Darmstadt: Erste Verbote von Sportwetten-Anbietern kommen

Nach Informationen der F.A.Z. werden in den nächsten Tagen wohl die ersten zehn privaten Anbieter von Sportwetten, die sich dem Melde- und Prüfverfahren nicht unterziehen wollen, vom Regierungspräsidium in Darmstadt eine Untersagung erhalten.
Neun Unternehmen haben von sich aus, den Betrieb eingestellt, nachdem ihnen das Ministerium die Anhörungsbögen zusandte. Auf dem Milliarden-Markt tummeln sich in Deutschland inzwischen mehr als hundert Anbieter.

https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/f-a-z-exklusiv-erste-verbote-von-sportwetten-anbietern-16649727.html

Jugendschutz.net: Report zu Antisemitismus online

In einer weiteren Schwerpunktrecherche zu Antisemitismus online hat jugendschutz.net antisemitische Aussagen auf reichweitenstarken Angeboten, vor allem bei jugendaffinen Plattformen wie Instagram und YouTube untersucht. Im Rahmen der Recherche wurden fast 5.000 Profile, Beiträge und Videos sowie ca. 100.000 Kommentare ausgewertet.
Eine zentrale Erkenntnis: Antisemitismus ist kein Randphänomen, sondern nahezu allgegenwärtig. Verschwörungstheorien werden ebenso reproduziert wie antisemitische Stereotype.
Entsprechend hoch ist das Risiko, dass auch Kinder und Jugendliche mit solchen Inhalten konfrontiert werden.

https://fis.jugendschutz.net/master-detailseite-news/n/neuer-report-zu-antisemitismus-online-veroffentlicht/

Italien geht gegen Nutzer illegaler IPTV-Angebote vor

Die italienische Guardia di Finanza hat 223 Abonnenten von IPTV-Pirateriediensten den Justizbehörden gemeldet. Dies ist die erste groß angelegte Operation gegen IPTV-Nutzer weltweit. Nach Angaben der Behörden riskieren die Nutzer eine Strafe von 25.000 Euro sowie eine achtjährige Gefängnisstrafe.
Nach Angaben der Strafverfolgungsbehörde dauern die Ermittlungen noch an. Dies bedeutet, dass in Zukunft möglicherweise weitere IPTV-Abonnenten identifiziert und gemeldet werden.

https://torrentfreak.com/italian-police-report-223-pirate-iptv-subscribers-to-the-judicial-authorities-200220/

Australien: Rechteinhaber und Filmverbände contra Google und Facebook

Creative Content Australia drängt die australische Regierung, Online-Plattformen dazu zu zwingen, die Verlinkung zu Piraterieseiten einzustellen, da Dienste wie Google und Facebook den Zugang zu illegalen Websites, die den Rechteinhabern schaden, ermöglichen.
https://torrentfreak.com/rightsholders-want-google-and-facebook-to-scrub-links-to-pirate-sites-200224/

PEGI: Casino-Games nur noch ab 18

PEGI, die Klassifizierungsstelle für die Alterskennzeichnung von Videospielen, wird Spiele, in denen (Elemente von) Glücksspielen vorhanden sind, zukünftig nur mit PEGI 18 kennzeichnen. Bisher konnten solche Spiele eine 12er-Kennzeichnung erhalten.

Allerdings bezieht sich die Änderung nur auf Casino-Games und nicht auf die oft kritisierte Lootboxen. Zudem gibt es eine sechs-monatige Übergangsfrist für mögliche Spielanpassungen.

Die neue Einstufung erfolgt auf Initiative der Medien- und Kommunikationsbehörde von Norwegen, die Kinder und Jugendliche von den Casino-Games fernhalten will.

https://www.casinoonline.de/nachrichten/pegi-freigabe-von-videospielen-mit-casino-ab-18-34770/

BGH: Keine Haftung für Kundenbewertungen

Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass den Anbieter eines auf der Online-Handelsplattform Amazon angebotenen Produkts für Bewertungen des Produkts durch Kunden grundsätzlich keine wettbewerbsrechtliche Haftung trifft:

 „Nach den rechtsfehlerfrei getroffenen Feststellungen des Berufungsgerichts hat sie weder selbst aktiv mit den Bewertungen geworben oder diese veranlasst, noch hat sie sich die Kundenbewertungen zu eigen gemacht, indem sie die inhaltliche Verantwortung dafür übernommen hat. Die Kundenbewertungen sind vielmehr als solche gekennzeichnet, finden sich bei Amazon getrennt vom Angebot der Beklagten und werden von den Nutzerinnen und Nutzern nicht der Sphäre der Beklagten als Verkäuferin zugerechnet.

Die Beklagte traf auch keine Rechtspflicht, eine Irreführung durch die Kundenbewertungen gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1 und 2 Fall 2 Nr. 1 UWG zu verhindern. Durch ihr Angebot auf Amazon wird keine Garantenstellung begründet. Von ausschlaggebender Bedeutung ist dabei, dass Kundenbewertungssysteme auf Online-Marktplätzen gesellschaftlich erwünscht sind und verfassungsrechtlichen Schutz genießen. Das Interesse von Verbraucherinnen und Verbrauchern, sich zu Produkten zu äußern und sich vor dem Kauf über Eigenschaften, Vorzüge und Nachteile eines Produkts aus verschiedenen Quellen, zu denen auch Bewertungen anderer Kunden gehören, zu informieren oder auszutauschen, wird durch das Grundrecht der Meinungs- und Informationsfreiheit des Art. 5 Abs. 1 Satz 1 GG geschützt. Einer Abwägung mit dem Rechtsgut der öffentlichen Gesundheit, die als Gemeinschaftsgut von hohem Rang einen Eingriff in dieses Grundrecht rechtfertigen könnte, bedarf es hier nicht, weil Anhaltspunkten für eine Gesundheitsgefährdung bei dem Angebot von Kinesiologie-Tapes fehlen.“

[BGH, 20.2.2020, I ZR 193/18]

https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2020/2020021.html;jsessionid=27EBEB77749D34236119CBCFED131455.1_cid359?nn=10690868

Piraterieportal sperrt VPN-Nutzer

Das Piraterieportal Streamworld.co sperrt Proxy– und VPN-Nutzer systematisch aus. Dies wird gegenüber Tarnkappe wie folgt begründet:
„Blockscript wird eingesetzt, um die Abuses einzudämmen, da die Abuse-Firmen selbst ihre IP verschleiern. Captchas alleine bringen leider gar nichts mehr.
Wir haben durch Blockscript sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Abuses sind stark zurückgegangen.
Wir sind der Meinung, dass es besser ist VPN-User auszusperren, als das die User alle Dateien offline vorfinden. […]“

https://tarnkappe.info/streamworld-co-sperrt-vpn-proxy-nutzer-systematisch-aus/

Spanien: Dynamische Sperrverfügung

Ein spanisches Gericht hat die lokalen ISPs dazu verpflichtet, Piraterieseiten und -dienste zu sperren, vor allem um die unlizenzierte Verbreitung von Live-Fußballspielen zu verhindern.

Alle ISPs müssen Telefónica Audiovisual Digital benachrichtigen, wenn sie diese Seiten blockiert haben. Darüber ist es dem Sender erlaubt, den ISPs jede Woche neue Sites, URLs, Domains und IP-Adressen zur Sperrung mitzuteilen, ohne dass sie das Gericht um Erlaubnis bitten müssen.
„Die Sperrung der neuen Web-Ressourcen (URLs, Domains oder IP-Adressen) muss unter Zugriff in den Protokollen HTTP und HTTP erfolgen, und zwar innerhalb eines Zeitraums von maximal drei Stunden nach der Benachrichtigung über die neue Auflistung“.

https://torrentfreak.com/court-gives-dynamic-pirate-site-blocking-the-green-light-in-spain-200220/

Kinder-Sexpuppen bei Amazon

Futurezone berichtet über erneute Verkäufe von Kindersexpuppen über Amazon. Das Unternehmen verweist auf futurezone-Nachfrage auf ein Verbot in den eigenen Verkaufsrichtlinien.
„Die fraglichen Produkte sind nicht mehr erhältlich“, teilte eine Amazon-Sprecherin mit.
Allerdings gibt es weiterhin viele derartige Einträge. Die Frage, inwiefern solche Produkte es überhaupt auf die Plattform schaffen – und dort offenbar über Tage und Wochen unentdeckt bleiben, blieb unbeantwortet.

https://futurezone.at/digital-life/kindersexpuppen-auf-amazon-sorgen-fuer-entsetzen/400759206

YouTube: Uploadfilter für Kommentare

Vice berichtet, dass es in YouTubes Kommentarspalten einen Uploadfilter für Wörter gibt. Diese „Gesperrten Wörter“ legt jeder YouTuber selbst fest und kann somit zum Beispiel die Eingabe seiner persönlichen Anschrift in den Kommentaren verhindern.

Die Verfasser der Kommentare bekommen davon nichts mit. Es gibt keine Fehlermeldung, für sie bleibt der Kommentar sichtbar. Nur alle anderen sehen ihn nicht.

In Kooperation mit dem YouTube-Kanal Ultralativ hat Vice bei 15 der wichtigsten YouTuberinnen und YouTuber Deutschlands insgesamt 28 Wörter durchprobiert. Bei elf Kanälen war zumindest eines der 28 Wörter gesperrt.

Das Ergebnis: „Viele YouTube-Stars nutzen die Funktion „Gesperrte Wörter“ offenbar, um unliebsame Kritik zu zu verhindern.“

Der Kanal ViktoriaSarina und die Beauty-YouTuberinnen Bibi und Dagi sperren beispielsweise das Wort „Abzocke“.

https://www.vice.com/de/article/pke377/zensierte-woerter-youtube-ultralativ-bibi-simon-unge-dagi

Buchauszug: Rechter Hass und die Gaming-Kultur

Netzpolitik.org hat vorab ein Kapitel aus dem Buch „Hasskrieger: Der neue globale Rechtsextremismus“ von Karolin Schwarz veröffentlicht.
Dort wird beschrieben, wie sich rechtsradikale Gruppierungen auf Steam tummeln, Nutzer sich nach Terroristen benennen und Frauen und nicht weiße Spieler beschimpft werden. Rechtes Gedankengut scheint in Teilen der Gaming-Kultur weit verbreitet.

https://netzpolitik.org/2020/rechter-hass-und-die-gaming-kultur-hasskrieger-karolin-schwarz/