Archiv der Kategorie: Gemischtes

Facebook: Kinder, Glücksspiel und Alkohol

Eine Untersuchung des Guardian und des Dänischen Rundfunks hat gezeigt, dass Facebook auch ganz spezielle Zielgruppen bei Kindern und Jugendlichen anbietet:

  • 940.000 Minderjährige mit Interessengebiet alkoholische Getränke
  • 740.000 Minderjährige mit dem Interessengebiet Glücksspiel

https://www.golem.de/news/facebook-werbekategorien-alkohol-und-gluecksspiel-auch-bei-kindern-1910-144364.html

RIAA an US-Regierung: Piraterie bei Telegramm u.a.

Die RIAA hat der US-Regierung ihren neuesten Überblick über „notorische Märkte“ vorgelegt. Wie üblich listet die Musikindustriegruppe verschiedene Torrent-Websites, Download-Portale und Stream-Ripping-Websites als direkte Bedrohungen auf.

In diesem Jahr wird aber auch die Messaging-App Telegram als Problem hervorgehoben.
Die RIAA weist darauf hin, dass Messaging-Apps selbst keine besondere Bedeutung haben. Telegram ermöglicht es seinen Benutzern jedoch auch, Dateien mit bis zu 1,5 GB automatisiert zu teilen.
Viele dieser Dateien werden auf den Servern von Telegram gehostet. 18.000 Löschaufforderungen an Telegram blieben aber mehr oder weniger ohne Ergebnis.

https://torrentfreak.com/riaa-reports-telegram-to-us-govt-over-piracy-concerns-191002

Die DNA des Internets: Verantwortungsdiffusion

Stellen wir uns für einen Augenblick vor wir sehen eine Anzeige in der Zeitung, in denen ein Anbieter eine Offerte macht. Interessanterweise richtet sich die Offerte in erster Linie an Kriminelle. Ihnen wird ein Marktplatz gegen entsprechende Bezahlung angeboten, auf dem Verkäufer mit allem handeln können, was ansonsten gar nicht oder nur streng reguliert möglich wäre: Waffen, Drogen, gestohlene persönliche Daten oder gefilmten Kindesmissbrauch.
Der Anbieter versichert seinen Kunden, dass sie ungestört von der Polizei oder Strafverfolgungsbehörden ihren illegalen Geschäften nachgehen können.
Nein, werden wir sicherlich denken, so etwas ist eigentlich unvorstellbar.
Leider passiert genau das jeden Tag im Internet.

Das Internet, so wie wir es kennen!?
Zweifelsfrei hat die technische Entwicklung des Internets viele Aspekte. Die Art wie wir heute konsumieren und kommunizieren wäre ohne das Netz mit Sicherheit eine ganz andere.
Im Windschatten dieser Entwicklung sind aber auch immer negative Aspekte mitgefahren. Wer heute wie in der Debatte um die EU-Urheberrechtsrichtlinie vom „Internet wie wir es kennen“ spricht, scheint diesen dunklen Teil gern zu vergessen. Jeder, der schon einmal Opfer eines Betrugs im Internet war, wird auf diesen Teil des „Internets, so wie wir es kennen“, gern verzichten.
Es ist aber keineswegs so, dass die negativen Ausprägungen ein digitales Naturgesetz sind.
Anders als in der analogen Welt, wo Freiheit stets an Verantwortung gekoppelt ist, zählt im Netz nur noch die Freiheit. Verantwortung wird systematisch vernachlässigt. Dies zieht sich wie ein roter Faden durch das Netz.
Die Selbstregulierung des Internets befeuert die Entwicklung geradezu von ganz oben nach ganz unten. Verantwortungsvermeidung ist die DNA des Internets.

Der Fall Cyberbunker Die DNA des Internets: Verantwortungsdiffusion weiterlesen

Russland: Am liebsten illegal

Laut einer von ESET durchgeführten Umfrage bevorzugen in Russland nur 9% der Befragten ausschließlich legale Inhalte gegenüber Raubkopien. 25% weigern sich gar aus „ideologischen“ Gründen zu bezahlen. 75% geben hohe Preise als Grund für die Nutzung illegaler Quellen an.
52% der Befragten gaben an, dass „geknackte“ Spiele ihre bevorzugten Inhalte sind, dicht gefolgt von 43%, die Filme und Fernsehsendungen aus nicht lizenzierten Quellen beziehen. Etwas mehr als ein Drittel (34%) sagen, dass sie es vorziehen, Musik von illegalen Plattformen zu hören, anstatt ihre legalen Äquivalente.
https://torrentfreak.com/eset-91-of-russians-prefer-pirated-content-190924/

Italien: Zeitungspiraterie über Telegram

Berichten zufolge haben die italienischen Behörden drei Personen ermittelt, die im Verdacht stehen, in WhatsApp- und Telegrammgruppen mit vielen tausend Abonnenten digitale Kopien von Tageszeitungen zur Verfügung zu stellen.
Die Täter mussten über Zahlungsdaten ermittelt werden, da Telegram jegliche Auskünfte verweigert.
Angeblich soll es noch mindestens acht weitere Gruppen mit angeblich 500.000-Piraterienutzern geben.

https://torrentfreak.com/investigation-targets-whatsapp-telegram-based-newspaper-pirates-190923/

Internet-Selbstverwaltung a la RIPE NCC: Ein Offenbarungseid!

Für gelungene Selbstregulierungen im Wirtschaftsleben gibt es viele funktionierende Beispiele. Eines davon ist die Altersfreigabe für Filme und Games. Die Prozesse dazu verlaufen relativ geräuscharm und es gibt trotz vieler Prüffälle sehr wenig Dissonanzen.
Der Grund, warum das so ist, könnte in der der regulierten Selbstregulierung liegen, die allen Beteiligten auch Pflichten und Verantwortung zuweist.

RIPE NCC: Epic Fail
Das genaue Gegenbeispiel ist die Selbst“regulierung“ im Internet. Bereits im Frühjahr 2018 wurde in diesem Blog auf das Versagen von Selbstverwaltungen wie RIPE NCC (Réseaux IP Européens) hingewiesen. RIPE NCC ist für die Vergabe von Nummern und Namen im Internet für Europa und Teile Asiens zuständig. Andere Teile der Welt werden durch 4 weitere Schwester-Organisationen als Arm der weltweiten Internets-Selbstverwaltung ICANN abgebildet.
Obwohl RIPE NCC durch unseren Artikel über Kriminelle in den eigenen Reihen in Kenntnis gesetzt wurde, mischen die miesen Akteure weiter munter mit. Internet-Selbstverwaltung a la RIPE NCC: Ein Offenbarungseid! weiterlesen

Sperren und Kontenschließungen schaden

In der Veröffentlichung seiner Halbjahreszahlen erklärt die Glücksspiel-Holding 888 den Umsatzrückgang beim Pokern u.a. mit Sperrungen und dem Rückzug von Zahlungsdienstleistern:
„The Group’s Poker results have been impacted by factors including increased competitor marketing activity in some of the Group’s markets as well as the unilateral withdrawal of certain payment providers and ISP blocking in several unregulated markets.”

https://uk.advfn.com/stock-market/london/888-888/share-news/888-Holdings-plc-H1-2019-Financial-Results/80693795

Schweden: Streaming-Piraterie bleibt konstant

Trotz der Tatsache, dass immer mehr Schweden Streamingdienste nutzen, bleibt die Nutzung illegaler Streams auf einem konstanten Niveau.

Nach Angaben der Anti-Piraterie-Gruppe Rights Alliance nutzt einer von fünf Schweden illegale Streamingdienste. Damit ist in Schweden die illegale Nutzung deutlich höher als in den anderen nordischen Nachbarländern.

https://sverigesradio.se/sida/artikel.aspx?programid=478&artikel=7288958

Cloudflare will an die Börse: Risiko Copyright …

Cloudflare hat seinen Börsengang bei der Aufsichtsbehörde SEC (Securities and Exchange Commission) nun offiziell angemeldet.

In einem umfangreichen Prospekt informiert man auch über Haftungsfragen und die Unterstützung von Terrorseiten:

Activities of our paying and free customers or the content of their websites and other Internet properties could subject us to liability.
Through our network, we provide a wide variety of products that enable our customers to exchange information, conduct business, and engage in various online activities both domestically and internationally. Our customers represent more than 20 million Internet properties, many of which utilize our free self-serve plan. Our customers may use our platform and products in violation of applicable law or in violation of our terms of service or the customer’s own policies. The existing laws relating to the liability of providers of online products and services for activities of their users are highly unsettled and in flux both within the United States and internationally. We may be subject to lawsuits, regulatory enforcement actions, and/or liability arising from the conduct of our customers. For example, we have been named as a defendant in a number of lawsuits, both in the United States and abroad, alleging copyright infringement based on content that is made available through our customers’ websites. There can be no assurance that we will not face similar litigation in the future or that we will prevail in any litigation we may face. An adverse decision in one or more of these lawsuits could materially and adversely affect our business, results of operations, and financial condition.
Several U.S. federal statutes may apply to us with respect to various activities of our customers, including: the Digital Millennium Copyright Act (the DMCA), which provides recourse for owners of copyrighted material who believe their rights under U.S. copyright law have been infringed on the Internet; and section 230 of the Communications Decency Act (the CDA), which addresses blocking and screening of content on the Internet. Although these and other similar legal provisions provide limited protections from liability for service providers like us, those protections may not be interpreted in a way that applies to us, may be amended in the future, or may not provide us with complete protection from liability claims. If we are found not to be protected by the safe harbor provisions of the DMCA, CDA or other similar laws, or if we are deemed subject to laws in other countries that may not have the same protections or that may impose more onerous obligations on us, we may face claims for substantial damages and our brand, reputation, and financial results may be harmed. Such claims may result in liability that exceeds our ability to pay or our insurance coverage. Even if claims against us are ultimately unsuccessful, defending against such claims will increase our legal expenses and divert management’s attention from the operation of our business, which could materially and adversely impact our business and results of operations.
Policies and laws in this area remain highly dynamic, and we may face additional theories of intermediary liability in various jurisdictions. For example, the European Union (the EU) recently approved a copyright directive that could expose online platforms to liability. And recent laws in Germany (extremist content), Australia (violent content), and Singapore (online falsehoods), as well as other new laws like them, may also expose Internet companies like us to significant liability. We may incur additional costs to comply with these new laws, which may have an adverse effect on our business, results of operations, and financial condition.“

“We are subject to governmental trade sanctions laws, and export and import controls, that could impair our ability to compete in international markets and subject us to liability if we are not in full compliance with applicable laws.
[…]In May 2019, we submitted a voluntary self-disclosure to OFAC related to our non-compliance with certain economic and trade sanctions programs. Specifically, we identified that our products were used by, or for the benefit of, certain individuals and entities included in OFAC’s Specially Designated Nationals and Blocked Persons List (the SDN List), including entities identified in OFAC’s counter-terrorism and counter-narcotics trafficking sanctions programs, or affiliated with governments currently subject to comprehensive U.S. sanctions. A small number of these parties made payments to us in connection with their use of our platform. Although we have implemented, and are working to implement additional controls and screening tools designed to prevent similar activity from occurring in the future, there is no guarantee that we will not inadvertently provide our products to additional individuals, entities, or governments prohibited by U.S. sanctions in the future. The voluntary self-disclosure is under review by OFAC.“

https://www.sec.gov/Archives/edgar/data/1477333/000119312519222176/d735023ds1.htm

Vgl. auch:
CLOUDFLARE – THE BAD, THE WORSE AND THE UGLY?
In diesem Artikel wurde Cloudflares Unterstützung für mindestens ein Unternehmen, welches auf der SDN-Liste steht, bereits im Februar 2019 veröffentlicht.

https://webschauder.de/cloudflare-the-bad-the-worse-and/

Großbritannien: Warnhinweise eingestellt

Die britischen ISPs stellen die Versendung von Warnhinweisen zu Urheberrechtsverletzungen nach etwa 2 Jahren ein.
Insgesamt hat die Initiative Creative Content UK (CCUK) wohl rund eine Million Hinweise versendet. Die Piraterie soll im Berichtszeitraum um 26% zurückgegangen sein. Dies bezieht man aber nicht nur auf die versendeten Hinweise.
https://www.neowin.net/news/uk-isps-stop-issuing-educational-copyright-infringement-notices/

Nächster Abhörskandal

Nicht nur Amazon sondern auch Google lässt Mitarbeiter Aufnahmen seines Sprachassistenten mithören. Nach Angaben des belgischen Rundfunk VRT werden auch Audioaufnahmen des Google-Sprachassistenten (teils externen) Mitarbeitern zum Begutachten und Mitschreiben bereitgestellt. Teilweise hat der Assistent sogar dann mitgeschnitten, wenn er „im Ruhezustand“ war.
Richtig anonymisiert sind die Daten natürlich auch nicht, dazu hätte man ja sie erst einmal anhören müssen um zu wissen, welche persönlichen Angaben man herausschneiden muss.

Die Kunden wurden von Google über diese Maßnahmen nicht informiert.

https://www.vrt.be/vrtnws/en/2019/07/10/google-employees-are-eavesdropping-even-in-flemish-living-rooms/

https://futurezone.at/digital-life/sprachassistent-auch-bei-google-lauschen-mitarbeiter-mit/400549181