Archiv der Kategorie: Martktforschung

UMFRAGE ZUM KINDER- UND JUGENDMEDIENSCHUTZ

Eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Deutschen Kinderhilfswerkes zum Kinder- und Jugendmedienschutz zeigt u.a.:

Risiken
Etwas mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Eltern gibt an, dass ihr Kind bereits negative Erfahrungen bei der Online-Mediennutzung gemacht hat. Knapp ein Drittel der Befragten (30 Prozent) gibt an, dass ihr Kind bereits mit Kettenbriefen/Challenges in Berührung gekommen ist. Ähnlich häufig wird übermäßiger Medienkonsum (28 Prozent) als negative Erfahrung angeführt. An dritter Stelle (19 Prozent) folgen ungeeignete Inhalte, wie Gewalt und Pornografie.

Bemühungen der Online-Anbieter
Die Bemühungen der Anbieter von Online-Angeboten für den Kinder- und Jugendmedienschutz werden durchweg als unzureichend bewertet. Am ehesten werden dabei – von jeweils etwas mehr als einem Drittel – noch die Maßnahmen von Herstellern von Endgeräten (39 Prozent), Anbietern von Streaming-Diensten (36 Prozent), Herstellern von Apps bzw. Computerprogrammen (35 Prozent) und von Computer- bzw. Konsolenspielen (35 Prozent) als ausreichend erachtet.

Gewünschte Unterstützung
Aus Sicht der Eltern würden insbesondere funktionierende Jugendschutzeinstellungen (91 Prozent) und verständliche, einheitliche Alterskennzeichnung (88 Prozent) den Eltern dabei helfen könnten, ihre Kinder im Netz sicher zu begleiten und zu unterstützen.

https://www.dkhw.de/fileadmin/Redaktion/1_Unsere_Arbeit/1_Schwerpunkte/6_Medienkompetenz/6.16_Umfrage_Jugendmedienschutz/Zusammenfassung_Umfrage_Kinder-_und_Jugendmedienschutz.pdf

Glücksspiel und Sportwetten für Minderjährige

Die Marktwächter der Verbraucherzentrale Bayern haben bei fünf Anbietern von Glücksspielen im Internet geprüft, wie es um den Schutz von Minderjährigen bestellt ist.
Testanmeldungen ergaben, dass sich Minderjährige unter Angabe eines falschen Geburtsdatums problemlos registrieren können. Auf diese Weise erhalten sie einen ungehinderten Zugang zu Sportwetten und Glücksspielen im Internet.
Das Alter wird frühestens bei der Auszahlung kontrolliert. Ob dann Geld an Minderjährige ausgezahlt wird, wurde nicht getestet.

Geprüft wurden die Webseiten: bet-at-home.com, betsafe.com, bet3000.de, sports.bwin.com und tipico.de.
Die Einzahlungen erfolgten jeweils über Paysafecard-PINs die zuvor anonym im Einzelhandel erworben wurden.

https://www.vzbv.de/pressemitteilung/kein-zutritt-unter-18-jahren

Frankreich: Hadopi hat am Anfang den digitalen Musikverkauf gestärkt

Um den Einfluss von Hadopi auf den Musikkonsum zu messen, analysierte Ruben Savelkoul von der Katholieke Universiteit Leuven den Musikverkauf in Frankreich in den Jahren nach der Einführung des Gesetzes und verglich diese Daten mit dem Verkauf in Belgien und den Niederlanden.
Die Ergebnisse, die in dem Artikel „Superstars vs. The Long Tail“ veröffentlicht wurden, zeigen dass Hadopi im Vergleich zu den beiden Kontrollländern einen positiven Einfluss auf den Umsatz mit digitalen Musikstücken in Frankreich hatte. Dieser Effekt war am stärksten für populäre Künstler.
Darüber hinaus deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die Wirkung von Hadopi auf den Umsatz mit der Zeit abnahm, mit Ausnahme von größeren Künstlern. „Der Effekt ist für Superstars stärker, was darauf hindeutet, dass kleinere oder Nischenkünstler durch illegales Herunterladen an Aufmerksamkeit gewinnen und den negativen Substitutionseffekt auf den Umsatz teilweise kompensieren“.
Der Autor warnt davor, die Ergebnisse zu verallgemeinern. Sie decken nur einen relativ kurzen Zeitraum von wenigen Jahren ab. Auf lange Sicht kann die Wirkung unterschiedlich sein.

https://torrentfreak.com/french-anti-piracy-law-decreased-music-consumption-variety-research-suggests-191215/

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0167624519300782

Online-Glückspiel boomt

Die European Gaming and Betting Association (EGBA) hat Zahlen zum europäischen Online Glücksspiel im Jahr 2018 veröffentlicht. Danach gab es mit einem Bruttospielerlös von 22,2 Milliarden Euro im Vergleich zu 2017 einen Zuwachs von 11 %.

Laut den European Online Gambling Key Figures 2018 lag der Anteil der Erlöse von Online Casinos am europäischen Glücksspielmarkt im vergangenen Jahr bei 23,2 % (Vorjahr 20,7 %). Landbasierte Angebote, wie Lotterien, Spielbanken und Wettbüros, hätten 73,5 Milliarden Euro generiert.

Laut Report seien 28,3 % der 22,2 Milliarden Euro des Bruttospielerlöses auf Online Glücksspiel Angebote entfallen, die nicht über Lizenzen des Marktes verfügten, auf dem sie operierten. Ein erheblicher Teil der Einnahmen dieser im Graubereich angesiedelten Angebote dürfte aus Deutschland stammen, dem zweitstärksten regionalen Online Markt.

https://www.casinoonline.de/nachrichten/european-online-gambling-key-figures-2018-32430/

 

EUIPO-Studie: Indiz für steigende Piraterie?

Eigentlich berichtet eine aktuelle Studie der EUIPO über sinkenden Pirateriezahlen. Allerdings werden dabei neue und beliebte Vertriebsformen von illegalen Inhalten nicht erfasst, nämlich Piraterie über Kodi-Boxen, Firesticks oder Apps.

Diese sind aber überaus beliebt. Fast 5 Millionen Briten nutzen diese Technologien. Auch in Deutschland nutzen 28 % derjenigen, die illegal angebotene lineare TV-Sender nutzen solche Technologien.

Offen bleibt ob die Nutzung von Filmen über Kodi-Boxen und Apps nur den angeblichen Rückgang der Piraterie erklärt oder sogar darauf hindeutet, dass die Piraterie im Filmbereich sogar gestiegen ist.

Neben der mangelnden Aussagekraft der Studie ist ihr größtes Manko, dass sie das Problem nicht selber erwähnt. EUIPO-Studie: Indiz für steigende Piraterie? weiterlesen

EU-Studie zu IPTV-Kriminalität – Deutsche zahlen am meisten

Eine aktuelle Studie des Centre for Intellectual Property Policy and Management der Universität Bournemouth im Auftrag des Amtes für geistiges Eigentum der Europäischen Union (EUIPO) hat sich mit IPTV-Kriminalität in Europa beschäftigt.

Die interdisziplinäre Studie untersucht rechtliche, technische und wirtschaftliche Aspekte des illegalen IPTVs. Es ist die erste große Studie, die die bestehende Literatur, den Rechtsrahmen und die Rechtsprechung in der EU überprüft und eine strukturelle Analyse der bestehenden Geschäftsmodelle im Hinblick auf die unbefugte Bereitstellung von Fernsehinhalten über das Internet liefert.

Darüber hinaus liefert die Studie erste Zahlen über das Ausmaß des illegalen IPTV in der EU in Bezug auf aktive Nutzer und illegale Einnahmen aus rechtswidrigen Aktivitäten: EU-Studie zu IPTV-Kriminalität – Deutsche zahlen am meisten weiterlesen

BMJV: Studie zum Datenschutz bei Onlinediensten

Wissenschaftler der Universität Göttingen haben für das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) untersucht, wie 35 große Onlinedienste die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) umsetzen. Zu den untersuchten Portalen zählen etwa Amazon, Google, WhatsApp, Zalando und Otto. Dabei hat sich gezeigt, dass keiner der untersuchten Dienste vollständig datenschutzkonform ist.
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Studie zur Piraterie in Japan

Eine aktuelle Studie zur Piraterie in Japan hat unter anderem SimilarWeb-Daten von Juli 2017 bis Juli 2019 ausgewertet.

Von den 1447 untersuchten Seiten hatten 624 über 100.000 Besuche pro Monat. Die Gesamtzahl der monatlichen Besuche von Piraterie-Websites im Juni 2019 lag bei über 340 Millionen. Die Top 10 Standorte machen ca. 50% der Gesamtzahl aus, die Top-100 mehr als 90%. Daraus schließen die Autoren, dass Anti-Piraterie-Maßnahmen sich auf die wichtigsten Seiten beziehen sollten.

Bei 61 % der untersuchten 624 Seiten war die Herkunft der Server unbekannt. Davon hatten sich 86% hinter Cloudflare versteckt.

Die Nutzung von Piraterieanwendungen in Japan beträgt etwa ein Hundertstel derjenigen in den Vereinigten Staaten.

Die Schließung der Seite „Manga Mura“ hat zu einem Rückgang von Besuchen geführt. Die monatlichen Besuche auf japanischen Piraterieseiten betrugen zu Beginn etwa 500 Millionen und erreichten im März 2018 einen Höchststand von über 600 Millionen Euro. Nach der Schließung gingen sie plötzlich auf 320 Millionen zurück. Im Juni 2019 gab es wieder 340 Millionen Besuche.

Study Benchmarking and Tracking Online Film & TV Piracy in Japan, September 2019, Photonic System Solutions Inc. (PSS)
https://www.mpa-apac.org/wp-content/uploads/2019/10/PSS_Report_20191025_US_final_public.pdf

Russland: Piraterieeinnahmen sinken

Nach Angaben des Cybersicherheitsunternehmen Group-IB sollen 2019 die Umsätze durch Piraterie in Russland um rund 27% sinken. Dies wäre der erste Rückgang seit fünf Jahren und die Rückkehr auf das Niveau von 2016.

Die Gründe für die Abwärtsbewegung sind vielfältig. Russland hat seine Anti-Pirateriegesetze fast jedes Jahr verschärft, einschließlich der Blockierung von Websites und insbesondere der Möglichkeit, Websites mit wiederholten Verstößen und deren Proxies dauerhaft zu blockieren.

Der „tektonische Wandel“, wie das Unternehmen ihn beschreibt, ist jedoch das Ergebnis des 2018 unterzeichneten freiwilligen Memorandums zur Bekämpfung der Piraterie. Dabei haben sich Internet-Plattformen wie Yandex, Mail.ru, Rambler, Gazprom Media und Rechteinhaber auf die Einrichtung einer Datenbank mit rechtsverletzenden Inhalten geeinigt, die anzeigt, welche URLs aus den Suchergebnissen entfernt werden sollen. Derzeit sind rund 600.000 Links zu Raubkopien von Filmen und Fernsehsendungen enthalten und breit gesperrt.

Zudem hat die aktive Arbeit der Finanzbehörden gegen Buchmacher und Glücksspiel dazu geführt, dass Werbetreibende von raubkopierten Websites verdrängt wurden. Online-Casinos und Spieleplattformen machen den größten Teil des (Werbe-)Einkommens aus.

https://torrentfreak.com/pirate-site-revenues-in-russia-plummet-first-fall-in-five-years-191031/

EU-Studie: Ein Drittel der Jugendlichen nutzt illegale Quellen

Die EUIPO Studie „Jugendbarometer 2019 zum Thema geistiges Eigentum“ zeigt, dass 21 % der 15- bis 24-Jährigen in Europa in den vergangenen 12 Monaten absichtlich Inhalte aus illegalen Quellen verwendet, gespielt, heruntergeladen oder gestreamt haben (2016 lag der Anteil noch bei 25 %). Dazu kommen noch 12 %, die unabsichtlich auf illegale Quellen zugegriffen haben.

Zugenommen hat hingegen der Kauf von Fälschungen im Internet. Das Hauptargument für den Kauf gefälschter Waren wie Kleidung, Accessoires oder Schuhe im Internet ist nach wie vor der Preis. 13 % der befragten jungen Menschen gaben an, in den letzten 12 Monaten bewusst Fälschungen gekauft zu haben; in der Umfrage von 2016 waren es 12 %.

Daten nach Ländern:

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KMU-BAROMETER 2019: GEISTIGES EIGENTUM

Im Jahr 2016 veröffentlichte das EUIPO das erste KMU-Barometer zu Rechten des geistigen Eigentums, um einen Einblick in die Gründe zu geben, weshalb KMU Rechte geistigen Eigentums eintragen lassen oder nicht, und welche Probleme ihnen im Zusammenhang mit Rechten geistigen Eigentums begegnen.

Im Rahmen ihrer Verpflichtung, umfangreiche Studien alle drei Jahre zu aktualisieren, beauftragte die Europäische Beobachtungsstelle für Verletzungen von Rechten des geistigen Eigentums das Unternehmen KPMG Spanien mit der Durchführung einer neuen Studie für das Jahr 2019 über die Einstellung von KMU zu Rechten geistigen Eigentums. Insgesamt 9.000 KMUs wurden befragt.

Themen der Studie sind: KMU-BAROMETER 2019: GEISTIGES EIGENTUM weiterlesen

Großbritannien: Umfrage zu illegalen Fußballstreams

Eine im Auftrag des Wetttippdienstes OLBG durchgeführte Umfrage unter 1.000 britischen Fußballfans hat gezeigt, dass 22,4% der befragten Fußballfans, irgendwann wissentlich „inoffizielle Streams“ verwendet haben. Hochgerechnet sollen dies „über fünf Millionen britische Fußballfans“ sein.

Neben den auch von Torrentfreak kritisierten Frageformulierungen, lässt die Zahl viele Fragen offen, da angeblich viele Nutzer ihr Verhalten gar nicht als illegal bewerten:

  • Unofficial online internet streams (any stream from non-mainstream providers): 61,1%
  • Third-party access devices (e.g., Kodi boxes): 49%
  • Social media live streams (Such as Facebook live, Periscope, Twitter etc): 28,9%

https://www.olbg.com/insights/fans-of-the-epl/how-do-fans-watch/

https://torrentfreak.com/millions-of-uk-football-fans-seem-confused-about-piracy/