Archiv der Kategorie: Filter / Sperrungen

Niederlande: Sperre rechtens – Sieg für BREIN

Nach einem jahrelangen Verfahren, bei dem auch der EuGH beteiligt war, hat nun der Gerichtshof in Amsterdam in der Hauptsache entschieden, dass von den Providern der Zugang zu The Pirate Bay gesperrt werden muss.
Die beiden ISPs, Ziggo und XS4ALL, müssen sowohl die Domäne als auch die IP-Adressen von The Pirate Bay sperren. Wenn neue IP-Adressen und Domänennamen von TPB und seinen Proxys auftauchen, können sie von BREIN zur Sperrliste hinzugefügt werden.
Die ISPs wurden auch zur Zahlung der Prozesskosten von BREIN verurteilt, die sich auf mehr als 250.000 Euro für Ziggo und etwa 60.000 Euro für XS4ALL belaufen.

https://stichtingbrein.nl/hof-amsterdam-wijst-blokkering-van-the-pirate-bay-toe/

https://uitspraken.rechtspraak.nl/inziendocument?id=ECLI:NL:GHAMS:2020:1421

Nachtrag 08.06.2020
Weitere Hintergrundinformationen unter:
https://stichtingbrein.nl/arrest-gerechtshof-amsterdam-rekent-af-met-alle-verweren-tegen-blokkering/

Dänemark: Rights Alliance verbessert Sperrabkommen mit den ISPs

Die dänische Anti-Piraterie-Gruppe Rights Alliance hat eine neue Version des Verhaltenskodex, in dem sich alle lokalen Internet-Provider freiwillig bereit erklären, Piraterieseiten zu sperren, wenn es eine einzige gültige Gerichtsentscheidung gegen einen einzelnen ISP gibt.
Die neue Vereinbarung macht es für die Rights Alliance leichter und schneller, die Sperrung von Websites ohne gerichtliche Genehmigung auszuweiten. Zum Beispiel, wenn neue Proxy-Sites erscheinen.
Zudem können nun auch .dk-Domains gesperrt werden.

https://torrentfreak.com/rights-alliance-reinforces-pirate-site-blocking-agreement-with-danish-isps-200601/

Niederlande: Pirate Bay-Sperre funktioniert

Nach Angaben von Torrentfreak sollen neue Untersuchungen aus den Niederlanden zeigen, dass die Pirate Bay-Sperre wirkt. Etwa 80% der Befragten gehen nicht mehr auf die Seite. Diese Erfolgsquote dürfte zum Teil auf die dynamischen Sperren zurückzuführen sein, die derzeit über 181 Domains umfassen.
Was die ehemaligen Pirate Bay-Nutzer stattdessen tun, war nicht Bestandteil der Studie.

https://torrentfreak.com/most-pirate-bay-users-stay-away-from-the-site-after-isp-blockades-200509/

Dänemark: Viele Sperren, viele VPN-Nutzer

Die dänische Anti-Piraterie-Gruppe Rights Alliance hat mitgeteilt, dass sie im Jahr 2019 insgesamt 141 Piraterieseiten von lokalen ISPs blockieren ließ.
Die Besuche auf diesen Seiten sind im Jahr 2019 um 40% zurückgegangen. Allerdings liegt der Anteil der dänischen 15- bis 74-Jährigen, die Filme und Fernsehserien herunterladen oder streamen, seit 2016 stabil bei 10 Prozent.
Eine Erklärung dafür die verbreitetet VPN-Nutzung: 17% der dänischen Internetnutzer verwenden ein VPN; bei denjenigen, die selber zugeben Piraterie zu betreiben, sind es 44%.

https://torrentfreak.com/denmark-blocked-141-pirate-sites-in-2019-but-pirates-are-bypassing-the-system-200503/

 

Australien: Filmstudios erhalten umfangreiche Sperrverfügung

Ein australisches Bundesgericht hat eine einstweilige Verfügung zur Sperrung von 86 Webseiten mit 115 Domains wegen Piraterie erlassen.
Der Antrag, der von der MPA, Netflix sowie weiteren Studios eingereicht wurde, zielt auf Torrent-Sites, Streaming-Portale, Untertitel-Sites und verschiedene Entsperrungs- oder Proxy-Plattformen ab. Alle müssen von 50 lokalen ISPs unzugänglich gemacht werden.

https://torrentfreak.com/major-movie-studios-obtain-blocking-injunction-against-115-pirate-domains-200422/

Nach fast 17 Jahren: LMA kümmert sich um Pornowebseiten

Am 1. April 2003 trat der Jugendmedienschutzvertrag in Kraft. Danach haben die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) und die Landesmedienanstalten die Aufgabe, sich um Jugendschutzverstöße im Netz zu kümmern.
Nun ist es endlich soweit: Die Landesmedienanstalt NRW will den Jugendschutz im Internet konsequenter durchsetzen.
Auf Anfrage der taz sagt Tobias Schmid, der LMA-Chef, seine Behörde gehe zur Zeit gegen Pornhub und drei weitere der reichweitenstärksten Plattformen für pornographische Inhalte vor. Die Pornoseiten sollen ihren Content für Minderjährige unzugänglich machen. Andernfalls droht die Aufsichtsbehörde mit Sperrung der Seiten in Deutschland.

Bereits Ende des vergangenen Jahres leitete die LMA in Absprache mit den zypriotischen Behörden ein Verfahren gegen Pornhub und drei andere Plattformen mit Sitz in Zypern ein. Eine der Plattformen wurde offenbar durch die KJM inzwischen als jugendgefährdend eingestuft. Pornhub und die zwei übrigen Plattformen dürften in den kommenden Wochen ebenfalls dazu aufgefordert werden, den Jugendschutz effektiv durchzusetzen, oder ihre Plattform abzuschalten.
Falls die Plattformen und deren Rechenzentren dieser Aufforderung nicht nachkommen, kündigt Tobias Schmid an, sich direkt an Internetanbieter wie Telekom oder Vodafone zu wenden, um eine Sperrung durchzusetzen.

https://taz.de/Porno-im-Netz-und-Jugendschutz/!5668578/

„Zuschauen statt Sperren“ – Zum Jahresbericht 2019 der eco Beschwerdestelle

Als „effektiv und nachhaltig“ beschreibt eco im aktuellen Jahresbericht der Beschwerdestelle den Ansatz „Löschen statt Sperren“.
Ein genauer Blick in das gelieferte Zahlenwerk entlarvt dies als dreiste Behauptung, die durch die Zahlen nicht gedeckt wird. Mehr Fälle werden nämlich immer langsamer gelöscht. Mal wieder hat sich die Bilanz der Beschwerdestelle verschlechtert.

50 % mehr Beschwerden
Mit 4.654 Fällen hat die eco Beschwerdestelle im Jahr 2019 den höchsten Wert an berechtigten Beschwerden in ihrer Geschichte verzeichnet. Im Vergleich zum Vorjahr (2018: 3.097 Fälle) ist die Anzahl der berechtigten Beschwerden um 50,3 % angestiegen (ausgenommen Beschwerden über E-Mail-Werbung).

Der Schwerpunkt der Beschwerden lag wieder im Bereich der Kinderpornographie:

Es dauert immer länger bis gelöscht wird „Zuschauen statt Sperren“ – Zum Jahresbericht 2019 der eco Beschwerdestelle weiterlesen

Frankreich: ISPs sperren Dutzende von Piratenseiten

Wie erst jetzt bekannt wurde, hat ein Pariser Gericht, auf Antrag der Filmwirtschaft, am 16. Januar 2020 entschieden, dass mehrere ISPs, darunter Bouygues Télécom, Free, Orange und SFR, den Zugang zu 36 Piraterieseiten mit insgesamt 79 Domains für 18 Monate sperren müssen.
Bei der überwiegenden Mehrheit handelt es sich offenbar um Streamingseiten mit den zusätzlichen Torrent-Indizes YTS und EZTV.
https://torrentfreak.com/french-isps-block-dozens-of-pirate-sites-following-movie-industry-action-200305/

Spanien: Dynamische Sperrverfügung

Ein spanisches Gericht hat die lokalen ISPs dazu verpflichtet, Piraterieseiten und -dienste zu sperren, vor allem um die unlizenzierte Verbreitung von Live-Fußballspielen zu verhindern.

Alle ISPs müssen Telefónica Audiovisual Digital benachrichtigen, wenn sie diese Seiten blockiert haben. Darüber ist es dem Sender erlaubt, den ISPs jede Woche neue Sites, URLs, Domains und IP-Adressen zur Sperrung mitzuteilen, ohne dass sie das Gericht um Erlaubnis bitten müssen.
„Die Sperrung der neuen Web-Ressourcen (URLs, Domains oder IP-Adressen) muss unter Zugriff in den Protokollen HTTP und HTTP erfolgen, und zwar innerhalb eines Zeitraums von maximal drei Stunden nach der Benachrichtigung über die neue Auflistung“.

https://torrentfreak.com/court-gives-dynamic-pirate-site-blocking-the-green-light-in-spain-200220/

Cloudflare sperrt ddl-music.to

Wie Tarnkappe berichtet, sperrt Cloudflare den Zugang zu der offensichtlich rechtswidrige Download-Plattform ddl-music.to.
Angezeigt wird lediglich die Fehlermeldung „Error HTTP 451 – Unavailable For Legal Reasons“.
Zuerst schien es, dass die Sperre nur in Deutschland bestand, nun ist sie aber länderübergreifend.

https://tarnkappe.info/ddl-music-to-cloudflare-sperrt-deutschen-surfern-den-zugang/