Auswirkungen gesetzlicher Regelungen in Schweden

Die EU-Enforcement-Richtline ermöglicht es den Rechteinhabern, Nutzer von Raubkopien in P2P-Tauschbörsen zu ermitteln, da die Access-Provider Auskunft über die Nutzer der gefundenen IP-Adresse geben müssen.

In Schweden trat die Richtlinie erst nach längerer Diskussion verspätet zum 1. April 2009 in Kraft.

Schwedische Forscher haben daraufhin untersucht, welche Auswirkungen diese Umsetzung hatte und vergleichen diese mit Entwicklungen in anderen skandinavischen Ländern:

  • Der gesamte Datenverkehr im schwedischen Internet reduzierte sich um 18 %.
  • Die Musikverkäufe erhöhten sich signifikant – in anderen Medienbereichen waren die Auswirkungen zwar messbar aber nicht signifikant.
  • Diese Auswirkungen verpufften innerhalb eines halben Jahres, da die neuen gesetzlichen Möglichkeiten im nationalen Recht nicht im nötigen Umfang und nicht in der erwarteten Schnelligkeit eingesetzt werden konnten.

Aus Internetreport I / 2011 – Mai 2011

Adrian Adermon and Che-Yuan Liang, Piracy, Music and Movies: A Natural Experiment, IFN Working Paper No. 854, 2010; www.nek.lu.se/ryde/NatMeeting10/Papers/Liang,%20C-Y.%20(v3).pdf