Archiv der Kategorie: Bad Boys (?)

Social Media unternimmt kaum etwas gegen Troll-Konten

Laut einer Studie des Strategic Communication Centre of Excellence (Stratcom) der Nato ist es nach wie vor möglich, sich für kleines Geld gefälschte Meinungsmacht für die großen sozialen Netzwerke zu kaufen. Gelöscht wird fast nichts.

Die Stratcom hatte sich für nur 300 Euro bei kommerziellen „Manipulation Service Providers“ 3530 Kommentare, 25.750 Likes, 20.000 Seitenabrufe und 5100 Follower bei Facebook, Instagram, Twitter und YouTube gekauft.
Vier Wochen nach den getätigten Deals waren noch 80 Prozent der bezahlten Aktivitäten online.
Selbst als die Experten einen Teil der gefälschten Konten den Betreibern meldeten, wurden lediglich 5 Prozent davon binnen 3 Wochen gelöscht.

https://www.heise.de/newsticker/meldung/95-Prozent-der-gemeldeten-Troll-Konten-bleiben-bei-Facebook-Co-online-4608030.html

Anzeige in Irland: Google heimliche Datensammlung

Brave, ein Konkurrent Google Chrome hat wohl der irischen Datenschutzbehörde einen konkreten Beweis vorgelegt, „dass das Ad-System von Google personenbezogene Daten übermittelt hat“.

Mit Hilfe von versteckten Webseiten soll Google personenbezogene Daten ausspähen, die dann auf Googles auktionsbasierten Marktplatz für Werbungen „Authorized Buyers“ (früher DoubleClick) gehandelt werden.

„Das Werbesystem von Google DoubleClick/Autorized Buyers ist auf über 8,4 Millionen Websites aktiv. Es überträgt personenbezogene Daten über Besucher dieser Websites an mehr als 2.000 Unternehmen, Hunderte von Milliarden Mal am Tag“, sagte Dr. Johnny Ryan von Brave.

Was dann weiter mit den Daten, die personenbezogene Angaben „wie Rasse, Gesundheit und politische Orientierung der Nutzer“ enthalten, passiert ist unklar.

https://www.euractiv.de/section/digitale-agenda/news/neue-beweise-belasten-google/

USA: 14 Jahre für Fake-Abmahnungen

Ein US-Gericht hat in einem ersten Urteil gegen zwei Anwälte einen der beiden zu 14 Jahren Gefängnis und 1,5 Millionen US-Dollar Schadenersatz verurteilt.
Die beiden hatten unter anderem mit fingierten Urheberrechtsverletzungen bei eigenen Pornofilmen Millionen Dollar an Vergleichszahlungen von Tauschbörsennutzern erpresst.
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Copyright-Falle-mit-Pornos-US-Anwalt-zu-hoher-Haftstrafe-verurteilt-4447334.html

Facebook nutzt Sponsoring als Druckmittel in Expertengruppe

Nach Angaben von vier Mitgliedern einer hochrangigen EU-Expertengruppe gegen Desinformation soll Facebook durch mündliche Drohungen in den Pausen der Verhandlungen Mitglieder der Gruppe davon abgebracht haben, härtere Maßnahmen gegen die zunehmenden Desinformationen im Netz zu entwickeln.
So soll Facebook bei zu harter Regulierung damit gedroht haben, die Unterstützung für journalistische und akademische Projekte einzustellen.

Die Gruppe gegen Desinformation war mit insgesamt 39 Experten besetzt, davon mindestens zehn Personen, die von den Plattformen direkt oder indirekt Geld erhalten.
Insoweit verwundert es nicht, dass die Expertengruppe vor allem empfiehlt, die Plattformen sollten sich freiwillig und selber regulieren und Bürgerinnen und Bürger ihre Medienkompetenz stärken, um Desinformationen zu erkennen.

Facebook hat über eine Agentur mitteilen lassen, dass dies eine „bewusste Falschdarstellung“ sei.

https://www.buzzfeed.com/de/nicoschmidt/eu-europawahl-desinformation-facebook-google-social-media

Facebook: unabsichtlich geklaut

Facebook hat bei einigen Neuanmeldungen User aufgeforderte, ihr Passwort für ihren E-Mail-Dienst direkt bei Facebook einzugeben. Danach hat Facebook sämtliche E-Mail-Kontakte der neuen Nutzer in seine Cloud geladen.
Eine Einwilligung der User lag nicht vor, sie wurden auch nicht darüber informiert.
Facebook gab zu, die Kontakte von bis zu 1,5 Millionen Nutzer auf die eigenen Server geladen zu haben. Man will diese wieder löschen.
https://futurezone.at/digital-life/facebook-klaut-millionen-e-mail-kontakte/400469977

Australien: Sperre von IPTV-Sender verlangt

Der Fernsehsender International Media Distribution (IMD) hat bei einem australischen Bundesgericht Klage gegen den auf italienische, griechische und arabische Programme spezialisierten IPTV-Anbieter Reelplay eingereicht. IMD und zwei weitere Antragsteller behaupten, dass der IPTV-Dienst nicht lizenziert ist. Mehr als 50 ISPs sollen die Plattform in Zukunft blockieren.
https://torrentfreak.com/reelplay-iptv-service-faces-blocking-action-in-aussie-court-190228/

Russland: Content Delivery Networks als Piraterielieferanten

Ein Bericht des Moskauer Cybersicherheitsunternehmens Group-IB, der TorrentFreak vorliegt, zeigt, dass 80% der raubkopierten Filme in Russland inzwischen gestreamt werden, bei Fernsehsendungen sogar 90%.
In 87% der Fälle erscheinen die öffentlichen illegalen Kopien zuerst auf Torrent-Websites, bevor sie auf anderen Plattformen angeboten werden.
Dabei werden mittlerweile Tausende von Webseiten über Piraterie Content Delivery Networks (CDN) mit Inhalten versorgt. Group-IB hat 15 solche CDN-Anbieter identifiziert, davon vier große Unternehmen. Eines der CDNs hat rund 300.000 Dateien, die auf mehr als fünf Petabyte Serverspeicherplatz liegen.

Diese Server liegen allerdings meistens nicht in Russland, sondern in Europa und da insbesondere in niederländischen Datacentern in der Nähe der Internet-Backbones.

Die CDNs bieten aber nicht nur Speicherplatz, sondern zusätzliche Dienstleistungen wie Werbung (Wetten und Online-Casinos) oder Updateservices für neue Filme und Filmbeschreibungen.

https://torrentfreak.com/pirate-powered-cdns-operate-innovative-illicit-streaming-model-190203/

Abzocker untereinander

Tarnkappe.info berichtet, dass aktuell Piraterieseiten in anderen Ländern registriert werden und dann die Originale mit DDoS Attacken außer Gefecht gesetzt werden.
Dir „neu“ registrierte Seite präsentiert sich dann als legitimer Nachfolger. Besucher erhalten für die Nutzung Schadsoftware auf ihren Rechner geliefert und werden dann teilweise auch noch an der DDoS-Attacke gegen die ursprüngliche Seite beteiligt. Der Nutzer verstößt somit nicht nur gegen das Urheberrecht, sondern auch noch gegen § 303b des Strafgesetzbuches.
Tarnkappe beschreibt dies am Fall Filmpalast, weist aber auch daraufhin, dass die Täter es auch noch auf StreamCloud und Movie2k abgesehen haben.

https://tarnkappe.info/klon-von-filmpalast-to-mit-ekelhafter-strategie/

Kryptowährungen bei Cyberkriminellen beliebt

Nach einer Studie der Cybersicherheitsfirma CipherTrace haben Kriminelle in den ersten neun Monaten des Jahres Bitcoin und andere Kryptowährungen im Wert von einer knappen Milliarde Dollar erbeutet; 250% mehr als im Vorjahr.
Es gäbe zudem eine hohe Dunkelziffer, da zahlreiche Krytowährungs-Diebstähle gar nicht öffentlich gemacht würden.
Außerdem würden digitale Devisen zunehmend zur Geldwäsche genutzt.

https://futurezone.at/digital-life/cyberkriminelle-nehmen-verstaerkt-kryptowaehrungen-ins-visier/400142105

Anatomie eines Politik-Hacks Teil 2 – Die Organisation des Hacks

Wie in einem vorangegangenen  Artikel erwähnt, war in erster Linie die Kampagne von saveyourinternet.eu für das Fluten der Postfächer von EU Abgeordneten mit vorgefertigten Mails, ihrer Twitter Accounts mit automatisierten Tweets und ihrer Telefone mit vermittelten Telefonaten inkl. Gesprächsleitfaden verantwortlich.

 

Wer steckt hinter safeyourinternet.eu?
Die Kampagne wurde von der Organisation Copyright für Creativity (C4C) und dessen Sekretariat N-Square organisiert. Das C4C hat 42 Mitglieder (EFF, Edri, BEUC etc.) und wird nach eigenen Angaben im Wesentlichen von der Open Society Foundation (der Stiftung von George Soros) und der Computer & Communications Industry Association finanziert. Mitglieder dieser amerikanischen Industrievereinigung sind u.a. Amazon, Cloudflare, Facebook, Mozilla, Google oder Uber.

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