Banal: Neue EU-Studie zu Kino.to

Eine Studie im Auftrag der EU hat festgestellt, dass die Schließung von kino.to nur kurzfristige Auswirkungen gehabt hat, da es andere illegale Nachfolgeportale gab, zu denen die Kunden dann gewechselt sind.

Dieses Ergebnis ist nun alles andere als bahnbrechend, sind diese grundlegenden Fakten doch schon seit Jahren bekannt.

Daraus zu schließen, dass sich eine Bekämpfung (volkswirtschaftlich) nicht lohnt, sollte den Autoren eigentlich peinlich sein. Schon der Ansatz die Verfolgung von Straftaten volkswirtschaftlich zu bewerten ist fragwürdig. Niemand würde behaupten verhaftet keine Bankräuber mehr – dies lohnt sich nicht,  weil dann der nächste Bankräuber kommt. Wenn man es aber dann dennoch tut, sollte man die volkswirtschaftliche Analyse der Verfolgung dieser Straftaten nicht auf einen Einzelfall reduzieren.

Völlig unseriös verhält sich aber ein Teil der Presse. In mehreren Titelzeilen wird fälschlicherweise behauptet, die Studie würde belegen, das eine Sperre von kino.to unwirksam sei:
• Heise: „Forscher: Kino.to-Sperre kaum wirkungsvoll gegen illegales Streaming“
• Futurezone: „Kino.to-Sperre war wirkungslos gegen illegales Streaming“
• Spiegel: „Streaming-Plattform: Kino.to-Sperre hilft nicht gegen illegales Streaming“

Die Studie ist zu finden unter:
https://ec.europa.eu/jrc/en/publication/eur-scientific-and-technical-research-reports/online-copyright-enforcement-consumer-behavior-and-market-structure