Archiv der Kategorie: Martktforschung

Corona-Pandemie und steigenden Piraterie

Neue von TorrentFreak ausgewertete Daten deuten darauf hin, dass es einen Anstieg des weltweiten File-Sharing-Verkehrs sowie eine erhöhte Anzahl von Besuchern auf Piraterieseiten gegeben hat.

Daten aus der Piraterieüberwachung von MUSO zeigen, dass am 24. Januar in China ein starker Anstieg der Besuche von Piraterieseiten einsetzte, der am 27. Januar seinen Höhepunkt erreichte. Der Verkehr auf den Piraterieseiten begann danach etwas abzunehmen, aber Ende Februar war er immer noch etwa 20% höher als vor Beginn der Coronavirus-Maßnahmen.

Auch die Anzahl der täglichen BitTorrent-Downloads, gemessen von iknowwhatyoudownload.com zeigen einen deutlichen Anstieg vom 6. März bis zum 6. April. Sie begannen mit etwa 12 Millionen täglich aufgezeichneten Downloads und stiegen einen Monat später auf 16 Millionen an, was einem Anstieg von 33% entspricht.

https://torrentfreak.com/piracy-and-filesharing-traffic-surges-amidst-covid-19-crisis-200408/

Russland: Glücksspiel finanziert Piraterie

Russische Piraterieangebote werben nicht mehr so viel für das Glücksspielangebot 1XBET. Statt für dieses illegale Angebot werben sie inzwischen lieber für 1XStavka. Dieses Angebot ist nicht nur legal (es verfügt über Lizenzen) sondern auch optisch mit 1XBET identisch.
Für die Rechteinhaber ist es nun nicht mehr so leicht gegen illegale Seiten vorzugehen, da ein wichtiger Hebel fehlt. Wenn eine Glücksspielplattform nicht lizenziert ist, können sowohl die Steuerbehörden als auch Roscomnadzor den Zugang schnell sperren, auch den zu Seiten auf denen Werbung für illegale Angebote erfolgt.

Noch 2019 war 1XBET drittaktivster Online-Werber in Russland, nach Google und PepsiCo. Aktuell ist das Unternehmen nur noch auf Platz 20. 1XStavka liegt aktuell auf Platz 6.

https://torrentfreak.com/russia-pirate-sites-dump-1xbet-in-favor-of-identical-yet-legal-1xstavka-200404/

Google erhält weniger Meldungen von Piraterie-Links

Laut Googles Transparenzbericht hat das Unternehmen in den vergangenen 12 Monaten etwas mehr als 500 Millionen Takedown-Anfragen in Sachen Urheberrecht erhalten. Das ist ein Rückgang um 50 Prozent im Vergleich zu der Milliarde, die es vor einigen Jahren erhielt, und um 25 Prozent im Vergleich zu vor zwei Jahren.
Torrentfreak vermutet, dass Maßnahmen von Google, wie die Herabstufungen von Piraterieseiten in den Suchergebnissen, ein Grund dafür sein könnten.

https://torrentfreak.com/copyright-holders-continue-to-report-fewer-piracy-links-to-google-search-200329/

US-Studie: Konsumenten schauen wohl so viel illegal wie legal

Eine Studie von Forschern des Technology Policy Institute hat die Dauer untersucht, die Nutzer legale und illegale Videos schauen.

Danach konkurrieren Piraterie-Websites mit legalen Streaming-Diensten um einen wachsenden Anteil der Zeit, die amerikanische Haushalte täglich mit dem Ansehen von Online-Videos verbringen. Auf der Grundlage großer Daten mit ökonometrischen Standardwerkzeugen schätzen die Forscher den Verdrängungseffekt auf etwa 3,5. Jede Minute, die mit einer Piraterieseite verbracht wird, verdrängt etwa 3,5 Minuten Zeit bei legalen Streaming-Angeboten.

Da raubkopierte Videodateien stärker komprimiert sind, als nicht raubkopierte Videodateien (oft um den Faktor vier) und weil raubkopierte Videos häufig vollständig heruntergeladen werden, während nicht raubkopierte Videos gestreamt werden, kommen sie zu dem Schluss, dass die Zeit, die mit dem Ansehen raubkopierter Videos verbracht wurde, fast die gleiche Zeit ist, die für das Betrachten von Over-the-Top-Streaming-Apps (Netflix, Hulu, YouTube, Slingbox, Amazon Video etc.) aufgewendet wurde.

Sarah Oh, Scott Wallsten and Nathaniel Lovin
Do Pirated Video Streams Crowd Out Non-Pirated Video Streams? Evidence from Online Activity

https://techpolicyinstitute.org/wp-content/uploads/2020/01/Oh_Wallsten_Lovin_Streaming-Video-Piracy.pdf

„Zuschauen statt Sperren“ – Zum Jahresbericht 2019 der eco Beschwerdestelle

Als „effektiv und nachhaltig“ beschreibt eco im aktuellen Jahresbericht der Beschwerdestelle den Ansatz „Löschen statt Sperren“.
Ein genauer Blick in das gelieferte Zahlenwerk entlarvt dies als dreiste Behauptung, die durch die Zahlen nicht gedeckt wird. Mehr Fälle werden nämlich immer langsamer gelöscht. Mal wieder hat sich die Bilanz der Beschwerdestelle verschlechtert.

50 % mehr Beschwerden
Mit 4.654 Fällen hat die eco Beschwerdestelle im Jahr 2019 den höchsten Wert an berechtigten Beschwerden in ihrer Geschichte verzeichnet. Im Vergleich zum Vorjahr (2018: 3.097 Fälle) ist die Anzahl der berechtigten Beschwerden um 50,3 % angestiegen (ausgenommen Beschwerden über E-Mail-Werbung).

Der Schwerpunkt der Beschwerden lag wieder im Bereich der Kinderpornographie:

Es dauert immer länger bis gelöscht wird „Zuschauen statt Sperren“ – Zum Jahresbericht 2019 der eco Beschwerdestelle weiterlesen

USA auf Platz 1 bei der Piraterie (absolut gesehen)

Neue Daten des Piratenverfolgungsunternehmens MUSO zeigen, dass die USA mit mehr als einer Milliarde Besuchen pro Monat der Nummer eins „Kunde“ bei Piraterie-Websites weltweit sind.
Mit 1,2 Milliarden Visits im Dezember 2019 liegen die USA deutlich an der Spitze, gefolgt von Russland (737 Millionen), Indien (627 Millionen), China (608 Millionen) und Brasilien (559 Millionen).
Bei den Besuchen pro Internetnutzer und Monat liegt die USA mit 4,17 Visits auf Platz 2 hinter Russland mit 7,21 Visits.
Die USA sind zufällig auch das einzige Land, das keine Piraterieseiten sperrt.

Betrachtet man die Arten von Piraterie, so stellt man fest, dass Streaming in den USA besonders beliebt ist. Zwei Drittel des gesamten Datenverkehrs von Raubkopien gehen an Streaming-Sites, gefolgt von direkten Download-Portalen (19%), Torrent-Sites (8%) und Stream-Rippern (5%).
Weltweit gehen etwa 60 % des gesamten Datenverkehrs von Piraterieseiten auf Streaming-Sites, was in etwa dem Stand von vor zwei Jahren entspricht. Der Prozentsatz der Besuche auf direkten Download-Sites ist mit einem Viertel aller Besuche ein wenig gestiegen, während Torrent-Sites einen leichten Rückgang verzeichneten.

https://torrentfreak.com/the-u-s-remains-top-traffic-source-for-pirate-sites-200229/

Jugendschutz.net: Report zu Antisemitismus online

In einer weiteren Schwerpunktrecherche zu Antisemitismus online hat jugendschutz.net antisemitische Aussagen auf reichweitenstarken Angeboten, vor allem bei jugendaffinen Plattformen wie Instagram und YouTube untersucht. Im Rahmen der Recherche wurden fast 5.000 Profile, Beiträge und Videos sowie ca. 100.000 Kommentare ausgewertet.
Eine zentrale Erkenntnis: Antisemitismus ist kein Randphänomen, sondern nahezu allgegenwärtig. Verschwörungstheorien werden ebenso reproduziert wie antisemitische Stereotype.
Entsprechend hoch ist das Risiko, dass auch Kinder und Jugendliche mit solchen Inhalten konfrontiert werden.

https://fis.jugendschutz.net/master-detailseite-news/n/neuer-report-zu-antisemitismus-online-veroffentlicht/

YouTube: Uploadfilter für Kommentare

Vice berichtet, dass es in YouTubes Kommentarspalten einen Uploadfilter für Wörter gibt. Diese „Gesperrten Wörter“ legt jeder YouTuber selbst fest und kann somit zum Beispiel die Eingabe seiner persönlichen Anschrift in den Kommentaren verhindern.

Die Verfasser der Kommentare bekommen davon nichts mit. Es gibt keine Fehlermeldung, für sie bleibt der Kommentar sichtbar. Nur alle anderen sehen ihn nicht.

In Kooperation mit dem YouTube-Kanal Ultralativ hat Vice bei 15 der wichtigsten YouTuberinnen und YouTuber Deutschlands insgesamt 28 Wörter durchprobiert. Bei elf Kanälen war zumindest eines der 28 Wörter gesperrt.

Das Ergebnis: „Viele YouTube-Stars nutzen die Funktion „Gesperrte Wörter“ offenbar, um unliebsame Kritik zu zu verhindern.“

Der Kanal ViktoriaSarina und die Beauty-YouTuberinnen Bibi und Dagi sperren beispielsweise das Wort „Abzocke“.

https://www.vice.com/de/article/pke377/zensierte-woerter-youtube-ultralativ-bibi-simon-unge-dagi

Amazon entfernt einige Nazi-Bücher

Amazon hat einige Bücher rechter Autoren aus seinem Marktplatz entfernt und in einem Buch über die Serie „The Man in the High Castle“ Hakenkreuze entfernen lassen.
Trotz der Verbote sollen aber auf Amazon.com weiterhin viele rechte Bücher zu finden sein, unter anderem „SS Leadership Guide“ und Ausgaben von Hitlers „Mein Kampf“.

https://www.amazon-watchblog.de/marktplatz/2040-amazon-entfernt-nazi-buecher-marktplatz.html

Großbritannien: Mangelnde Alterskontrolle im Bereich Glücksspiel

Laut AgeChecked, einem britischen Unternehmen für Technologien zum Jugendschutz im Internet, verzichten noch immer 80 % der Geschäftspartner von Online Glücksspielfirmen auf die geforderten Maßnahmen zur Alterskontrolle. Weniger als 10 % der geprüften Webseiten haben tatsächliche eine Alterskontrolle eingebaut.
Angesichts der Pläne der UKGC, den gesamten Glücksspielsektor noch strenger zu überwachen, könnte die freiwillige Einführung von Alterschecks bald obligatorisch werden.

https://www.casinoonline.de/nachrichten/alterskontrollen-im-online-gluecksspiel-34372/

Super Bowl: 12 Mio. schauen illegale Streams über YouTube und Facebook

Eine Auswertung von VFT Solutions zeigt, dass mehr als 12 Millionen Menschen illegale Streams des Super Bowl Finales über Plattformen wie YouTube und Facebook empfangen haben.

Insgesamt wurden 2.650 Piraten-Superbowl-Streams entdeckt, die von mehr als 12 Millionen Menschen verfolgt wurden. Facebook hatte die meisten Streams, YouTube die meisten Zuschauer. Im Detail:

Die 2.650 Streams teilten sie wie folgt auf:
Facebook (70,6%),
YouTube (20,8%),
Periscope (4,8%),
Twitch (3,2%) und
VK (0,6%).

Allerdings gab es sehr deutliche Unterschiede bein den Zuschauerzahlen der Streams. Die 12 Mio. Zuschauern teilten sich wie folgt auf:
YouTube (62,9 %),
Facebook (22,7 %),
Periscope (13,1 %),
Twitch und VK (1,3 %)

Etwa 80 % der Streams wurden live gesehen. Mehr als 60% sahen allerdings weniger als 15 Minuten, vielleicht auch, weil ihre Streams unterbrochen wurden. Es wurden keine Streams auf speziellen Piraterieplattformen berücksichtigt.

https://torrentfreak.com/millions-illegally-streamed-the-super-bowl-via-youtube-and-facebook-200206/