Archiv der Kategorie: Jugend(schutz)

Großbritannien: Altersüberprüfung Pornografie beginnt im Juli

Das Vereinigte Königreich wird das erste Land der Welt sein, das eine wirksame Alterskontrolle für Online-Pornografie einführt. Nach mehreren Verschiebungen soll diese nun am 15. Juli 219 starten.
https://www.gov.uk/government/news/age-verification-for-online-pornography-to-begin-in-july

https://webschauder.de/grossbritannien-altersverifikation-fuer-internetpornographie-soll-bis-zum-ende-des-jahres-stehen/

LG Bochum: Online-Alkoholverkauf unterliegt Altersbeschränkungen

Das LG Bochum hat entschieden, dass § 9 des Jugendschutzgesetzes auch für den Onlinehandel gilt.
“Unter dem Begriff „Öffentlichkeit“ fällt auch eine Abgabe im Fernabsatz (…) Beim Internet handelt es sich um einen virtuellen „öffentlichen Raum“, der einer Mehrzahl von Personen zugänglich ist (…).”
Deshalb dürfen alkoholische Getränke nur dann an 16-jährige bzw. 18-jährige Personen abgegeben werden, wenn eine Alterskontrolle stattfindet. Erforderlich sei beispielsweise das Post-Ident-Verfahren oder vergleichbare Handlungen (z.B. Zusatzleistung „persönliche Übergabe“).
[LG Bochum, 23.01.2019, Az. 13 O 1/19]

https://www.it-recht-kanzlei.de/lg-bochum-verkauf-alkohol-altersverifikation.html

Steam bietet Rape-Game an

Der Kommentar auf Heise.de ist eindeutig: Ein Rape-Game auf Steam sollte niemanden mehr überraschen, denn Steam fordert das geradezu heraus.
Zugelassen wird alles, solange man 86 Euro bezahlt. Deshalb gibt es auf Steam seit Jahren reihenweise Nazi-Spiele, dreiste Plagiate, pornografische Inhalte und Fake Games.
Erst wenn sich jemand laut genug über einen besonders eklatanten Ausreißer aufregt, wird ein Spiel entfernt.
Die Konkurrenz (Sony, EA, Microsoft, Epic und andere) machen sich hingegen die Mühe die Spiele zu prüfen, bevor man sie im Store verkauft.

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Kommentar-Ein-Rape-Game-auf-Steam-sollte-niemanden-mehr-ueberraschen-4327907.html

Kanada: Mit Technik gegen Kindesmissbrauch

Innocence in Danger verweist im Zusammenhang mit dem aktuellen Missbrauchsfall in Lüdge, bei dem wohl auch 14 Terabyte Missbrauchsdarstellungen vorliegen, auf die Technologie des Canadian Center for Child Protection. Mit dessen „Project Arachnid“ könnten diese 14 Terabyte schnell forensisch bearbeitet, weltweit gesucht und so auch deren weitere Verbreitung eingedämmt werden.

Statistik des Projekts Arachnid, deutsche Übersetzung durch Innocence in Danger.

https://projectarachnid.ca/
https://www.innocenceindanger.de

Facebook soll Minderjährige und deren Eltern abgezockt haben

Nach Angaben der US-Webseite Revealnews soll Facebook jahrelang Kinder und Jugendliche systematisch dazu gebracht haben, möglichst unbemerkt viel Geld ihrer Eltern für Social Games auszugeben.
Die Minderjährigen konnten in Social Games externer Entwickler über die zuvor hinterlegte Kreditkarte ihrer Eltern Geld ausgeben. Dabei sei das Zahlsystem auf Facebook so eingerichtet gewesen, dass die Spieler erst viel zu spät gemerkt hätten, dass sie teils sehr hohe Summen ausgegeben hatten.
Auch Facebook fiel dies Problem auf. Man hat aber darauf verzichtet, bei jedem Kauf erneut die Kreditkartendaten abzufragen, da dies den Umsatz geschmälert hätte.
Beschwerden versuchte das Unternehmen zeitweise dadurch zu beschwichtigen, indem man virtuelle Güter als Entschädigung anbot. Zudem habe Facebook auch versucht die Rückbuchungen der Kreditkartenunternehmen automatisch anzufechten.

https://www.golem.de/news/social-games-facebook-soll-systematisch-minderjaehrige-ausgenutzt-haben-1901-138979.html

„Kinder- und Jugendschutz findet derzeit im Internet nicht statt“

Unbedarft gepostete Alltagsbilder bei Instagram landen unbeobachtet in Fotoblogs von Männern, die sexuelle Fantasien mit Kindern haben und werden dort abscheulich kommentiert; in Chats beliebter Online-Spiele wie „Clash of Clans“ bahnen Erwachsene ungehindert sexuelle Kontakte mit Zehnjährigen an.

Der Missbrauchsbeauftrage der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig stellt frustriert fest: „Kinder- und Jugendschutz findet derzeit im Internet nicht statt.“ Gesetzliche Regelungen, die für mehr Schutz sorgen könnten, stammen aus dem Jahr 2003 und sind „der tatsächlichen Entwicklung Jahrzehnte hinterher.“

Die Psychologin Dr. Janina Neutze erläutert, dass nur eine Identifizierung im Netz die Täter abschrecken würde.

Aus Sicht der Spieleverbände spielt „Cybergrooming (also die Anbahnung sexueller Online-Kontakte von Erwachsenen mit Kindern) im Gaming nicht so eine starke Rolle – deshalb hat man sich aus dem NetzDG gemogelt.

Die verantwortlichen Ministerinnen wie Katharina Barley (Justiz) und Dorothee Bär (Digitalisierung) verweigerten Interviews für die Dokumentation.

Den ganzen Beitrag der Story im Ersten „Kinderfotos im Netz“ von Sebastian Bellwinkel finden Sie hier:
https://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/kinderfotos-im-netz-gepostet-geklaut-missbraucht-100.html

DKHW: Gravierenden Gefährdung der Persönlichkeitsrechte von Kindern

Das Deutsche Kinderhilfswerk hat eine Studie zu den Persönlichkeitsrechten von Kindern bei der digitalen Mediennutzung erstellt. Nachfolgend die Pressemeldung des DKHW:

„Zwischen Pragmatismus, Hilflosigkeit, Sorge und Ignoranz“ – Studie zu Persönlichkeitsrechten von Kindern im Kontext digitaler Mediennutzung in Familien
Die Nutzung digitaler Medien in Familien führt oftmals zu einer gravierenden Gefährdung der Persönlichkeitsrechte von Kindern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität zu Köln in Kooperation mit dem Deutschen Kinderhilfswerk, die heute in Berlin vorgestellt wird. Die qualitative Untersuchung des Medienalltags in Familien offenbart, dass Eltern zwar bemüht sind, ihren Kindern einen möglichst sicheren Zugang zu digitalen Medienangeboten zu ermöglichen. Gleichzeitig stehen Familien aber den Risiken digitaler Mediennutzung heute aber oftmals hilflos gegenüber. Diese Hilfslosigkeit trifft insbesondere bei der Nutzung sozialer Netzwerkdienste wie WhatsApp, Facebook, Instagram, Snapchat und YouTube zu. Zusätzlich finden in diesen Medienformaten die Mitbestimmungsrechte der Kinder bei Veröffentlichung persönlicher Daten durch die Eltern nur selten ausreichend Beachtung. DKHW: Gravierenden Gefährdung der Persönlichkeitsrechte von Kindern weiterlesen

Belgien: Maßnahmen gegen Glücksspiel-Lootboxen zeigen erste Erfolge

Nachdem die belgischen Behörden erste Computerspiele wegen Lootboxen als Glücksspiel ohne Lizenz eingestuft haben, reagieren die ersten Anbieter: Square Enix will drei bekannte Mobilspiele gar nicht mehr in Belgien anbieten. ArenaNet und 2k Games haben die komplette Ingame-Währung aus der belgischen Version entfernt.
Electronic Arts hingegen bietet in FIFA 18 und 19 weiterhin Lootboxen an. Die belgischen Behörden ermitteln gegen EA.

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Lootboxen-als-Gluecksspiel-Square-Enix-nimmt-mehrere-Spiele-vom-belgischen-Markt-4229896.html

Kleine Anfrage zum Umgang mit Fernsehpiraterie

Die FDP-Fraktion des Bundestags will in einer Kleinen Anfrage (19/5146) wissen, wie die Bundesregierung illegale Streaming- und Download-Angebote einschätzt.
Insgesamt enthält die Anfrage 18 Fragen zu Themen wie

  • wirtschaftliche Bedeutung illegaler Streaming- und Download-Angebote,
  • Interessen der Allgemeinheit (u.a. Möglichkeit verringerter Steuereinnahmen),
  • Umgehung von Jugendschutzregelungen,
  • Möglichkeiten, der Rechtsdurchsetzung,
  • Internetsperren oder auch
  • Geschäfts- und Finanzierungsmodelle, die hinter den „fully loaded“ Boxen stehen.

http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/051/1905146.pdf