Archiv der Kategorie: Gemischtes

Share-Online: Klagen gegen Uploader und Nutzer ein realistisches Szenario

Tarnkappe hat sich bei der Staatsanwaltschaft Köln nach dem aktuellen Sachstand des Share-Online-Verfahrens erkundigt. ZAC NRW teilte mit:
Die Auswertung der sichergestellten Daten dauert gegenwärtig noch an und wird wohl auch noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Es wurden Daten im dreistelligen Terabyte-Bereich gesichert. Die Auswertung ist dementsprechend enorm aufwändig. Unsere Ermittlungen richten sich derzeit gegen die Betreiber der Plattform.

Sofern eine Identifizierung möglich ist, sind anschließende Ermittlungen gegen die Uploader und möglicherweise auch gegen Downloader ein durchaus realistisches Szenario. Aus Kapazitätsgründen werden wir in den Ermittlungen dabei sicherlich abgeschichtet vorgehen und im weiteren Verlauf möglicherweise zunächst die Top-Uploader in den Fokus nehmen.“

https://tarnkappe.info/share-online-biz-ermittlungen-gegen-uploader-als-auch-nutzer-moeglich/

LG Köln: Werbung für Online-Glücksspiele im Fernsehen verboten

Das Landgericht Köln hat die Ausstrahlung von Werbespots untersagt, die mittelbar eine Sympathiewerbung für in Deutschland verbotene Online-Glücksspiele entfalten.
Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Werbespots für die Top-Level-Domains.de schon deswegen unzulässig sind, weil sie eine mittelbare Werbewirkung auch für die Domains.com entfalten, die in Deutschland über keine Glücksspiellizenz verfügen. Sie wecken zumindest Sympathien für das Glücksspiel und fördern daher auch den Absatz der Glücksspiele insgesamt.

In ihrer Entscheidung ließen es die Richter offen, ob die Ausstrahlung der Werbespots mit der Top-Level-Domain.de für die übrigen Bundesländer außer Schleswig-Holstein unzulässig wäre.
[LG Köln, 18.02.2020, Az. 31 O 152/19]

https://www.lg-koeln.nrw.de/behoerde/040_presse/zt_presse/Entscheidung-des-Monats/EdM-02_20.pdf

Australien: Rechteinhaber und Filmverbände contra Google und Facebook

Creative Content Australia drängt die australische Regierung, Online-Plattformen dazu zu zwingen, die Verlinkung zu Piraterieseiten einzustellen, da Dienste wie Google und Facebook den Zugang zu illegalen Websites, die den Rechteinhabern schaden, ermöglichen.
https://torrentfreak.com/rightsholders-want-google-and-facebook-to-scrub-links-to-pirate-sites-200224/

Kinder-Sexpuppen bei Amazon

Futurezone berichtet über erneute Verkäufe von Kindersexpuppen über Amazon. Das Unternehmen verweist auf futurezone-Nachfrage auf ein Verbot in den eigenen Verkaufsrichtlinien.
„Die fraglichen Produkte sind nicht mehr erhältlich“, teilte eine Amazon-Sprecherin mit.
Allerdings gibt es weiterhin viele derartige Einträge. Die Frage, inwiefern solche Produkte es überhaupt auf die Plattform schaffen – und dort offenbar über Tage und Wochen unentdeckt bleiben, blieb unbeantwortet.

https://futurezone.at/digital-life/kindersexpuppen-auf-amazon-sorgen-fuer-entsetzen/400759206

Buchauszug: Rechter Hass und die Gaming-Kultur

Netzpolitik.org hat vorab ein Kapitel aus dem Buch „Hasskrieger: Der neue globale Rechtsextremismus“ von Karolin Schwarz veröffentlicht.
Dort wird beschrieben, wie sich rechtsradikale Gruppierungen auf Steam tummeln, Nutzer sich nach Terroristen benennen und Frauen und nicht weiße Spieler beschimpft werden. Rechtes Gedankengut scheint in Teilen der Gaming-Kultur weit verbreitet.

https://netzpolitik.org/2020/rechter-hass-und-die-gaming-kultur-hasskrieger-karolin-schwarz/

Ferienwohnungsvermittler contra Google

Über 30 Branchenverbände und Unternehmen aus dem Bereich der Ferienwohnungsvermittlung weisen die EU-Kommission daraufhin, dass sie gerade einen Versuch von Google beobachten, die beherrschende Stellung auf dem Markt für allgemeine Internetsuchdienste durch die Begünstigung eines eigenen Dienstes in den allgemeinen Suchergebnisseiten auf den separaten Markt für Ferienwohnungsvermittlungsdienste auszudehnen.
Die wettbewerbsrechtlichen Bedenken begründen sich darin, dass Google seinen neuen Dienst in einer optisch ansprechenden OneBox ganz oben in seinen allgemeinen Suchergebnisseiten darstellt – eine Platzierung und Gestaltung, die Google sich ausschließlich für seinen eigenen spezialisierten Suchdienst vorbehält:

http://www.wilde.de/Anlage/Reisebranche-zeigt-sich-besorgt-ueber-die-Bevorzugung-von-Google-Vacation-Rentals-Ferienhaussuche_10-02-2020.pdf

Medienanstalten fordern mehr Regulierung bei sozialen Netzwerken

Nach Angaben mehrerer Landesmedienanstalten halten die Plattformen Facebook, Twitter und Google ihre eigene Selbstverpflichtungen gegenüber der EU nicht ein. Die Medienanstalten empfehlen deshalb weitreichendere Regulierungsmaßnahmen.
Man könne hier „durchaus von einem Systemversagen sprechen„, befindet Tobias Schmid, Direktor der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM).

https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr-wdr/eu-soziale-netzwerke-101.html

Google mahnt Clearview ab

Da die Richtlinie von YouTube es verbieten, Daten zu nutzen, die dazu dienen, eine Person zu identifizieren, fordert Google nun, dass Clearview sämtliches Videomaterial löscht, dass zu Zwecken der Gesichtserkennung auf YouTube gesammelt wurde.
Auch Twitter und Venmo sollen ähnlich gehandelt haben. Ob ein Rechtsanspruch besteht ist umstritten. Laut New York Times soll LinkedIn kürzlich in einem Verfahren um Scraping verloren.

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Google-mahnt-Clearview-wegen-Gesichtserkennung-bei-YouTube-ab-4654470.html

(Auch) Piraten kann man nicht trauen

Mal aus Dummheit, mal mit Absicht wurden wieder einmal Daten von Piraterienutzern offengelegt.

Der Sharehoster Nitroflare hat wohl versehentlich die E-Mail-Adressen unzähliger Premium-Kunden weiterverbreitet, weil er beim Versand bcc mit cc verwechselt hat.

YTS scheint, so der Verdacht von TorrentFreak, Nutzerdaten absichtlich an Rechteinhaber weiterzugeben:
„As recently documented here on TF, there is a worrying situation playing out on YTS, one of the Internet’s most popular torrent indexes. Taking all the facts at hand and adding in some educated guesses, it seems that after being subjected to massive legal pressure, the owner of that torrent resource may be handing information on some of its users to movie companies.”

https://tarnkappe.info/fauxpas-bei-nitroflare-unzaehlige-e-mail-adressen-veroeffentlicht/

https://torrentfreak.com/yts-lawsuits-offer-clearest-sign-yet-that-pirates-shouldnt-trust-anyone-200201/

USA: Streits um Schadensersatz bei illegalem IPTV

In einem Antrag auf ein endgültiges Urteil und eine dauerhafte Unterlassungsverfügung fordert DISH 9,9 Millionen Dollar Schadenersatz für die direkte Urheberrechtsverletzung von 66 urheberrechtlich geschützten Werken, die von Easybox ohne Genehmigung gesendet wurden. (Nachtrag 11.2.2020: Das Urteil wurde wunschgemäß erlassen.)

In einem anderen Verfahren fordert der ehemalige IPTV-Anbieter Omniverse, dass Kabelnetzbetreiber Hovsat seine Rechnung über 50 Millionen Dollar Schadenersatz für Piraterie bezahlt. Diesen Betrag schuldet Omniverse einer Gruppe großer Hollywood-Studios.
Hovsat ist nach Angaben des IPTV-Unternehmens für diese Schadenersatzklage verantwortlich, da es in betrügerischer Absicht behauptete, eine ordnungsgemäße Lizenz von DirectTV zu besitzen.

https://torrentfreak.com/dish-demands-9-9m-in-damages-from-pirate-iptv-provider-200131/

https://torrentfreak.com/court-orders-easybox-iptv-to-pay-9-9m-in-copyright-infringement-damages-200208/

https://torrentfreak.com/iptv-supplier-omniverse-wants-hovsat-to-pay-its-50-million-piracy-damages-bill-200204/

USA: Facebook will 550 Millionen US-Dollar Strafe zahlen

Mit einer Zahlung von 550 Millionen US-Dollar will Facebook einen seit 2015 in den USA laufenden Rechtsstreit beilegen, in dem es um das unerlaubte Sammeln biometrischer Daten der Nutzer geht. Der Vergleich muss noch von einem Richter anerkannt werden.

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Facebook-zahlt-550-Millionen-US-Dollar-wegen-unerlaubter-Gesichtserkennung-4649498.html