Archiv der Kategorie: Filter / Sperrungen

Spanien: Erneute Sperrungen

Nach einer Beschwerde verschiedener Hollywood-Studios hat ein spanisches Gericht die ISPs Telefonica, Vodafone, Ono und Orange angewiesen, den Zugriff auf die spanischsprachigen Seiten Exvagos1.com, Seriesdanko.to, Seriespapaya.com, Cinecalidad.to, Repelis.live, Pelispedia.tv, Cliver.tv, Descagasdd.com und Pepecine.me zu sperren.
https://torrentfreak.com/spains-pirate-site-blocklist-expands-following-hollywood-complaint-190623/

Dänemark: Gericht ordnet Sperre von „The World News“ an

Das Gericht in Fredriksberg hat den Internet-Provider TDC dazu verpflichtet, das Nachrichtenportal „The World News“ zu sperren. Nach dem dänischen ISP-Verhaltenskodex werden nun auch die anderen große ISPs in Dänemark die Seite sperren.

„The World News“ veröffentlicht Artikel von Nachrichten-Websites aus der ganzen Welt, oft mit Fotos aber ohne irgendeine Erlaubnis der Rechteinhaber.
Die World News positioniert sich als dezentrale Anti-Fake-Nachrichtenplattform, die auf einer Blockchain aufbaut und den Lesern „verifizierte“ Nachrichten liefert. Letztendlich werden aber nur Artikel anderer Seiten abgebildet, die angebliche Verifizierung bleibt völlig unklar.
Ansonsten entspricht die Seite einer üblichen Piraterieseiten: Impressum gibt es nicht, aber Werbung kann man dort schalten. Aktuell wird die Seite von Google mit Werbung versorgt:

https://rettighedsalliancen.dk/2019/06/18/ulovlig-internettjeneste-blokeres-i-samarbejde-mellem-rettighedsalliancen-og-danske-medier/

https://torrentfreak.com/court-orders-danish-isps-to-block-copyright-infringing-news-site-190621/

Großbritannien: AVS-Pflicht wohl erneut verschoben

Nach Angaben von Sky News soll das Altersverifikationsprogramm der Regierung für Pornoseiten zum dritten Mal verschoben werden. Die Regierung hat es wohl versäumt, die Europäische Kommission bei der Festlegung der Leitlinien der Regulierungsbehörde im Parlament Ende 2018 zu informieren. Man rechnet mit einer Verschiebung von 6 Monaten. Eigentlich sollte die Regelung am 15. Juli in Kraft treten.

Eine offizielle Erklärung auf der Seite des Ministeriums oder des BBFC gibt es nicht. Die BBFC-Internetseite für diesen Bereich, www.ageverificationregulator.com, gibt noch den 15. Juli als Starttermin an.

https://news.sky.com/story/porn-age-verification-scheme-delayed-for-third-time-11745544

Indien: Umfangreiche Sperranordnung zur Cricket Weltmeisterschaft

Die ICC Cricket-Weltmeisterschaft 2019, die derzeit in England und Wales stattfindet, soll am 14. Juli 2019 enden. Die Rechte an Audioübertragungen werden von der in Indien ansässigen Channel 2 Group gehalten. Um die Bedrohung nicht lizenzierter Piraterie-Streams zu bekämpfen, hat der Oberste Gerichtshof in Delhi eine umfassende Sperranordnung erlassen, die Websites, Radio-Plattformen, ISPs und sogar Suchmaschinen umfasst.

https://torrentfreak.com/india-court-hands-down-cricket-world-cup-piracy-blocking-order-190611/

LG München: Telekom muss Zugang zu urheberrechtsverletzender Website sperren

In einem Rechtsstreit mehrerer Tonträgerhersteller gegen die Telekom Deutschland GmbH hat das LG München entschieden, dass die Telekom, die als Internet Service Provider den Zugang zu nachweislich urheberrechtsverletzenden Websites wie goldesel.to ermöglicht, den Zugang zu der Website mittels DNS-Blocking sperren muss.
Erstmals ist dies in einem Hauptsacheverfahren entschieden worden. Das Urteil steht in einer Reihe mit der aktuellen Rechtsprechung des OLG München, nach der Vodafone den Zugang zu der illegalen Webseite kinox.to sperren muss.

Strukturell rechtsverletzende Webseiten verfügen in der Regel über kein Impressum und keine zustellungsfähige Adresse. Den Betreibern geht es darum, rechtsverletzende Inhalte anzubieten, um damit einen hohen Internet-Traffic und Werbeerlöse durch das Schalten von Werbebannern etc. zu generieren.
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Zippyshare sperrt Nutzer weiterer Länder

Normalerweise wird in einzelnen Ländern der Zugriff auf urheberrechtsverletzende Seiten gesperrt. Dies geht aber auch andersherum. Der Filehoster Zippyshare sperrt inzwischen Besucher aus drei Ländern aus (Großbritannien, Deutschland und Spanien). Wieso ist unklar. Die Nutzer erhalten die Fehlermeldung „HTTP 403 Verboten“.

https://torrentfreak.com/zippyshares-forbidden-message-spreads-to-spain/

Jugendschutzfilter: KJM contra JusProg

Für die Anerkennung von Jugendschutzprogrammen im Internet ist die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V. (FSM) zuständig (§ 11 Abs. 1 S. 2 JMStV). Die KJM prüft nur, ob die Selbstkontrolle dabei ihren gesetzlichen Beurteilungsspielraum eingehalten hat.

Genau dies hat die KJM nun getan und der FSM vorgeworfen, bei der Anerkennung des Jugendschutzprogramms JusProg den rechtlichen Grenzen ihres Beurteilungsspielraums überschritten zu haben:
„Die FSM hätte nach Überzeugung der KJM bei ihrer Eignungsprüfung dem Umstand Rechnung tragen müssen, dass das Programm „JusProg“ wesentliche Teile der Nutzung von Medieninhalten durch Minderjährige nicht erfasst, da es ausschließlich für Windows-PC mit Chrome Browser ausgelegt ist. Gleichwohl sind Anbieter durch die Eignungsanerkennung aber umfassend privilegiert – sie können ihre mit einer Alterskennzeichnung versehenen Angebote ohne sonstige Schutzvorkehrungen verbreiten, obwohl gerade auf den von Kindern und Jugendlichen meist genutzten mobilen Endgeräten und Betriebssystemen eine Auslesung der Alterskennzeichnung nicht möglich ist.
Andernfalls sind Kinder und Jugendliche gerade dort ungeschützt, wo sie sich in ihrem digitalen Alltag aufhalten und es würde eine signifikante Schutzlücke entstehen, die mit dem Ziel eines effektiven Jugendschutzes schlicht nicht vereinbar ist.“ Jugendschutzfilter: KJM contra JusProg weiterlesen

Australien: Google entfernt Piraterieseiten aus den Suchergebnissen

Aufgrund einer Vereinbarung mit Rechteinhabern und ISPs hat Google sich freiwillig bereit erklärt, 832 Piraterieseiten aus den Suchergebnissen zu entfernen.

Hintergrund ist ein 2018 verabschiedetes Gesetz, welches auch Suchanbieter zwingt, Links zu Webseiten, die in Gerichtsbeschlüssen aufgeführt sind, aus den Suchergebnissen zu entfernen.
Da nicht alle Sperrentscheidungen unter dem neuen Gesetz gefallen sind, hätte es wohl weiterer Verfahren bedurft, damit Google die Seiten aus älteren Sperrentscheidungen aus den Suchergebnissen entfernt. Dies hat man sich mit der Vereinbarung gespart.

Bei Tests von Torrentfreak, tauchten aber noch Suchergebnisse zu Seiten auf, die Gerichte gesperrt hatten.

https://torrentfreak.com/google-de-indexes-832-pirate-sites-from-australia-search-results-190513/

Lumen-Datenbank erschwert den Zugang zu illegalen Inhalten ein wenig

Die Lumen-Datenbank ist eine u.a. von Google gefütterte Datenbank, die Links zu illegalen Inhalten anzeigt, deren Verlinkung bei den Google-Suchergebnissen nicht mehr zu direkt zu sehen sind. Stattdessen muss man am Ende der Suchergebnisse einem Link zur URL des illegalen Inhaltes folgen.

Abbildung: Direkte Verlinkung bei den Google-Suchergebnissen zu Lumen.

Lumen hat nun den Zugang zu kompletten URLs etwas eingeschränkt. Diese erhält man nur noch bei Meldung einer E-Mail oder einer Akkreditierung. Ohne diesen Umweg ist nur noch zu sehen wie viele URLs zu der jeweiligen Domäne gemeldet wurden.

https://torrentfreak.com/lumen-database-restricts-access-to-dmca-notices-plans-to-expand-190510/