Archiv der Kategorie: Martktforschung

US-Studie: Werbung auf illegalen Seiten schadet dem Werbenden

Die Umfrage, die von der Trustworthy Accountability Group (TAG) und dem Brand Safety Institute,(BSI) unter 1.017 Befragten über SurveyMonkey durchgeführt wurde, ergab, dass mehr als 80 Prozent der Verbraucher angaben, ein Produkt, das sie regelmäßig kaufen, seltener oder gar nicht mehr zu kaufen, wenn es auf illegalen Seiten beworben wird.

Dies wurde auch nach unterschiedlichen illegalen Seiten differenziert:

  • Anzeigen die zu Malwareinfizierung führen (Kaufreduzierung 93%, Kaufverweigerung 73%)
  • Anzeigen neben Videos zur Rekrutierung von Terroristen (Kaufreduzierung 90%, Kaufverweigerung 67%)
  • Anzeigen bei rassistischer / neonazistischer Propaganda (Kaufreduzierung 87%, Kaufverweigerung 58%)
  • Anzeigen auf Piraterieseiten (Kaufreduzierung 82%, Kaufverweigerung 45%)

https://www.tagtoday.net/pressreleases/brand-safety-survey-2019
https://www.tagtoday.net/brand-safety-survey-2019?hs_preview=BKJxRhUs-12073689772&hsLang=en-us

Game of Thrones sorgt für mehr Besucher auf Piraterieseiten

Zahlen von Muso scheinen darauf hinzudeuten, dass die letzten Episoden von Game of Thrones zu einem Anstieg des weltweiten Traffic auf Piraterieseiten um rund 8% zu sorgten.
„Die Forderung nach Piraterieversionen von Game of Thrones ist beispiellos. Die Nachfrage nach GOT war so hoch, dass sie den Traffic für Domains wie thepiratebay.org sichtbar erhöhte“, sagt Phil Taylor, Analyst bei MUSO.

https://torrentfreak.com/game-of-thrones-visibly-boosted-global-piracy-traffic-190806/

Großbritannien: Piraterie gut für Sponsoren?

Eine aktuelle Studie von GumGum Sports und MUSO hat festgestellt, dass illegale Streams für Spiele der Premier League den Wert des Sponsorings erhöhen. Die Gleichung ist einfach, mehr Zuschauer (egal ob legal oder illegal) machen ein Sponsoring für die Sponsoren interessanter. In diesem Fall soll es um 1 Million Pfund je Spiel gehen.
Ob diese bei den Sponsoringverträge eingepreist sind darf bezweifelt werden. Die Schäden wegen entgangener Einnahmen verbleiben auf jeden Fall bei der Premiere League.
https://torrentfreak.com/sports-streaming-piracy-is-worth-millions-to-sponsors-1907xx/

Google finanziertes Institut: Fehlerhafte Forschung zu Paid Content

Die Forscher des Reuters Institute for the Study of Journalism kommen regelmäßig zu dem Ergebnis, dass Paid Content von Newsseiten nicht richtig erfolgreich ist. Markus Schöberl, Herausgeber von pv digest, kritisiert das Forschungsinstitut aus Oxford. Es liefere alljährlich unstimmige Daten. Wesentliche Kritikpunkte sind:

Die Zahlen des Reuters Institute for the Study of Journalism (RISJ) weisen seit Jahren praktisch unveränderte Anteil der Bevölkerung aus, die für Online-Nachrichten bezahlt. Fast alle anderen Quellen berichten steigende Werte.
Die Anzahl der Paid-Content-Zugänge je Nutzer ist mit 1 falsch berechnet, dass arithmetische Mittel ergibt aber einen Wert von mindestens 1,76.

Darüber hinaus weist Schöberl auch auf die Finanzierung des Institutes hin: „Google hat das RISJ in den Jahren seit 2016 mit rund 10Mio€ gesponsort.“
Kein Wunder, dass man mit allen Tricks versucht zu beweisen, dass werbefinanzierte Angebote besser als bezahlte sind.

https://kress.de/news/detail/beitrag/142950-meinung-die-reuters-forscher-liegen-mit-ihren-zahlen-zu-paid-content-falsch.html

Zu den Finanziers des Institutes siehe auch: https://reutersinstitute.politics.ox.ac.uk/funders-0

USA: Studie zu Schäden durch Filmpiraterie

Eine Studie zur Filmpiraterie von der Beratungsgesellschaft NERA, dem Global Innovation Policy Center und der U.S. Chamber of Commerce zeigt folgende Ergebnisse:

  • Die US-amerikanische Film- und Fernsehindustrie (Produktion und Vertrieb) hat in 2017 einen Umsatz von 229 Milliarden US-Dollar erzielt. Sie schafft 927.000 direkte Arbeitsplätze sowie weitere 1,7 Mio. indirekte Beschäftigungsverhältnisse.
  • Video-Streaming macht einen großen und wachsenden Anteil der Einnahmen aus. Es gibt mehr als 500 lizenzierte Online-Videoportale weltweit und seit 2018 mehr Video-Streaming-Abonnenten als Pay-TV-Abonnenten.
  • Dieses Wachstum wird durch die Zunahme der Streaming-Piraterie bedroht. Diese ist inzwischen wichtiger als BitTorrent und andere Download-basierte Piraterieformen.
  • Insgesamt gab es rund 26,6 Milliarden Viewings von US-Filmen und 126,7 Milliarden Viewings von US-Serien, die meisten davon außerhalb der USA.
  • Die Schäden liegen – je nach Schätzung der Substitutionsrate – zwischen 29,2 Milliarden Dollar und 71 Milliarden Dollar. Dies entspricht einem Umsatzverlust zwischen 11% und 24%.
  • Dies führt auch zu Verlusten von 230.000 bis 560.000 Arbeitsplätzen und einem jährlich zwischen 47,5 Milliarden und 115,3 Milliarden Dollar reduziertem Bruttoinlandsprodukt (BIP).
  • Etwa 96 Prozent des Schadens entsteht durch Personen außerhalb der USA.

Dabei ist allerdings zu beachten, dass die Studie keine Piraterie berücksichtigt, die über IPTV oder Set-top-Boxen (Kodi o.a.) erfolgt. Die benannten Schäden sind also zu gering angesetzt.

https://www.theglobalipcenter.com/wp-content/uploads/2019/06/Digital-Video-Piracy.pdf

TVAddons: Täglich etwa 1,5 Mio. Updates

TVAddons, eine der führenden Kodi Add-on-Ressourcen, war in den letzten Jahren in verschiedene Rechtsstreitigkeiten verwickelt. Dennoch ist sie heute immer noch online und hat auch mit einem verringerten Angebot weiterhin ein hohes Besucherinteresse zu verzeichnen.
Im vergangenen Monat erhielt TVAddons nach eigenen Angaben bis zu 1,76 Millionen Zugriffe auf seinen Update-Server pro Tag und über 14 Millionen active user für den gesamten Monat. Das bedeutet, dass alle 24 Stunden etwa anderthalb Millionen Kodi-Boxen auf TVAddon gehen und dort nach Updates suchen.
Im September 2016 waren es noch rund 24,7 Millionen Nutzer pro Monat.

https://torrentfreak.com/tvaddons-boast-over-14-million-active-users-per-month-190608/

12 Mio. nutzen illegale Boxstreams auf YouTube

Laut MUSO haben sich 12 Millionen Personen den Boxkampf im Schwergewicht zwischen Anthony Joshua und Andy Ruiz Jr. auf illegalen YouTube-Videos angesehen. 1 Mio. Personen haben andere illegale Angebot genutzt.
Andy Chatterley, CEO von MUSO, sagt, dass dies das größte nicht autorisierte Streaming-Publikum ist, das sein Unternehmen je verfolgt hat.
Da in dieser Veröffentlichung Views mit Personen gleichgestellt werden, ist anzunehmen, dass es noch mehr Personen waren, da ja mehrerer Personen einen View gleichzeitig sehen können.
https://torrentfreak.com/12-million-watched-a-pirate-stream-of-joshua-vs-ruiz-on-youtube-190606/

US-Studie zu Stream-Ripping

Eine neue Studie des Musikindustrieforschungsunternehmens MusicWatch hat eine Zunahme des Stream-Rippens in den USA festgestellt, nämlich von 15 Millionen Nutzern im Jahr 2017 auf 17 Millionen in 2018.
An der Studie nahmen 5.000 Internetnutzern ab 13 Jahren teil. 30% der Nutzer kopierten sogar jedes Jahr rund 112 Dateien (etwa 10 bis 11 Alben Musik). Fast die Hälfte (48%) der Stream-Ripper kommt aus Haushalten mit einem Jahreseinkommen von 75.000 bis 199.000 Dollar. Man rippt das wofür man kein Geld ausgeben will.
https://torrentfreak.com/youtube-ordered-to-hand-over-identities-of-manga-pirates-190603/

Frankreich: 24% der Internetnutzer streamen illegales Live-TV

Eine neue Studie, die Hadopi in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen IFOP durchgeführt hat, zeigt, dass 24% der französischen Internetnutzer illegal Live-TV-Inhalte streamen.

Die beliebteste Videoquelle bei den Befragten sind Live-Streaming-Seiten (17%), gefolgt von sozialen Netzwerken (14%) und spezielle IPTV-Diensten und Apps (5%).
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Diskussion über Fakenews ist gefährlicher als die falschen Nachrichten!

Zwei Studien haben die Bedeutung von Fake-News mit völlig unterschiedlichen Ergebnissen untersucht.

Die Spenden und Crowdfunding finanzierte Organisation Avaaz hat in der Studie FAR RIGHT NETWORKS OF DECEPTION über 500 verdächtige Seiten und Gruppen auf Facebook gefunden, denen fast 32 Millionen Menschen folgten, die in den letzten 3 Monaten über 67 Millionen Kommentare, Likes und Shares generierten.
Zu Deutschland stellt die Studie fest, dass gefälschte Konten und Seiten die Reichweite der AfD erhöhen und Desinformationen über Facebook verbreiten. Man hat einen AfD-Politiker gefunden der anscheinend daran beteiligt ist (vgl. auch Artikel auf netzpolitik.org). Zudem hat man illegale Inhalte (Hakenkreuze, Holocaust-Leugner) auf Facebook gefunden.

Das Oxford Internet Institute (OII) hat nach einer kleinen Studie allerdings eine ganz andere Botschaft: „Desinformation in sozialen Netzwerken wird nicht so heiß gegessen, wie sie gekocht wird“. Zumindest sei die Europawahl offenbar „weder als Ziel, noch als Inhalt wahnsinnig attraktiv“ für Desinformationen. „Einzelne virale Storys, die sehr viele Menschen erreichen, könnten eine Wirkung haben“, doch die eigentliche Gefahr bestehe auf einem „Meta-Level“, nämlich in der überhitzten Debatte über die Macht von Desinformation.

Also bloß nicht mehr darüber diskutieren, sagt das OII, finanziert u.a. von Google, Facebook und OSF.

OII-Supporters

Malware in Piraterieanwendungen

Die Digital Citizens Alliance hat eine Untersuchung vorgelegt, die Malware in Piraterieanwendungen gefunden hat, welche Benutzernamen und Passwörter stiehlt, versucht in Netzwerke reinzukommen und heimlich Daten hochlädt:

„Fishing in the Piracy Stream: How the Dark Web of Entertainment is Exposing Consumers to Harm”
unter
https://www.digitalcitizensalliance.org/clientuploads/directory/Reports/DCA_Fishing_in_the_Piracy_Stream_v6.pdf

Jenseits von Cloudflare: Datacenter für Raubkopien – The hall of shame

Im Februar hat dieser Blog die Bedeutung von Cloudflare für die Internetpiraterie dargestellt.

Basis waren die TOP 5.000 der noch existierenden urheberrechtsverletzenden Seiten des Google-Transparency-Reports. Diese beinhalten mehr als 2,9 Mrd. Meldungen zur Löschung aus dem Google-Suchindex, welche wiederum 79% aller gemeldeten URLs ausmachten.
Von diesen 5.000 Domains wurden diejenigen abgezogen, die bei Firmen wie Team Internet, Sedo oder GoDaddy geparkt sind. Diese Domains existieren zwar noch, werden aber aktuell nicht für Urheberrechtsverletzungen genutzt.

Es verblieben noch 3.645 Domains. Von diesen 3.645 rechtsverletzenden Seiten liefen 41,9 % über Cloudflare. Sie sind ihrerseits für 44,7 % der bei Google gemeldeten Urheberrechtsverletzungen verantwortlich.
Wo aber liegen die anderen 58,1 % der Seiten oder 55,3 % der rechtsverletzenden Dateien? Dies wird nachfolgend genauer untersucht.

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