Archiv der Kategorie: Martktforschung

Politisch motivierte Straftaten im Internet

Im vergangenen Jahr sind laut Bundesregierung 2.778 politisch motivierte Beleidigungs-, Bedrohungs- beziehungsweise Propagandadelikte in sozialen Netzwerken registriert worden.

Davon entfallen 1.831 Taten auf die politisch rechts motivierte Kriminalität und 332 auf die politisch links motivierte Kriminalität, wie aus der Antwort der Bundesregierung (19/19408) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (19/18801) hervorgeht. Danach wurden 112 Taten dem Phänomenbereich „Politisch motivierte Kriminalität (PMK) -ausländische Ideologie-“ zugeordnet und 74 Taten der „PMK-religiöse Ideologie-„, während 429 Taten auf den Phänomenbereich „PMK-nicht zuzuordnen-.“ entfielen. Die hauptsächlich betroffenen Deliktskategorien sind den Angaben zufolge „Nötigung/Bedrohung“, „Propagandadelikte“, „Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen“, „Volksverhetzung“ und „andere Straftaten“.

Wie die Bundesregierung ferner ausführt, wurden vergangenes Jahr 5.677 politisch motivierte Straftaten mit dem Untertatmittel „Internet“ festgestellt. Davon entfallen laut Vorlage 3.751 Taten auf die politisch rechts motivierte und 620 Taten auf die politisch links motivierte Kriminalität, 136 Taten auf die „PMK-ausländische Ideologie-„, 122 Taten auf die „PMK-religiöse Ideologie-“ sowie 1.048 Taten auf den Phänomenbereich „PMK-nicht zuzuordnen-„.

Quelle: hib – heute im bundestag Nr. 564
https://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/194/1919408.pdf

 

US Copyright Office: Safe Harbour unausgewogen

Das U.S. Copyright Office hat einen Bericht („Section 512 of title 17“) veröffentlicht der die US-Safe Harbour-Regeln untersucht.
Die Behörde kommt zu dem Schluss, dass das Funktionieren des Safe-Harbor-Systems nach Abschnitt 512 heute unausgewogen ist. 
Der Bericht hebt dabei auch Bereiche hervor, in denen die gegenwärtige Umsetzung von Abschnitt 512 nicht mit den ursprünglichen Absichten des Kongresses übereinstimmt, darunter: Qualifikationen für die Eignung des Dienstleistungsanbieters für den sicheren Hafen; Richtlinien für Wiederholungstäter; Standards für Wissensanforderungen; Spezifizität innerhalb der Aufnahmewarnungen; nicht standardisierte Warnanforderungen; Vorladungen und einstweilige Verfügungen.
Obwohl das Amt keine umfassenden Änderungen an Abschnitt 512 empfiehlt, weist der Bericht auf diese und andere Bereiche hin, in denen der Kongress möglicherweise eine Gesetzgebung zur Wiederherstellung des ursprünglichen Gleichgewichts zwischen Rechteinhabern und Online-Dienstanbietern in Erwägung ziehen möchte.

VO verweist auf zunehmende App-Piraterie

In einem Text zur allgemeinen Piraterielage verweist Christine Maury Panis von Viaccess Orca auf eine aktuelle Studie von ABI Research nach welcher der Verlust der europäischen Industrie durch Videopiraterie annähernd 1 Milliarde Dollar pro Jahr beträgt.

Zudem weist sie auf die zunehmende Verwendung von Apps als Kanal für raubkopierte Inhalte hin. Während selbst Geräte wie Kodi-Boxen ein gewisses Maß an Wissen voraussetzen, um zu funktionieren, ganz zu schweigen von einer gewissen Absicht, auf das zur Verfügung stehende illegale Material zuzugreifen, sind die Apps, die illegale Streaming-Operationen ermöglichen, genauso einfach zu installieren und zu bedienen wie alle anderen. Klicken zum Herunterladen; klicken zum Zugriff.

https://www.viaccess-orca.com/blog/video-piracy-laws

EMEA: Bedeutung von BitTorrent steigt

Neue Sandvine Studien zeigen, dass der Internetverkehr seit Anfang des Jahres um ca. 40 % gestiegen ist. In der EMEA-Region (Europa, Naher Osten, Afrika) sind sowohl Netflix als auch Bittorrent gestiegen.
Nach YouTube und HTTP liegt der BitTorrent-Verkehr nun an dritter Stelle. Netflix liegt auf Platz vier; hat aber auch die Auflösung reduziert.
Es liegen keine gesonderten Zahlen für Europa vor.

https://www.sandvine.com/covid-internet-spotlight-report

Niederlande: Pirate Bay-Sperre funktioniert

Nach Angaben von Torrentfreak sollen neue Untersuchungen aus den Niederlanden zeigen, dass die Pirate Bay-Sperre wirkt. Etwa 80% der Befragten gehen nicht mehr auf die Seite. Diese Erfolgsquote dürfte zum Teil auf die dynamischen Sperren zurückzuführen sein, die derzeit über 181 Domains umfassen.
Was die ehemaligen Pirate Bay-Nutzer stattdessen tun, war nicht Bestandteil der Studie.

https://torrentfreak.com/most-pirate-bay-users-stay-away-from-the-site-after-isp-blockades-200509/

Dänemark: Viele Sperren, viele VPN-Nutzer

Die dänische Anti-Piraterie-Gruppe Rights Alliance hat mitgeteilt, dass sie im Jahr 2019 insgesamt 141 Piraterieseiten von lokalen ISPs blockieren ließ.
Die Besuche auf diesen Seiten sind im Jahr 2019 um 40% zurückgegangen. Allerdings liegt der Anteil der dänischen 15- bis 74-Jährigen, die Filme und Fernsehserien herunterladen oder streamen, seit 2016 stabil bei 10 Prozent.
Eine Erklärung dafür die verbreitetet VPN-Nutzung: 17% der dänischen Internetnutzer verwenden ein VPN; bei denjenigen, die selber zugeben Piraterie zu betreiben, sind es 44%.

https://torrentfreak.com/denmark-blocked-141-pirate-sites-in-2019-but-pirates-are-bypassing-the-system-200503/

 

MUSO liefert Zahlen zu steigender Piraterie

Das britische Unternehmen MUSO überwacht kontinuierlich die Anzahl der Besuche auf Piraterieseiten in verschiedenen Kategorien. Nach ihren Angaben haben die Besuche von Filmpiraterie-Sites von Ende Februar bis Ende März deutlich zugenommen.
Die nachstehende Tabelle gibt einen Überblick über die Zunahme der Besuche von Filmpiraterie-Sites von den letzten sieben Tagen des Monats Februar bis zu den letzten sieben Tagen des Monats März:

[Quelle: Torrentfreak; s.u.]
https://torrentfreak.com/covid-19-measures-boosted-visits-to-film-piracy-sites-by-over-50-new-data-show-200427/

Ausgangsperren führen zur steigenden Torrent Downloads

Anhand von Daten, der Seite iknowwhatyoudownload.com zeigt Torrentfreak, dass Ausgangssperren zu einer Steigerung des BitTorrent-Verkehrs führten. Je strenger die Sperre umso stärker scheinen die Auswirkungen auf die BitTorrent-Aktivitäten zu sein.

In Italien erreichten die Zahl der Downloads als auch die genutzten IP-Adressen am ersten Tag der Ausgangssperre, dem 9. März, neue Höchststände. Danach stiegen sie einige Tage lang weiter an, um sich dann zu stabilisieren. Am 8. März gab es 592.000 Downloads und 213.000 IP-Adressen. Eine Woche später lagen diese Zahlen bei bis zu 810.000 bzw. 304.000 IP-Adressen.

Auch in Spanien gab es einen ähnlichen Trend, der mit den Sperrmaßnahmen zusammenfiel. Die spanische Regierung ordnete die Sperrung am 14. März an. Genau an diesem Tag erreichten sowohl die Zahl der Downloads als auch der eindeutigen IP-Adressen neue Höchststände. Eine Woche nach Beginn der Abriegelung stiegen die gemeldeten Downloads und IP-Adressen um etwa ein Drittel.

Auch in Frankreich ist die Wirkung der landesweiten Maßnahmen deutlich sichtbar. Auch hier erreichten beide Zahlen an dem Tag, an dem die Sperre in Kraft trat, einen Jahreshöchststand und stiegen in den folgenden Tagen noch weiter an.

Weniger stark ist der Trend in Großbritannien. In den Niederlanden und in Schweden gibt es keine großen Änderungen.

https://torrentfreak.com/covid-19-lockdowns-directly-impacted-torrent-download-numbers-in-several-countries-200413/

Corona-Pandemie und steigenden Piraterie

Neue von TorrentFreak ausgewertete Daten deuten darauf hin, dass es einen Anstieg des weltweiten File-Sharing-Verkehrs sowie eine erhöhte Anzahl von Besuchern auf Piraterieseiten gegeben hat.

Daten aus der Piraterieüberwachung von MUSO zeigen, dass am 24. Januar in China ein starker Anstieg der Besuche von Piraterieseiten einsetzte, der am 27. Januar seinen Höhepunkt erreichte. Der Verkehr auf den Piraterieseiten begann danach etwas abzunehmen, aber Ende Februar war er immer noch etwa 20% höher als vor Beginn der Coronavirus-Maßnahmen.

Auch die Anzahl der täglichen BitTorrent-Downloads, gemessen von iknowwhatyoudownload.com zeigen einen deutlichen Anstieg vom 6. März bis zum 6. April. Sie begannen mit etwa 12 Millionen täglich aufgezeichneten Downloads und stiegen einen Monat später auf 16 Millionen an, was einem Anstieg von 33% entspricht.

https://torrentfreak.com/piracy-and-filesharing-traffic-surges-amidst-covid-19-crisis-200408/

Russland: Glücksspiel finanziert Piraterie

Russische Piraterieangebote werben nicht mehr so viel für das Glücksspielangebot 1XBET. Statt für dieses illegale Angebot werben sie inzwischen lieber für 1XStavka. Dieses Angebot ist nicht nur legal (es verfügt über Lizenzen) sondern auch optisch mit 1XBET identisch.
Für die Rechteinhaber ist es nun nicht mehr so leicht gegen illegale Seiten vorzugehen, da ein wichtiger Hebel fehlt. Wenn eine Glücksspielplattform nicht lizenziert ist, können sowohl die Steuerbehörden als auch Roscomnadzor den Zugang schnell sperren, auch den zu Seiten auf denen Werbung für illegale Angebote erfolgt.

Noch 2019 war 1XBET drittaktivster Online-Werber in Russland, nach Google und PepsiCo. Aktuell ist das Unternehmen nur noch auf Platz 20. 1XStavka liegt aktuell auf Platz 6.

https://torrentfreak.com/russia-pirate-sites-dump-1xbet-in-favor-of-identical-yet-legal-1xstavka-200404/

Google erhält weniger Meldungen von Piraterie-Links

Laut Googles Transparenzbericht hat das Unternehmen in den vergangenen 12 Monaten etwas mehr als 500 Millionen Takedown-Anfragen in Sachen Urheberrecht erhalten. Das ist ein Rückgang um 50 Prozent im Vergleich zu der Milliarde, die es vor einigen Jahren erhielt, und um 25 Prozent im Vergleich zu vor zwei Jahren.
Torrentfreak vermutet, dass Maßnahmen von Google, wie die Herabstufungen von Piraterieseiten in den Suchergebnissen, ein Grund dafür sein könnten.

https://torrentfreak.com/copyright-holders-continue-to-report-fewer-piracy-links-to-google-search-200329/