Archiv der Kategorie: Alle (Deutsch)

Frankreich: Datenschutzbehörde setzt Google unter Druck

Da Google das „Recht auf Vergessen“ nur unzureichend umsetzt, hat die französische Datenschutzbehörde CNIL nun Google aufgefordert binnen 15 Tagen Löschungen nicht nur auf französischen und europäischen URLs (google.fr etc.), sondern auf allen URLs (bspw. Google.com) durchführen.
Sollte Google dies tun, ist der Vorgang für die CNIL erledigt, ansonsten droht ein offizielles Verfahren nebst Strafen.

Die Unsinnigkeit von Googles länderspezifischen Löschungen hatte auch ein kanadisches Gericht 2014 bemängelt und eine Löschung auf allen Google-Suchmaschinenseiten verlangt.

www.cnil.fr/english/news-and-events/news/article/cnil-orders-google-to-apply-delisting-on-all-domain-names-of-the-search-engine/

www.webschauder.de/kanadisches-gericht-fordert-google-zu-einer-weltweiten-sperre-auf/

Coppersurfer: Auskunftsrechte zu Torrent-Tracker

Bei Verletzungen des Urheberrechtes haben Rechteinhaber die Möglichkeit von Dienstleistern der illegalen Angebote Auskünfte über den Täter zu verlangen.
Bezüglich des BitTorrent-Trackers Coppersurfer wurde dieses Recht von der niederländischen Anti-Piraterieorganisation BREIN genutzt. Nach der Klage zog der Tracker nach Deutschland um zu der in Hürth ansässigen PlusServer AG. Diese wurde nun wohl vom LG Hamburg zur Auskunft verpflichtet.
Diesmal zog nicht die Seite um, sondern sie bekam einen neuen Besitzer: Stand 12.6.2015 liegt die Seite weiterhin bei PlusServer und gehört der griechischen Piratenpartei.

coppersurfer

Da nun die Beteiligten bekannt sind dürften sich die Auskunftsverfahren erledigt haben. Spannend werden die nächsten Schritte.

www.gulli.com/news/26128-piratenpartei-uebernimmt-bittorrent-portal-coppersurfer-2015-06-11

www.webschauder.de/niederlande-hoster-kuendigt-einem-der-groessten-bittorrent-tracker/

USA: Auch Cloudflare muss Unterstützung von Grooveshark beenden

Auf Antrag der RIAA (Recording Industry Association of America) hat ein Gericht in New York entschieden, dass die Einstweilige Verfügung gegen die Unterstützung des Grooveshark-Nachfolgers auch für das Content Delivery Network Cloudflare gilt. USA: Auch Cloudflare muss Unterstützung von Grooveshark beenden weiterlesen

Internetpiraterie: Weiterhin hohe Werbeeinnahmen

Die amerikanische „Digital Citizens Alliance“ hat erneut die Einnahmen der Piraterieseiten durch Werbung untersucht.  Basis der Untersuchung sind fast 600 Angebote zu denen es regelmäßig Take-Down-Notices bei Google gibt.

Der Titel „Good Money Still Going Bad“ zeichnet das Ergebnis wieder: Mit einem geschätzten Umsatz in Höhe von 209 Mio. US$ (188 Mio. €) liegt der Umsatz in etwa in der Höhe des Vorjahres (227 Mio. US$). Internetpiraterie: Weiterhin hohe Werbeeinnahmen weiterlesen

Britische Sperren wirken

Eine neue Studie aus den USA zeigt, auf Basis von zusammengefassten Daten der Internetnutzung von britischen Konsumenten, dass die alleinige Sperre von The Pirate Bay keine Auswirkung auf den legalen Medienkonsum im Internet hatte. Die Konsumenten nutzen stattdessen VPNs oder andere illegale Angebote. Bei einer Sperren von 19 wichtigen Piraterieseiten, zeigt sich eine positive Wirkung: Die Nutzung legaler Angebote (wie Netflix) steigt um durchschnittlich 12 %. Da die Studie nur die Internetnutzung erfasst, sind Auswirkungen auf den physischen Vertrieb von DVD und Blu-rays nicht untersucht worden. Auch die Größenordnung der Sperrungen wurde durch Gerichtsentscheidungen vorgegeben. Es konnte also nicht untersucht werden, ob positive Auswirkungen beispielweise schon entstehen, wenn nur die 10 wichtigsten Seiten gesperrt wurden. Britische Sperren wirken weiterlesen

Internet Traffic: Bedeutung der illegalen Angebote

Eine neue Cisco Studie (Visual Networking Index) untersucht die Bestandteile des Internet-Traffics und  dessen Entwicklung bis 2019.

Bezüglich der illegalen Verbreitung von urheberrechtlich geschützten Inhalten werden nachfolgende Ergebnisse veröffentlicht:

  • 18,1 % des Internetverkehrs der Konsumenten entfällt auf File-Sharing und P2P.
  • Bis 2019 wird sich die gesamte Menge dieser Daten (etwa 6.000 PB) weltweit nicht ändern. Auch in Westeuropa bleibt die Menge bei minus 3 % bis 2019 annähernd konstant.
  • Die Verbreitungsformen verschieben sich: In 2014 wurden 84% dieser Daten über P2P-Netzwerke und 16 % über andere „File Tranfers“ verbreitet. Diese steigen um 19 %, während sich P2P um 6% reduzieren wird. Im Ergebnis geht man für 2019 von 62% P2P und 38 % anderem „File Transfer“ aus.

www.cisco.com/c/en/us/solutions/service-provider/visual-networking-index-vni/index.html

Großbritannien: Illegale Sportstreaming- und E-Book-Angebote gesperrt

Der britische High Court hat sechs britische Zugangsprovider dazu verpflichtet, drei illegale Sportstreaming-Angebote zu sperren. Antragsteller waren der englische Fußballverband sowie die Vertreter der Premier League.
Zu einer der Seiten lag auch eine Beschwerde bei der  Registrierungsstelle für „.eu“-Domains (EURid) vor. Trotz der Rechtsverstöße hat EURid die Seite aber wieder freigegeben.

Bereits einige Tage vor den Sperrungsverfügungen in Sachen Sportstreaming waren die Provider gerichtlich dazu verpflichtet worden, sieben illegale E-Book-Angebote zu sperren. Antragsteller in diesem Fall war der britische Verlegerverband.

http://torrentfreak.com/uk-piracy-blocklist-expands-with-sports-streaming-sites-150531/

http://torrentfreak.com/high-court-orders-uk-isps-to-block-ebook-sites-150527/

Tox: Erpressung mit Erlösbeteiligung

Im Tor-Netzwerk bietet der Dienst Tox kostenlose individualisierte Ransomware an, die den Zugriff auf Dateien oder den gesamten Rechner verhindert.
Nach einer Registrierung kann man angeben, wie viel Bitcoins man erpressen will und erhält dann einen ausführbare Datei nebst Word-Icon, berichtet McAfee.
Im nächsten Schritt muss man sich selber darum kümmern, dass der Erpresste die Datei erhält und installiert. Wenn die Installation erfolgreich durchgeführt wurde, ist der Rechner ganz oder teilweise blockiert und der Erpresste hat in Bitcoins zu zahlen. Die Zahlung selber läuft über Tor, die Software erstellt den entsprechenden Zugang dorthin. Die Bitcoins gehen allerdings erst einmal an Tox, dort wird vor der Auszahlung eine Umsatzbeteiligung von 30 % einbehalten.

https://blogs.mcafee.com/mcafee-labs/meet-tox-ransomware-for-the-rest-of-us

www.golem.de/news/tox-kostenloser-digitaler-erpressungsdienst-1505-114301.html  

http://de.wikipedia.org/wiki/Ransomware

YouTube: Unzählige kommerzielle Hörbücher im Angebot

Tarnkappe berichtet darüber, dass auf YouTube viele vollständige Hörbücher zu finden sind, darunter auch populäre Werke. In Anbetracht des Aufkommens hält Tarnkappe die Maßnahmen der Verlage für nicht ausreichend.
Allerdings wird auch erwähnt, dass Maßnahmen gegen illegale Angebote nicht umsonst zu haben sind. Wer nicht will, dass seine Werke auf YouTube erscheinen, kann diese dort (aufwendig) suchen und melden oder sich von Google eine kostenpflichtige Content-ID erstellen lassen, mit der dann YouTube die illegalen Angebote identifizieren und löschen kann.

Fazit von Tankappe: „Gut geschützt ist als Rechteinhaber nur, wer zum eigenen Schutz Geld ausgibt.“

https://tarnkappe.info/youtube-unzaehlige-kommerzielle-hoerbuecher-im-angebot/