Archiv der Kategorie: Gemischtes

Wikipedia: Der halbe Boykott

Wikipedia schaltet sich heute aus Protest gegen Artikel 13 ab, hat man zumindest angekündigt. Statt Informationen zu liefern fordert Wikipedia stattdessen auf, die Abgeordneten anzurufen.
Ob Wikipedia die App absichtlich nicht abgeschaltet hat, wissen wir nicht.

Wikipedia Internetseite und App, 21.3.2019, 10.17 Uhr.

Auf jeden Fall sind die Copy&Paste-Referate für heute gerettet.

USA: Gericht urteilt ISP haftet

Der in Texas ansässige Internetprovider Grande Communications hat in seinem Fall gegen mehrere von RIAA unterstützte Plattenfirmen kein Recht auf eine Safe-Harbor-Verteidigung.
Das Urteil des texanischen Bundesgerichtshofs bereitet dem ISP nun erhebliche Probleme für den bevorstehenden Prozess, in dem ihm vorgeworfen wird, für Urheberrechtsverletzungen der Nutzer haftbar zu sein.
Der ISP kann – ohne eine Safe-Harbor-Verteidigung – direkt haftbar gemacht werden.
Laut des Gerichts ist es klar, dass Grande Communications keinen Anspruch auf eine Safe-Harbour-Verteidigung hat. Die Beweise, einschließlich der Kommentare der eigenen Mitarbeiter des ISP, zeigen deutlich, dass zu wenig getan wurde. So wurde über einen Zeitraum von sechseinhalb Jahren keinem einzigen Kunden wegen Urheberrechtsverletzungen gekündigt.

https://torrentfreak.com/isp-grande-loses-safe-harbor-over-utter-failure-to-terminate-pirating-customers-190318/

German Angst – Part 2

Am Samstag, 16.03.2019, erschien in der FAZ ein Artikel mit dem Titel: „Gekaufte Proteste?“, in dem dargestellt wurde, dass Create.Refresh versucht hat, Einfluss auf YouTuber zu nehmen und Geld für negative Videos zur EU-Urheberrechtsrichtlinie geboten hat.

Diesen Einfluss von Create.Refresh wollen wir im Folgenden etwas genauer darstellen. Dabei stoßen wir auch hier auf wichtige deutsche Protagonisten der Kampagne gegen die geplante Regulierung. 

Frankreich – Der gescheiterte Versuch
Bereits im Sommer 2018 sprach die Kampagne Create.Refresh europaweit verschiedene YouTuber zu diesem Thema an, darunter das französische YouTube-Kollektiv Tatou.

Tatou veröffentlichte daraufhin im Dezember 2018 tatsächlich ein Video. Allerdings wird die Richtlinie in diesem nicht kritisiert, sondern klar befürwortet. Im Rahmen dieses Videos wird u. a. der Kontaktversuch durch Create.Fresh dokumentiert.

Abbildung: Ausschnitt aus dem Tatou Video, Schreiben von Create-Refresh.

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Erfolge von Uploadfiltern

Facebook hat in den ersten 24 Stunden weltweit 1,5 Millionen Videos der Attacke in Christchurch gelöscht, davon mehr als 1,2 Millionen bereits beim Hochladen; also per Uploadfilter.

Nach unerwünschten beziehungsweise rechtswidrigen Inhalten wie Nacktbildern, Terrorpropaganda oder Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs entfernt Facebook jetzt auch Rachepornos mithilfe des eigenen Upload-Filters in einem weitgehend automatisierten Verfahren.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/neuseeland-facebook-loescht-1-5-millionen-videos-vom-attentat-a-1258261.html

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Upload-Filter-Facebook-und-Instagram-loeschen-Rachepornos-automatisch-4338270.html

FAZ berichtet über gekaufter Protest gegen die Urheberrechtsreform

Constantin van Lijnden berichtet in seinem FAZ-Artikel „Gekaufter Protest?“, dass Create Refresh Youtubern Geld für Videos gegen die EU-Urheberrechtsrichtlinie angeboten hat. In einem Fall 2.000 Euro.

Zudem liegt ein Anschreiben aus dem Juni 2018 vor, welches sachlich unzutreffende Argumente für solche Protestvideos auflistet. Genau diese Argumente „tauchten in den darauffolgenden Tagen in zahlreichen Videos großer Youtuber auf und brachten die erste Welles des Protests ins Rollen“.

Zudem berichtet er, dass EDRi Reisekosten zahlt für diejenigen, die bei Abgeordneten gegen die Reform einwirken wollen. Finanziert wird dies von der Open Society und Copyright4Creativity (C4C) die EDRi für die Aktion 15.000 € zur Verfügung gestellt haben.

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/youtubern-wird-geld-fuer-urhebrrechts-protest-geboten-16091413.html

 

Illegaler „Abo“-Verkauf

In Australien wurde ein Mann festgenommen, der widerrechtlich erlangte Zugangsdaten für Streaming-Plattformen über seine Webseite verkauft haben soll.
Der Betreiber hat dabei Daten aus Leaks verwendet. Wenn diese auch als Zugangsdaten für die Abos genutzt werden konnten, hat er sie weiterverkauft. Er soll umgerechnet ca. 190.000 Euro damit verdient haben.
https://futurezone.at/digital-life/mann-verhaftet-weil-er-geknackte-netflix-konten-verkauft-hat/400435540

Brexit – Weiterer Verdacht auf Twitter-Manipulationen

Nach einer Analyse des IT-Sicherheitsunternehmens F-Secure zeigt die Brexit-Debatte auf Twitter immer noch Auffälligkeiten, die Manipulationen nahelegen.
Ausgewertet wurden 24 Millionen Tweets aus 1,65 Millionen Twitter-Konten, die zwischen dem 4. Dezember 2018 und dem 13. Februar 2019 gesammelt wurden und das Wort «brexit» enthielten.
Die Untersuchung fand «anorganische Aktivitäten» sowohl auf der Seite der Brexit-Gegner als auch auf Seiten der Brexit-Befürwortern, dort allerdings viel stärker ausgeprägt.

https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/afxline/topthemen/hintergruende/article190168353/Brexit-Streit-auf-Twitter-weiter-unter-Manipulationsverdacht.html

Schweiz wehrt sich

Die Schweizerische Eidgenossenschaft wehrt sich gegen die ständigen Vorwürfe, dass die Schweiz ein wichtiger Hafen für Urheberrechtsverletzungen sei und nimmt damit Stellung für den nächsten US Special 301 Report.
Neben geplanten rechtlichen Änderungen betont man insbesondere den fehlenden Bezug zur Schweiz bei einigen Vorwürfen:

  • Ein Strafverfahren gegen die Cyando AG/Uploaded.net hat ergeben, dass es keine wirklichen Verbindungen zur Schweiz gibt und dass die Operation sehr wahrscheinlich von einem benachbarten EU-Mitgliedstaat aus durchgeführt wird.
  • Bei Oboom zeigt die Einsichtnahme in das Handelsregister, dass sich die Gesellschaft in Liquidation befindet und somit keine Bedrohung für Urheberrechtsinhaber mehr darstellt.

https://torrentfreak.com/images/301-2019_Public-Comment-Switzerland_20190220.pdf

Imageproblem für die IT-Branche

Das Schweizer Forschungsinstitut Media Tenor hat Hunderttausende Beiträge im Fernsehen und in der Wirtschaftspresse aus den Jahren 2001 bis 2018 untersucht  und dabei festgestellt, dass die IT-Branche momentan ihr früher gutes Image verspielt.

Die aktuellen Nachrichten allein zu Facebook dürften da kaum helfen:

Guess what? Facebook still tracks you on Android apps (even if you don’t have a Facebook account)

Deutsche Datenschützer alarmiert über Facebooks interne Spitzelabteilung

„EU-Kommission: Facebook und Google müssen mehr gegen „Fake News“ tun“

Kryptomining: Coinhive gibt auf

Der oft als Kryptojacker genutzte Dienst Coinhive gibt auf. Es lohnt sich angeblich nicht mehr.
Etwa zeitgleich hat der Verband Eco Regeln für solche Geschäftsmodelle veröffentlicht: Transparenz, Opt-In und Abbruchsmöglichkeit.
Die Coinhive-Betreiber waren mit einem solchen legal genutzten Geschäftsmodel aber nicht erfolgreich.

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Schluss-mit-Krypto-Mining-im-Browser-Coinhive-stellt-Betrieb-ein-4322936.html

https://www.heise.de/newsticker/meldung/eco-Verband-stellt-Regeln-fuer-akzeptables-Krypto-Mining-im-Browser-auf-4323230.html