Archiv der Kategorie: Filter / Sperrungen

Dänemark: Neue Sperren für Sci-Hub u.a.

Auf Antrag der Anti-Piraterie-Gruppe Rights Alliance und vieler Rechteinhaber wurden 11 weitere Internetangebote als illegal eingestuft und müssen nun nach einem Gerichtsbeschluss aus Holbæk gesperrt werden. Dazu gehören die Torrent-Website TorrentFunk, verschiedene Streaming-Plattformen, zwei YouTube-Rippdienste und die Download-Sites für populärwissenschaftliche Publikationen Sci-Hub und Library Genesis.
https://torrentfreak.com/denmark-blocks-sci-hub-plus-streaming-torrent-youtube-ripping-sites-190926/

Sperren und Kontenschließungen schaden

In der Veröffentlichung seiner Halbjahreszahlen erklärt die Glücksspiel-Holding 888 den Umsatzrückgang beim Pokern u.a. mit Sperrungen und dem Rückzug von Zahlungsdienstleistern:
„The Group’s Poker results have been impacted by factors including increased competitor marketing activity in some of the Group’s markets as well as the unilateral withdrawal of certain payment providers and ISP blocking in several unregulated markets.”

https://uk.advfn.com/stock-market/london/888-888/share-news/888-Holdings-plc-H1-2019-Financial-Results/80693795

Dänemark: Sperre trotz Verteidigung

Im April erlies ein dänisches Gericht Sperrverfügungen zu 8 illegalen Sportstreamingseiten. Nicht dabei Rojadirecta, die sich vor Gericht verteidigten. Geholfen hat dies nichts.
Das Gericht Frederiksberg hat nun den Internetprovider Telenor angewiesen, den Zugang zu Rojadirecta zu sperren und folgte damit dem Antrag der lokalen Anti-Piraterie-Gruppe RettighedsAlliancen und der spanischen Fußballliga La Liga.
Wie in Dänemark üblich, werden die anderen ISPs die Seite freiwillig sperren.

https://torrentfreak.com/rojadirecta-puts-up-defense-but-cant-escape-isp-blockade-190913/

Vgl. auch:
https://webschauder.de/daenemark-laliga-rights-alliance-erreichen-fussball-piraterie-sperre/

 

Schweiz: Zugangssperren zu nicht bewilligten Online-Spielangeboten

Die Bekämpfung des illegalen Geldspiels ist eine der Prioritäten des Schweizer Geldspielgesetzes (BGS). Da das legale Angebot hohe Anforderungen erfüllen muss, ist es unerlässlich, dass Spieler nicht einfach auf nicht autorisierte Online-Glücksspielangebote zugreifen können. Artikel 86 Absatz 1 des Geldspielgesetzes legt fest „Der Zugang zu online durchgeführten Geldspielen ist zu sperren, wenn die Spielangebote in der Schweiz nicht bewilligt sind“.

Die Bestimmungen über die Einschränkung des Zugangs zu in der Schweiz nicht bewilligten Online-Spielangeboten sind am 1. Juli 2019 in Kraft getreten. Seit dem Inkrafttreten dieser Bestimmungen hat die ESBK begonnen, nicht bewilligte Online-Geldspielangebote zu prüfen. Sie veröffentlich und aktualisiert auf ihrer Webseite eine Liste von Geldspielen, deren Zugang gesperrt ist (Sperrliste) mittels eines Verweises im Bundesblatt. Zudem gibt es eine Liste der gesperrten Geldspielangebote, die in den Zuständigkeitsbereich der Interkantonalen Behörde, der Lotterie- und Wettkommission (Comlot), fallen.

Auf den beiden veröffentlichten Listen sind insgesamt fast 100 Seiten zu finden:
Sperrliste der in der Schweiz nicht bewilligten Online-Spielangebote

Comlot-Sperrliste

https://www.esbk.admin.ch/esbk/de/home/illegalesspiel/zugangssperren.html

Verwaltungsgericht Berlin bestätigt FSM-Bewertung von JusProg

Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Eilverfahren entschieden, dass die FSM bei der Bewertung von JusProg als geeignetes Jugendschutzprogramm ihren Beurteilungsspielraum nicht überschritten hat.

Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) hatte im Mai die Anerkennung durch die FSM für unwirksam erklärt. Das Gericht geht nun vorläufig davon aus, dass die Entscheidung der KJM rechtswidrig ist. Der Beschluss bestätigt, dass ein Jugendschutzprogramm auch dann geeignet im Sinne des Gesetzes sein kann, wenn es nur für ein Betriebssystem verfügbar ist. Eine plattform- und systemübergreifende Verfügbarkeit ist damit gerade nicht gefordert. Zu diesem Ergebnis kommt das Gericht nach einer umfassenden Analyse der gesetzlichen Grundlagen im Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV).

Für Anbieter von Online-Inhalten bedeutet die Entscheidung, dass die Kennzeichnung von entwicklungsbeeinträchtigenden Websites mit einer technischen Alterskennzeichnung („age-de.xml-Label“) bis auf weiteres wieder rechtssicher möglich ist und sie nicht allein auf Sendezeitbeschränkungen angewiesen sind.

https://www.fsm.de/de/presse-und-events/eilverfahren-jusprog

Vgl.:
https://webschauder.de/jugendschutzfilter-kjm-contra-jusprog/

Australien: Erste „dynamische“ Sperrverfügung

Der Bundesgerichtshof in Sydney hat eine weitere Sperrverfügung gegen Streaming- und Torrent-Websites verhängt. Die Verordnung zielt auch auf eine Liste von Proxies, Mirrors und ähnlichen Websites ab. Die Liste kann ohne ein neues Gerichtsverfahren erweitert werden, solange die ISPs keinen Widerspruch einlegen.

https://torrentfreak.com/foxtel-obtains-first-dynamic-injunction-against-torrent-streaming-proxy-sites-190827/

Indien: Weitere Sperrungen

Der High Court of Madras hat eine einstweilige Verfügung erlassen, mit der Dutzende von ISPs aufgefordert werden, 1.129 Seiten zu blockieren, um einen einzigen Film zu schützen, der aktuell weltweit veröffentlicht wird.

In einem anderen Verfahren hat Warner Bros. mehrere einstweilige Verfügungen erhalten, die ISPs in Indien zwingen, große „Piraten“-Seiten wie EZTV, TorrentDownloads, Zooqle, Monova, Tamilrockers etc. zu sperren. Dabei handelt es sich um dauerhafte Sperrverfügungen, die variiert werden können, um der Umgehung entgegenzuwirken. In einigen Fällen wurden auch Domain-Suspensionen angeordnet.

https://torrentfreak.com/indian-high-court-orders-isps-to-block-1129-sites-to-protect-one-movie-190808/
https://torrentfreak.com/warner-bros-obtains-blocking-orders-against-major-pirate-sites-190813/

Irland: Dynamische Sperrverfügung

Die Premier League hat vom irischen Handelsgericht eine einstweilige Verfügung erhalten, wonach Pirateriestreams ihrer Fußballspiele von lokalen ISPs blockiert werden müssen. In diesem Rahmen werden die ISPs Eircom, Sky, Virgin und Vodafone auf Echtzeitinformationen reagieren, die von den Anti-Pirateriepartnern der Liga zur Verfügung gestellt werden. Die einstweilige Verfügung spiegelt ein ähnliches Programm wider, wie in Großbritannien.
Laut einem Bericht der Irish Times werden die IP-Adressen von Streaming-Hosts während der laufenden Spiele mindestens zweimal aktualisiert, so dass ISPs in der Lage sind, ihren Abonnenten den Zugriff auf die Standorte zu verwehren. Nach Beendigung der Spiele sollen die Sperrmaßnahmen beendet werden.
https://torrentfreak.com/premier-league-wins-new-isp-piracy-blocking-order-190716/

Netzfilter: In Schulen üblich

Neun von zehn Schulen (88 Prozent) nutzen technische Schutzmöglichkeiten, um den Internetzugang zu begrenzen und den Aufruf bestimmter Seiten und Anwendungen zu blockieren, etwa mittels Filter-Software oder Proxy-Lösungen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von mehr als 500 Lehrerinnen und Lehrern im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. In der Lehrerschaft stoßen Netzsperren auf breite Zustimmung. Fast ausnahmslos alle Lehrerinnen und Lehrer (99 Prozent) finden den Einsatz technischer Schutzmechanismen an Schulen grundsätzlich sinnvoll.
https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/neun-von-zehn-Schulen-gibt-es-Netzsperren