Archiv der Kategorie: Martktforschung

EU-Studie zu IPTV-Kriminalität – Deutsche zahlen am meisten

Eine aktuelle Studie des Centre for Intellectual Property Policy and Management der Universität Bournemouth im Auftrag des Amtes für geistiges Eigentum der Europäischen Union (EUIPO) hat sich mit IPTV-Kriminalität in Europa beschäftigt.

Die interdisziplinäre Studie untersucht rechtliche, technische und wirtschaftliche Aspekte des illegalen IPTVs. Es ist die erste große Studie, die die bestehende Literatur, den Rechtsrahmen und die Rechtsprechung in der EU überprüft und eine strukturelle Analyse der bestehenden Geschäftsmodelle im Hinblick auf die unbefugte Bereitstellung von Fernsehinhalten über das Internet liefert.

Darüber hinaus liefert die Studie erste Zahlen über das Ausmaß des illegalen IPTV in der EU in Bezug auf aktive Nutzer und illegale Einnahmen aus rechtswidrigen Aktivitäten: EU-Studie zu IPTV-Kriminalität – Deutsche zahlen am meisten weiterlesen

BMJV: Studie zum Datenschutz bei Onlinediensten

Wissenschaftler der Universität Göttingen haben für das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) untersucht, wie 35 große Onlinedienste die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) umsetzen. Zu den untersuchten Portalen zählen etwa Amazon, Google, WhatsApp, Zalando und Otto. Dabei hat sich gezeigt, dass keiner der untersuchten Dienste vollständig datenschutzkonform ist.
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Studie zur Piraterie in Japan

Eine aktuelle Studie zur Piraterie in Japan hat unter anderem SimilarWeb-Daten von Juli 2017 bis Juli 2019 ausgewertet.

Von den 1447 untersuchten Seiten hatten 624 über 100.000 Besuche pro Monat. Die Gesamtzahl der monatlichen Besuche von Piraterie-Websites im Juni 2019 lag bei über 340 Millionen. Die Top 10 Standorte machen ca. 50% der Gesamtzahl aus, die Top-100 mehr als 90%. Daraus schließen die Autoren, dass Anti-Piraterie-Maßnahmen sich auf die wichtigsten Seiten beziehen sollten.

Bei 61 % der untersuchten 624 Seiten war die Herkunft der Server unbekannt. Davon hatten sich 86% hinter Cloudflare versteckt.

Die Nutzung von Piraterieanwendungen in Japan beträgt etwa ein Hundertstel derjenigen in den Vereinigten Staaten.

Die Schließung der Seite „Manga Mura“ hat zu einem Rückgang von Besuchen geführt. Die monatlichen Besuche auf japanischen Piraterieseiten betrugen zu Beginn etwa 500 Millionen und erreichten im März 2018 einen Höchststand von über 600 Millionen Euro. Nach der Schließung gingen sie plötzlich auf 320 Millionen zurück. Im Juni 2019 gab es wieder 340 Millionen Besuche.

Study Benchmarking and Tracking Online Film & TV Piracy in Japan, September 2019, Photonic System Solutions Inc. (PSS)
https://www.mpa-apac.org/wp-content/uploads/2019/10/PSS_Report_20191025_US_final_public.pdf

Russland: Piraterieeinnahmen sinken

Nach Angaben des Cybersicherheitsunternehmen Group-IB sollen 2019 die Umsätze durch Piraterie in Russland um rund 27% sinken. Dies wäre der erste Rückgang seit fünf Jahren und die Rückkehr auf das Niveau von 2016.

Die Gründe für die Abwärtsbewegung sind vielfältig. Russland hat seine Anti-Pirateriegesetze fast jedes Jahr verschärft, einschließlich der Blockierung von Websites und insbesondere der Möglichkeit, Websites mit wiederholten Verstößen und deren Proxies dauerhaft zu blockieren.

Der „tektonische Wandel“, wie das Unternehmen ihn beschreibt, ist jedoch das Ergebnis des 2018 unterzeichneten freiwilligen Memorandums zur Bekämpfung der Piraterie. Dabei haben sich Internet-Plattformen wie Yandex, Mail.ru, Rambler, Gazprom Media und Rechteinhaber auf die Einrichtung einer Datenbank mit rechtsverletzenden Inhalten geeinigt, die anzeigt, welche URLs aus den Suchergebnissen entfernt werden sollen. Derzeit sind rund 600.000 Links zu Raubkopien von Filmen und Fernsehsendungen enthalten und breit gesperrt.

Zudem hat die aktive Arbeit der Finanzbehörden gegen Buchmacher und Glücksspiel dazu geführt, dass Werbetreibende von raubkopierten Websites verdrängt wurden. Online-Casinos und Spieleplattformen machen den größten Teil des (Werbe-)Einkommens aus.

https://torrentfreak.com/pirate-site-revenues-in-russia-plummet-first-fall-in-five-years-191031/

EU-Studie: Ein Drittel der Jugendlichen nutzt illegale Quellen

Die EUIPO Studie „Jugendbarometer 2019 zum Thema geistiges Eigentum“ zeigt, dass 21 % der 15- bis 24-Jährigen in Europa in den vergangenen 12 Monaten absichtlich Inhalte aus illegalen Quellen verwendet, gespielt, heruntergeladen oder gestreamt haben (2016 lag der Anteil noch bei 25 %). Dazu kommen noch 12 %, die unabsichtlich auf illegale Quellen zugegriffen haben.

Zugenommen hat hingegen der Kauf von Fälschungen im Internet. Das Hauptargument für den Kauf gefälschter Waren wie Kleidung, Accessoires oder Schuhe im Internet ist nach wie vor der Preis. 13 % der befragten jungen Menschen gaben an, in den letzten 12 Monaten bewusst Fälschungen gekauft zu haben; in der Umfrage von 2016 waren es 12 %.

Daten nach Ländern:

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KMU-BAROMETER 2019: GEISTIGES EIGENTUM

Im Jahr 2016 veröffentlichte das EUIPO das erste KMU-Barometer zu Rechten des geistigen Eigentums, um einen Einblick in die Gründe zu geben, weshalb KMU Rechte geistigen Eigentums eintragen lassen oder nicht, und welche Probleme ihnen im Zusammenhang mit Rechten geistigen Eigentums begegnen.

Im Rahmen ihrer Verpflichtung, umfangreiche Studien alle drei Jahre zu aktualisieren, beauftragte die Europäische Beobachtungsstelle für Verletzungen von Rechten des geistigen Eigentums das Unternehmen KPMG Spanien mit der Durchführung einer neuen Studie für das Jahr 2019 über die Einstellung von KMU zu Rechten geistigen Eigentums. Insgesamt 9.000 KMUs wurden befragt.

Themen der Studie sind: KMU-BAROMETER 2019: GEISTIGES EIGENTUM weiterlesen

Großbritannien: Umfrage zu illegalen Fußballstreams

Eine im Auftrag des Wetttippdienstes OLBG durchgeführte Umfrage unter 1.000 britischen Fußballfans hat gezeigt, dass 22,4% der befragten Fußballfans, irgendwann wissentlich „inoffizielle Streams“ verwendet haben. Hochgerechnet sollen dies „über fünf Millionen britische Fußballfans“ sein.

Neben den auch von Torrentfreak kritisierten Frageformulierungen, lässt die Zahl viele Fragen offen, da angeblich viele Nutzer ihr Verhalten gar nicht als illegal bewerten:

  • Unofficial online internet streams (any stream from non-mainstream providers): 61,1%
  • Third-party access devices (e.g., Kodi boxes): 49%
  • Social media live streams (Such as Facebook live, Periscope, Twitter etc): 28,9%

https://www.olbg.com/insights/fans-of-the-epl/how-do-fans-watch/

https://torrentfreak.com/millions-of-uk-football-fans-seem-confused-about-piracy/

Besser Telefonseelsorge

Die britische NGO Privacy International hat festgestellt, dass Webseiten, die über psychische Krankheiten wie Depressionen informieren, fleißig Daten sammeln und weitergeben.
Cookies und Tracking-Elemente gab nach dem Besuch bei fast allen Seiten (97,78 Prozent). Über 60 Prozent wurden dafür für Marketing-Zwecke eingesetzt. Die Daten gingen u.a. an Facebook, Amazon und Google. Manche Seite schrieben sogar mit, was man eingegeben und dann wieder gelöscht hat.
Im Ergebnis wird empfohlen, bei einem psychischen Notfall besser die Telefonseelsorge anzurufen.

https://futurezone.at/netzpolitik/online-psycho-tests-verraten-werbern-ergebnisse/400640759

Pirateriezahlen des IFPI „Music Listening 2019“-Reports

Der Report „Music Listening 2019“ der IFPI hat Musikkonsumenten zwischen 16 und 64 Jahren in 21 Ländern untersucht:

  • 27% der Befragten haben in den letzten Monaten Urheberrechte verletzt um Musik zu hören (in der Altersgruppe 16-24 sind dies sogar 38%).
  • 23 % haben Streams gerippt, also Musik aus dem Netz mitgeschnitten (in der Altersgruppe 16-24 sind dies sogar 34%).

https://www.ifpi.org/downloads/Music-Listening-2019.pdf

Russland: Am liebsten illegal

Laut einer von ESET durchgeführten Umfrage bevorzugen in Russland nur 9% der Befragten ausschließlich legale Inhalte gegenüber Raubkopien. 25% weigern sich gar aus „ideologischen“ Gründen zu bezahlen. 75% geben hohe Preise als Grund für die Nutzung illegaler Quellen an.
52% der Befragten gaben an, dass „geknackte“ Spiele ihre bevorzugten Inhalte sind, dicht gefolgt von 43%, die Filme und Fernsehsendungen aus nicht lizenzierten Quellen beziehen. Etwas mehr als ein Drittel (34%) sagen, dass sie es vorziehen, Musik von illegalen Plattformen zu hören, anstatt ihre legalen Äquivalente.
https://torrentfreak.com/eset-91-of-russians-prefer-pirated-content-190924/

Online-Erfahrungen von 9- bis 17-Jährigen – Bloß nicht zu genau hinschauen

Mit 52 Seiten hat das Leibnitz Institut für Medienforschung viel aus einer Umfrage zu den „Online-Erfahrungen von 9- bis 17-Jährigen
unter lediglich 1044 Kindern und Jugendlichen (und jeweils einem Elternteil) herausgezogen.

Leider krankt die Studie an so unscharfen Kategorien und Fragestellungen, dass man aus Sicht des Jugendmedienschutzes mit den Ergebnissen wenig anfangen kann. Unproblematische Inhalte werden mit Inhalten vermischt, die für Kinder und Jugendliche nicht zugelassen sind oder gar strafrechtlich problematisch sind.

Dies zeigt sich u.a. bei Cyber-Groming (sexuelle Ansprache) wo nicht einmal versucht wird, zwischen einer Ansprache durch Gleichaltrige oder Erwachsene zu unterschieden. Was soll man mit einem Ergebnis wie „30 Prozent der befragten 12- bis 17-Jährigen geben an, in den letzten zwölf Monaten online bzw. im Internet nach sexuellen Dingen gefragt worden zu sein, obwohl sie diese Fragen eigentlich nicht beantworten wollten.“ anfangen?

Ebenso wenig hilfreich ist es, nackte Menschen und Pornographie in einen Fragekomplex zu packen:
„IN DEN LETZTEN 12 MONATEN hast du viele verschiedene Dinge gesehen – z. B. Bilder, Fotos, Videos.
Manchmal können diese sexuell sein, z. B. mit nackten Menschen oder Menschen beim Sex. Vielleicht hast du so etwas noch nie gesehen, oder du hast so etwas auf einem Mobiltelefon, in einem Magazin, im Fernsehen, auf einer DVD oder im Internet gesehen. In den nächsten Fragen geht es um solche Dinge.“

Das Ergebnis, dass Film und Fernsehen die zweitwichtigste Quelle sexueller Inhalte sind, zeigt, dass die Befragten Inhalte, die u.U. von den Selbstkontrollen sogar für Kinder freigegeben sind, mit harter Pornographie vermischen.
„Am zweithäufigsten kommen die Befragten mit sexuellen Darstellungen in Film und Fernsehen in Berührung (13% nie), gefolgt von Printmedien wie Zeitschriften und Büchern (29% nie).“

Dieser Mix hat den Vorteil, dass die Ergebnisse relativiert werden können. Es ist ja alles gar nicht so schlimm. Damit kann eine jahrelange Untätigkeit in Sachen Jugendschutz im Netz legitimiert werden.

Diesem Ansatz folgend, kann man verstehen, wieso man nicht die 9 bis 11-jährigen Kinder nach ihren Erfahrungen mit sexuellen Inhalten oder sexueller Ansprache im Netz fragt. Problematische Ergebnisse verhindert man, indem man erst gar nicht danach fragt.

Wer die Antwort wissen will, sei auf eine Studie aus dem Jahr 2011 verwiesen:
Mehr als ein Viertel der 14- bis 17-jährigen (28%), fast jeder fünfte 10- bis 13-jährige (19 %) und jeder vierzehnte der 6- bis 9-jährigen (7 %) Internetuser hat zwischen Januar und Juni des Jahres 2011 bewusst auf einer Webpräsenz mit jugendgefährdenden pornographischen Inhalten gesurft.

Digitalbarometer 2019: Wer sich schützt, wird selten Opfer

Die aktuelle Umfrage „Digitalbarometer 2019“ zeigt, dass jeder Vierte (24 %) in Deutschland bereits Opfer von Kriminalität im Internet war. Zwar gaben über 80 % der Befragten an, sich Sorgen um die eigene Sicherheit im Internet zu machen, aber Schutzmaßnahmen wie Antivirenprogramme (61 %) und sichere Passwörter (58 %) werden längst nicht umfassend genutzt. Viele werden so immer wieder Opfer von Internetkriminellen.
Eines wurde dabei deutlich: Sicherheit steht meist nicht an erster Stelle. Denn Maßnahmen wie die sofortige Installation verfügbarer Updates (36 %) und die Verschlüsselung von E-Mails (19 %) werden von Nutzern zu wenig umgesetzt. Digitalbarometer 2019: Wer sich schützt, wird selten Opfer weiterlesen