste Malware

Immer wieder gibt es Berichte, dass Downloads von illegal verbreiteten Medieninhalten Schadsoftware enthalten. Kaspersky hat nun untersucht wie dies bei beliebten 31 Fernsehserien ist.
Besonders gefährlich ist danach der Download von „Game of Thrones“. Darüber wurden alleine 17 Prozent des infizierten Contents verbreitet.
Auch weitere beliebte Serien enthalten laut Kaspersky Malware. Nach Game of Thrones folgen The Walking Dead und Arrow, Suits, Vikings, The Big Bang Theory, Supernatural, Grey’s Anatomy und This Is Us.
Insgesamt hat die Malwareverbreitung im Vergleich zum Vorjahr aber nachgelassen.
https://futurezone.at/digital-life/game-of-thrones-downloads-haben-die-meiste-schadsoftware/400455115

Medienanstalten – Schutzpatron der Influencer?

Eine OBS-Studie zeigt, dass die Videoplattform YouTube vornehmlich von trivialer, stark emotionalisierter Unterhaltung geprägt und von Produktwerbung durchzogen ist.
Die Autoren Lutz Frühbrodt und Annette Floren haben in der Studie „Unboxing YouTube: Im Netzwerk der Profis und Profiteure“ die 100 in Deutschland betriebenen YouTube-Kanäle mit den meisten Abonnenten untersucht.
Ein basisdemokratisches Alternativmedium, das außergewöhnliche kreative Leistungen jenseits des kulturellen Mainstreams entfacht, sei YouTube bestenfalls in seinen weniger frequentierten Nischen, so Frühbrodt/Floren. Damit entzaubern die Autoren einen Mythos, der das US-amerikanische Videonetzwerk seit seiner Entstehung im Jahr 2005 umrankt.

In einer Tiefenauswertung von 30 Videos zu konsumnahen Themen zeigte sich zudem, dass die große Mehrheit nicht gemäß den werberechtlichen Vorgaben gekennzeichnet war. Dieses Ergebnis steht im Widerspruch zu wiederholten Aussagen der zuständigen Landesmedienanstalten, dass sich die Werbekennzeichnung von Influencer-Videos deutlich verbessert habe.

Die Studienautoren haben die Politik der Medienanstalten in jüngerer Zeit analysiert und kritisieren diese als zu nachsichtig gegenüber schleichwerbenden Influencern. Die Behörden sollten in erster Linie die Verbraucher schützen, hätten sich aber bei gerichtlichen Auseinandersetzungen der vergangenen Jahre tendenziell auf die Seite der Videoproduzenten und werbungtreibenden Wirtschaft gestellt.
„Die Medienanstalten könnten so in den Verdacht geraten, als Schutzpatron der Influencer-Branche zu agieren“, sagt Lutz Frühbrodt. Er fordert deshalb ein härteres Durchgreifen der Kontrollbehörden und hält es für sinnvoll, durch einige öffentlich gemachte Präzedenzfälle für mehr Abschreckung gegenüber Schleichwerbern zu sorgen.

https://www.otto-brenner-stiftung.de/fileadmin/user_data/stiftung/05_Presse/02_Pressemitteilungen/2019_04_01_PM_AH98.pdf