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Ministerielle Nachhilfe für die Denic

Die Verbraucherschutzministerien der Länder wollen verstärkt gegen Fake-Shops im Internet vorgehen. Nach Informationen von NDR und Süddeutscher Zeitung sprechen sich die Ministerien dafür aus, dass die Anmeldung von Internetseiten mit einer de-Domain künftig nur mit einer Identitätsprüfung möglich sein soll.

Über von der Denic vergebene de-Domains laufen die meisten Fake-Shops. Da die Denic sich weigert, hier aktiv zu werden, muss nun der Gesetzgeber eingreifen.

Die Denic erläutert auch heute noch, dass sie nichts unternehmen kann. Vielleicht erfährt sie ja jetzt durch die Presse, dass man die Daten der Anmelder überprüfen könnte.

https://www.denic.de/aktuelles/informationen-zu-fake-shops/, Abruf 24.05.2019.

 

https://www.presseportal.de/pm/6561/4278996

Vgl. auch: https://webschauder.de/die-denic-und-fakeshops-sorry-aber-da-kann-man-echt-nichts-machen/

Diskussion über Fakenews ist gefährlicher als die falschen Nachrichten!

Zwei Studien haben die Bedeutung von Fake-News mit völlig unterschiedlichen Ergebnissen untersucht.

Die Spenden und Crowdfunding finanzierte Organisation Avaaz hat in der Studie FAR RIGHT NETWORKS OF DECEPTION über 500 verdächtige Seiten und Gruppen auf Facebook gefunden, denen fast 32 Millionen Menschen folgten, die in den letzten 3 Monaten über 67 Millionen Kommentare, Likes und Shares generierten.
Zu Deutschland stellt die Studie fest, dass gefälschte Konten und Seiten die Reichweite der AfD erhöhen und Desinformationen über Facebook verbreiten. Man hat einen AfD-Politiker gefunden der anscheinend daran beteiligt ist (vgl. auch Artikel auf netzpolitik.org). Zudem hat man illegale Inhalte (Hakenkreuze, Holocaust-Leugner) auf Facebook gefunden.

Das Oxford Internet Institute (OII) hat nach einer kleinen Studie allerdings eine ganz andere Botschaft: „Desinformation in sozialen Netzwerken wird nicht so heiß gegessen, wie sie gekocht wird“. Zumindest sei die Europawahl offenbar „weder als Ziel, noch als Inhalt wahnsinnig attraktiv“ für Desinformationen. „Einzelne virale Storys, die sehr viele Menschen erreichen, könnten eine Wirkung haben“, doch die eigentliche Gefahr bestehe auf einem „Meta-Level“, nämlich in der überhitzten Debatte über die Macht von Desinformation.

Also bloß nicht mehr darüber diskutieren, sagt das OII, finanziert u.a. von Google, Facebook und OSF.

OII-Supporters

Facebook nutzt Sponsoring als Druckmittel in Expertengruppe

Nach Angaben von vier Mitgliedern einer hochrangigen EU-Expertengruppe gegen Desinformation soll Facebook durch mündliche Drohungen in den Pausen der Verhandlungen Mitglieder der Gruppe davon abgebracht haben, härtere Maßnahmen gegen die zunehmenden Desinformationen im Netz zu entwickeln.
So soll Facebook bei zu harter Regulierung damit gedroht haben, die Unterstützung für journalistische und akademische Projekte einzustellen.

Die Gruppe gegen Desinformation war mit insgesamt 39 Experten besetzt, davon mindestens zehn Personen, die von den Plattformen direkt oder indirekt Geld erhalten.
Insoweit verwundert es nicht, dass die Expertengruppe vor allem empfiehlt, die Plattformen sollten sich freiwillig und selber regulieren und Bürgerinnen und Bürger ihre Medienkompetenz stärken, um Desinformationen zu erkennen.

Facebook hat über eine Agentur mitteilen lassen, dass dies eine „bewusste Falschdarstellung“ sei.

https://www.buzzfeed.com/de/nicoschmidt/eu-europawahl-desinformation-facebook-google-social-media

OLG Celle zur Deckelung der Abmahnkosten bei P2P-Fällen

Nach Ansicht des OLG Celle ist die Deckelung der Abmahnkosten in P2P-Urheberrechtsfällen wirksam. Eine Ausnahme von dieser Deckelung kommt aber in Betracht, wenn die Verletzung vom üblichen Umfang abweiche. Dies sei dann der Fall, wenn besondere viele Rechtsverletzungen vorlägen oder die unerlaubte Veröffentlichung zeitnah zur legalen Erstveröffentlichung erfolgt. Dies sei aber nicht mehr der Fall, wenn die die Erstveröffentlichung fünf Monate vorab erfolgte.
[OLG Celle, 12.04.2019, Az.: 13 W 7/19]

https://www.dr-bahr.com/news/urheberrecht/deckelung-der-abmahnkosten-bei-p2p-urheberrechtsfaellen-wirksam.html

Zwei Piraterieseiten verschwinden

In den letzten Tagen haben zwei wichtige Piraterieseiten ohne Ankündigung oder gar Begründung geschlossen:

  • Egy.best war eine der meistbesuchten Film-Piraterie-Webseiten der Welt und besonders beliebt in arabischsprachigen Ländern.
  • Die einfach zu bedienenden Magnet-Torrent-Suchmaschine MagnetDL hat nach sieben Jahren geschlossen.

https://torrentfreak.com/torrent-site-magnetdl-shuts-down-190520/
https://torrentfreak.com/movie-piracy-giant-egy-best-shuts-down-190518/

 

USA: Illegaler IPTV-Dienst abgeschaltet

Die Alliance for Creativity and Entertainment (ACE) hat den IPTV-Anbieter OneStepTV.com geschlossen. One Step TV war im Jahr 2018 gestartet und wuchs auf rund 600 TV-Sender und 20.000 VOD-Inhaltean, die für 25 Dollar pro Monat oder weniger zu abonnieren waren.
Die Domain ist beschlagnahmt und informiert über die Schließung durch die ACE.
https://torrentfreak.com/mpaa-ace-shut-down-pirate-iptv-service-seize-domain-190517/

USA: RIAA verlangt Auskunft von Namecheap

Die RIAA versucht, den Betreiber der YouTube-Ripping-Seite YouTubNow zu überführen. Die beliebte Plattform erhält rund 15 Millionen Besuche pro Monat und verletzt die Urheberrechte von RIAA-Mitgliedern.
Die Musikindustriegruppe reichte deshalb in der letzten Woche eine DMCA-Vorladung an den Domain-Registrar der Website (NameCheap) bei einem Bundesgericht in Columbia ein.
„Wir glauben, dass Ihr Dienst[YouTubNow.com] in seinem Netzwerk hostet“, heißt es in einem nachfolgenden RIAA-Brief an NameCheap.
Die RIAA fordert nicht nur den Namen des Betreibers, die physische Adresse, die IP-Adresse, die Telefonnummer, die E-Mail-Adresse, die Zahlungsinformationen, die Kontoaktualisierungen und die Kontohistorie an, sondern schlägt auch vor, dass eine Kündigung der Domain des Dienstes in Ordnung sein könnte.
Nach Cloudflare und NoFile ist dies wohl die dritte DMCA-Vorladung, die die RIAA in den letzten Wochen gegen vermeintlich illegale Seiten erhalten hat.
https://torrentfreak.com/riaa-obtains-subpoena-to-unmask-youtube-ripping-site-operator-190515/

Österreich: Airbnb erhält Strafbescheid

Weil Airbnb seiner Meldepflicht nach dem Wiener Tourismusförderungsgesetz nicht nachkommt, hat die Stadt Wien nun einen Strafbescheid verschickt, gegen den Airbnb bereits Einspruch erhoben hat.
Pro Verstoß droht Airbnb eine Erststrafe in der Höhe von 35 Euro. Bei 7.000 bis 8.000 Wohnungen ergäbe dies eine Gesamtsumme von bis zu 280.000 Euro.
Die Stadt will die Anschriften wegen der Ortstaxe. Das Angebot von Airbnb, die Taxe einzuziehen und weiterzugeben hat die Stadt nicht akzeptiert. Airbnb behauptet die Adressen aus Datenschutzgründen nicht weitergeben zu können.

https://derstandard.at/2000103273338/Airbnb-Wien-hat-Strafbescheid-geschickt-Plattform-Einspruch-erhoben