BPjM-Modul gehackt / Einzelne Presseorgane veröffentlichen Link zu der Liste, die auch kinderpornographische Seiten enthält

Am Dienstag, 8. Juli 2014, wurden die im sogenannten BPjM-Modul enthaltenen Internet-URLs im Klartext auf einer Internetplattform veröffentlicht.

Es handelt sich bei den Modul-Daten um Internetseiten, deren Inhalt als jugendgefährdend oder schwer jugendgefährdend eingestuft wurde bzw. sogar als strafrelevant gilt. Dementsprechend enthielt die Liste laut Presseberichten Internetseiten zu den Kategorien: normale Pornografie, Tierpornografie, Kinder-/Jugendpornografie, Suizid, Nazis oder Anorexie. Ein Teil der Seiten existierte nicht mehr, in wenigen Fällen soll es sich auch um in Deutschland registrierte .de-Seiten handeln.

Das BPjM-Modul ist eine durch die Bundesprüfstelle aufbereitete Datei zur Filterung derjenigen indizierten Internetseiten (Telemedien), deren Anbieter ihren Firmensitz im Ausland haben. Das BPjM-Modul lässt sich in nutzerautonome Filterprogramme als ein Filtermodul (Blacklist) integrieren.

Die Liste der indizierten Telemedien ist nach dem Jugendschutzgesetz nicht öffentlich. Damit will der Gesetzgeber verhindern, dass Kinder und Jugendliche die Liste der indizierten Telemedien als ‚Hitliste‘ zum Anlass nehmen, sich Zugang zu gerade diesen Medien zu verschaffen.

Die erfolgte Veröffentlichung der indizierten URLs läuft damit den Zielsetzungen des Jugendschutzes eklatant zuwider. Die BPjM weist darauf hin, dass die veröffentlichte URL-Liste auch solche Angebote enthält, deren bloßer Aufruf eine Strafverfolgung nach sich ziehen kann.

Erst nach dieser Warnung hatten heise.de und netzpolitik.org den Link zu der Liste aus ihren Texten entfernt. Vorher hatte beide berichtet, dass die Liste Seiten mit Kinderpornographie und Tierpornographie enthält und den Link zur gehackten Liste angeboten.

Die BPjM hat die zuständige Aufsicht über den Jugendschutz im Internet, die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM), das Bundeskriminalamt sowie die Staatsanwaltschaft über den Vorgang informiert und Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt.

www.bundespruefstelle.de/bpjm/service,did=208352.html

 www.heise.de/newsticker/meldung/BPjM-Index-jugendgefaehrdender-Webseiten-geleakt-2251739.html

https://netzpolitik.org/2014/bpjm-leak-warum-wir-erstmals-einen-link-aus-unserer-berichterstattung-entfernen-oder-verbreiten-wir-kinderpornografie/